News-Redaktion / 23.07.2021 / 11:05 / 0 / Seite ausdrucken

Xi Jinping reist überraschend nach Tibet

Chinas Präsident Xi Jinping ist überraschend in die Konfliktregion Tibet gereist, meldet kleinezeitung.at. Der staatliche Fernsehsender CCTV habe am Freitag gezeigt, wie Xi beim Verlassen seines Flugzeugs am Flughafen von Nyingchi im Südosten Tibets von einer arrangierten Menschenmenge mit chinesischen Flaggen und in traditioneller tibetischer Kleidung begrüßt worden sei. Demnach soll der Staatschef bereits am Mittwoch in der Region angekommen, ohne dass dies offiziell bekannt gemacht wurde.

Es handle sich um den ersten Besuch eines chinesischen Staats- und Parteichefs in Tibet seit über drei Jahrzehnten. Zuletzt sei Präsident Jian Zemin 1990 dort gewesen. Xi war in früheren Ämtern zwei Mal auf offizieller Reise in der Unruhe-Region: 1998 als Parteichef der Provinz Fujian und 2011 als Vizepräsident.

Tibet wurde 1951 von der Volksrepublik China besetzt. Seither herrsche Peking über die offiziell autonome Region und die angrenzenden Provinzen, in denen ebenfalls viele Tibeter leben, mit harter Hand. Die Unterdrückung ethnischer Tibeter inklusive. 1959 kam es bekanntlich zum Aufstand, der gewaltsam niedergeschlagen wurde. Der Dalai Lama, das spirituelle Oberhaupt der Tibeter, war daraufhin nach Indien geflohen und hatte in Dharamsala die tibetische Exil-Regierung gegründet. Viele Exil-Tibeter werfen der chinesischen Regierung vor, ihre Kultur und Religion gewaltsam zu unterdrücken. Zuletzt sei es im Jahr 2008 in der Region zu Unruhen mit vielen Toten gekommen.

Nach der seit Jahrzehnten gültigen Lesart der kommunistischen Führung in Peking sei Tibet 1951 hingegen "friedvoll befreit" und dann Infrastruktur und Bildung in die unterentwickelte Region gebracht worden. Zwar investiert China in der Tat enorme Summen in die Umstrukturierung Tibets, doch die Autonomie- und Unabhängigkeitsbestrebungen der etwa fünf bis sieben Millionen Tibeter unterdrücke Peking weiterhin. Mit jeder Investition geht auch die Ansiedlung weiterer Chinesen einher, um die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung zu Ungunsten der Tibeter zu verändern.

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