Der „POTUS“ wird am heutigen Sonntag, dem 14. Juni 2026, achtzig Jahre alt. Anlass genug, den amtierenden „President Of The United States“ phänomenologisch zu würdigen, ihn also als das Ergebnis bewusster Wahrnehmung subjektiv zu beschreiben – ohne theoretische oder ideologische Optik.
Subjektiv? Da wären wir schon bei einem zentralen Merkmal dieses Mannes: Donald Trump entzieht sich jeder objektiven Betrachtungsweise. Ohne Zweifel wäre er gern der mächtigste Staatsführer der Welt, das gehört zum Selbstverständnis eines US-Präsidenten – ihn deshalb automatisch „Politiker“ oder „Staatsmann“ zu nennen, würde die Sichtweise sogleich auf Attribute einengen, denen Trump selbst kaum Beachtung schenkt, aus deren Mangel heraus er sich für dieses Amt eventuell sogar qualifiziert sieht, ebenso wie seine Bewunderer. Seine Worte, sein Handeln, seine Ziele, ja selbst die Umrisse seiner Präsidentschaft treiben metaphorisch betrachtet wie Ölflecke auf einem See. Sie verändern stetig ihre Form und je nach momentaner Wetterlage oder Perspektive des Betrachters schillern oder erscheinen sie durchsichtig.
Trump begleitet uns in seinen widersprüchlichen Erscheinungsformen: als Rüpel, als Grabscher, als Macher und Bezwinger, als Inside-Job, Magnat und als Redenschwinger, als Narziss und Ignorant, Neokapitalist und Punk, als Kumpel, als Boss, als Prahlhans und Verkünder, als Parvenü, Heilsbringer, Abrissbirne und Sünder, als Bauherr, Loose Canon, als Deal und als Strafzoll, Erpresser, Survivor, als Drohung und als Groll, als Stinkstiefel, Heimsuchung, Albtraum, USA, Republikaner-Einhorn, Obszönität, Medienstar, als Zeitgeist und Frisur, als Riese und Miniatur, als Clown, als Zorn, Messias und Verächter, als Selbstverliebter, Hassobjekt, Eigenlob, Wahrheitspächter, als Idiotie, Leibhaftiger, Fakenews und Schimäre, Zeigefinger und Faust, Kapitolstürmer und Affäre, als Aktienmarkt, Hormus, Base-Cap und Bares, als Friedenstaube, Inflation, Melania und Ares. Donald Trump, der Eindringling ins „Hard-Boiled Wonderland“ – einem Scherenschnitt mit roter Krawatte gleich – zeigt dem Westen das Ende von Politik zugunsten einer globalen Show, in der er als Deus ex Machina auftaucht. Ob er tatsächlich dazu imstande ist, die verfahrene Dramaturgie des Westens zu lösen, ist damit schon erklärt: Das eine ist die Realität, das andere Kulisse, Schauspieler und Getöse. Donald Trump ist Theater.
Religiöse Verehrung oder die stereotype Verteufelung
Er ist ein Archetyp wie aus einem Mythos. Er changiert zwischen Extremen: Pathos, Hybris und Katharsis. Am meisten glaubt er wohl selbst daran, ein Titan zu sein, mit göttlicher Berufung und Berechtigung ausgestattet, über der Moral stehend die neue Moral zu verkörpern, derer er sich unbefangen und erratisch bedient. Er könnte das fleischgewordene Zeichen eines Paradigmenwechsels sein. Worauf dies Zeichen hinweist, auf die Art, wie wir unsere Kultur zerstören oder weiterentwickeln, wohin unser Staatswesen sich wendet und die Form seiner Regierungen, ob wir in Zukunft bürgerliche Begriffe wie Staat, Freiheit und Wohlstand noch wie ehedem selbst definieren und das öffentliche Aushandeln von Meinung und Streit im Westen noch möglich sein wird, ob der Westen und seine Bündnisse überhaupt noch Bestand haben: Das sind Fragen, die das Erscheinen dieses Mannes aufzuwerfen imstande ist. Zum Guten, wie zum Schlechten. Ein katalytisches Momentum hängt ihm an, das auch seine Gegner – bei aller Abscheu gegen seinen Habitus – als „Aura“ wahrnehmen und fürchten. So unberechenbar es ist, so unklar sind die Folgen.
Sein Umgang mit Fake News ist oft genug selbst Fake News, genau wie die erregte Berichterstattung darüber. Wo er mit dem Finger hinzeigt, zucken Leute zusammen, oder steht eine Begehrlichkeit, die er haben möchte, ohne bitte zu sagen. Er hat mehr mit dem Mann auf dem berühmten Army-Recruiting-Plakat „I want You“ von 1917 gemein, als es seinen Gegnern lieb ist: Er ist ein Anziehungspunkt und zwingt alle, dies zu akzeptieren. Als erster Patriot im Staate muss er nicht gut erzogen sein, er darf Forderungen stellen, muss sich nicht rechtfertigen, denn es geht bei MAGA (Make America Great Again) um nationale Interessen, deren Hüter er zu sein behauptet – dass es dabei deutlich auch um seine persönlichen geht, sahen ihm die Fans bislang nach. Das kann sich ändern.
Noch ist er für sie ein Produkt göttlicher Fügung: Als ein auf seinen Kopf zielendes Projektil nur sein Ohr streifte, reckte er die Faust nach oben wie eine Warnung an den Olymp: Er, der Prometheus der postmodernen USA, würde jeder Unbill des Schicksals trotzen. Das ist eine Helden-Ikonografie, wie sie auf alten Amphoren aus Attika und nun auf hunderten Millionen Flachbildschirmen der Neuzeit zu sehen ist. Es verstärkt den Glauben seiner Anhänger und die Verzweiflung seiner Gegner. Wenn man ihn unsympathisch findet – was ohne Zweifel eine einfache Reaktion ist – kann man ihm dennoch wie ein Agnostiker begegnen, wenn man ihn lesen will: ohne die religiöse Verehrung oder die stereotype Verteufelung einfach sein Wirken beobachten und einordnen: Seinen Freunden und Feinden ist das verschlossen, denn beiden Gruppen dient die Person Donald Trump als Projektionsfläche ihrer Narrative.
Nukleus für einen offen zutage tretenden Antiamerikanismus
Der „neue“ Politikstil des Donald Trump besteht aus einer Abkehr von zahlreichen Gepflogenheiten des Respekts, des Anstands und der Konstruktivität. Wenn man so will, sind es die ungehobelten Auftritte, die ihm die Aura der Dekonstruktion, der Schamlosigkeit und Rücksichtslosigkeit verleihen. Sie führen zu seiner scheinbaren Autarkie vor dem Gesetz, das der Präsident notfalls mit Dekreten umgeht, welche er vor Kameras mit seiner großen textmarkerbreiten Kalligrafie protzig unterschreibt, um die Urkunde dann als Beleg seiner weitgefassten Machtbefugnis in der großen Runde zu präsentieren. Allein die schamlose Zurschaustellung seiner politischen Opportunitäten und das übersteigerte Inszenieren banaler Akte der Machtausübung machten den Präsidenten schon früh zum Hass- und Angstobjekt, das der perfekte Nukleus für einen offen zutage tretenden Antiamerikanismus werden konnte. So gab es bald kaum ein Ereignis im Zusammenhang mit Donald Trump, auf das sich der Qualitätsjournalismus hierzulande nicht geifernd und eifernd stürzen konnte, quasi als Begleitmusik zu den gratismutig gehässigen Attitüden deutscher Politiker. Hier sei nur an den kleinen Außenminister Heiko Maas erinnert, der sich mit dem damaligen deutschen UN-Botschafter Christoph Heusgen bei einer Rede Donald Trumps vor der UN-Generalversammlung 2018 ostentativ über dessen Aussagen lustig machte, mit denen Trump – nicht abwegig und sachlich richtig – den Deutschen vorwarf, sich mit ihrer Energiepolitik völlig von Russland abhängig zu machen.
Trump will das Gegenmodell einer aus den Fugen geratenen westlichen Welt repräsentieren und ist gleichzeitig ihr Symptom, er will mit seiner MAGA-Bewegung ein Zurück in die heroische Zeit seiner Nation und ist gleichzeitig der Brandbeschleuniger für die Abschaffung der Idee aufgeklärter Vernunft. Wo der Mangel an Selbsterhaltungstrieb im Westen unter dem Würgegriff links-ideologischer Transformationen zwangsläufig Ambivalenz und Antihelden hervorbringen musste, verkörpert er den Schrecken und die Zuversicht in gleicher Weise. Sein messianischer Eifer und die narzisstische Einfalt seiner Unfehlbarkeitsbehauptung beschleunigen mitunter die Prozesse: Fernab vom Habitus eines Staatsmanns lässt er die archaisch unreife Wut eines Tyrannen durchscheinen. Ist das die Reaktion, die uns vorschwebte, als wir davon träumten, jemand müsse den Spuk beenden, der unsere Freiheit bedroht?
Donald Trump, der Deus ex Machina, der Außenseiter, der in die Mitte des Geschehens hineingelassen wurde, beendet tatsächlich manch ideologischen Spuk, den wir selbst seit Langem für untragbar hielten und nichts dagegen unternehmen konnten. Dabei kam endlich wieder Leben in die gesellschaftspolitischen Debatten um Thesen und angebliche Theoreme, deren Infragestellung oder Widerlegung der vorauseilende links-woke Gehorsam längst unter Bannfluch gestellt hatte: Migration und Open-Border-Politik, Islamismus und Islam, Meinungsfreiheit und offene Gesellschaft nach links und rechts, Bewahrung des kulturellen Erbes von Nationen, Verteidigungsfähigkeit, Klimadebatte und die Folgekosten blinden Wissenschaftsglaubens, Impfregime und WHO-Einfluss, Instrumentalisierung von Pseudowissenschaften für gesellschaftlichen Wandel, NGO-Finanzierung und ideologischer Einfluss auf das Bildungswesen. Trump hat auf viele dieser ideologisch angelegten Interventionen eine einfache Antwort: „Weg damit“ oder „Jetzt erst recht“.
Gefühl der Unantastbarkeit und Hybris
Im Mythos kommt der Mensch irgendwann in Konflikt mit der höheren Gesetzgebung, weil er sich unbeobachtet fühlt oder die Konfrontation mit dem Olymp für ein kalkulierbares Risiko hält. Oft ist Überheblichkeit im Spiel, das Gefühl der Unantastbarkeit und Hybris. Am Ende wird zwar auch ein Protagonist und Titan wie Prometheus bestraft. Dem Menschen Donald Trump gelang es jedoch mehrmalig, sich unantastbar zu machen und aus der Affäre zu ziehen – nicht durch entlastende Tatsachen, sondern durch Einflussnahme und Machtmechanik: Entsprechend verhinderten parteitreue Senatoren eine Amtsenthebung, das Justizministerium drückte sich um Anklagen gegen den amtierenden Präsidenten und der Supreme Court stärkte noch zusätzlich seine Immunität bezüglich „offizieller“ präsidialer Angelegenheiten (2024). In der zweiten Amtszeit setzte Trump zudem auf verfahrenstechnische Finten: Mit Tempo, Berufungen und Verzögerungstaktik bei Gerichtsverfahren. Indem der Präsident juristische Probleme durch Rechtsbeugung oder machtpolitische Vorteilsnahme beseitigte, sorgte er für die Erosion des Prinzips, dass auch ein Präsident wirksam rechtlich kontrollierbar bleiben muss.
Was waren denn die inneren Zerreißproben für den Machtmenschen Trump? In seiner ersten Amtszeit (2017–2021) standen vor allem zwei juristische Komplexe im Zentrum: Politisch heikel wurde die sogenannte Ukraine-Affäre. Trump soll Vorgespräche mit Vertretern der Ukraine um zukünftige Militärhilfe dazu genutzt haben, Ermittlungen gegen Joe Biden zu erzwingen. Das Repräsentantenhaus leitete deshalb ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung des Kongresses ein. Der Senat – mehrheitlich republikanisch – sprach ihn jedoch frei. Auch nach dem Sturm auf das Kapitol, bei dem ein aufgehetzter Mob das Gebäude überrannte und Abgeordnetenbüros teilweise verwüstete, folgte ein zweites Amtsenthebungsverfahren wegen „Anstiftung zum Aufstand“. Auch hier reichte die Mehrheit im Senat nicht zur Verurteilung Trumps, dem vorgeworfen wurde, mit einer Wutrede die Stürmung erst betrieben zu haben.
In seiner zweiten Amtszeit (ab 2025) verlagerte sich das Problem von persönlichen Strafverfahren hin zu einer offenen Machtprobe mit Justiz und Verfassung: Dekrete des Präsidenten zur Einschränkung der geburtsrechtlichen Staatsbürgerschaft, harte Abschiebungsmaßnahmen und Strafaktionen gegen missliebige Rechtsanwaltskanzleien wurden von Gerichten teils blockiert oder als verfassungswidrig beanstandet. Besonders brisant war, dass einige Richter der Regierung Trumps vorwarfen, sie missachte vorsätzlich gerichtliche Anordnungen im Zusammenhang mit Abschiebungen. Zugleich würden Dekrete des Präsidenten direkt auf unliebsame Rechtsanwalts-Kanzleien oder politische Gegner zielen und seien als Vergeltungsaktionen gegen anwaltliche Tätigkeiten – eigentlich vom Gesetz ausdrücklich geschützt – zu werten.
Hindurchwirken präsidialer Macht
Der Präsident ist tatsächlich ein nachtragender, jähzorniger Typ: Er droht gern damit, seine Gegner zu vernichten. Das können Kritiker, Politiker, Diktatoren und Regime, ganze Länder sein. Er denkt archaisch: Deal or Destroy. Mit dieser Schablone konfrontiert er auch seine Bündnispartner und Landsleute. Ob nun der ukrainische Präsident Selenskyj vor laufenden Kameras abgewatscht und gedemütigt wird, weil er ungeduldig Forderungen stellt und nicht fein genug angezogen ist, ob Ursula von der Leyen sich den willkürlich herausposaunten Zollprozenten des POTUS beugen muss, oder ob die eigene Bevölkerung sich mit einer brachial agierenden Zoll- und Migrationsbehörde konfrontiert sieht (ICE, Immigration and Customs Enforcement), die ausgerechnet in US-Städten Jagd auf Menschen macht, in denen seine erklärten politischen Gegner regieren: Offensichtlich sollen solche Maßnahmen nicht nur in seinen Augen bestehende Missstände beseitigen (zum Beispiel Außenhandelsdefizit oder illegale Migration), sondern sie sollen auch wie Strafmaßnahmen wirken, Schrecken verbreiten, Widerstand brechen.
Der Schock über Trumps brachialen „Stil“, die Verzweiflung über den Mangel an Angriffsfläche trotz medialem Dauerbeschusses und die Empörung über die Entfremdung der Begriffe „Wahrheit“, „Fakt“ und „Diplomatie“ lähmten seine unvorbereiteten Gegner anfangs noch. So konnte Trump das „Establishment“ tatsächlich durchschütteln und in einigen Bereichen zurückdrängen. Durchaus mit unlauteren Mitteln, Einflussnahme auf Behörden und Gerichte, Besetzung von wichtigen Posten mit Gefolgsleuten. Dieses Hindurchwirken präsidialer Macht erzeugte seismische Tiefenbewegungen, so dass einige – wie am Boden der westlichen Systeme angekettete – sakrosankte Politikfelder plötzlich wieder zur verhandelbaren Masse erklärt wurden: Klimadebatte, Woke Culture, NGO-Einflusszonen, Staat vs. Bürger. Tatsächlich schien es so, als könne dieses „Trump-Movement“ den liberal-konservativen Zielsetzungen – auch in Europa – wieder Geltung verschaffen, wo seit Jahren eine schwache rechts-konservative „Intelligenz“ nur in flacher Ufernähe gegen den linksgrünen Mainstream Widerstand simulieren konnte.
Während Trump in seiner ersten Amtszeit außenpolitisch keineswegs kriegerisch agierte, hat er sich in seiner zweiten Amtszeit in einen Krieg mit dem Iran gestürzt, der ihm nun über den Kopf zu wachsen scheint. Die Vernichtung des Mullah-Regimes ist ihm nicht gelungen. Er hat nicht damit gerechnet, dass er es mit einer Hydra zu tun hat, der man einen Kopf abschlägt, aus dem dann zwei neue erwachsen. Krampfhaft möchte er diesen Krieg nun wieder loswerden, den seine Landsleute zunehmend ablehnen: Er macht die Lebenshaltungskosten auch für die Amerikaner deutlich teurer. Spritpreise und Inflation steigen, weil die Blockade des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus der Weltwirtschaft eine wichtige Schlagader abdrückt. Nun passiert etwas, das Donald Trump am meisten fürchtet: Er muss gesichtswahrend so tun, als habe er sein Ziel erreicht, denn das Ziel ist nicht erreichbar. Doch ein schneller Deal mit den Mullahs scheint nicht möglich. Trump ist ins Hintertreffen geraten. So hat sich ein Prozess der Entzauberung in Gang gesetzt, der deutlich zeigt, wo die Grenzen einer Politik aus Protz, Drohung, Deal und Feel-Good-Versprechen sind.
„Chirurgische“ Korrekur mit bunkerbrechenden Waffen
Donald Trump legt seine Irrtümer nicht klein an. Wenn er sich verrechnet, dann gleich um eine mögliche Weltordnung. Der Krieg gegen den Iran, begonnen als „chirurgische“ Korrekur mit bunkerbrechenden Waffen, ist ein Musterbeispiel: Ein Präsident, der sich für den größten „Deal Maker“ aller Zeiten hält, tritt in einer Region als Commander-in-Chief auf, in der Experten und Nahostkenner seit Jahrzehnten auf Zehenspitzen gehen. Am Ende brennt nun auch der Teppich bei ihm daheim. Der Kern des Problems ist nicht, dass Trump Härte zeigen wollte oder musste: Der Iran hat sich als Staatsziel schließlich die Vernichtung Israels gesetzt und bastelte mehr oder weniger heimlich an einem Atomprogramm, dessen Kontrollverträge Trump 2018 selbst aufgekündigt hatte, weil er sie für den „schlechtesten Deal aller Zeiten“ hielt. Das Problem ist die Mischung aus Pose, Ahnungslosigkeit und Selbstüberschätzung. Trump glaubte offenbar, Teheran werde nach ein paar Bomben und weiteren Drohungen schon begreifen, dass es mit dem stärksten Mann der Welt zu tun habe. Nun begreift vor allem die Welt, dass der stärkste Mann im Weißen Haus nicht automatisch der klügste oder bestberatene ist.
Das Dilemma ist für ihn nun, dass mit jedem Tag der Blockade der Straße von Hormus der Preis für ihn und die Weltwirtschaft schmerzlich höher wird, während der Iran nur abzuwarten braucht. Denn Trump hat dem Iran einen Hebel in die Hand gegeben. Die Mullahs, militärisch den USA unterlegen, sitzen plötzlich am Ventil der Energiepreise. Der Präsident, der aus maximaler Stärke verhandeln wollte, sucht nun nach einem Ausgang, ohne das Wort Rückzug aussprechen zu müssen. Am Ende droht ein Deal, der dem ähnelt, was Barack Obama einst diplomatisch erreicht hatte: Kontrollen, Lockerungen, ein brüchiger Kompromiss. Diesmal gibt es für die Verhandlungen mit dem Iran Krieg, Inflation und Prestigeverlust als Zugabe.
Das eigentliche Desaster ist deshalb nicht nur die Blockade von Hormus. Es ist die Blockade des Denkens im Weißen Haus. Trump hat nämlich sein Umfeld so sortiert, dass Widerspruch als Illoyalität gilt. Wer nur Ja-Sager wie in einer höfischen Struktur um sich duldet, hört irgendwann nur noch das Echo der eigenen Überhöhung. Genau so entstehen Fehlentscheidungen – nicht, weil die Informationen fehlen, sondern weil sie nicht mehr durchdringen. Ein Präsident, der jeden Warner für einen Feigling oder Verräter hält, verliert die Unterstützung, stärkt die Feinde und destabilisiert die ohnehin fragilen Verhältnisse. Hinzu kommt der moralische Schaden. Trump hatte seinen Wählern versprochen, Amerika aus solchen endlosen Kriegen herauszuhalten. Er hatte Wohlstand versprochen und importiert nun Inflation. Währenddessen wächst der Verdacht, dass das Präsidentenamt für Donald Trump selbst zum Geschäftsmodell geworden ist und die daraus resultierenden Insidergeschäfte sein Portfolio kräftig anschwellen lassen. Seht her, ein Mensch! Er wird Achtzig.

Mir ist er sympathisch und ich trinke jetzt einen Cuba libre auf sein Wohl.
Unterm Strich hat Trump die mit Abstand größte Übereinstimmung zwischen Ankündigung im Wahlkampf und Umsetzung in Regierungsverantwortung. Damit war er der für mich zuverlässigste Politiker meiner Lebenszeit. Im Gegensatz zu so gut wie allen anderen westlichen Politikern, wusste man bei Trump im Grunde immer, was man bekommt. In seiner ganz eigenen Weise ist er damit auch der ehrlichste Politiker, den ich bewusst erlebt habe. Das bedeutet nicht, dass ich mit allem übereinstimme, aber wer ihm vorher zugehört hat, wurde nachher nicht überrascht.
Er schadet D und Europa: Strafzölle, Pipe— line Sprengung, Stellvertreter Krieg in der Ukraine, Einmischungen und Drohungen, Kündigung guter Beziehungen und Überschwemmung mit Flüchtlingen ( Ortskräften) aus Kriegsgebieten.( Afghanistan, Syrien, Ukraine, Irak demnächst Iran,Israel, Libanon….) Die USA bombt und wir nehmen die Flüchtlinge…was kommt als nächstes ? Weltwirtschaftskrise? Ein bißchen Krieg in Europa? Verrückte regieren und entscheiden über Krieg und Frieden.
Seltsam, als Deutschland technokratisch Autos weltweit verkauft hat, hat sich niemand aufgeregt. Ich kann euch beruhigen in USA läuft jetzt die erste Serverbaufabrik (mir fälllt im Moment ein kein besserer Begriff ein) mit KI, von Foxconn, Nvdia und Siemens, Chinesen haben in 3 Jahren ein Problem, wie beschäftigt man Arbeiter wenn KI Autos baut? Arbeiter und Bauernvolk vs. Roboter. Aloi oder Terminator oder beides? Für Religion gibt es ja wenigstens den Film Priest.
Beim Wort „Antiamerikanismus“ hörte ich auf, obigen Text zu lesen. Ich erspare es mir hier, die allseits bekannten tausend legitimen Kritikpunkte an den USA, insbesondere in den letzten 20 Jahren aufzuzählen. Wir haben das willkürliche Großmannsgetue dieser Nation satt erlebt, Trump ist nur ein weiterer typischer Vertreter. Wenn Kritik an jedem anderen Land legitim ist, warum ist es dann bei den USA dieser seltsame „-ismus“, wenn gerade deren Geopolitik ständig andere Nationen in einen Schlamassel reißt? „America first“ fand ich deshalb eine gute Parole, weil ich darauf hoffte, das würde bedeuten, Trump würde einfach innenpolitisch sein Land aufräumen mit dem Ziel besserer Bildung, Wohlstand und Sozialversicherung für alle, breitere Rechtssicherheit für die Wirtschaft, nur um ein paar Punkte zu nennen. Man wäre ja froh, würden sich die USA endlich einfach mit sich selbst beschäftigen und nicht wieder und wieder einen neuen Konflikt irgendwo in der Welt vom Zaun brechen.
Donald! A-ah!
King of the impossible
He’s for every one of us
Stand for every one of us …
Donald erinnert mich immer an „ Flash Gordon “
Vieles ist im Artikel richtig, aber ein m.E. entscheidender Punkt fehlt: Den Iran-Krieg hat Trump verloren, und zwar NICHT gegenüber dem Iran, sondern gegenüber derselben grünwoken Ideologie, die zu bekämpfen Trump angetreten hat.
Denn technisch könnten die USA den Krieg innerhalb weniger Tage gewinnen. Dafür musste man lediglich das tun, was im 2WK jede Kriegsseite sofort getan hätte und auch getan hat: Die Infrastruktur des Feindes zu zerstören, die Großstädte wie Teheran und Isfahan dem Boden gleich zu machen. Das würde den US-Streitkräften höchstens ein paar Bomber kosten. Menschliche Verluste auf der US-Seite würden eine niedrige 2stellige Zahl betragen. Russland hat es Anfang 2000er in Tschetschenien gezeigt.
Aber dies würde für Amerika eine Rückkehr von der woken Postmoderne zur Moderne des vorigen Jahrhunderts bedeuten. Die Opferzahlen auf der iranischen Seite würden in Hunderttausende gehen, die meisten davon Zivilisten. Dazu käme (Spezifität des Iran) noch eine ökologische Katastrophe wegen massiver Zerstörung der Ölindustrie mit vielen Tonnen Öl ins Meer.
All diese Überlegungen, die im 2WK weder Hitler noch Stalin, weder Churchill noch Truman nur eine Sekunde gestört hätten, erzeugen in der postmodern-woken Ära unüberwindbare Hindernisse. Und die Tatsache, dass auch Trump sie nicht überwinden kann, bedeutet klar und deutlich, dass er
– als es wirklich hart auf hart ging –
auf einen entscheidenden Kompromiss mit dem postmodern-woken Geist eingegangen ist,
und das bedeutet schließlich,
– dass er gegen diesen Geist VERLOREN und seine historische Aufgabe NICHT ERFÜLLT hat