Er war der Godfather of Metal, der Prince of Darkness oder schlicht: The Madman. Nur gut zwei Wochen nach seinem finalen Auftritt hat der Black-Sabbath-Frontmann im Alter von 76 Jahren das Zeitliche gesegnet.
Es ist erst drei Wochen her, dass wir hier über das 50-jährige Jubiläum von Black Sabbaths „Sabotage“-Album berichteten. Just am selben Wochenende haben die Heavy-Rocker in ihrer Heimatstadt Birmingham ihr finales Abschiedskonzert gegeben. Und am 22. Juli, gut zwei Wochen danach, hieß es plötzlich, dass Frontmann Ozzy Osbourne, der wegen seiner Parkinson-Erkrankung das ganze Konzert im Sitzen, auf einem extra für ihn angefertigten schwarzen Thron, absolviert hat, in seinem Haus im südenglischen Dorf Jordans – fast hätte ich gesagt: über den Jordan gegangen ist.
Der als John Michael Osbourne am 3. Dezember 1948 in Birmingham geborene „Ozzy“ hatte seinen Spitznamen schon in der Schule zugelegt, die er bereits als 15-Jähriger verließ. Nach anfänglichen Gelegenheitsjobs – unter anderem als Gehilfe in einem Bestattungsunternehmen – schlug er die vermeintlich lukrativere Laufbahn als Einbrecher und Dieb ein; was ihm letzten Endes einen sechswöchigen Gefängnisaufenthalt einbrachte. Möglicherweise hat er bei dieser Gelegenheit auch das Singen gelernt.
Denn als er wieder auf freiem Fuß war, lieh er sich von seinem alten Herrn das Geld, um sich ein Mikrofon und einen Gesangsverstärker zu kaufen. Schon bald darauf hing er unter dem Pseudonym „Ozzy Zig“ eine Anzeige der Art „Sänger sucht Band“ aus, auf die sich zum einen der Bassist Terry „Geezer“ Butler und zum anderen der Gitarrist Tony Iommi und sein schlagzeugspielender Kumpel Bill Ward meldeten. Der Rest ist Musikgeschichte.
Rauswurf und Solokarriere
Black Sabbath avancierten zu einer der führenden Hardrock-Bands der 70er Jahre und gelten bis heute als Begründer des Heavy-Metal. Aufgrund ihres diabolischen Images werden sie von Angehörigen der Subgenres Black-Metal und Doom-Metal als Pioniere und Wegbereiter verehrt. Und wegen ihrer oftmals tiefer gestimmten Gitarren berufen sich auch Vertreter des Stoner-Rocks auf sie. Oder hat das damit zu tun, dass sie – und allen voran Osbourne – notorische Stoner waren?
Auf alle Fälle hatten seine Bandkollegen Osbournes Alkohol- und Drogenexzesse irgendwann so dicke, dass sie ihn Anfang 1979 feuerten. Der arbeitslos gewordene Osbourne lebte daraufhin mehrere Monate in einem Hotel in Los Angeles, wo er sich noch hemmungsloser die Kante gab. Bis sich schließlich Sharon Arden, die Tochter des Black-Sabbath-Managers Don Arden, seiner annahm und ihn dazu motivierte, eine Solokarriere einzuschlagen.
Die erste Besetzung der Ozzy Osbourne Band – usprünglich sollte sie Blizzard of Ozz heißen – ging 1980 an den Start und bestand aus ehemaligen Mitgliedern von Quiet Riot, Rainbow und Uriah Heep. Insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Osbourne und dem Ex-Quiet-Riot-Gitarristen Randy Rhoads sollte sich als äußerst fruchtbare Symbiose erweisen. Leider Gottes nicht für lange: Bereits im Jahr 1982 kam der erst fünfundzwanzigjährige Rhoads bei einem tragischen Unfall mit einem Privatflugzeug ums Leben.
„The Osbournes“
Aber: The show must go on! Und so konnte schon bald ein Nachfolger für den eigentlich unersetzlichen Rhoads gefunden werden. Zudem gaben sich noch im selben Jahr Arden und Osbourne das Ja-Wort. Aus der Ehe gingen in den darauffolgenden Jahren drei Kinder hervor. Spätestens ab 2002 erlangte die Familie durch die auf MTV ausgestrahlte Doku-Soap „The Osbournes“ – man muss schon fast sagen: traurige – Berühmtheit.
Obwohl die Serie Osbourne endgültig zum Superstar und zum größten Monster of Rock mutieren ließ, wirkten die Einblicke in sein Privatleben wie betreutes Wohnen für ein völlig durchgeknalltes, von Rauschmittelmissbrauch gezeichnetes, bemitleidenswertes Opfer des Rock'n'Roll-Business. Nichtsdestotrotz gebührt Ozzy Osbourne mit seinem natürlichen, alles durchdringenden Tenor ein vorderer Platz unter den klassischen Rockröhren. Seine Ankunft dürfte im Olymp der Rockgötter mit Spannung erwartet worden sein.
YouTube-Link zu einer Live-Aufnahme von „Changes“ aus dem Jahr 1993
Hans Scheuerlein ist gelernter Musikalienfachverkäufer. Später glaubte er, noch Soziologie, Psychologie und Politik studieren zu müssen. Seine Leidenschaft gehörte aber immer der Musik.
Beitragsbild: Hit Parader magazine (publisher) - archive.org, Public Domain, via Wikimedia Commons

Sein bester Auftritt war in „ Little Nicky“ von Adam Sandler. Immerhin hatte er den britischen Humor sich selbst auf den Arm zu nehmen.
@Lutz
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Von mir gibt es hier und jetzt die berühmte „Pommesgabel“ (für nicht Eingeweihte: Den satanischen Metalgruß mit erhobenem Zeige- und Ringfinger) um dem alten Schlachtross des Heavy Metal die letzte Ehre zu erweisen. Ozzy war wie fast alle Metaller geradeaus, ehrlich und ein absolutes Original. Der hat sein Leben gelebt, wie er es selbst für richtig hielt und nicht irgendwer anders. Die ganzen Umerzogenen und Angepassten dieser Gesellschaft, die alle nicht ihr eigenes Leben leben, sondern das Leben was andere für sie vorgesehen haben, werden das nie verstehen. Eine von meinen Ex-Freundinnen hat mir mal gesagt, sie wollte nach dem Tod nicht in den Himmel, sondern direkt in die Hölle. Weil es dort wärmer sei. ;-) Ich hoffe mal, dass Ozzy jetzt genau dort ist, wo auch er hin wollte. Deine Musik hat mich fast mein ganzes bisheriges Leben begleitet. Und das wird wohl für den Rest meines Lebens auch gelten. Mach’s gut, alter Freund…
Eine eigenartig einzigartige Stimme.
Für wirklich jeden Schei@ gibt es ja irgendwo hirntote Fans…
Cannonball Adderley Sextet – Work Song – ist eine alte Filmaufnahme vom Auftritt. Das sind die ganz großen Ohrwürmer. Kennen alle, wissen nur nicht, von wem. Cannonball Adderley Jive Samba 1963
Can – Future Days; Ravi Shankar; Die „Futur Days“ findet man im Netz. Vor allem, wenn die Räume opiumschwanger waren, will man doch nicht Ozzy Osbourne hören?