Der „POTUS“ wird am heutigen Sonntag, dem 14. Juni 2026, achtzig Jahre alt. Anlass genug, den amtierenden „President Of The United States“ phänomenologisch zu würdigen, ihn also als das Ergebnis bewusster Wahrnehmung subjektiv zu beschreiben – ohne theoretische oder ideologische Optik.
Subjektiv? Da wären wir schon bei einem zentralen Merkmal dieses Mannes: Donald Trump entzieht sich jeder objektiven Betrachtungsweise. Ohne Zweifel wäre er gern der mächtigste Staatsführer der Welt, das gehört zum Selbstverständnis eines US-Präsidenten – ihn deshalb automatisch „Politiker“ oder „Staatsmann“ zu nennen, würde die Sichtweise sogleich auf Attribute einengen, denen Trump selbst kaum Beachtung schenkt, aus deren Mangel heraus er sich für dieses Amt eventuell sogar qualifiziert sieht, ebenso wie seine Bewunderer. Seine Worte, sein Handeln, seine Ziele, ja selbst die Umrisse seiner Präsidentschaft treiben metaphorisch betrachtet wie Ölflecke auf einem See. Sie verändern stetig ihre Form und je nach momentaner Wetterlage oder Perspektive des Betrachters schillern oder erscheinen sie durchsichtig.
Trump begleitet uns in seinen widersprüchlichen Erscheinungsformen: als Rüpel, als Grabscher, als Macher und Bezwinger, als Inside-Job, Magnat und als Redenschwinger, als Narziss und Ignorant, Neokapitalist und Punk, als Kumpel, als Boss, als Prahlhans und Verkünder, als Parvenü, Heilsbringer, Abrissbirne und Sünder, als Bauherr, Loose Canon, als Deal und als Strafzoll, Erpresser, Survivor, als Drohung und als Groll, als Stinkstiefel, Heimsuchung, Albtraum, USA, Republikaner-Einhorn, Obszönität, Medienstar, als Zeitgeist und Frisur, als Riese und Miniatur, als Clown, als Zorn, Messias und Verächter, als Selbstverliebter, Hassobjekt, Eigenlob, Wahrheitspächter, als Idiotie, Leibhaftiger, Fakenews und Schimäre, Zeigefinger und Faust, Kapitolstürmer und Affäre, als Aktienmarkt, Hormus, Base-Cap und Bares, als Friedenstaube, Inflation, Melania und Ares. Donald Trump, der Eindringling ins „Hard-Boiled Wonderland“ – einem Scherenschnitt mit roter Krawatte gleich – zeigt dem Westen das Ende von Politik zugunsten einer globalen Show, in der er als Deus ex Machina auftaucht. Ob er tatsächlich dazu imstande ist, die verfahrene Dramaturgie des Westens zu lösen, ist damit schon erklärt: Das eine ist die Realität, das andere Kulisse, Schauspieler und Getöse. Donald Trump ist Theater.
Religiöse Verehrung oder die stereotype Verteufelung
Er ist ein Archetyp wie aus einem Mythos. Er changiert zwischen Extremen: Pathos, Hybris und Katharsis. Am meisten glaubt er wohl selbst daran, ein Titan zu sein, mit göttlicher Berufung und Berechtigung ausgestattet, über der Moral stehend die neue Moral zu verkörpern, derer er sich unbefangen und erratisch bedient. Er könnte das fleischgewordene Zeichen eines Paradigmenwechsels sein. Worauf dies Zeichen hinweist, auf die Art, wie wir unsere Kultur zerstören oder weiterentwickeln, wohin unser Staatswesen sich wendet und die Form seiner Regierungen, ob wir in Zukunft bürgerliche Begriffe wie Staat, Freiheit und Wohlstand noch wie ehedem selbst definieren und das öffentliche Aushandeln von Meinung und Streit im Westen noch möglich sein wird, ob der Westen und seine Bündnisse überhaupt noch Bestand haben: Das sind Fragen, die das Erscheinen dieses Mannes aufzuwerfen imstande ist. Zum Guten, wie zum Schlechten. Ein katalytisches Momentum hängt ihm an, das auch seine Gegner – bei aller Abscheu gegen seinen Habitus – als „Aura“ wahrnehmen und fürchten. So unberechenbar es ist, so unklar sind die Folgen.
Sein Umgang mit Fake News ist oft genug selbst Fake News, genau wie die erregte Berichterstattung darüber. Wo er mit dem Finger hinzeigt, zucken Leute zusammen, oder steht eine Begehrlichkeit, die er haben möchte, ohne bitte zu sagen. Er hat mehr mit dem Mann auf dem berühmten Army-Recruiting-Plakat „I want You“ von 1917 gemein, als es seinen Gegnern lieb ist: Er ist ein Anziehungspunkt und zwingt alle, dies zu akzeptieren. Als erster Patriot im Staate muss er nicht gut erzogen sein, er darf Forderungen stellen, muss sich nicht rechtfertigen, denn es geht bei MAGA (Make America Great Again) um nationale Interessen, deren Hüter er zu sein behauptet – dass es dabei deutlich auch um seine persönlichen geht, sahen ihm die Fans bislang nach. Das kann sich ändern.
Noch ist er für sie ein Produkt göttlicher Fügung: Als ein auf seinen Kopf zielendes Projektil nur sein Ohr streifte, reckte er die Faust nach oben wie eine Warnung an den Olymp: Er, der Prometheus der postmodernen USA, würde jeder Unbill des Schicksals trotzen. Das ist eine Helden-Ikonografie, wie sie auf alten Amphoren aus Attika und nun auf hunderten Millionen Flachbildschirmen der Neuzeit zu sehen ist. Es verstärkt den Glauben seiner Anhänger und die Verzweiflung seiner Gegner. Wenn man ihn unsympathisch findet – was ohne Zweifel eine einfache Reaktion ist – kann man ihm dennoch wie ein Agnostiker begegnen, wenn man ihn lesen will: ohne die religiöse Verehrung oder die stereotype Verteufelung einfach sein Wirken beobachten und einordnen: Seinen Freunden und Feinden ist das verschlossen, denn beiden Gruppen dient die Person Donald Trump als Projektionsfläche ihrer Narrative.
Nukleus für einen offen zutage tretenden Antiamerikanismus
Der „neue“ Politikstil des Donald Trump besteht aus einer Abkehr von zahlreichen Gepflogenheiten des Respekts, des Anstands und der Konstruktivität. Wenn man so will, sind es die ungehobelten Auftritte, die ihm die Aura der Dekonstruktion, der Schamlosigkeit und Rücksichtslosigkeit verleihen. Sie führen zu seiner scheinbaren Autarkie vor dem Gesetz, das der Präsident notfalls mit Dekreten umgeht, welche er vor Kameras mit seiner großen textmarkerbreiten Kalligrafie protzig unterschreibt, um die Urkunde dann als Beleg seiner weitgefassten Machtbefugnis in der großen Runde zu präsentieren. Allein die schamlose Zurschaustellung seiner politischen Opportunitäten und das übersteigerte Inszenieren banaler Akte der Machtausübung machten den Präsidenten schon früh zum Hass- und Angstobjekt, das der perfekte Nukleus für einen offen zutage tretenden Antiamerikanismus werden konnte. So gab es bald kaum ein Ereignis im Zusammenhang mit Donald Trump, auf das sich der Qualitätsjournalismus hierzulande nicht geifernd und eifernd stürzen konnte, quasi als Begleitmusik zu den gratismutig gehässigen Attitüden deutscher Politiker. Hier sei nur an den kleinen Außenminister Heiko Maas erinnert, der sich mit dem damaligen deutschen UN-Botschafter Christoph Heusgen bei einer Rede Donald Trumps vor der UN-Generalversammlung 2018 ostentativ über dessen Aussagen lustig machte, mit denen Trump – nicht abwegig und sachlich richtig – den Deutschen vorwarf, sich mit ihrer Energiepolitik völlig von Russland abhängig zu machen.
Trump will das Gegenmodell einer aus den Fugen geratenen westlichen Welt repräsentieren und ist gleichzeitig ihr Symptom, er will mit seiner MAGA-Bewegung ein Zurück in die heroische Zeit seiner Nation und ist gleichzeitig der Brandbeschleuniger für die Abschaffung der Idee aufgeklärter Vernunft. Wo der Mangel an Selbsterhaltungstrieb im Westen unter dem Würgegriff links-ideologischer Transformationen zwangsläufig Ambivalenz und Antihelden hervorbringen musste, verkörpert er den Schrecken und die Zuversicht in gleicher Weise. Sein messianischer Eifer und die narzisstische Einfalt seiner Unfehlbarkeitsbehauptung beschleunigen mitunter die Prozesse: Fernab vom Habitus eines Staatsmanns lässt er die archaisch unreife Wut eines Tyrannen durchscheinen. Ist das die Reaktion, die uns vorschwebte, als wir davon träumten, jemand müsse den Spuk beenden, der unsere Freiheit bedroht?
Donald Trump, der Deus ex Machina, der Außenseiter, der in die Mitte des Geschehens hineingelassen wurde, beendet tatsächlich manch ideologischen Spuk, den wir selbst seit Langem für untragbar hielten und nichts dagegen unternehmen konnten. Dabei kam endlich wieder Leben in die gesellschaftspolitischen Debatten um Thesen und angebliche Theoreme, deren Infragestellung oder Widerlegung der vorauseilende links-woke Gehorsam längst unter Bannfluch gestellt hatte: Migration und Open-Border-Politik, Islamismus und Islam, Meinungsfreiheit und offene Gesellschaft nach links und rechts, Bewahrung des kulturellen Erbes von Nationen, Verteidigungsfähigkeit, Klimadebatte und die Folgekosten blinden Wissenschaftsglaubens, Impfregime und WHO-Einfluss, Instrumentalisierung von Pseudowissenschaften für gesellschaftlichen Wandel, NGO-Finanzierung und ideologischer Einfluss auf das Bildungswesen. Trump hat auf viele dieser ideologisch angelegten Interventionen eine einfache Antwort: „Weg damit“ oder „Jetzt erst recht“.
Gefühl der Unantastbarkeit und Hybris
Im Mythos kommt der Mensch irgendwann in Konflikt mit der höheren Gesetzgebung, weil er sich unbeobachtet fühlt oder die Konfrontation mit dem Olymp für ein kalkulierbares Risiko hält. Oft ist Überheblichkeit im Spiel, das Gefühl der Unantastbarkeit und Hybris. Am Ende wird zwar auch ein Protagonist und Titan wie Prometheus bestraft. Dem Menschen Donald Trump gelang es jedoch mehrmalig, sich unantastbar zu machen und aus der Affäre zu ziehen – nicht durch entlastende Tatsachen, sondern durch Einflussnahme und Machtmechanik: Entsprechend verhinderten parteitreue Senatoren eine Amtsenthebung, das Justizministerium drückte sich um Anklagen gegen den amtierenden Präsidenten und der Supreme Court stärkte noch zusätzlich seine Immunität bezüglich „offizieller“ präsidialer Angelegenheiten (2024). In der zweiten Amtszeit setzte Trump zudem auf verfahrenstechnische Finten: Mit Tempo, Berufungen und Verzögerungstaktik bei Gerichtsverfahren. Indem der Präsident juristische Probleme durch Rechtsbeugung oder machtpolitische Vorteilsnahme beseitigte, sorgte er für die Erosion des Prinzips, dass auch ein Präsident wirksam rechtlich kontrollierbar bleiben muss.
Was waren denn die inneren Zerreißproben für den Machtmenschen Trump? In seiner ersten Amtszeit (2017–2021) standen vor allem zwei juristische Komplexe im Zentrum: Politisch heikel wurde die sogenannte Ukraine-Affäre. Trump soll Vorgespräche mit Vertretern der Ukraine um zukünftige Militärhilfe dazu genutzt haben, Ermittlungen gegen Joe Biden zu erzwingen. Das Repräsentantenhaus leitete deshalb ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung des Kongresses ein. Der Senat – mehrheitlich republikanisch – sprach ihn jedoch frei. Auch nach dem Sturm auf das Kapitol, bei dem ein aufgehetzter Mob das Gebäude überrannte und Abgeordnetenbüros teilweise verwüstete, folgte ein zweites Amtsenthebungsverfahren wegen „Anstiftung zum Aufstand“. Auch hier reichte die Mehrheit im Senat nicht zur Verurteilung Trumps, dem vorgeworfen wurde, mit einer Wutrede die Stürmung erst betrieben zu haben.
In seiner zweiten Amtszeit (ab 2025) verlagerte sich das Problem von persönlichen Strafverfahren hin zu einer offenen Machtprobe mit Justiz und Verfassung: Dekrete des Präsidenten zur Einschränkung der geburtsrechtlichen Staatsbürgerschaft, harte Abschiebungsmaßnahmen und Strafaktionen gegen missliebige Rechtsanwaltskanzleien wurden von Gerichten teils blockiert oder als verfassungswidrig beanstandet. Besonders brisant war, dass einige Richter der Regierung Trumps vorwarfen, sie missachte vorsätzlich gerichtliche Anordnungen im Zusammenhang mit Abschiebungen. Zugleich würden Dekrete des Präsidenten direkt auf unliebsame Rechtsanwalts-Kanzleien oder politische Gegner zielen und seien als Vergeltungsaktionen gegen anwaltliche Tätigkeiten – eigentlich vom Gesetz ausdrücklich geschützt – zu werten.
Hindurchwirken präsidialer Macht
Der Präsident ist tatsächlich ein nachtragender, jähzorniger Typ: Er droht gern damit, seine Gegner zu vernichten. Das können Kritiker, Politiker, Diktatoren und Regime, ganze Länder sein. Er denkt archaisch: Deal or Destroy. Mit dieser Schablone konfrontiert er auch seine Bündnispartner und Landsleute. Ob nun der ukrainische Präsident Selenskyj vor laufenden Kameras abgewatscht und gedemütigt wird, weil er ungeduldig Forderungen stellt und nicht fein genug angezogen ist, ob Ursula von der Leyen sich den willkürlich herausposaunten Zollprozenten des POTUS beugen muss, oder ob die eigene Bevölkerung sich mit einer brachial agierenden Zoll- und Migrationsbehörde konfrontiert sieht (ICE, Immigration and Customs Enforcement), die ausgerechnet in US-Städten Jagd auf Menschen macht, in denen seine erklärten politischen Gegner regieren: Offensichtlich sollen solche Maßnahmen nicht nur in seinen Augen bestehende Missstände beseitigen (zum Beispiel Außenhandelsdefizit oder illegale Migration), sondern sie sollen auch wie Strafmaßnahmen wirken, Schrecken verbreiten, Widerstand brechen.
Der Schock über Trumps brachialen „Stil“, die Verzweiflung über den Mangel an Angriffsfläche trotz medialem Dauerbeschusses und die Empörung über die Entfremdung der Begriffe „Wahrheit“, „Fakt“ und „Diplomatie“ lähmten seine unvorbereiteten Gegner anfangs noch. So konnte Trump das „Establishment“ tatsächlich durchschütteln und in einigen Bereichen zurückdrängen. Durchaus mit unlauteren Mitteln, Einflussnahme auf Behörden und Gerichte, Besetzung von wichtigen Posten mit Gefolgsleuten. Dieses Hindurchwirken präsidialer Macht erzeugte seismische Tiefenbewegungen, so dass einige – wie am Boden der westlichen Systeme angekettete – sakrosankte Politikfelder plötzlich wieder zur verhandelbaren Masse erklärt wurden: Klimadebatte, Woke Culture, NGO-Einflusszonen, Staat vs. Bürger. Tatsächlich schien es so, als könne dieses „Trump-Movement“ den liberal-konservativen Zielsetzungen – auch in Europa – wieder Geltung verschaffen, wo seit Jahren eine schwache rechts-konservative „Intelligenz“ nur in flacher Ufernähe gegen den linksgrünen Mainstream Widerstand simulieren konnte.
Während Trump in seiner ersten Amtszeit außenpolitisch keineswegs kriegerisch agierte, hat er sich in seiner zweiten Amtszeit in einen Krieg mit dem Iran gestürzt, der ihm nun über den Kopf zu wachsen scheint. Die Vernichtung des Mullah-Regimes ist ihm nicht gelungen. Er hat nicht damit gerechnet, dass er es mit einer Hydra zu tun hat, der man einen Kopf abschlägt, aus dem dann zwei neue erwachsen. Krampfhaft möchte er diesen Krieg nun wieder loswerden, den seine Landsleute zunehmend ablehnen: Er macht die Lebenshaltungskosten auch für die Amerikaner deutlich teurer. Spritpreise und Inflation steigen, weil die Blockade des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus der Weltwirtschaft eine wichtige Schlagader abdrückt. Nun passiert etwas, das Donald Trump am meisten fürchtet: Er muss gesichtswahrend so tun, als habe er sein Ziel erreicht, denn das Ziel ist nicht erreichbar. Doch ein schneller Deal mit den Mullahs scheint nicht möglich. Trump ist ins Hintertreffen geraten. So hat sich ein Prozess der Entzauberung in Gang gesetzt, der deutlich zeigt, wo die Grenzen einer Politik aus Protz, Drohung, Deal und Feel-Good-Versprechen sind.
„Chirurgische“ Korrekur mit bunkerbrechenden Waffen
Donald Trump legt seine Irrtümer nicht klein an. Wenn er sich verrechnet, dann gleich um eine mögliche Weltordnung. Der Krieg gegen den Iran, begonnen als „chirurgische“ Korrekur mit bunkerbrechenden Waffen, ist ein Musterbeispiel: Ein Präsident, der sich für den größten „Deal Maker“ aller Zeiten hält, tritt in einer Region als Commander-in-Chief auf, in der Experten und Nahostkenner seit Jahrzehnten auf Zehenspitzen gehen. Am Ende brennt nun auch der Teppich bei ihm daheim. Der Kern des Problems ist nicht, dass Trump Härte zeigen wollte oder musste: Der Iran hat sich als Staatsziel schließlich die Vernichtung Israels gesetzt und bastelte mehr oder weniger heimlich an einem Atomprogramm, dessen Kontrollverträge Trump 2018 selbst aufgekündigt hatte, weil er sie für den „schlechtesten Deal aller Zeiten“ hielt. Das Problem ist die Mischung aus Pose, Ahnungslosigkeit und Selbstüberschätzung. Trump glaubte offenbar, Teheran werde nach ein paar Bomben und weiteren Drohungen schon begreifen, dass es mit dem stärksten Mann der Welt zu tun habe. Nun begreift vor allem die Welt, dass der stärkste Mann im Weißen Haus nicht automatisch der klügste oder bestberatene ist.
Das Dilemma ist für ihn nun, dass mit jedem Tag der Blockade der Straße von Hormus der Preis für ihn und die Weltwirtschaft schmerzlich höher wird, während der Iran nur abzuwarten braucht. Denn Trump hat dem Iran einen Hebel in die Hand gegeben. Die Mullahs, militärisch den USA unterlegen, sitzen plötzlich am Ventil der Energiepreise. Der Präsident, der aus maximaler Stärke verhandeln wollte, sucht nun nach einem Ausgang, ohne das Wort Rückzug aussprechen zu müssen. Am Ende droht ein Deal, der dem ähnelt, was Barack Obama einst diplomatisch erreicht hatte: Kontrollen, Lockerungen, ein brüchiger Kompromiss. Diesmal gibt es für die Verhandlungen mit dem Iran Krieg, Inflation und Prestigeverlust als Zugabe.
Das eigentliche Desaster ist deshalb nicht nur die Blockade von Hormus. Es ist die Blockade des Denkens im Weißen Haus. Trump hat nämlich sein Umfeld so sortiert, dass Widerspruch als Illoyalität gilt. Wer nur Ja-Sager wie in einer höfischen Struktur um sich duldet, hört irgendwann nur noch das Echo der eigenen Überhöhung. Genau so entstehen Fehlentscheidungen – nicht, weil die Informationen fehlen, sondern weil sie nicht mehr durchdringen. Ein Präsident, der jeden Warner für einen Feigling oder Verräter hält, verliert die Unterstützung, stärkt die Feinde und destabilisiert die ohnehin fragilen Verhältnisse. Hinzu kommt der moralische Schaden. Trump hatte seinen Wählern versprochen, Amerika aus solchen endlosen Kriegen herauszuhalten. Er hatte Wohlstand versprochen und importiert nun Inflation. Währenddessen wächst der Verdacht, dass das Präsidentenamt für Donald Trump selbst zum Geschäftsmodell geworden ist und die daraus resultierenden Insidergeschäfte sein Portfolio kräftig anschwellen lassen. Seht her, ein Mensch! Er wird Achtzig.

Immerhin hat Mr. President Donald Trump dafür gesorgt, dass z.B. USAID und andere als Finanziers der linkswoken Blase und diverser schädigender NGOs das Handwerk gelegt wurde. Ausserdem hat er es geschafft, die US-Wirtschaft wieder anzukurbeln – dort werden Arbeitsplätze geschaffen, mehr Menschen kommen in Lohn und Brot, während die Wirtschaft in Deutschland faktisch tot ist. Er sorgt dafür, dass endlich Zölle auf Produkte erhoben werden, die der amerikanischen Wirtschaft enorm geschadet haben, während deutsche Politiker immer noch Entwicklungshilfe an China zahlen … Die positiven Aspekte kann man noch seitenlang auflisten.
Irgendwann wird das sprichwörtlich berühmt gewordene „Only Nixon could go to China“, durch ein „Only Trump could do it“ ergänzt, oder ersetzt werden, jede Wette! Wie Herr Nicolay schon richtig bemerkt, kann man Trump alles Mögliche und Unmögliche andichten, zugestehen, oder absprechen, am Ende bleibt es chaotisch. Trump ist der Elefant im Porzellanladen und natürlich geht auch das Eine, oder Andere, kaputt, das man lieb gewonnen hatte. Aber ich denke, nur dieses, durch Trump verursachte große Chaos, konnte den links-woken Westen so durchschütteln, dass selbst die verschlafenen und selbstgerechten Europäer aufwachen mussten. Wie anders hätte man denn den links-woke-sozialistischen Mehltau, der sich über wirklich alles und jeden im Westen gelegt hatte, abschütteln, oder aufbrechen wollen? Im Westen hatte man jahrzehntelang Angst vor echter Veränderung und nötiger Anpassung, wo es sich die etablierten Eliten an den Fleischtöpfen der Macht bequem gemacht hatten. Für die angebliche Vermeidung von „unschönen Bildern“ waren die Eliten sogar bereit, die Sicherheit, Freiheit und Kultur der europäischen Völker zu opfern und ist es noch, blieben von der Leyen, Merz, Macron, Starmer und Sanchez an der Macht. Daraus wird nun nichts, wie man auch in Berlin im Herbst merken wird, die Völker beginnen sich zu wehren. Ob gewollt, oder nicht, Trump ist der Spalt in der Tür, durch den frische Luft in den links-woke verqualmten Raum dringt.
Der Einleitung
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„Wo der Mangel an Selbsterhaltungstrieb im Westen unter dem Würgegriff links-ideologischer Transformationen …“
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folgt
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„Anlass genug, den amtierenden “President Of The United States„ … zu beschreiben – ohne theoretische oder ideologische Optik. “
Ich dachte zuerst, heute gibt es keine Pseudosatire.
Dass Trump nach 10 Jahren (einschl seines ersten Wahlkampfes) als Gefahr verrissen wird, liegt am Sommerloch und wird die Ausnahme bleiben. Andernfalls widerspräche es dem achgut-Narrativ, dass gemeinsame Feinde Verbündete sind.
Naja, werter Herr Nicolay, war schon besser … Zitat -„mit denen Trump – nicht abwegig und sachlich richtig – den Deutschen vorwarf, sich mit ihrer Energiepolitik völlig von Russland abhängig zu machen.“ … Wir sind immer abhängig, nur, daß unsere Abhängigkeit von anderen, als den Russen viel teurer ist. Außer, wir würden unsere eigene Kohle verflüssigen & vergasen. Was soll das also für ein Argument sein? Die einzige Schwäche Trumps ist seine Ungeduld. Statt nachhaltig Zölle im einstelligen %-Bereich einzusetzen & für die US-Wirtschaft kalkulierbar zu machen, spielt Er hüh & hott. Auch militärische Interventionen funktionieren nicht mit der sozialistischen, extrem teuren Cost-plus-Rüstungswirtschaft. Das ist quasi schon seit 1953 so, war aber bis zum Ukraine-Krieg nur niemandem aufgefallen. Um heute ohne Bodentruppen militärisch intervenieren zu können, braucht man keine Flugzeugträger mehr, sondern muß der industriellen Revolution eines Musk, Thiel, Schmidt, die mehr Albert Speer & der Russischen Philosophie der billigen Waffen in Massenproduktion folgen, nachvollziehen. Aber da muß man erst mal gegen die oligarchisch sozialistischen Konzerne, wie Boeing, Lockheed Martin & Rocketdyne anstinken können, nicht so einfach. Jeder Senator will erst mal mit Steuergeldern seinen Bundesstaat sponsorn, wie Linksradikale halt so sind, anstatt den Wettbewerb walten zu lassen, wie Texas. Wenn Trump klug wäre, würde er kurz vor den Midterms zurücktreten. Aber daran glaube ich nicht wirklich.
Ein ( kleineres, journalistisch ärgerliches ) Problem dieses Artikels sind die fehlende Distanz und in der Folge die Übernsahme von Geschichten, zu denen es durchaus ernstzunehmende Alternativen gibt. Einen Sturm des Mobs auf die Bastille und die „ Anstiftung“ Trumps, die Ukraine- Causa und etliche andere „ Sachverhalte“ sind zumindest „ umstritten“, werden hier allerdings als „ wahr“ beschrieben. Das ist ungenügend, wenn hier auch nicht überraschend. Der Mann polarisiert zwischen einer ebenso unangemessen Begeisterung, so mitunter bei H.Goergen auf TE zu lesen und dem, was hier geschrieben wird. Wie immer liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Zumal das Finale mitunter noch aussteht. Was nicht heisst, dass hier einiges durchaus zutreffend ist. Allerdings sollten mindestens 2 Aspekte beachtet werden. Wir reden hier von den USA und einer etwas anderen Mentalität , die man finden kann wie man will, von einem ganz anderen System und von der Frage, wie der tiefe Wokismus, die Durchdringung und die Macht der Eliten in den USA wirksam und erfolgreich beseitigt werden kann. Mit „ Gesprächen“ , wie es die Liberalkonservativen hier naiv glauben, geht da nichts. Die Machthaber sind teilweise psychopathologische Gangster, die keine Mittel scheuen. Da sind die Optionen auf der anderen Seite sehr beschränkt. Ob das Vorgehen Trumps innenpolitisch reicht, ist sehr fraglich. Die elitären Woken sind ja nicht weg. Wie man den tiefen, totalitären Staat bekämpft ist die Frage. In Schland läuft diesbezüglich gar nichts, ausser Gejammer. Auch eine Option. Die deutsche. Wir kennen die Ergebnisse. Philosophen werden das Problem jedenfalls nicht lösen.
„ … unter dem Würgegriff *links-ideologischer Transformationen zwangsläufig …“. Könnten es nicht eher die Würgegriffe so schrecklicher Ideologien wie Islam sein, zzgl. der Despotien vom Schlage Russlands, vllt. China, was weiß ich was sonst noch. Ich setze auf die USA als letztem Anker für westliche Individualität, denn „Die westliche Kultur mit ihrer Entdeckung der Freiheit ist allen anderen Kulturen überlegen, in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart. Sie hat es zustande gebracht, die Unterdrückung der Frau, den Feudalismus und das Stammesdenken zu überwinden. Sie hat gesellschaftliche Offenheit, politische Freiheit, technische Innovation und wirtschaftlichen Wohlstand geschaffen. Ich leugne nicht, dass andere Kulturen ebenfalls ihr Besonderes und Wertvolles haben – aber die Freiheit der westlichen Kultur ist für alle Menschen von unschätzbarem Wert. Das sage ich als gebürtige Somalierin. Und das hören die *linksliberalen Eliten nicht gerne.“
Ayaan Hirsi Ali ist eine niederländisch-amerikanische Politikerin, Politikwissenschaftlerin, Frauenrechtlerin und Islamkritikerin somalischer Herkunft.
Vielleicht liegt der eigentliche Punkt weniger in der Person Trump als in der Schwäche jener Milieus, die sich an ihm zugleich stören und von ihm profitieren.
Das bürgerliche, liberale, konservative Milieu lebt von Voraussetzungen, die es oft nicht mehr selbst sichern kann. Es braucht Ordnung, Recht, Grenzen, Verlässlichkeit, kulturelle Selbstverständlichkeit, ein Mindestmaß an Autorität und gemeinsamen Maßstäben. Solange der Zeitgeist diese Voraussetzungen zufällig mitliefert, erscheint das alles wie Naturzustand. Dann kann man sich gepflegt liberal, gemäßigt, anständig und distanziert geben.
Sobald aber andere Milieus beginnen, dieses Habitat systematisch zu verändern, zeigt sich die Hilflosigkeit. Ausgerechnet jene, die am stärksten auf diese Ordnung angewiesen sind, besitzen oft am wenigsten die Mittel, sie zu verteidigen. Ihre eigene zivilisatorische DNA hindert sie daran: Sie wollen keine groben Gesten, keine Zumutungen, keine Härte, keine Polterer, keine Machtmenschen. Sie verwechseln die Umgangsformen einer bestehenden Ordnung mit den Kräften, die eine Ordnung überhaupt erst durchsetzen.
Deshalb entsteht die paradoxe Lage: Wer das bürgerliche Habitat zerstört, wird beklagt. Wer es mit groben Mitteln wiederherstellen könnte, wird ebenfalls beklagt. Man möchte die Rückkehr der Verhältnisse, aber nicht den Typus Mensch, der in einer verwahrlosten Lage überhaupt noch durchsetzungsfähig ist.
Ob Trump dieser Mensch ist, weiß ich nicht. Er ist ohne Zweifel Symptom, Risiko, Übertreibung und Zumutung. Aber er besitzt etwas, das dem saturierten bürgerlichen Milieu fast vollständig abhandengekommen ist: die Bereitschaft, Macht nicht nur zu kommentieren, sondern zum eigenen Vorteil auszuüben. Vielleicht erklärt das seine Anziehungskraft besser als jede Verehrung seiner Person.