Vera Lengsfeld / 22.03.2017 / 10:00 / Foto: A.Savin / 11 / Seite ausdrucken

Zensur-Heiko als Diktatoren-Vorbild

Der Gesetzentwurf zur Bekämpfung von Hate Speech und Fake News von Bundesjustizminister Heiko Maas kommt bei der NGO „Reporter ohne Grenzen“ (RoG) gar nicht gut an. Maas Kriterienkatalog sei „willkürlich zusammengestellt“ und könne Diktatoren auf der ganzen Welt als Vorbild dienen.

Maas solle Facebook und Co. nicht per Gesetz zum „Hüter über die Meinungsfreiheit“ machen, mahnt RoG. Die Presse- und Meinungsfreiheit dürfe nur durch unabhängige Gerichte nach den Vorgaben der allgemeinen Gesetze beschnitten werden und nicht über „private Rechtsdurchsetzung“.

Auch von anderer Seite fängt sich Maas derzeit viel Kritik ein. Viele Juristen halten das Gesetz für verfassungs- und europarechtswidrig. Dr. Bernhard Rohleder, der Hauptgeschäftsführer des IT-Branchenverbandes Bitkom glaubt, dass das Gesetz zu einer „Löschorgie“ führt, die „auch viele nicht rechtswidrige Inhalte betreffen“ wird. Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki rügte Maas für seine „PR-Aktion“ und tagesspiegel-Kommentator Harald Martenstein warf dem Minister Erdoganismus vor.

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Leserpost (11)
Leo Hohensee / 22.03.2017

Sehr geehrte Frau Lengsfeld, jetzt kommt eine NEUE ZEIT: wenn staatlicherseits eine moralische Bewertung von frei geäußerten Meinungen durch Medien (Facebook etc.) eingefordert wird - dann kommt eine NEUE ZEIT ! Wir werden uns nicht hinbewegen zu einer Zeit von Frieden und Eintracht sondern es kommt eine Zeit von staatlich eingeforderter Meinungsmanipulation. In der Folge wird sich eine Zeit von Stände- und Rassenhass entwickeln – und es wird sich entwickeln eine Kultur der Verfolgung von Menschen mit ungeliebter „Anders-Meinung“. Eine Gesellschaft mit Spitzeln haben wir doch 1990 gerade abgeschafft !? Mir grausts! L.H.

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