Seit der Iran damit droht, Schiffe zu beschießen oder die Straße von Hormus zu verminen, ist der Ölpreis deutlich gestiegen. Politik und Finanzmärkte verfolgen die täglichen Notierungen mit wachsender Nervosität. Die Lage wäre noch kritischer, gäbe es nicht zwei Pipelines, die die Straße von Hormus umgehen. Ihr Bau ist eine direkte Folge des sogenannten Tankerkriegs im Persischen Golf – einer Eskalationsphase des Iran-Irak-Kriegs zwischen 1984 und 1988.
In dieser Zeit griffen sowohl Iran als auch Irak gezielt Öltanker und Handelsschiffe an, um die wirtschaftliche Versorgung des Gegners zu schwächen. Zunächst attackierte der Irak iranische Tanker und Ölterminals, häufig mit Flugzeugen und Anti-Schiff-Raketen wie der Exocet. Der Iran reagierte mit Angriffen auf Schiffe aus Staaten, die den Irak unterstützten – insbesondere aus Kuwait und Saudi-Arabien. Insgesamt wurden während des Tankerkriegs mehr als vierhundert Schiffe beschädigt oder zerstört.
Der Konflikt internationalisierte sich, als die Vereinigten Staaten im Rahmen der Operation Earnest Will kuwaitische Tanker eskortierten. Mit dem Waffenstillstand von 1988 unter Vermittlung der Vereinten Nationen endeten sowohl der Iran-Irak-Krieg als auch die Angriffe auf die Schifffahrt im Persischen Golf. Um die Abhängigkeit von der geopolitisch heiklen Straße von Hormus zu verringern, bauten sowohl Saudi-Arabien als auch die Vereinigten Arabischen Emirate Pipelines, die Öl direkt zu anderen Küsten transportieren.
Psychologischer Effekt
Die saudische Ost-West-Pipeline – auch Petroline genannt – erstreckt sich über rund 1.200 Kilometer von den Ölfeldern an der Ostküste bis zum Hafen Yanbu am Roten Meer. Sie wurde 1981 fertiggestellt und hat eine Kapazität von etwa sieben Millionen Barrel pro Tag.
Der Hafen von Yanbu an der Westküste Saudi-Arabiens am Roten Meer gehört zu den wichtigsten Industrie- und Exporthäfen des Landes. Seit den 1970er-Jahren entwickelte sich die Stadt zu einem zentralen Standort der saudischen Öl- und Petrochemieindustrie. Während des Iran-Irak-Kriegs gewann Yanbu als Endpunkt der Ost-West-Pipeline zusätzliche strategische Bedeutung. Heute umfasst Yanbu mehrere Hafen- und Industrieanlagen, darunter den Yanbu Industrial Port, große Raffinerien sowie petrochemische Komplexe. Die Stadt ist damit einer der wichtigsten Energie- und Exportknotenpunkte Saudi-Arabiens.
Eine ähnliche Funktion erfüllt die Habshan-Fujairah-Pipeline der Vereinigten Arabischen Emirate. Sie verbindet die Ölfelder bei Habshan in Abu Dhabi mit dem Hafen Fujairah am Golf von Oman. Die 2012 in Betrieb genommene Leitung kann rund 1,5 Millionen Barrel pro Tag transportieren. Tanker können dadurch direkt in den Indischen Ozean auslaufen, ohne die Straße von Hormus passieren zu müssen.
Beide Pipelines sind heute strategisch entscheidend, um die Stabilität der weltweiten Ölversorgung zu erhöhen und geopolitische Risiken in der Region zu reduzieren. »Wenn man plötzlich zwei sehr große Rohöltanker aus Yanbu und einen aus Fujairah kommen sieht, entsteht der psychologische Effekt, dass zumindest etwas Öl exportiert wird«, sagte Adi Imsirovic, ehemaliger Händler und Dozent an der Universität Oxford, dem Wall Street Journal. »Was mir wirklich Sorgen bereitet, ist, dass es nicht besonders schwierig ist, diese Pipelines anzugreifen.«
Vikas Dwivedi, globaler Energiestratege bei der Bank Macquarie, schätzte, dass die Pipeline am Montag vergangener Woche zunächst nur zu fünfzig bis sechzig Prozent ausgelastet war. Inzwischen wird jedoch zunehmend mehr Öl durch die Leitung gepumpt. Saudi-Arabien versucht, die Kapazität der Ost-West-Pipeline möglichst vollständig auszuschöpfen, um Exporte über das Rote Meer zu sichern. Laut von Bloomberg zusammengestellten Tracking-Daten beliefen sich die Lieferungen aus Yanbu in den fünf Tagen bis Dienstag auf durchschnittlich etwa 4,19 Millionen Barrel pro Tag – bereits ein bedeutender Anteil der rund sieben Millionen Barrel pro Tag, die das Königreich vor dem Krieg insgesamt exportierte.
Von der Maximalkapazität von sieben Millionen Barrel pro Tag würden etwa zwei Millionen Barrel an saudische Raffinerien gehen. Die restlichen fünf Millionen Barrel könnten dann auf den Weltmarkt gelangen – etwa so viel Öl, wie vor einer Eskalation täglich durch die Straße von Hormus transportiert wurde. Doch die Pipeline wurde bislang nie über längere Zeit vollständig ausgelastet. Zudem müssen weiterhin rund 800.000 Barrel Raffinerieprodukte täglich durch die Straße von Hormus transportiert werden. Auch Öl aus Kuwait, dem Irak und Bahrain bleibt von der Blockade betroffen.
Gefahr aus dem Jemen
Und selbst diese Umgehungsrouten sind nicht risikofrei. Um vom Roten Meer nach Asien zu gelangen, müssen Tanker die Meerenge Bab al-Mandab passieren. Sie liegt zwischen dem Jemen auf der Arabischen Halbinsel und den afrikanischen Staaten Dschibuti und Eritrea und verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und dem Indischen Ozean.
Die Passage ist eine zentrale Route für den Welthandel, da hier auch viele Schiffe auf dem Weg zum Suezkanal fahren. Zwischen 2023 und 2025 griffen Huthi-Milizen dort wiederholt Handelsschiffe an und versenkten teilweise sogar einige von ihnen. Die Angriffe auf Schiffe wurden eingestellt, nachdem im vergangenen Jahr ein Friedensplan für Gaza angekündigt worden war. Die Auswirkungen auf den Schiffsverkehr hielten jedoch noch lange an. Erst kürzlich begann sich der Verkehr durch die Bab-al-Mandab-Route wieder zu normalisieren. Im Januar kündigte Maersk an, seine Schiffe wieder über diese Passage zu schicken.
Werden die Terroristen erneut eingreifen und die Meerenge blockieren? Laut Oxford Analytica, einem geopolitischen Analyse- und Beratungsdienst des Medienunternehmens Dow Jones, gibt es innerhalb der Bewegung unterschiedliche Positionen. Eine pragmatische Fraktion plädiere für ein weiterhin vorsichtiges Vorgehen. Radikalere, stärker ideologisch geprägte Teile befürworteten hingegen eine Wiederaufnahme von Angriffen auf die Schifffahrt sowie auf Infrastruktur zur Ölverarbeitung und -verladung.
Auch der Ölhafen von Fujairah geriet zuletzt ins Visier. Vor wenigen Tagen wurde er vom Iran angegriffen. Mehrere Öltanks wurden getroffen, wodurch Brände ausbrachen. Teile des Hafenbetriebs und das Verladen von Öl mussten vorübergehend eingestellt werden.
Das Mullah-Regime versucht, durch die Blockade der Straße von Hormus und Angriffe auf Ölanlagen der Nachbarstaaten den Ölpreis auf ein Niveau zu bringen, das die Weltwirtschaft in die Krise stürzt. Dass das nicht sofort gelungen ist, liegt maßgeblich daran, dass es ein weltweites Überangebot an Öl gab, als der Krieg begann. Die Freigabe von Notfall-Ölreserven und die Pipelines, über die Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate weiter Öl auf den Markt bringen, tun das ihre, um die Situation etwas zu beruhigen. Dennoch wird an einer Öffnung der Straße von Hormus kein Weg vorbeiführen.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei Mena-Watch.

Wer braucht schon Erdölpipelines. Gebt uns die Russengasröhre wieder, und alles wird gut- wird immer wieder von führenden Experten im Forum bestätigt.
@Jochen Lindt : >>Mit anderen Worten: Sinnlos. Es ändert sich nur der Name des islamischen Erpressers. Für die Preise an der Tanksäule spielt es keine Rolle ob der Erpresser Araber oder Perser ist.<<
## Herr Lindt, ich denke, die Perser erpressen uns gar nicht. Wir sind für die noch nicht mal ein Objekt. Wir haben für die gar keine Bedeutung. Die zertstören einfach das amerikanische Jahrtausend, so wie sie beauftragt wurden. Oder haben Sie wirklich diese Sache geglaubt, dass man denen nur den Mullah wegsprengen muss, und dann fallen die den Israelis um den Hals? Man konnte uns nicht die Wahrheit erzählen, weil wir sofort wieder losgeheult hätten. Bibi und der Donald haben sich deshalb etwas ausgedacht und darauf vertraut, dass wir keine Feindsender hören. Und sie hatten doch Erfolg damit. Oder? Aber so ist das mit diesen Geschichten, sie drehen sich, wenn die Zeit reif ist. Aber glauben Sie doch nicht alles! Für Donald und für Bibi sind die Deutschen allenfalls ein schlechtes Beispiel. Aber für die Salmans oder wie die alle heißen, auf der einen Seite und die Perser auf der anderen Seite, existieren wir ganz einfach nicht. Die wissen nur, dass da irgendwo im Westen ein unerschöpflicher Brunnen ist. Aber dass da auch noch Kufar leben, als Konkurrenz beim Brunnengang, hat denen niemand gesagt. Die glauben es ist Allah, der die Regale immer wieder auffüllt. Oder einer seiner Propheten, und der Streit geht nur darum, welcher.
Die Hintergrundmächte hinter Donald und Bibi hätten wissen können, dass es die Deutschen gibt, und dass die tatsächlich noch Tankstellen haben, statt immer für hundert Kufar ein Elektroauto, wie es ihnen weisgemacht wurde. immerhin erinnern sie sich ja regelmäßig, wenn die Deutschen nicht so mitspielen, wie sie sollen, was ja zum Glück sehr selten ist. Aber da wissen sie schon, wo man die Daumenschrauben anlegen muß.
Die Deutschen sind keine Opfer. Sie sind Schafe, und wenn es Zeit ist werden sie geschoren. Und niemand demonstriert dagegen!
Das ist alles schön und gut, auch wenn die beiden Pipelines selbst im Idealfall kaum mehr als 25-30% des sonst täglich durch die Meerenge von Hormuz schippernden Öls ersetzen könnten. Das zentrale Problem war und bleibt, daß ein Großteil der Staaten dieser Welt offenbar gerne bereit ist, sich mit einem terroristischen Regime zu arrangieren, solange man dabei mit grotesken Verschwörungsmärchen bequem die USA oder Israel für die desaströsen Konsequenzen beschuldigen kann. Während die geneigten und gut geschmierten Meinungsproduzenten unisono ihre ollen Kamellen vom ´Völkerrecht´, staatlicher Souveränität und was sonst nicht noch alles vortragen. Es ist komplett irre. Das Teheraner IRGC-Regime ist weder souverän (es ist eine Marionette Pekings), noch sehen internationale Vereinbarungen und Gepflogenheiten, welche man in Deutschland so exklusiv wie irreführend gerne als ´Völkerrecht´ bezeichnet, für terroristische Entitäten wie das IRGC-Regime irgendwelche ´Rechte´ vor. Die gelten hier größtenteils schlichtweg nicht. Die einzig richtige Antwort auf das derzeitige, mittlerweile auch offen verkündete terroristische Verhalten des IRGC-Regimes wären gemeinsame Maßnahmen aller Staaten, um das Regime in jeder Hinsicht, politisch, ökonomisch, militärisch etc. handlungsunfähig zu machen und ihm jede Zukunftsperspektive zu nehmen. Jede Diskussion, Verhandlung oder Konzession, wie von den deutschen Merzhasen, ist eine Kapitulation auf Raten und die Akzeptanz der Fortschreibung und Ausweitung einer seit Jahrzehnten zunehmend von islamischem Terror gezeichneten Weltunordnung. Da das aus den bekannten Gründen (Peking, Berlin und global shitholistan in deren Gefolge) nicht passieren wird, bleiben vorerst nur amerikanische und israelische Bombardements zur weiteren und dauerhaften Degradierung der militärischen Kapazitäten des IRGC-Regimes.
Herr Frank, Sie vergaßen zu erwähnen, daß der einstige Tankerkrieg im Golf nur mit Hilfe des Mossad möglich war, welcher den Iran & den Irak mit den Zielkoordinaten gegnerischer Tanker, wie auch beide Staaten mit Waffen belieferte. Das konnte man zumindest im Deutschen CIA-Blättchen, dem Spiegel, lesen. Wenn Sie Iranischer Staatschef wären, würden auch Sie versuchen, den Nachbarn die Gegenwart US-Amerikanischer Militärbasen zu vermiesen. Das nur mal am Rande.
@ Klara Altmann: Altdeutscher Name mit -K- als Nom de Plume. Der Antiamerikanismus und Antizionismus sind evident. Wollen Sie nicht lieber beim anti-Spiegel schreiben. Die Achse, mit aufgebaut von Henryk Broder, scheint einen langen Atem zu haben.
Was ich nicht so ganz verstehe, vielleicht hat ein Leser einen Rat: Angeblich gingen 20% des Rohoelexports durch die Straight of Hormuz. Davon seien 90% fuer China. Das bedeutet, wir sind nur marginal davon betroffen, oder? Warum gehen dann die Spritpreise so enorm hoch? Frage 2: Warum gehen die Spritpreise in Deutschland am meisten hoch? Das wirkt alles sehr manipulativ.
Abgesehen davon braucht Abu Dhabi eine Art Panamakanal.
Oder auch nicht. Vielleicht auch nur weitere Pipelines. Diese Art von Schiffahrt ist sehr umweltfeindlich. Evtl ist die Zeit gekommen, einiges umzustellen.
Es sieht so aus, dass es nicht nur um Öl und Gas geht, sondern um den Handel allgemein. Zumindest wird er gerade preislich entsprechend „ eingesetzt“. Auch wenn zunächst vor allem Südostasien betroffen ist, ereilt es uns unweigerlich danach in anderer Form. Die etwas eindimensionale Sicht auf die Strasse und ihre Folgen wird dem „ Welthandel“ und seinen Eigenheiten und seiner Bedeutung im Globalismus kaum gerecht. Die Fragen sind nun andere. Beginnend mit dieser „ Aktion“ gegem den Iran resp ihrer „ Sinnhaftigkeit“ und „Verhältnismässigkeit“ über die Fragen von Autarkie , z.B. Kernkraft, Fracking und grösstmöglicher Diversität, resp die nationale Antwort auf den sogen Globalismus, z.B. bei Medikamenten. Die von H. Köhler thematisierte Sicherheit der Versorgungswege inklusive. Ich kann nicht erkennen, dass die Regimes in Schland sich auch nur einem dieser existentiellen Themen widmen, aber das ficht die dummen Michel auch nicht gross an. Für die fällt alles vom Himmel. Es sieht so aus, dass sich die AfD damit befasst, was ihr bei Achgut auch nicht hilft.