„Women and Hollywood“: Jetzt ist Alain Delon dran

Von Lars-Michael Richter

„Herr Abbé, ich verabscheue, was Sie schreiben, aber ich würde mein Leben dafür hergeben, daß Sie weiter schreiben können“.

Diese Zeilen verfasste der französische Philosoph und Schriftsteller Voltaire im Jahr 1770, neunundzwanzig Jahre vor der französischen Revolution. Jetzt, zweieinhalb Jahrhunderte später, behält dieser Satz unverändert seine Gültigkeit, gleichwohl dessen Sinn und Gehalt in den sich tolerant und fortschrittlich gebenden westlichen Demokratien inzwischen immer mehr an Bedeutung verloren hat. Links-grüne Mehrheitsmeinungen grenzen Andersdenkende aus, stempeln sie als „Nazis“, „Rassisten“ und so weiter ab. Diskurse, gleich auf welchem Gebiet, sind Seltenheit. Sachliche Auseinandersetzungen werden zunehmend von emotional gesteuerten Behauptungen und sektenartigen Glaubensbekenntnissen ersetzt.

Zeitgeistströmungen, auch die abstrusesten, haben Hochkonjunktur. Die „#MeToo“-Debatte, zu Beginn eine gute und wichtige Sache, schüttet inzwischen das Kind mit dem Bade aus. Als vor zwei Jahren der Hollywoodproduzent Harvey Weinstein und der deutsche Regisseur Dieter Wedel als „sexuell übergriffig“ geoutet wurden, habe ich das begrüßt. Filmproduzenten und Regisseure verfügen über ein großes Machtpotenzial, das sie in die Lage versetzt, von Schauspielerinnen (manchmal auch von deren männlichen Kollegen) aufgrund der beruflich bedingten Abhängigkeit sexuelle Gefälligkeiten verlangen zu können. Zu recht müssen Vorfälle dieser Art immer wieder öffentlich gemacht und geahndet werden. Die berühmte „Besetzungscouch“ war lange genug ein Tummelplatz für eitle, egomanische und selbstherrliche Filmbosse. 

Was sich jedoch momentan in der Filmbranche ereignet, gehört in die Rubrik „Zum Abschuss freigegeben“. Fanatische und eifernde Meinungsmacher(Innen) haben ein neues Opfer gefunden.

Da gibt es zum Beispiel den amerikanischen Filmverband „Women and Hollywood“, gegründet von Melissa Silverstein. Diese Organisation setzt sich unter anderem für „gender diversity and inclusion in Hollywood“ ein. Man könnte auch sagen, dass es sich hier um eine Art Überwachungsplattform handelt: Wie viele Filme werden (nicht nur in den USA) von weiblichen Regisseuren gedreht? Gibt es eine Ausgewogenheit hinsichtlich „gendergerechter“ Themen (und Arbeitsbedingungen) et cetera? Akribisch werden Beispiele gesucht. Wo diesbezüglich entsprechendes Fehlverhalten seitens der Filmbranche festgestellt wird, schaltet sich „Women and Hollywood“ ein.

„Rassistisch, homophob und frauenfeindlich“

Nun hat diese Organisation ein neues Betätigungsfeld entdeckt: Die diesjährigen 72. Filmfestspiele in Cannes. Genauer gesagt: den französischen Schauspieler Alain Delon, Ikone des europäischen und internationalen Kinos. Ein ganz Großer der Branche. Der 83-jährige Schauspieler soll am 19. Mai 2019 die Goldene Ehrenpalme für sein Lebenswerk erhalten. Kaum war dies bekannt geworden und noch bevor das Plakat des jungen Alain Delon am Festivalpalast in Cannes zu sehen war, kam „Women and Hollywood“ auf den Plan. Man startete eine Online-Petition, um die Jury des Festivals zur Zurücknahme des Preises für den Schauspieler zu zwingen. Begründung für die Aktion: Alain Delon sei ein „rassistischer, homophober und frauenfeindlicher Schauspieler“ („raciste, homophobe et misogyne“ http://www.voici.fr)">(http://www.voici.fr). 

In Windeseile verbreitete sich diese Nachricht in diversen Online-Medien, TV-Sendungen und der internationalen Presse. Nachdem die von „Women and Hollywood“ gestartete Online-Petition bereits wenige Tage später 24.000 Unterschriften (hauptsächlich aus den USA) sammeln konnte, gab es auch Gegenstimmen. Die wichtigste gehört dem Leiter des Cannes-Festivals, Thierry Frémaux. Er stellte sich hinter die Jury-Entscheidung und verteidigte die Preisvergabe: „Alain Delon a le droit de penser ce qu’il pense.“ („Alain Delon hat das Recht zu denken, was er will“) sagte Frémaux auf der Cannes-Pressekonferenz am 13. Mai. Und weiter: „Wir überreichen ihm hier nicht den Friedensnobelpreis, sondern wollen ihn für seine Leistungen in der Filmgeschichte ehren.“ (Wiener Zeitung vom 14.5.) Im selben Artikel dieser Zeitung fragt Christiane Böck: „Muss ein Künstler sympathisch sein?“ 

Hier stellt sich die Frage nach dem Kriterium für Leistung und Preiswürdigkeit eines Künstlers. Bekanntermaßen sympathisiert Alain Delon mit dem „Rassemblement National“ (vormals „Front National“) und war ein Freund von Jean-Marie Le Pen. Er sprach sich schon vor einigen Jahren vehement gegen die massenhafte Einwanderung von „Flüchtlingen“ nach Europa aus und kritisierte heftig die Politik von François Hollande und anderen Politikern. Er hat Vorbehalte gegen Homosexuelle und will nicht, dass sie Kinder adoptieren können (siehe hier). Nach eigenem Bekunden soll er einmal seine Frau geschlagen haben. Als Privatmann gilt er nicht als Softie oder Frauenversteher, sondern eher als Macho.

Es geht hier um Kunst, nicht um Lebensführung

Doch was hat all das mit seiner Leistung als Schauspieler zu tun? Nichts an seiner politischen und gesellschaftspolitischen Meinung ist strafrechtlich relevant (Seine Frau hat ihn offenbar nicht angezeigt). Alain Delon ist lediglich „politisch unkorrekt“ und sorgt von daher für Unmut und Feindseligkeit bei all den ach so toleranten links-grün-progressiven Rettern von Anstand und Demokratie. (Hier käme wieder das obige Zitat von Voltaire ins Spiel!) Deshalb stigmatisieren ihn eine stark mobilisierte Meinungszensur sowie moralisch und politisch begründetes Mobbing als „nicht preiswürdig“. 

Das erinnert an die kürzlich geführte Kontroverse um die Bilder des deutschen Malers  Emil Nolde. An seiner Person scheiden sich die Geister, sein künstlerisches Schaffen gilt jedoch als bedeutend. Die bundesdeutsche Kanzlerin, die offenbar jeden auch noch so absurden Hype für sich zu nutzen weiß (erinnert sei an die „Hetzjagden“ in Chemnitz!), ist gleich auf den trendgemäßen Zug aufgesprungen und hat das Nolde-Bild aus ihrem Arbeitszimmer im Kanzleramt verbannt. 

Also nochmals die Frage – muss ein Künstler sympathisch sein und „politisch korrekt“ denken und leben? Nein. Das muss er nicht. Er ist nach seinem Werk, seiner Arbeit, seinem Beitrag zur Kulturgeschichte zu bewerten. Sehen wir uns den Künstler und Schauspieler Alain Delon einmal genauer an. Hinsichtlich seiner Biografie wird man auf die Schnelle bei Wikipedia fündig. Wer jedoch Französisch spricht, sollte die (ausführlichere) Biografie bei Wikipedia France lesen.

Alain Delon hat als Schauspieler zwischen 1949 und 2018 in 86 Filmen mitgewirkt, zumeist in den Hauptrollen. Hinzu kommen seine Tätigkeit als Regisseur (dreimal) und als Produzent (34-mal) sowie zahlreiche TV-Filme und Theater-Engagements. In den 60er und 70er Jahren drehte er bis zu vier oder fünf Filme im Jahr. Das Oeuvre dieses Schauspielers ist enorm und sucht weltweit seinesgleichen. Der Großteil der Filme hatte Erfolg beim Publikum und an der Kinokasse.

Delons Filmografie spricht für sich

Die Liebes-Story zwischen ihm und Romy Schneider kann hier als bekannt vorausgesetzt werden. Interessant daran ist vom Künstlerischen her, dass beide nach ihrer dramatischen Trennung und nach Romy Schneiders gescheiterter Ehe mit Harry Meyen wieder beruflich zusammengefunden haben, und zwar beim Film „Der Swimmingpool“ („La Piscine“, 1969, Regie Jacques Deray). Ein ausgeklügelter Krimi, getragen vom intensiven Spiel zweier Ausnahmeschauspieler. Das Remake des Films 2003 (Regie François Ozon) erreicht nicht annähernd die Klasse des Delon-Schneider-Films. 

Ich sah meinen ersten Film mit Alain Delon in Paris. Es war „Der Leopard“ („Il Gattopardo“) von Luchino Visconti (Goldene Palme in Cannes 1963 als bester Film.) Viele weitere Delon-Filme folgten im Lauf der Jahre, unter ihnen die bekanntesten: „Rocco und seine Brüder“, „Der eiskalte Engel“, „Der Clan der Sizilianer“, „Borsalino“, „Vier im roten Kreis“. Ich wurde zum Fan des Schauspielers.

Viele Delon-Filme, wenn nicht die meisten, sind Gangsterfilme oder Krimis. Durch sie wurde Delon zur „Marke.“ In seinen Filmen oft der einsame Wolf, der eiskalte Killer oder gerissene Ganove, arbeitete er mit Regisseuren wie Jean-Pierre Melville, Michelangelo Antonioni, René Clément, Henri Verneuil, Joseph Losey, Volker Schlöndorff (Rolle „Charlus“ in „Eine Liebe von Swann“, nach Marcel Proust). Kurz – mit den Großen der Branche. Unter seinen Filmpartnern und Filmpartnerinnen finden sich neben Romy Schneider Namen wie Catherine Deneuve, Virna Lisi, Claudia Cardinale, Anouk Aimé, Mireille Darc, Lauren Bacall, Jean-Paul Belmondo, Jean Gabin, Burt Lancaster, Anthony Quinn und viele andere.

Wie bei allen großen Schauspielern gibt es eine Reihe Filme, die nicht so gut gelungen sind beziehungsweise von der Kritik vernichtet wurden. Den wahren Delon-Fan hat dies nie gestört. Man ging ins Kino, um den Star zu sehen, dessen Leinwanderscheinung, Spielweise und Kamerapräsenz, eine mittelmäßige Story oder durchschnittliche Regie vergessen ließen.

Wieviel Macht hat „Political Correctness“ im Kulturbetrieb?

In der Auswahl der Filme, für die Delon sich entschieden hatte mitzuwirken, gibt es auch engagierte politische Filme. Zum Beispiel „Brennt Paris?“ („Paris, brûle-t-il?“), ein Film über die Befreiung der französischen Hauptstadt im Jahr 1944. Neben Delon spielen hier unter anderem Jean-Paul Belmondo und Gert Fröbe. Im Film „Monsieur Klein“ (1976, Regie Joseph Losey, Produzent Alain Delon) zeigt Delon sein Talent als großer Charakterdarsteller. Er spielt einen französischen Kunsthändler, der im besetzten Paris während des 2. Weltkriegs in die Fänge der Gestapo gerät. Dieser Film ist einer meiner Lieblingsfilme mit ihm.

Ein Highlight im Spätwerk des Schauspielers ist die 6-teilige Fernsehserie „Frank Riva (2003-2004). Delon fungiert hier als Co-Produzent und spielt die Titelrolle, einen Ex-Kommissar, der eine alte Rechnung offen hat. Die Serie zeigt Delon, wie wir ihn kennen (und lieben), jedoch älter und reifer geworden. Die Filme sind gut gemacht, spannend und unterhaltsam. Unverständlicherweise hat das ZDF als Rechteinhaber für Deutschland nur drei Teile der Serie ausgestrahlt. 

Alain Delon bekam viele Preise, darunter den „Golden Globe“ für „Der Leopard“ (1964), den „Bambi“ (1987), den französischen „César“ (1985), den „Goldenen Ehrenbären“ für sein Lebenswerk auf der Berlinale 1995 und die „Goldene Kamera“ 1998 für sein Lebenswerk. Einen Darsteller-Preis bei den Filmfestspielen in Cannes erhielt er nie, obwohl er viele Male nominiert war. Nun soll ihm ausgerechnet in seinem Heimatland die „Goldene Palme“ für sein Lebenswerk verwehrt werden, weil eine hysterische Kampagne sich zum Ziel gesetzt hat, sein Ansehen als großer Schauspieler zu beschädigen?

Nein, ein Künstler wie Alain Delon muss als Person nicht sympathisch sein. Ja, er darf sich gegen Migranten und für die Partei Marine Le Pens aussprechen und engagieren. Er darf Vorbehalte gegen Homosexuelle haben, und er darf das sagen. Aber er hat das Recht, als großer Künstler respektiert und geachtet zu werden. Glauben die Initiatorinnen und UnterzeichnerInnen der Petition gegen die Preisverleihung allen Ernstes, dass durch ihre Online-Aktion Alain Delons Stellenwert in der Filmgeschichte Schaden nimmt? Man darf gespannt sein, ob die Festivalleitung in Cannes standhaft bleibt. Oder erleben wir wieder einmal, dass eine richtige und nachvollziehbare Entscheidung im Kulturbereich der „political correctness“ zum Opfer fällt? 

Nachtrag/Korrektur zum Einganszitat: 

„Ich missbillige, was du sagst, aber ich werde bis zum Tod dein Recht verteidigen, es zu sagen.“

Der häufig Voltaire zugesprochene Zitat kommt nicht von Voltaire, sondern von der Voltaire-Biografin Evelyn Beatrice Hall. Sie verwendete es in ihrer Biografie über Voltaire als Illustration seiner Philosophie. Siehe hier.

Foto: Georges Biard CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Hjalmar Kreutzer / 18.05.2019

Danke für die Informationen zu Delons politischen Positionen, das hatte ich nicht gewusst. Hat das evtl. mit selbst gewonnener Lebenserfahrung gleich Weisheit zu tun? Ausgerechnet in einer Asterix-Verfilmung, le Guepard(!) dans Asterix, deutsch „Asterix bei den Olympischen Spielen“, darf Delon in der Rolle des Julius Caesar selbstironisch die Eitelkeit persiflieren, vor dem Spiegel mit der Mimik des „Eiskalten Engels“ über „Rocco und seine Brüder“ und den „Clan der Sizilianer“ räsonieren - „Ave Mir!“, und das an der Seite eines Leoparden, der am Ende tot umfällt und alle Flecken rieseln von ihm herunter :-) Bitte auf youtube diese für mich beste Szene des ganzen Films anschauen, auch für Zuschauer, die mit Asterix sonst nicht viel anfangen können! Dieses 61jährige Kind hier kann sich aber immer noch prächtig darüber amüsieren! Ich hoffe, dass der ö.-r. Sender arte sich jetzt nicht politisch korrekt die Schuhe bepieselt und die alten Filme mit Alain Delon und Co. in den Giftschrank zum Zigeunerbaron und Negerkönig verbannt.

Albert Schwab / 18.05.2019

Friedrich Schiller: „....Da werden Weiber zu Hyänen. Und treiben mit Entsetzen Scherz…..“

Victor Buntspecht / 18.05.2019

Das war wieder ein richtig guter Artikel, über dessen Thema ich ohne achgut wohl nichts erfahren hätte. Abgesehen davon war er sachlich und auch sprachlich besser als Vieles in den Printmedien. Ich habe gleich danach einen kleinen Betrag über PayPal an Euch gezahlt, was ich gelegentlich, nach meinen Möglichkeiten, sehr gerne mache. Vielen Dank für die Arbeit!

Volker Kleinophorst / 18.05.2019

@Dr. Ralph Buitoni: Sehr richtig. Niemand möchte wahr haben, dass die “Schauspielerinnen” ganz von selbst auf die Besetzungscouch springen, wenn die richtige, wichtige Rolle winkt. Konnte ich bei Wedel persönlich beobachten, wie die Damen ihm auf den Schoß springen. . Als wenn der noch auf “Eroberungszug” hätte gehen müssen. Wenn es dann altersgemäß mit den Rollen nicht mehr klappt, wird man “Aktivistin”. Meine Oma sagte immer: “Im Alter werden alle Huren heilig.” Wie oft mir schon Frauen erzählt haben, dass sie mit jemandem geschlafen haben, um sich einen beruflichen Vorteil zu verschaffen. War jede Erzählerin ganz stolz drauf, wie gewieft sie ist. Kein Mann kann das. Ist das nicht diskriminierend?

Dr. Gerhard Giesemann / 18.05.2019

Was haben Sie gegen Prostitution, liebe Sabine Schönfelder? Mir hat mal eine junge, sehr hübsche Japanerin (ich hab’s halt mit denen ...) gesagt: I love money. Und icke: #me too. Das ideale Tauschgeschäft, oder etwa nicht? Und die “Vergeltungswalküren” -herrlich! - sehen: Wenn die Trauben zu hoch hängen, sind sie halt sauer. Zu Alain Delon: Homophob verstehe ich ja (obwohl mein jüngster Vetter, mein Lieblingsvetter stockschwul ist - gut, er ist Engländer - und was heißt da schon “obwohl”?), aber ZUGLEICH frauenantily (sorry, excuse my English), das erscheint mir doch ein bisschen viel auf einem Haufen ... . O.K., vielleicht ist er asexuell, der Delon - DAS sind die Schlimmsten. Ein allgemeiner Aspekt noch: Alle Moralen aller Relis richten sich gegen die überbordenden Begehrlichkeiten der Männer - doch nicht der Frauen, die müssen eben, Karriere, weißt’ scho’. Deshalbt lassen sich die Frauen auch von allen Relis als leicht minder- bis unterbelichtet darstellen - der Preis für den Schutz, den sie genießen vor den B. der Männer. Aber das sagte ich schon. Es bleibt schwierig, der Mann begehrt, die Frau gewährt (Spruch meiner Omi Martha (1897 - 1974). Und die hatte das von ihrer Oma ... . usw. Blöd halt, wenn der Mann was zu gewähren hat - und die Frau so leicht bezahlen kann. DAS wurmt die Weiber, gelle? Und wer ist schild? Na, die Natur, das alte Luder, hat doch den Evolutionsvorteil einer B.-keitslücke zwischen den Geschlechtern durchgehen lassen - weil sie 1. nix geschadet hat und 2. auch noch führt zu: Wären die Männer so, wie die Frauen nu’ mal so sind, dann säßen wir heute noch auf den Bäumen, täten Banana fressen - und wären Bonobos. Mit denen wir gemeinsame Vorfahren haben, zusammen mit den Schimpansen ... .

Thomas Piekenbrock / 18.05.2019

Konsequent zu Ende gedacht müßte die Forderung der moralisch Höherstehenden doch bedeuten, daß z.B: die Schriften von Bert Brecht aus dem Schulunterricht verbannt würden, denn der war, wie wir wissen, bekennender Kommunist zu einer Zeit, als der Stalinismus in voller Brutalität aufräumte. Oder ist meine Meßlatte schief?

Johannes Schuster / 18.05.2019

Das Ende ihr lieben Emanzen, wenn Eure Vaginadialoge keiner mehr lesen will wird sein sein, daß man Euch wieder hinter den Herd stellen und für diese hysterischen Ausformungen auslachen wird. Jede Welle ist nur solange eine Kraft bis sie bricht, dann ist sie nur noch Schaum ! Das Ende des verbrauchten Gender wird ein Rückfall in die viktorianische Ära sein, mehr nicht. Hollywood ist Trumps beste Daseinsberechtigung (Buh):

Harald Hotz / 18.05.2019

In der Tat, ein wirklich außerordentlicher Schauspieler, dessen Filme ich mir immer wieder gerne anschaue! Der Unterschied zwischen einem liberal Konservativen und einem progressivistisch Linken ist, daß der Konservative eigentlich total entspannt jedem anderen seine Meinung und seinen Glauben lassen kann, solange er ihn nicht damit belästigt und ihn in seiner Freiheit nicht einschränken möchte. Der progressive Linke ist dagegen immer aggressiv im Missionarsmodus unterwegs und bietet ständig eine Botschaft an, die kein Mensch braucht außer er selber.

Jan-Hendrik Schmidt / 18.05.2019

Ich bin auch ein Fan französischer Kriminalfilme der 1960er- und 1970er-Jahre mit Delon, Belmondo oder Lino Ventura. Für mich waren die gleichwertig mit damaligen Hollywood-Filmen, teilweise sogar überlegen. Und wie trist und armselig war dagegen das deutsche Autoren-Kino der 1970er, von wenigen Ausnahmen abgesehen? Moralinsauer, politisch und soziologisch überfrachtet, filmisch und dramaturgisch öde. Für ein großes Publikum überwiegend ungeeignet, nur für’s linksintellektuelle Programmkino interessant. Gestern gab ich mir auf 3Sat “Messer im Kopf” von 1978 mit Heinz Hönig, Angela Winkler und Bruno Ganz. In der TV-Zeitschrift als “Klassiker-Tipp” angekündigt und als “Politthriller” klassifiziert. Also Politik ja, aber mit Thrill war da überhaupt nichts. Es war ziemlich langweilig und das Zuschauen irgendwann nur noch eine Tortur. Typisch für einen deutschen Film der damaligen Zeit. Interessant nur das Zeitkolorit und die bekannten Schauspieler in jung, deswegen blieb ich länger dran. Filmemachen konnten die Franzosen damals viel besser. Gerade auch, weil nicht alles Politische und Moralische immer so krampfhaft mit der Brechstange rübergebracht werden musste wie beim deutschen Film. Einem Schauspieler wie Delon, der eine der besten Epochen des internationalen Kinos entscheidend mitgeprägt hat, darf ein Preis für sein Lebenswerk nicht verweigert werden, nur weil eine grün-links-verspießerte NGO sich an bestimmten politischen Einstellung des Schauspielers stört. Wenn man diesem Druck nachgibt, wird irgendwann die gesamte Filmgeschichte nach unkorrekten Darstellungen und Schauspielern mit unkorrekten politischen Haltungen durchforstet. Für die Filme von John Wayne und Charlton Heston sehe ich da schwarz. Und nochwas zu den alten französischen Filmen: man wird beim Anschauen wehmütig, weil man noch ein euro-französisches Frankreich sieht, das heutzutage leider am Vergehen ist und durch ein afro-orientalisches Frankreich ersetzt wird. Ich kann Delon irgendwie verstehen.

Dr. Peter Reich / 18.05.2019

Alain Delon nicht nur ein großartiger Künstler. Mir ist Alain Delon auch als Mensch sympathisch und seine Meinungen decken sich auch mit vielen meiner Ansichten. Dass er keinen Moment auf „Politische Korrektheiten“ Rücksicht nimmt, zeichnet ihn aus — und da hat er ja etwas mit der Achse des Guten gemein.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Lars-Michael Richter, Gastautor / 15.02.2020 / 13:00 / 24

Dreyfus, Polanski und #MeToo

Frankreich ist ein Kinoland mit einer einigermaßen intakten Filmindustrie. Dies belegen immer wieder großartige Filme. Hier gibt es die letzten Filmstars in Europa wie Cathérine…/ mehr

Lars-Michael Richter, Gastautor / 30.05.2019 / 16:30 / 25

Gendern statt Stütze

Von Lars-Michael Richter. Bei Comedy- und Satiresendungen im Fernsehen bin ich meistens skeptisch. Die Klamauksendung „heute show“ im ZDF (freitags um 22:30 Uhr) wendet sich an…/ mehr

Lars-Michael Richter, Gastautor / 09.03.2019 / 06:21 / 54

“Grünes-Kino”: Produzenten im Nachhaltigkeits-Zoo

Von Lars-Michael Richter.  Es war nur eine Frage der Zeit, bis die „Nachhaltigkeits“-Fanatiker in unserem Land die nächste politische Spielwiese entdecken würden: den deutschen Kinofilm. Ein Bereich, der in…/ mehr

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com