Vera Lengsfeld / 01.04.2016 / 15:34 / Foto: Csaba Segesvári / 2 / Seite ausdrucken

Zum Tode von Imre Kertész noch einmal:  „The Last Refuge“

Zum Tode von Imre Kertész hier noch einmal meine Besprechung seines Buches „The Last Refuge“, die ich im September vergangenen Jahres auf der Achse verfasste:

In seinem neuen Buch , „Letzte Einkehr“, das im Englischen passender „The Last Refuge“, letzte Zuflucht heißt, bringt der Holocaust-Überlebende und Literatur-Nobelpreisträger Imre Kertész auf den Punkt, was Europa 2015 heimsucht: „Europa wird bald wegen seines bisherigen Liberalismus untergehen, der sich als kindlich und selbstmörderisch erwiesen hat. Europa hat Hitler hervorgebracht; und nach Hitler steht hier ein Kontinent ohne Argumente: die Türen weit offen für den Islam; er wagt es nicht länger über Rasse und Religion zu reden, während der Islam gleichzeitig einzig die Sprache des Hasses gegen alle ausländischen Rassen und Religionen kennt.“

Kertész fährt fort: „Ich würde darüber reden, wie Muslime Europa überfluten, besetzen und unmissverständlich vernichten; darüber, wie Europa sich damit identifiziert, über den selbstmörderischen Liberalismus und die dumme Demokratie.. Es endet immer auf dieselbe Weise: Die Zivilisation erreicht eine Reifestufe, auf der sie nicht nur unfähig ist sich zu verteidigen, sondern auf der sie in scheinbar unverständlicher Weise seinen eigenen Feind anbetet.“

Das hat der Autor bereits vor mehr als zehn Jahren geschrieben, als die muslimische Völkerwanderung noch lange nicht in voller Stärke eingesetzt hatte. Natürlich ignorieren die Mainstream-Medien Kertészs Buch, obwohl es eine genaue Beschreibung der größten demografischen Revolution in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg ist. Die europäischen „Eliten“ sind am Ende und trommeln für den Islam als „Bereicherung“. Die Europäische Union, das gesamte Medienspektrum, der Papst, die NGOs, die Vereinten Nationen und die kollektiven Emotionen des Westens sind dieser Tage allesamt darin vereint zu proklamieren, dass Europa 20 Millionen „Flüchtlinge“ willkommen heißen muss.

Imre Kertész sieht das als Fortsetzung der Vernichtung des europäischen Judentums, die ganz Europa gebilligt hat und von den Nazis exekutiert wurde. Er sieht die frühere „europäische Vitalität längst von Dekadenz angefressen“ und die europäischen „Intellektuellen“ wie die „klassischen gockelhaften Syphilitiker des 19. Jahrhunderts durch die Welt torkeln“.

Ihn habe immer „die mit knirschender Rührseligkeit verschleierte Lüge gestört, die Auschwitz umwitterte. Jetzt, da Europa sich offen zur Zerstörung Israels bekennt, zur Ausrottung der Juden, also eigentlich zu Auschwitz, hat sich die Luft gewissermaßen gereinigt“. Hat Kertész hier übertrieben? Keineswegs. Erst letzte Woche forderte der SPD- Oberbürgermeister von Jena öffentlich, Deutschland müsse endlich seine Zurückhaltung gegenüber Israel aufgeben, denn Israel und die USA seien schuld an den gegenwärtigen Flüchtlingsströmen. Es gab keinen Aufschrei in den Medien, nicht mal einen kritischen Kommentar. Lediglich in den sozialen Medien gab es Widerspruch. Der Jenaer Oberbürgermeister ist ein typischer Vertreter des „Antisemitismus nach Auschwitz“, wie Kertész es nennt.

Deutschland hat nach Meinung des Holocaust-Überlebenden seine „moralische Überheblichkeit“, die uns in den letzten Tagen in den Äußerungen der Kanzlerin prominent vorgeführt wurde, bereits vor über zehn Jahren wiedergewonnen. Das verheißt für die weitere Entwicklung nichts Gutes. Aber nicht nur Deutschland, ganz Europa ergibt sich dem Bankrott und dem Terror der Islamisten: „Der Terror schüchtert Europa ein, und Europa kapituliert vor dem Terror wie eine billige Nutte vor ihrem prügelnden Zuhälter. So geht es, wenn Überheblichkeit und Feigheit die beherrschenden Charakterzüge sind."

Imre Kertész: Letzte Einkehr, Hamburg, 2015

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Leserpost

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Roland Pabst / 03.04.2016

Bemerkenswert, wie Kertész von den Mainstream Medien gemainstreamt, also weichgespült vermittelt wurde: Man verschweigt die misliebige Seite und macht sich die andere zu Nutzen. Für die Pressefreiheit in der Türkei setzt man sich lautstark ein und lenkt so von den eigenen Unzulänglichkeiten, der eigenen Befangenheit ab.

Bleser Paul / 03.04.2016

Werte Frau Lengsfeld. Das letzte Werk von Kertész ” Letzte Einkehr” mit seinem Tagebuchroman ist beim Tode dieses grossen Mannes praktisch von den Medien “übersehen” worden. Sie würden ihren Lesern bestimmt eine Freude bereiten, wenn Sie die Meinung Kertész’s zuden Fragen der jüdischen Israelkritiker und Selbsthasser, ( Seite 97) die Islamisierung, den Verrat Europas am Judentum und Israel , “die Kapitulation vor der unwürdigsten östlichen Macht ( den Palästinensern) “....  ( seite 268)in einem gesonderten Beitrag erläutern würden. Die diesbezüglichen Aussagen, prophetisch , erschütternd , werden immer wahrscheinlicher ( Seite 248 : “es tut sich die Möglichkeit neuer Diktaturen auf, die unter dem Vorwand drohender Gefahren in erster Linie die eigenen Staatsbürger in Gefahr bringen” Kurz gesagt: Greifen Sie das Thema in dieser Hinsicht ” nochmals, nochmals” auf. Vielen Dank im Voraus Paul Bleser

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