Robert von Loewenstern / 13.02.2019 / 06:25 / Foto: Pixabay / 71 / Seite ausdrucken

Wunder der Wissenschaft: Kommt jetzt die Diesel-Pflicht?

Stickoxide sind in aller Munde. Beziehungsweise Lungen. Um die chemischen, statistischen und politischen Zusammenhänge zu verstehen, müssen wir uns ins Molekulare begeben. Keine Angst, es dauert nicht lange und tut nicht weh. 

Fangen wir praktisch an. Während Sie dies lesen, atmen Sie eine Menge unnützes Zeug ein, nämlich Stickstoff. Aus diesem Gas besteht unsere Atemluft zu knapp vier Fünftel. Die restlichen etwa 21 Prozent sind der gute Stoff, Sauerstoff, der Sie bis zum Ende dieses Beitrags am Leben hält. Fun Fact am Rande: Von den 21 Prozent Sauerstoff verbrauchen Sie bei jedem Atemzug nicht einmal ein Viertel, den Großteil hauen beziehungsweise hauchen Sie zusammen mit dem Stickstoff unbenutzt wieder raus. Wenn’s anders wäre, würde Mund-zu-Mund-Beatmung nicht funktionieren.

Außer den beiden Big Playern unter den Gasen hat noch Argon einen halbwegs erwähnenswerten Anteil an der Atemluft, rund ein Prozent. Argon ist ein sogenanntes Edelgas und muss uns deshalb nicht weiter interessieren. Edel meint im Chemiebusiness beziehungsgestört, die Interaktionen mit anderen Elementen sind also überschaubar. Edelgase bleiben tendenziell lieber für sich, genau wie Edelmetalle. 

Dann ist da noch Kohlendioxid, was zu etwa 0,038 Prozent in der Luft herumlungert. Das klingt nach wenig, ist aber mächtig viel. Sagen zumindest Klimaforscher. So mächtig, dass CO2 im Alleingang das gesamte Weltklima ins Ungute wandeln kann. Ist ein anderes Thema, soll uns hier nicht kümmern.

Als letztes schließlich atmen wir Spurengase ein, so genannt, weil man nach ihren Millionstel-Anteilen in der Luft mit der Lupe suchen muss. Und genau zu diesen Spurengasen gehören die derzeit so heftig diskutierten Stickstoffoxide, kurz Stickoxide genannt.

Stickoxide machen sauer

Stickoxide entstehen, wie der Name nahelegt, wenn sich die beiden Hauptbestandteile der Luft miteinander verbinden, Stickstoff und Sauerstoff. Das tun sie nicht freiwillig, sondern nur, wenn ordentlich Schmackes im Spiel ist, also Energie. Zum Beispiel, wenn es blitzt oder brennt, egal ob in Wolken, Kohlekraftwerken, Gasthermen, Teelichten oder Motoren. In diesem Fall entstehen sowohl monogame wie polygame Verbindungen (die Natur ist da von Natur aus sehr tolerant).

Die monogamen Verbindungen von Stickstoff (= N wie Nitrogenium) und Sauerstoff (= O wie Oxygenium) werden im Chemiesprech NO genannt. Soll heißen: Ein einsames Stickstoffatömchen hat sich mit einem Sauerstoffatömchen zu einer glücklichen, gleichberechtigten Partnerschaft zusammengefunden, sozusagen klassischen westlichen Werten folgend. Die Probleme beginnen, wenn sich ein weiterer Sauerstoffel in die Beziehung drängelt. Es entsteht eine Ménage-à-trois namens Stickstoffdioxid. 

Dieses liederliche NO2 ist offen für chemisches Multikulti aller Art und neigt dazu, in Feuchtgebieten säuerlich zu reagieren. Aus NO2 und H2O entsteht nämlich gerne HNO3. Und das ist auf deutsch was? Richtig, Salpetersäure. Und Salpetersäure macht was, genau wie Schwefelsäure? Richtig, sauren Regen. Und saurer Regen macht was? Richtig, Waldsterben. Und Waldsterben macht was? Richtig. Es macht den Wald nicht klein. Aber dafür die Grünen groß.

Sauer macht die Grünen lustig

Das Waldsterben, dieser dekadenprägende Aufreger der achtziger Jahre, war für die Grünen das, was die Flüchtlingskrise für die AfD war: ein „Geschenk“, wie Alexander Gauland im Dezember 2015 für seine Partei frohlockte, nachdem sie innerhalb von drei Monaten Politik der offenen Tür von unter vier auf über zehn Prozent hochgeschossen war.

Der Unterschied ist: Die Merkelsche Massenmigration ins deutsche Land gab es wirklich, das Massensterben des deutschen Baums nur in der Phantasie. Deshalb stammten in den Achtzigern die dramatischen Fotos und Fernsehbilder von deprimierenden Baumskeletten ausnahmslos von einigen wenigen Flecken im Harz oder Erzgebirge. Dort existierten tatsächlich zum Teil erhebliche Waldschäden. Aber eben regional begrenzt. 

Selbst in der Hochphase des angeblichen Waldsterbens nahm die Waldfläche bundesweit im Schnitt um 100 Quadratkilometer pro Jahr zu, wie sich ein Jahrzehnt später herausstellte. In den Neunzigern löste sich die Diagnose vom flächendeckenden Sterben des Waldes und damit auch das Erklärungsmuster vom sauren Regen als Waldmörder vollends in Luft auf. 

Aus grüner Sicht blieb trotzdem die prägende Erfahrung: Sauer macht lustig. 1983, nach zwei Jahren medial gepushter Waldpanik, war die junge Partei das erste Mal in den Bundestag eingezogen. 

Dioxide sind grüne DNA

Vom Waldsterben, der „Mutter aller Öko-Ängste“, haben die Grünen, die Mütter aller Populisten, etwas Entscheidendes gelernt. Gut gemachte Massenhysterie gewinnt Wahlen. Dazu braucht es erstens eine ans Herz gehende Bedrohung, zweitens eine plakative, möglichst leicht zu kommunizierende Ursache und drittens eine nicht zu komplizierte Lösung, als deren Teil man sich selbst präsentiert.

Hier sind wir wieder bei den Dioxiden. In den Achtzigern konzentrierte man sich nicht auf Stickstoffdioxid, sondern auf Schwefeldioxid als Ursache allen Übels, weil letzteres damals noch häufiger in der Luft anzutreffen war. SO2 wird wie NO2 mit Hilfe von Wasser über einen kleinen Umweg zur Säure, im einen Fall Schwefelsäure, im anderen Fall Salpetersäure. Und beides, wie gesagt, macht Regen sauer. 

Für lokale und regionale Baumschäden gab es zwar diverse andere, viel wahrscheinlichere Ursachen, von Trockensommer bis Schädlingsbefall. Aber der angesäuerte Regen hatte einen einzigartigen Vorteil. Er ließ sich auf menschliches Handeln zurückführen und taugte daher den Öko-Aktivisten ideal als Feindbild. Industrie und Autoverkehr waren schuld am herbeihalluzinierten Untergang des deutschen Waldes – ideologisch deutlich wertvoller als irgendein Käfer.

Die Quintessenz: Was vor fast 40 Jahren Schwefeldioxid fürs Waldsterben war, ist heute Stickstoffdioxid fürs Menschensterben und Kohlendioxid für den Klimawandel. Einfache, überschriftentaugliche Ursachen für dräuende Großübel, gegen die nur die tapferen grünen Drachenkrieger helfen. So ließen SO2, NO2 und CO2 die Grünen wachsen und gedeihen. Dioxide wurden zur grünen DNA. Das erklärt, warum so mancher Grüne durchdreht, wenn die Schädlichkeit der geliebten Dioxide infrage gestellt wird. 

Aus Korrelation wird Kausalität

Das Problem damals wie heute: Für geringe Mengen von Stickoxiden lässt sich kein unmittelbarer Ursache-Wirkung-Zusammenhang mit menschlicher Gesundheit ermitteln, genauso wenig wie in den Achtzigern für Schwefeldioxid und Baumgesundheit. Klar, wer sich eine gepflegte Maß Salpetersäure hinter die Binde kippt, der verspürt anschließend mehr als nur leichtes Unwohlsein. Aber wir reden hier von winzigsten Mengen. Allein die Dosis macht das Gift, wie Paracelsus bereits vor 500 Jahren erkannte.

Wo keine klare Kausalität à la „Hund beißt Mann, Mann hat Aua“ festzustellen ist, behilft man sich mit Korrelation, der statistischen Übereinstimmung in der Entwicklung von zwei oder mehreren Merkmalen oder Ereignissen. Das kann klappen. Oder auch nicht, wie spaßige Sammlungen von Pseudokausalitäten zeigen. Berühmtestes Beispiel ist der statistisch einwandfreie Nachweis, dass der Storch die Babys bringt und nicht genderübergreifendes Schnackseln. Das Beispiel nimmt an: Je mehr Störche eine Region hat, umso mehr Babys gibt es dort. Und es fragt: Heißt das nun, dass der Storch die Babys bringt? 

Das Lästige bei Korrelationen ist, zufällige Übereinstimmungen von kausalen Zusammenhängen zu trennen. Das ist kompliziert und enorm aufwendig, wenn man es ernst meint. Bei tausend möglichen Verantwortlichen für ein Vergehen müssen 999 Alibis für glaubwürdig befunden werden, um den Tausendsten schuldig zu sprechen. Vor einem Strafgericht reicht das zwar immer noch nicht für eine Verurteilung. In der Epidemiologie schon.

UBA-Studie ist Glaubenssache

Die Diesel-Jäger führen gerne an, es gebe eine riesige Zahl von Studien, die die schädliche Wirkung von Stickoxiden beweisen. Über 70.000 sollen es sein. Sehen wir uns stellvertretend und beispielhaft die in Deutschland berühmteste Untersuchung zum Thema an, ein 170-Seiten-Werk des Umweltbundesamtes mit dem Titel „Quantifizierung von umweltbedingten Krankheitslasten aufgrund der Stickstoffdioxid-Exposition in Deutschland“.

Die Anfang 2018 veröffentlichte epidemiologische Studie ist ein statistisches Gesamtkunstwerk. In einem höchst komplizierten Verfahren wertet das UBA andere Untersuchungen aus, die sich mit einzelnen Krankheiten und deren Vorkommen beschäftigen, darunter zum Beispiel Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes und geringes Geburtsgewicht. Morbiditäten und Mortalitäten werden mit „Gewichtungsfaktoren“ und „Unsicherheitsintervallen“ bis auf drei Stellen hinter dem Komma versehen und in Beziehung gesetzt zu „Mess- und Modelldaten zur Stickstoffdioxid-Konzentration“.

Was dabei herauskommt, erinnert an die Weltfinanzkrise von 2008. Die hatte ihren banalen Ursprung darin, dass faule Immobilienkredite von US-Banken in immer neuen Finanzpaketen verschachtelt und zusammengeschnürt wurden, so dass am Schluss nicht mehr erkennbar war, welche Werte im jeweiligen Finanzprodukt steckten. So ähnlich verhält es sich bei der UBA-Studie. Was genau enthalten ist, wie es um Qualität und Relevanz der zugrundeliegenden Zahlen und Untersuchungen steht, ist nicht mehr nachvollziehbar. Man soll und muss den Experten glauben und vertrauen – wie damals den Ratingagenturen in der Subprime-Krise.

Kausalität? War nur Spaß

Ähnlich seriös, wie vor über zehn Jahren die Banken ihre Müllpakete verkauften, kommunizierte das Umweltbundesamt seine Studie gegenüber der Öffentlichkeit. So behauptete das UBA, in Deutschland seien jährlich 6.000 bis 8.000 vorzeitige Todesfälle auf NO2-Belastung zurückzuführen. Im selben Atemzug, ein paar Sätze später, gab man zu, epidemiologische Studien ermöglichten „keine Aussagen über ursächliche Beziehungen“. Also alles nur Spaß? Außer Spesen nichts gewesen?

Der unterhaltsamste Aspekt der UBA-Studie ist jedoch ein anderer: Sie nimmt sich nämlich nur eine einzige mögliche Ursache zur Brust, Stickstoffdioxid, und versucht gar nicht erst, andere Umstände für örtliche Vorkommen bestimmter Krankheiten und Sterbefälle zu bewerten oder gar auszuschließen. Die UBA-Statistiker gehen genauso vor wie die Witzbolde im berühmten Beispiel mit den Babys und den Störchen. 

Nicht einmal die in zahlreichen Studien bewiesenen wichtigsten Faktoren für lokale Unterschiede bei Gesundheit und Mortalität berücksichtigt das UBA: Sozialstatus und Bildungsniveau der jeweiligen Bevölkerung. Nein, die UBA-Polizei kennt nur einen Verdächtigen, und so wird ermittelt, bis Stickstoffdioxid endlich als Massenmörder überführt ist. 

Brisante Achse-Studie

Eigentlich ist die UBA-Studie aus den genannten Gründen einer weiteren Beschäftigung nicht würdig. Aber wegen des großen Aufsehens, das sie erregt hat, haben wir die Korrelation von NO2 mit lokal erhöhter Mortalität einer eigenen Untersuchung unterzogen. Dabei sind wir so seriös wie das UBA vorgegangen und haben uns voll und ganz auf NO2 als Ursache für Sterblichkeiten konzentriert. Hier Methodik und Ergebnisse der Achse-Studie. 

Zunächst haben wir für die 20 Städte mit der höchsten Stickstoffdioxid-Belastung in Deutschland die jeweilige Lebenserwartung der Bevölkerung zusammengetragen: München (82,97 Jahre), Stuttgart (82,43), Darmstadt (80,79), Köln (80,70), Reutlingen (82,69), Düren (80,00), Hamburg (80,93), Limburg (80,22), Düsseldorf (80,89), Kiel (79,89), Heilbronn (81,56), Frankfurt am Main (81,58), Backnang (82,24), Bochum (79,88), Ludwigsburg (82,57), Dortmund (79,30), Essen (79,45), Wiesbaden (81,37), Berlin (80,74), Freiburg (81,91).

Diese Zahlen haben wir anschließend statistisch sauber mit der Einwohnerzahl gewichtet und so die durchschnittliche Lebenserwartung in diesen 20 gefährlichen Städten ermittelt: Mit 81,05 Jahren liegt sie nicht etwa unter, sondern fast zwei Monate über dem bundesdeutschen Durchschnitt (80,89 Jahre). Genau sind es 8,4 Wochen mehr Lebenszeit in den belasteten Städten. Das ist ein ziemlich sensationelles Ergebnis, finden wir, denn laut UBA sterben die Menschen wegen NO2-Belastung im Schnitt sechs Wochen früher, als sie müssten.

Ganz besonders lang leben die Menschen ausgerechnet in den beiden Städten mit der höchsten NO2-Konzentration: In Stuttgart, NO2-Spitzenreiter 2018, dürfen sich die Einwohner über fast eineinhalb Jahre mehr Lebenszeit freuen, als dem Rest der Bevölkerung vergönnt ist. Die Münchener, 2017 mit dem Top-NO2-Wert gesegnet, leben sogar gut zwei Jahre länger als der deutsche Durchschnitt.

Stickoxide retten Leben!

Es ist ein erregender Verdacht, der sich an dieser Stelle aufdrängt: Wirken Stickoxide gar nicht lebensverkürzend, sondern lebensverlängernd? Die Gegenprobe erhärtet die Vermutung: Die geringste Lebenserwartung Deutschlands weist Pirmasens auf. Die geplagten Einwohner dort kommen gerade mal auf 77,35 Jahre – ganze dreieinhalb Jahre weniger als beim Durchschnittsdeutschen. Und was hat Pirmasens? Richtig, „kein Schadstoff-Problem“, wie die „Pirmasenser Zeitung“ im Januar 2017 stolz titelte.

Zur Sicherheit überprüften wir unsere These anhand globaler Daten. Die weltweit höchste Lebenserwartung haben nicht etwa Japaner (85 Jahre), sondern mit deutlichem Abstand die Monegassen (89,5 Jahre). Gleichzeitig ist Monaco mit seinen zwei Quadratkilometern Staatsgebiet eines der dichtest besiedelten Fleckchen Erde überhaupt und liegt mit über 700 Pkw pro 1.000 Einwohner auf Platz zwei der Länder mit der höchsten Pkw-Dichte

Auf dem letzten Platz des globalen Lebenslottos befindet sich der Tschad: Nur 50,2 Jahre sind den Menschen in dem afrikanischen Land im Schnitt vergönnt. Auf einem Quadratkilometer leben dort 6 Einwohner – im Gegensatz zu Monaco, wo es 18.944 sind. Und auf tausend Tschader kommen im Schnitt nicht einmal drei Pkw. Umgerechnet: Wäre Monaco der Tschad, würden auf dem monegassischen Staatsgebiet nur 12 Menschen leben, die sich 3,4 Hundertstel eines Autos teilen. Also ungefähr drei Räder (Felgen mit Reifen).

Kommt jetzt die Diesel-Pflicht? 

Überhaupt finden sich auf der Liste mit den höchsten Pkw-Dichten auf den vorderen Rängen erstaunlich viele Länder mit überdurchschnittlicher Lebenserwartung. Sieben der zehn Staaten mit der höchsten Pkw-Dichte liegen bei der Lebenserwartung sogar deutlich vor Deutschland (weltweit nur Platz 33). Und noch etwas: Die Deutschen haben nach einer aktuellen WHO-Studie unter allen westeuropäischen Nationen die geringste Lebenserwartung. Ganz offensichtlich, weil unsere Luft inzwischen zu sauber ist und zu wenig gesunde Stickoxide enthält.

Auch die internationalen Daten bestätigen also eindeutig das Ergebnis der Achse-Studie. Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen NO2-Exposition und Volksgesundheit. Je mehr und je dichter der Pkw-Verkehr, desto länger leben die Menschen. Kurz: Stickoxide retten Leben. 

Ob die EU angesichts dieser bahnbrechenden Erkenntnisse demnächst eine längst überfällige Diesel-Pflicht oder zumindest eine Stickoxid-Quote einführen wird, können wir nicht vorhersagen. Wir haben allerdings eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie Öko-Aktivisten reagieren werden, wenn die NO2-Grenzwerte endgültig als reine Luft-Nummern enttarnt sind.

Als sich nämlich nicht länger leugnen ließ, dass ein flächendeckendes Waldsterben nie stattgefunden hatte, fanden die Grünen einen eleganten Ausweg, um sich der Diskussion zu entziehen. Renate Künast, die damalige Bundeslandwirtschaftsministerin, erklärte 2003 das Waldsterben kurzerhand für beendet. Und wer hatte den Wald „gerettet“? Klar, die Grünen.

PS, Herr Scheuer: Eine ausführliche Fassung der großen Achse-Studie „Umsonst ist der Tod“ können Sie hier zum Vorzugspreis erwerben.

Foto: Pixabay

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netiquette:

Wolf Timm / 13.02.2019

Lieber Herr Loewenstern, Ihre “Achse-Studie” zum Stickoxid ist ja ganz lustig, aber wissenschaftlich gesehen wohl doch etwas flach (klar, Satire). Was ich sehr positiv finde, ist, dass Sie auf den einzigen wirklich messbaren Indikator hinweisen, nämlich die Lebenserwartung. Die vielen Stickoxid- und Feinstaubtoten lassen sich empirisch niemals direkt nachweisen, weil es sich um eine schlichte Erhöhung des Herzkreislaufrisikos handelt (Todesursache unspezifisch). Tatsächlich weisen diese Studien aber auch die verlorenen Lebensjahre (YLL) aus. Dies ist eigentlich die wichtigere Zahl. Wenn man die dort ausgewiesene Zahl als Grundlage nimmt, und auf die Zahl der Todesfälle pro Jahr in Deutschland bezieht (etwa 900000) , erhält man für die NO2-Belastung in Deutschland eine Verringerung der Lebenserwartung von ca. 3 Wochen im Mittel. Ein solch geringer Wert ist natürlich niemals nachweisbar, weil viele andere deutlich größere Einflussfaktoren überlagert sind. Hinzu kommt, dass das Ergebnis der NO2-Studie sehr stark vom angenommenen Schwellenwert für das erhöhte Kreislaufrisiko abhängt. Es wird dort ein Schwellenwert von 10 μg/m3 angenommen, also weit unterhalb des Grenzwerts von 40 μg/m3 . Dies führt dazu, dass die meisten Todesfälle wohl im Bereich um die 20 μg/m3 auftreten. Nimmt man einen höheren Schwellenwert, z.B. 30 μg/m3 , so dürfte sich die Anzahl der „vorzeitigen Todesfälle“ von ca. 6000 auf fast Null reduzieren. Die Ergebnisse liegen also im Bereich des Glaubens. Anders verhält es sich beim Feinstaub-Risiko, welches etwa 8-mal größer ist als das NO2-Risiko. Hier ergibt sich eine statistische Lebenszeitverkürzung von etwa einem halben Jahr, was durchaus nachweisbar sein könnte. Leider sind aber auch hier wieder viele andere Einflussfaktoren überlagert. Man könnte diese anderen Einflussfaktoren etwas herausfiltern und nur die Differenz der Lebenserwartung von Frauen und Männern in einer Stadt, und nur von Nichtrauchern, heranziehen. Also bitte neue “Achse-Studie”!

J.Dannenberg / 13.02.2019

Nun Herr Loewenstern, fairer halber sollten sie auch sagen, das es die AFD war die den Diesel Murks und die Energiewende von Anfang an nicht mit gemacht haben. Sie sind halt nicht so blöd wie die Regierungsparteien und sehr weite Teile der Opposition. So viel Fairness sollte sein. Ansonsten, ein sehr guten Artikel. Leichtverständlich und kindlich aufbereitet, dass es ein Leichtes für die ergrünten Regierungsparteien sein sollte ES zu verstehen. Bei den Grünen ist leider Hopfen und Malz verloren.

M. Schneider / 13.02.2019

Vielen Dank für diesen einmal mehr aufschlussreichen Beitrag, der den Kritiker dieses ganzen Wahnsinns nur bestätigt. Aber leider ist mit Ideologen keine echte Auseinandersetzung zu führen, es wird also stur weiter in die falsche Richtung gehen.  So retten uns die Grünen in Einheit mit der CDU/CSU, den Linken, der SPD und der FDP vor dem weiteren Bestehen Deutschlands als Industrienation. Bravo!!

Jürgen Althoff / 13.02.2019

Das UBA ist doch seit Trittins Zeiten ein Institut zur politisch korrekten Wissenschaftssimulation.Das fängt schon bei der Leitung an. Echte Wissenschaft geht anders.

Peter Baron / 13.02.2019

Nachdem dach lebenswichtige CO2 von Politik und Medien heute allgemein als Killergas bezeichnet wird, sollte auch für das todbringende NO2 ein äquivalenter Name gefunden werden, wie wäre es mit z.B. „Killbraingas“

Karl Georg Lempenheimer / 13.02.2019

Sorry. Das war Gefühligkeit mit einem Hang zur Polemik aber keine Wissenschaft. Schädlichkeit nur nach Konzentration aber nicht nach Wirksamkeit einzuschätzen (wobei es enormste Unterschiede gibt), ist ein ziemlich populärer Fehler. Dazu kommen noch Falschinformationen. Zur Zeit des manifesten Waldsterbens war nicht von „lokalen“ Schäden die Rede sondern von 25% des Waldes mit schwerer bis schwerster Schädigung (keine Blätter und großen Zweige mehr, aussehend wie nach einem Atombombenangriff) und weiteren 25%, die als minder geschädigt eingestuft wurden. Auch Gebäude wurden durch den sauren Regen angeknabbert, besonders solche aus Buntsandstein. Die Lösung bestand im Einkauf schwefelarmen Öls bzw. seiner Entschwefelung, u.a. auch der Rauchgase aus Kohlekraftwerken. Danach war das Waldsterben wieder vorbei. Die Verteidigung des Diesels geht auch ohne Falschzeichnungen.

Jochen Korm / 13.02.2019

G e n i a l !  Am lautesten habe ich über die gendergerechte Erläuterung der chemischen Vorgänge glacht. Und zur Statistik soll ein bedeutender Mathematiker (Name entfallen) mal gesagt haben: Grundsätzlich sei die Mathematik ja eine brotlose Kunst. In der Antike haben die Mathematiker demnach damit begonnen, ihren Unterhalt mit Astrologie zu verdienen. Heute machen sie das mit Statistik. Daß mir das Lachen selbstredend im Halse stecken blieb ob des Ernstes der Lage, welche Folge des allgemeinen Niedergangs der geistigen Gesundheit eines einstmaligen Landes der Dichter und Denker ist, brauche ich hier wohl nicht weiter zu erwähnen.

Udo Pauen / 13.02.2019

Ihr Beitrag zu einem meiner – vor Jahren erkorenen – Lieblingsthemen: einfach nur köstlich. Mich haben bei der Erschließung des Themas viel zu sachlich nur das kleine Einmaleins der Mathematik, der Physik und der Chemie in den Bann gezogen, und zwar mit folgenden Erkenntnissen: Umgebungsluft soll ungefähr pro Kubikmeter 1.250 g wiegen. Geredet wird über Wahnsinnsüberschreitungen an Messstationen vielleicht bis zu 200 µg für wenige Sekunden oder wenige Minuten. 1 µg ist bekanntlich ein Millionstelgramm. Wie viel Luft inhaliert der treue Staatsbürger, der seit Jahrzehnten brav alle Ideologien hinnimmt, die ihm die Politik beschert, wenn er flach atmend im Stau neben einer Umweltmessstation zum Stehen kommt? Die Schätzungen gehen auseinander, der Flachatmer soll einen halben bis 1 l pro Atemzug inhalieren bei etwa 12 Atemzügen in der Minute. Ein Hofreiter in einer Aufgeregtheit kurz vor dem Schlaganfall, wie im Bundestag, würde vielleicht die dreifache Menge einatmen. Bleiben wir bei dem Flachatmer, der in 1 Minute max. 12 l Luft einatmet, in 60 Minuten gleich 1 Stunde somit 720 m, noch nicht einmal 1 m³. Nun setzen wir 200 µg für eine max. 5 minütige Standzeit an der Umweltmessstation ins Verhältnis: Dann kommen wir auf 200 µg/Kubikmeter auf 60 l Luft, also auf 60/1000 von 200 µg, das sind 12 Mikrogramm, somit 12 Millionstel Gramm. Nun berechnen wir das Molekulargewicht von NO und NO2 und NO3 und berücksichtigen Ihren zutreffenden Hinweis, dass von der eingearbeiteten Luft nur etwa 1/4 der Luftatome und Luftmoleküle in Kontakt zu den Lungenbläschen treten und dann denken wir an Paracelsus. Preisfrage: Wie wenige NOX kontaktieren bei einem Flachatmer in dieser grauenhaften Lebenssituation mit 200 µg NOX pro Kubikmeter Umgebungsluft? Und dann auch noch das Bewusstsein, dass eine Umweltmessstationen ein Messergebnis maximal nur für einen Bereich von 100 m² messen kann, davor und dahinter völlig andere Werte anfallen. In Vorfreude auf Ihren nächsten Beitrag.

Karla Kuhn / 13.02.2019

“Wunder der Wissenschaft: Kommt jetzt die Diesel-Pflicht?”  Alleine die Überschrift ist Nobelpreisverdächtig. Wenn die “Stromfachkraft” (hat ein Leser geschrieben, herrlich) Greta vorgeschlagen wird, schlage ich Sie vor, da steckt wenigstens noch HUMOR dahinter und der ist gerade jetzt BITTERNÖTIG.  Herr Dairie,  Diese Sendung habe ich gesehen, daß durch die vollgelaufenen Flöze, diese verloren sind. Ein Land,  wie Deutschland, dessen (Regierende/GRÜNE ?) derart mit dem Boden schatz Kohle umspringen, sollte eigentlich von denen, die das später mal ausbaden müssen, zur Rechenschaft gezogen werden. Aber was machen viele ?? Sie demonstrieren zum Teil noch während der Schulzeit ” Wenn Eltern nur einen Tag VOR Ferienbeginn in den Urlaubfliegen möchten,  kann es sein, daß sie von der Polizei auf dem Flughafen daran gehindert werden. Wo ist eigentlich unser Rechtsstaat geblieben ??

Reinhard Lichti / 13.02.2019

Und Hahnemann hat doch Recht: Nach der reinen homöopatischen Lehre steigt die Wirksamkeit eines Präparats mit der “Potenz”, also der Verdünnung der Tropfen oder mit fallender Wirkstoffkonzentration in den Globuli. Daraus erklärt sich die zunehmende Schadwirkung durch Umweltschadtstoffe bei abnehmender Konzentration in Luft und Wasser! Also müssen wir kräftig daran arbeiten, dass die Schadstoffe in unserer Umwelt nicht zu stark verdünnt werden! Mein Beitrag dazu: Beim nächsten Nachfüllen werde ich Wasser anstatt Harnstofflösung in den dafür vorgesehenen Tank füllen!

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