
Mag sein, dass diese Untersuchung für die USA gilt. Mit der deutschen Realität hat sie nicht viel zu tun. Die Zeitungslandschaft in Deutschland hat sich sichtlich auf Grund der politischen Ausrichtung der Journalisten eng zusammen geschlossen und unterscheidet sich in der tendenziösen Ausrichtung kaum mehr voeinander. Linksgrün ist beherrschend. Eine eigenständige Linie ist evtl. bei der “Welt”, im Zeitschriftenbereich bei “Cicero” festzustellen. Aber auch nicht immer. Dagegen hat sich in der Leserschaft etwas getan. Blogs sind sicherlich eine Chance zu einer selbstverantwortlichen politischen Meinungsbildung, verlangen aber eine Menge Qualitätsbewusstsein und Auswahlkriterien vom Leser. Einerseits wirken sich die Internet-Information wohltuend auf die Leserkommentare aus, andererseits erlebt man auch mit Erschrecken die Erstarkung von abstrusesten Verschwörungstheorien und dem üblichen antiamerikanisch/antizionistischen Gefasel. Oder eben die derzeitige Putin-Verehrung. Jedenfalls reagieren die Medien weitgehend hilflos auf ihre Leserkommentare, klammern sich an ihre angeblich überlegene Deutungshoheit und widerlegen damit die obigen Untersuchungen.
... oder aber eine dritte, viel naheliegendere Erklärung: Die verantwortlichen Redakteure der jeweiligen Regionalzeitung sind diejenigen, die den politischen Kurs ihres Blattes vorgeben. Die ideologische Färbung und religiöse Glaubenszugehörigkeit der Redakteure deckt sich größtenteils mit denen der Leser (weil sie häufig aus ähnlichem Umfeld stammen; wäre zu überprüfen). Deswegen passt die ideologische Ausrichtung der jeweiligen Zeitung zur Ausrichtung der Leser - weil sie Abbild der Ausrichtung der Redakteure ist.
Das ist ja wohl ein Witz, oder? Und zwar ein schlechter! Was so lachhaft ist? -Richtig, dass Demokraten (“Liberals”) und Republikaner (“Conservativsm, Inc.”) als Antipoden des politischen Spektrums aufgefasst werden. Obwohl… das ist schon richtig, es ist ein (verrottetes und bankrottes) System mit Einheitsmedien, Einheitszeitungen, und Blockparteien (irgendwie alles nicht gänzlich unbekannt…). Insofern ist der Artikel richtig. Allerdings völlig belanglos: Republikaner und Demokraten unterscheiden sich in Kleinigkeiten, Systemalternativen muss man woanders suchen.
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