Fundstück / 09.11.2013 / 01:47 / 0 / Seite ausdrucken

Zum Fest aller Feste - A Blast From The Past

Erinnert sei daher an die erst unkritische Israel-Begeisterung (bis 1967), dann unkritische Palästinenser-Solidarität (ab 1967), das Fassbinder-Stück „Der Müll, die Stadt und der Tod“, die weißen Bettlaken während des ersten Golfkrieges, als Saddam Hussein Raketen gen Israel schickte, die allseits beklatschte Rede von Martin Walser in der Paulskirche über die „Dauerrepräsentation unserer Schande“, das satanische Gedicht von Günter Grass („Was gesagt werden muss“) und dessen Lobpreisung durch Jakob Augstein, die Beschneidungsdebatte, der neu-alte Antisemitismus, der „kritische Dialog“ mit dem Iran, einschließlich der guten Geschäfte. http://www.tagesspiegel.de/meinung/9-november-1938-wissen-was-war-und-ist/9051086.html

„Ich war 13, habe damals mit meinen Brüdern in einem jüdischen Kinderheim in Köln gewohnt. Plötzlich kamen die Erzieher zu uns und meinten, dass wir nicht mehr vor die Tür dürfen. Ich habe das nicht verstanden, bis ich den Mob gehört habe. Erst nach vier Tagen durften wir das Heim verlassen. Da habe ich gesehen, was die Nazis angerichtet haben: Mein jüdisches Gymnasium war verwüstet, die Synagoge komplett abgefackelt. Ich habe damals nicht geahnt, dass kurze Zeit später auch wir Menschen brennen würden.“
http://www.bild.de/politik/inland/synagoge/wir-waren-dabei-als-die-synagogen-brannten-33320720.bild.html

Siehe auch:
So unglaublich und erschreckend die Tweets aus der Vergangenheit auch klingen mögen, nichts davon ist erfunden. Alle Ereignisse, die im Rahmen des Projektes erwähnt werden, haben so stattgefunden. Alle auftretenden Personen haben wirklich gelebt und so gehandelt wie es beschrieben wird. “Wir schreiben nur, was wir belegen können”, erklärt das Team auf dem Projektblog.
http://www.stern.de/digital/online/twitter-account-zur-reichspogromnacht-tweets-aus-der-vergangenheit-2070046.html

Menschen jüdischen Glaubens fühlen sich in Europa zunehmend angefeindet und bedroht. Das geht aus einer groß angelegten Umfrage hervor, die die EU-Grundrechteagentur (FRA) am Freitag in Wien veröffentlicht hat. Der Bericht basiert auf den Antworten von 5 847 jüdischen Befragten in acht Ländern, in denen Schätzungen zufolge rund 90 Prozent der jüdischen Bevölkerung der EU leben. Darunter auch in Deutschland.
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/antisemitismus-europas-juden-fuehlen-sich-bedroht-12654747.html
http://www.welt.de/politik/ausland/article121681538/Europas-Juden-beklagen-wachsenden-Antisemitismus.html
http://www.stern.de/panorama/umfrage-juden-beklagen-wachsenden-antisemitismus-2069935.html

Twenty percent of respondents said they avoided wearing, carrying or displaying things that might help people identify them as Jews in public. That figure was 34 percent in Sweden; 29 percent in France; 20 percent in Hungary and eight percent in Britain.
http://www.jpost.com/Jewish-World/Jewish-News/Survey-29-percent-of-European-Jews-considered-emigrating-due-to-anti-Semitism-331002
http://www.i24news.tv/en/news/international/europe/131108-europe-s-jews-see-rising-tide-of-anti-semitism
http://www.bbc.co.uk/news/magazine-24852131

Dass es noch nicht zu gravierenden gewalttätigen Übergriffen auf jüdische Einrichtungen gekommen ist, führe ich vor allem darauf zurück, dass seit den 1970er-Jahren alle jüdischen Einrichtungen unter starken Sicherheitsvorkehrungen stehen. Meine Kinder wachsen zwischen Panzerglas, bewaffneten Sicherheitsleuten und Metalldetektoren auf. Das ist ebenfalls belastend und immer präsent, wenn meine Kinder in die Schule gehen oder ich zum Beten in die Synagoge. Aber es wäre noch viel belastender, die Sicherheitsvorkehrungen nicht zu haben.
http://www.tagesschau.de/inland/interviewalter100.html

Die Ergebnisse zeigten Handlungsbedarf auf, sagte Kjaerum: Man könne nicht weiter leugnen, dass es immer noch Antisemitismus in der EU gebe. Speziell für die Polizei müsse es Weiterbildungen geben. Besonders beeindruckt zeigte sich Kjaerum davon, dass 30 Prozent der Befragten ernsthaft in Betracht ziehen, aufgrund ihrer Angst vor Antisemitismus ihr Land zu verlassen. http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Wo-der-Antisemitismus-zunimmt/story/24018906

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