Es gibt weltweit genügend Möglichkeiten, sein Glück anderswo zu suchen – oder zumindest vorübergehend seinen Wohnsitz zu verlegen, bis in Deutschland wieder Vernunft eingekehrt ist.
Die späte Berliner Republik, man könnte auch sagen das Grüne Reich, tritt in die Endphase ein. Wie lange genau die dauert, weiß niemand. Sicher ist nur, dass das ehemals drittgrößte Industrieland jetzt nach unten in Richtung Schwellenland durchgereicht wird. Damit einhergehen unschöne Begleiterscheinungen wie importierte Gewaltkriminalität, Verfall der Infrastruktur, Zensur, politisierte Justiz, demnächst Wiedereinführung des Kriegsdienstes sowie Zugriff auf das Vermögen der Bürger. Letzteres wurde bereits angekündigt von Frau von der Leyen als „Umwandlung privater Sparguthaben in dringend benötigte Investitionen.“ Überspitzt gesagt: die zwangsweise Ausgabe von Kriegsanleihen zur Anschaffung von multi-millionen-teuren Waffensystemen nach inkonsistenten Vorgaben ungedienter Quotenfrauen in Beschaffungsämtern, die im Ernstfall dann von 500-Euro-Drohnen zerstört werden. Oder Zwangsanleihen für Subventionen, damit Unternehmen in Deutschland den teuersten Stahl und den teuersten Zement der Welt produzieren können.
Politische Mehrheiten für einen Richtungswechsel sind nicht in Sicht. Die deutschen Wähler haben bisher stets mit überwältigender Mehrheit für ein „weiter so“ gestimmt. Ehemals langhaarige Wehrdienstverweigerer träumen heute vom Sieg an der Ostfront. Höchste Zeit also, sich woanders umzusehen und dem Verfall von der Seitenlinie zuzuschauen.
Es geht hier nicht um die juristisch-technischen Voraussetzungen für die Einwanderung in ein bestimmtes Land. Dafür gibt es genügend Dienstleister, die man problemlos über das Internet finden kann. Im Übrigen genügt es oft, einfach einer künstlichen Intelligenz wie ChatGPT oder Grok die Frage zu stellen: „Welche Einwanderungsvoraussetzungen gelten für Deutsche im Land XY?“
Ebenso wenig geht es darum, sein Geld in Sicherheit zu bringen. Das ist auch möglich, ohne den Wohnsitz in Deutschland aufzugeben – etwa durch die Eröffnung eines Kontos im Ausland, sei es als Privatperson oder über eine juristische Struktur. Eine Wyoming LLC lässt sich beispielsweise innerhalb weniger Tage online gründen. Mögliche Erträge aus solchen Konstruktionen sind natürlich weiterhin in Deutschland steuerpflichtig. Auch hierfür gibt es spezialisierte Beratungsdienste, die bei der rechtssicheren Gestaltung helfen können.
Vielmehr geht es in diesem Artikel darum, welche Auswanderungsziele für Deutsche aus kulturellen und praktischen Gründen besonders infrage kommen. Ich selbst bin vor über zehn Jahren ausgewandert und befasse mich seither gewissermaßen beruflich damit, geeignete Zielländer zu identifizieren (für Freie Privatstädte – erste Projekte in Honduras und Brunei). Schauen wir uns die Möglichkeiten der Reihe nach an – von nah bis fern.
Nie war es einfacher als heute, umzuziehen. Alle Informationen sind online verfügbar, Transportmittel sind vielfältig, und selbst ein kompletter Hausstand lässt sich vergleichsweise günstig per Container nach Übersee verfrachten. Viele Berufe sind mittlerweile ortsunabhängig, sodass man im Idealfall nicht einmal seinen Broterwerb aufgeben muss. Zudem ist ein vollständiger Bruch gar nicht notwendig: Wer vorsorgen möchte, kann sich für den Ernstfall bereits jetzt eine Mietwohnung oder ein Ferienhaus im Ausland sichern – inklusive Konto, Aufenthaltsadresse und Anschlussinfrastruktur.
Binnenwanderung und Grenzgang
Fangen wir zu Hause an. Wer als Kämpfer für Freiheit und Selbstbestimmung im Land bleiben möchte, hat meine volle Hochachtung und Unterstützung. Die Erfolgsaussichten sind allerdings eher durchwachsen und regional sehr unterschiedlich. Der Osten Deutschlands hat mehrfach bewiesen, dass er keine “DDR 2.0” will. Regionen wie Mittelsachsen oder auch Rügen in Mecklenburg-Vorpommern könnten als moderne „gallische Dörfer“ gelten – Orte, in denen man möglicherweise mehr Gleichgesinnte findet als etwa in der Münchner Innenstadt. Ein Umzug dorthin kann mental entlasten und lokale politische Mehrheiten begünstigen – bietet aber letztlich keinen vollständigen Schutz vor dem Zugriff eines zunehmend autoritär agierenden Staates.
Wer grenznah wohnt, kann relativ leicht knapp über die Grenze übersiedeln – etwa nach Dänemark oder Polen. Alle unsere Nachbarländer befinden sich entweder in der EU oder im Schengen-Raum, was den Umzug erheblich erleichtert, allerdings den Nachteil hat, dass auch dort meist nach der Brüsseler Pfeife getanzt wird. In solchen Fällen kann man sogar die bisherige Arbeitsstelle in Deutschland beibehalten, etwa im Rahmen von Grenzpendlermodellen. Ein Geheimtipp ist in diesem Zusammenhang Belgien: Seit dem Versailler Vertrag gehören die deutschsprachigen Gebiete Eupen und Malmedy zu Belgien. Dort ist Deutsch nach wie vor Amtssprache. Die Region liegt nur etwa eine Autostunde von Köln entfernt und bietet kulturelle Nähe bei gleichzeitigem Wohnsitz im Ausland.
Deutschsprachige Länder
Die nächstbeste Lösung ist die vollständige Auswanderung in deutschsprachige Länder oder Regionen. Neben der Schweiz und Österreich kommen dabei auch Liechtenstein, der erwähnte deutschsprachige Teil Belgiens, Nordschleswig in Dänemark, Südtirol sowie Luxemburg infrage.
Luxemburg, in der Landessprache Lëtzebuerg genannt, spricht einen moselfränkischen Dialekt. Neben Luxemburgisch sind auch Französisch und Deutsch offizielle Amtssprachen. Das macht den Einstieg für deutschsprachige Auswanderer vergleichsweise unkompliziert. Auch in Dänemark gibt es mit den Nordschleswigern eine anerkannte deutschsprachige Minderheit. Sie verfügen über eigene Schulen, Medien und kulturelle Einrichtungen, vor allem in der Region Sønderjylland an der Grenze zu Schleswig-Holstein.
Nicht so im Elsass. Zwar spricht dort eine Minderheit noch einen alemannischen Dialekt, doch kommt man mit Deutsch allein im Alltag und bei Behörden nicht durch. Zudem ist Frankreich ein durch und durch kollektivistisches Umverteilungsland (das wird sich auch unter dem Rassemblement National nicht ändern), bürokratisch, überreguliert und zunehmend islamisiert.
Südtirol ist zweifellos eine reizvolle Option. Die Region bietet nicht nur eine beeindruckende Naturkulisse und ein mildes, alpines Klima, sondern auch kulturelle Nähe: Deutsch ist dort Amtssprache, und der Alltag ist stark mitteleuropäisch geprägt. Politisch genießt Südtirol weitgehende Autonomie innerhalb Italiens – ein Umstand, der auf den ersten Blick als Vorteil erscheint. In der Praxis jedoch ist das nicht unbedingt so. Die dominante Südtiroler Volkspartei (SVP) zeigt sich in vielen gesellschaftspolitischen Fragen deutlich angepasster und progressiver (woke) als etwa die aktuelle italienische Regierungschefin. Wer auf der Suche nach einem konsequent freiheitlichen oder konservativen Umfeld ist, sollte das bei seiner Entscheidung mitbedenken. Südtirol ist zudem teuer und dicht besiedelt.
Von allen möglichen Auswanderungszielen ist Österreich das Land, das Deutschland am ähnlichsten ist. Im Guten wie im Schlechten. Einem Scherz zufolge ist in Österreich alles genauso schlimm wie in Deutschland – abgemildert durch Schlamperei. Allerdings hat sich Österreich während COVID in mancher Hinsicht härter als Deutschland gezeigt, und die Steuer- und Abgabenlast ist dort sogar noch höher! Auf der Habenseite steht die landschaftliche Schönheit, die Gastfreundschaft und Gemütlichkeit. Nach meinem subjektiven Empfinden wird in Österreich auch deutlich mehr Wert auf die eigene Kultur gelegt als in den meisten Teilen Deutschlands – sowohl im Alltagsleben als auch in der Haltung vieler Menschen. Solange Kickl nicht Kanzler ist, würde ich mir aber keine allzu großen politischen Unterschiede zu Deutschland erhoffen.
Das zwischen Österreich und der Schweiz liegende Liechtenstein ist eine unentdeckte Perle. Eine kleine heile Welt mit knapp 40.000 Einwohnern, wunderschön im oberen Rheintal gelegen, mit eigenem Skigebiet. Das hochindustrialisierte Land (Hilti, Ivoclar u.a.) ist politisch stabil, auch weil es die Frage der Gewaltenteilung in seiner Verfassung klug ausbalanciert hat. Neben der üblichen Trennung zwischen Exekutive, Legislative und Judikative hat der Fürst ein Vetorecht gegen die Ergebnisse von Volksabstimmungen, umgekehrt haben die Bürger die Möglichkeit, den Fürsten per Misstrauensvotum abzusetzen; alle elf Gemeinden besitzen überdies das Recht auf Sezession! Allerdings ist die Einwanderung schwierig und geht praktisch nur über ein Losverfahren (56 Plätze pro Jahr).
Die Schweiz ist eines der beliebtesten Auswanderungsziele für Deutsche – und das nicht ohne Grund. Die Steuer- und Abgabenlast beträgt nur etwa ein Drittel vom Brutto. Hinzu kommt die nahezu märchenhafte Schönheit und Vielfalt der Landschaften. Die Züge fahren pünktlich, das Land ist sauber, aufgeräumt und sicher. In das Schwyzerdütsch kann man sich nach kurzer Zeit einhören und versteht so das meiste, was gesprochen wird. Alle Deutschschweizer können problemlos auf Hochdeutsch wechseln, denn das ist die offizielle Schriftsprache. Auch wirtschaftlich ist die Schweiz attraktiv: Die unternehmerische Betätigung ist unkompliziert, Firmengründungen lassen sich schnell und effizient umsetzen. In sämtlichen internationalen Rankings zur Lebensqualität und wirtschaftlichen Freiheit belegt die Schweiz regelmäßig Spitzenplätze. Und doch plagen das Land mittlerweile ähnliche Probleme wie Deutschland: Die großen Medienhäuser, Verbände, Universitäten und Schulen stehen weitgehend unter dem Einfluss einer woken Ideologie. Unliebsame Volksabstimmungen werden ignoriert oder verschleppt. Das politische Establishment strebt trotz gegenteiliger Volksmeinung eine stärkere Anbindung an die EU an. Auch gibt es in der Schweiz eine Vermögensteuer, d.h. jedes Jahr müssen Sie dem Staat ihr gesamtes Vermögen offenbaren. Die Mehrheit wollte das so. Das ist eben der Nachteil der Demokratie: Enteignung und Entrechtung sind nur eine Parlamentssitzung oder eine Volksabstimmung entfernt. Die Vorstellung des unabhängigen Schweizers mit dem Sturmgewehr zu Hause, der seine Freiheit und Selbstbestimmung um jeden Preis verteidigt, trifft heute nur noch auf eine Minderheit zu – vor allem in der Innerschweiz. Auf der anderen Seite gibt es diese Minderheit immerhin, und sie verfügt mit der SVP über die stärkste Partei der Schweiz (28 Prozent), die auch an der Regierung beteiligt ist. Die Kantone verfügen über relativ viel Gestaltungsspielraum. Da gibt es durchaus Unterschiede, die beträchtlich sein können, auch was die Steuerhöhe angeht. Die Schweiz ist allerdings nicht nur beliebt, sondern auch ziemlich teuer, vor allem im deutschsprachigen Raum. Am günstigsten ist es im italienischsprachigen Tessin oder im französischsprachigen Jura, letzteres ist nur etwa eine Autostunde von Basel entfernt.
Europäische Länder
Aufgrund der Niederlassungsfreiheit innerhalb der EU haben sich viele Deutsche in Spanien niedergelassen – insbesondere auf den Balearen, vor allem auf Mallorca, sowie auf den Kanarischen Inseln. Klimatisch ist das nachvollziehbar. Politisch ist von Spanien – wie auch von Frankreich – derzeit allerdings kaum etwas anderes zu erwarten als das, was in Deutschland und dem übrigen EU-Raum geschieht. Ähnliches gilt für Irland, das zwar durch wirtschaftlich attraktive Rahmenbedingungen und andere Vorzüge punktet, jedoch in gesellschaftspolitischer Hinsicht ebenfalls im Gleichklang mit Brüssel marschiert. Eine Sonderrolle spielt Ungarn, das sich unter Viktor Orbán, der explizit die Interessen seines Landes vertritt, klar gegen das woken EU-Establishment positioniert hat. Das Hauptproblem hier ist die Sprache – sie gilt als sehr schwer erlernbar. Ohne ungarische Sprachkenntnisse gestaltet sich der Alltag schwierig, obwohl es in Budapest immerhin eine deutsche Zeitung gibt. Es bleibt zudem das Risiko des Regierungswechsels.
Richtet man den Blick nach Norden, treten die kulturverwandten skandinavischen Länder Dänemark, Norwegen und Schweden sowie natürlich die Niederlande ins Blickfeld. Ob man allerdings ins von Bandenkriegen geplagte Schweden auswandern möchte, sei dahingestellt. Grundsätzlich aber fühlt man sich als Deutscher in all diesen Ländern relativ wohl – die Mentalitäten sind ähnlich, die Lebensweise vertraut. Norwegen ist kein EU-Mitglied und könnte deshalb interessant sein. Allerdings hat das Land kürzlich eine verschärfte Vermögenssteuer eingeführt, die zahlreiche Millionäre zur Auswanderung veranlasste. In Sachen Freiheit und Selbstbestimmung ist dort aktuell wenig zu erwarten. Dänemark verfolgt immerhin eine restriktive Einwanderungspolitik, und auch die Niederlande bewegen sich unter ihrer neuen Regierung in diese Richtung.
Ein Sonderfall ist Monaco. Der Stadtstaat bietet attraktive Rahmenbedingungen: weitgehende Steuerfreiheit, mediterranes Klima, hohe Sicherheit und ein vielfältiges kulturelles Leben. Monaco ist kein EU-Mitglied, nimmt aber über eine Zollunion mit Frankreich am europäischen Binnenmarkt teil. Für deutsche Staatsbürger ist die Einwanderung relativ einfach – vorausgesetzt, man hat ein Arbeitsverhältnis in Monaco oder kann ein Vermögen von mindestens 500.000 Euro auf einem monegassischen Bankkonto nachweisen. Die größte Hürde stellt der Immobilienmarkt dar: Die Preise für Wohnungen und Häuser gehören zu den höchsten weltweit. Die allgemeinen Lebenshaltungskosten hingegen sind nicht wesentlich höher als im übrigen Teil der Côte d’Azur.
Auch Italien sollte in Erwägung gezogen werden – nicht nur wegen der Regierung Meloni/Salvini, sondern weil die Italiener seit Jahrhunderten wissen, dass der Staat nicht ihr Freund ist. Eine Lektion, die viele Deutsche erst noch lernen müssen. Entsprechend unaufgeregt und pragmatisch ist der italienische Alltag. Besonders Norditalien ist der deutschen Mentalität nah. In einigen Bereichen hat sich das Land zudem deutlich verbessert: So wurde Trenitalia im vergangenen Jahr als beste Bahngesellschaft Europas ausgezeichnet! Eine besondere Empfehlung ist insofern Ligurien – gewissermaßen die „günstigere Ausgabe“ der Côte d’Azur, aber dennoch nur eine Autostunde vom Flughafen Nizza entfernt. Klimatisch gilt die Region um Imperia – laut einer Abstimmung unter Italienern – als die beste Italiens, immerhin 300 Sonnentage pro Jahr. Sie bietet viele inhabergeführte Geschäfte, Volksfeste, auf denen die Musik dem deutschen Pendant gar nicht so unähnlich ist, hervorragendes Essen und erschwingliche Immobilien. Mit Englisch und Französisch kommt man dort einigermaßen durch, doch wer sich ernsthaft niederlassen will, sollte Italienisch sprechen. Die Sprache ist – anders als Ungarisch – relativ gut zu erlernen.
Englischsprachige Länder
Seit jeher zählen die USA, Australien, Kanada und Neuseeland zu den klassischen Auswanderungszielen für Deutsche. Doch insbesondere die drei letztgenannten Länder haben sich spätestens seit der COVID-Zeit in eine sehr ungute Richtung entwickelt. Ich hatte über Jahre hinweg beruflich mit Australien zu tun. Was man dort häufig von der Landbevölkerung hört: Die linken Städter setzen allerlei spinnerten Regeln durch, ohne selbst davon betroffen zu sein. Wer etwa in Queensland eine abgelegene Farm im Regenwald besitzt, darf nicht einmal einen Baum fällen, ohne vorher die Genehmigung der Behörden einzuholen. Kanada wiederum leidet unter mittlerweile drei aufeinanderfolgenden „liberalen“ (= linken) Regierungen unter Justin „Castro“ Trudeau. Die gesellschaftspolitische Entwicklung hat viele enttäuscht – ob es bei der nächsten Wahl zu einem Kurswechsel kommt, bleibt abzuwarten. Hoffnungsträger ist hier Pierre Poilievre, der Vorsitzende der Konservativen Partei, der einen deutlichen Kontrapunkt setzt.
Bleiben die USA. Im Unterschied zur ersten Trump-Amtszeit wird dort nun tatsächlich der Kampf gegen den tiefen Staat aufgenommen – mit einer Vielzahl talentierter Unternehmer und Macher an seiner Seite, die entschlossen sind, diesen Kampf zum Erfolg zu führen. Da ist nicht nur Elon Musk. Ich kenne etwa Chris Wright, den neuen Energieminister, persönlich. Seine Firma Liberty Energy war unter anderem für die Deutsche Rohstoff AG in Colorado tätig. Chris Wright ist niemand, der anderen nach dem Mund redet – auch nicht Donald Trump. Er hat zudem weder das Bedürfnis noch die Notwendigkeit, sich mit den Vorgaben der linken Medien zu arrangieren, sondern kann sich tatsächlich um die sachlich beste Lösung für sein Land kümmern.
In den Vereinigten Staaten gibt es außerdem eine ganze Reihe von Bundesstaaten mit republikanischen Gouverneuren, die sich explizit anti-woke positionieren – etwa Florida, Texas, South Dakota oder Tennessee. Die Bundesstaaten genießen in den USA weitgehende Autonomie – die Wahl des Wohnorts ist also entscheidend für das Lebensgefühl und die politischen Rahmenbedingungen. Ein besonders interessanter Fall ist New Hampshire, wo eine starke libertäre Bewegung zahlreiche Gesetze im Sinne von mehr Freiheit und Eigenverantwortung durchgesetzt hat. Anders als in Europa gibt es in den USA eine Vielzahl gut organisierter, finanziell unabhängiger konservativer und libertärer Organisationen, die auf Millionen Unterstützer zählen können. Wer sich in nicht-woken Gegenden niederlässt, sollte allerdings wissen, dass die Gesellschaft dort wesentlich religiöser geprägt ist, als wir es aus Deutschland kennen. Sympathisch ist dabei, dass US-Kirchen ausschließlich durch freiwillige Spenden finanziert werden. Wer mit seiner Kirche unzufrieden ist, wechselt einfach zu einer anderen – und wird dort meist freundlich aufgenommen.
Sonstige Überseeziele
Historisch gesehen waren auch Mittel- und Südamerika immer wieder bevorzugte Ziele deutscher Auswanderung. Ein besonderer Schwerpunkt bilden dabei die weniger heißen Regionen Brasiliens, insbesondere der Bundesstaat Santa Catarina, aber auch Argentinien, Chile und Paraguay. Zahlreiche deutsche Namen erinnern noch heute an diese Einwanderung. In Brasilien etwa wurde die Stadt Blumenau, in Paraguay Hohenau von Deutschen gegründet – und in beiden wird bis heute ein Stück deutscher Kultur gepflegt. Deutsche gelten in vielen Ländern Lateinamerikas als angesehen und vertrauenswürdig. Eliten schicken ihre Kinder häufig auf deutsche Schulen, die in den größeren Städten angeboten werden. Den besten Apfelstrudel seit Langem habe ich kürzlich im Hotel Austria in Paraguay gegessen. Auch wenn die deutsche Sprache in den ursprünglich deutsch geprägten Regionen inzwischen meist dem Spanischen gewichen ist, spürt man die kulturellen Wurzeln noch deutlich. Wer nach Lateinamerika auswandern möchte, kommt um Spanischkenntnisse daher kaum herum. Dafür bietet sich dem tüchtigen Deutschen in diesen oft noch wenig entwickelten und dünn besiedelten Ländern eine Vielzahl an Möglichkeiten – sowohl unternehmerisch als auch gesellschaftlich. Paraguay ist in ganz Südamerika am freiesten und am wenigsten reguliert, Argentinien unter Milei eröffnet aber gerade neue Möglichkeiten, und auch in Chile liegt der libertäre deutschstämmige Präsidentschaftskandidat Johannes Kaiser gut im Rennen.
Auch Panama und die Karibik sind interessante Auswanderungsziele. Panama ist das am weitesten entwickelte Land Mittelamerikas und von Europa aus gut erreichbar. Besonders attraktiv ist das Territorialbesteuerungsmodell: Einkommen, das außerhalb Panamas erzielt wird, ist steuerfrei. Zwar zieht es bislang vor allem US-Amerikaner und Kanadier dorthin, doch auch eine wachsende Zahl Deutscher hat den Standort für sich entdeckt. In einigen Karibikstaaten ist Englisch Amtssprache, was vieles erleichtert. Und selbst auf den abgelegeneren Inseln findet sich noch ein Schwabe, der sich mit technischem Verstand und handwerklichem Geschick sein eigenes kleines Reich aufgebaut hat.
Ein weiteres Ziel mit historischer Verbindung ist Namibia in Afrika. Anders als in anderen ehemaligen deutschen Kolonien wurden die deutschen Siedler dort nicht vertrieben. Ihre Nachkommen leben noch heute in Namibia und pflegen ihre Sprache und Kultur. Das Land ist extrem dünn besiedelt, was in gewisser Weise auch Konfliktpotenzial reduziert. Allerdings ist das Thema der Enteignung weißer Farmer immer wieder präsent und nie ganz vom Tisch.
Auch Südafrika war lange ein beliebtes Ziel deutscher Auswanderer. Die Landschaft ist vielseitig, das Klima angenehm, und viele Regionen bieten ein hohes Maß an Lebensqualität. Doch die gesellschaftspolitische Entwicklung wirft Fragen auf: Will man wirklich in ein Land auswandern, in dem das Parteilied einer Regierungspartei „Tötet die Weißen“ (Kill the Boer) – lautet?
In Asien erfreut sich vor allem Thailand unter Deutschen großer Beliebtheit. Es lockt mit Wärme, Strand, gutem Essen und freundlichen Menschen. Doch günstig ist es längst nicht mehr überall – besonders in beliebten Regionen wie Phuket oder Koh Samui sind die Preise deutlich gestiegen. Allerdings ist die asiatische Kultur – trotz ihrer Gastfreundschaft – deutlich anders als unsere, sogar im Vergleich zu Lateinamerika.
Es gibt weltweit genügend Möglichkeiten, sein Glück anderswo zu suchen – oder zumindest vorübergehend seinen Wohnsitz zu verlegen, bis in Deutschland wieder Vernunft eingekehrt ist. Wer offen, pragmatisch und lernbereit ist, hat als Deutscher an vielen Orten dieser Welt gute Chancen.
Titus Gebel ist ein promovierter Völkerrechtler und Unternehmer. Unter anderem war er Mitgründer und langjähriger CEO der an der Frankfurter Börse notierten Deutsche Rohstoff AG. Er ist Autor des Buches "Freie Privatstädte – Mehr Wettbewerb im wichtigsten Markt der Welt", in dem er den Rahmen für die Schaffung autonomer, privat verwalteter Rechtsräume darlegt. Mit seinem Unternehmen Tipolis setzt er dies in die Praxis um.

P. Wedder / 22.04.2025
„Kurz – wenn man finanziell gut gestellt ist oder einen begehrten Beruf hat, kann man an einen beliebigen Ort auswandern. Wenn man 50 Jahre oder älter ist, monetär zwar gut, aber kein herausragendes Polster hat, und der gelernte Beruf im Ausland nicht gefragt ist, wird es problematisch mit der Auswanderung.“
Kurz – Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.
Ob diejenigen, die hier in Kommentaren Auswandern als „unsolidarische“ Flucht bezeichnen, mit dem Begriff der Volksgemeinschaft etwas anfangen können? Der gilt doch aber in linksradikalen Kreisen sicher als völkisch? Oder erfolgt diese Einordnung selektiv nur dann, wenn es um Rechte für Indigene geht? Wirklich interessant, wie Bürgern von einem Staat, den es nach linksradikalen Vorstellungen am besten gar nicht gäbe, ständig weitere Pflichten auferlegt werden dürfen. Allein das ist Grund genug zum Abhauen, solange das noch nicht wieder als Republikflucht geahndet wird.
Danke für die Übersicht. Ich habe zumindest erkannt, dass ich so falsch mit meiner Einschätzung gar nicht lag. Es ist schwierig, sich für ein Land zu entscheiden. Wenn, dann geht es eh erst in ein paar Jahren, weil ich dann in Rente bin. Ungarn ist schön, das Wetter ist gut, die Menschen sind nett, das Essen ist lecker und man fühlt sich sicher. Wir waren letztes Jahr am Balaton und haben dort am Nationalfeiertag (20.08.) mit ein paar bereits dort lebenden Deutschen direkt am See gefeiert. Also zusammengesessen, was gegessen, getrunken und der Musik von der dort aufgebauten Bühne gelauscht. Dann am späten Abend das Feuerwerk gesehen, also einen schönen warmen Sommerabend vor herrlicher Landschaftskulisse mit netten Menschen verbracht. Nur wenige Tage später lasen wir dann über die Messermorde in Solingen, was letztlich noch schlimmer war, weil man wusste: es geht auch anders. Nur leider in D eben nicht mehr immer. In Ungarn gab es keine Poller, keine Messerkontrollen, selbst Polizei war erst zu sehen, als aufgrund eines Gewitters Alle nach Hause wollten. Da war die Polizei zum Regeln des Verkehrs plötzlich da. Vorher wurde sie auch nicht benötigt.
Am einfachsten wäre es aber wohl, man würde Deutschland einfach wieder teilen. Im Osten könnten dann die Vernünftigen leben und die Mauer bauen wir wieder auf. Nur mit dem Unterschied, dass jetzt jeder raus kann, nur eben nicht jeder rein. Ich wäre dann auch bereit umzuziehen. Es wäre interessant zu sehen, wie die wirtschaftliche Entwicklung nach 10 Jahren aussehen würde, wo wohl die blühenden Landschaften zu finden wären…
Und eine neue Sprache müsste ich auch nicht lernen. Wobei ich denke, dass man auch ungarisch lernen kann, es ist halt nur mühsamer. In diesem Sinne: Jó éjszakát! (Gute Nacht!)
Auffällig ist die Abwesenheit Polens von Ihrer Liste. Unabhängig von der jeweiligen Regierung sollte dieses Land jedenfalls mit dabei sein. Obwohl sich in den letzten Jahren auch hier „woke“ Tendenzen breitgemacht haben, so geschieht dies – nach westeuropäischen Maßstäben – recht langsam, und selbst die polnischen „Liberalen“ sind meist vergleichsweise vernünftige Leute. Sie tun freilich alles, um sich von den Nationalkonservativen abzugrenzen, und pflegen dabei ein allzu strahlendes Bild vom „progressiven Westen“ bzw. der EU. Aber der „liberale“, in vielen Dingen persönlich eher konservative Ministerpräsident Tusk weigert sich z.B. beharrlich, illegale Migranten per EU-Migrationspakt ins Land zu lassen, und da die Europäische Kommission ihn selbst gefördert hat, muss sie das jetzt zähneknirschend hinnehmen. Sicher ist auch hier vieles nicht ideal, aber nach wie vor sind die Straßen sicher, sind alle Einwanderer (nur qualifizierte Leute!) lückenlos erfasst und herrscht ein ausgeprägter (manchmal allzu selbstverliebter) Patriotismus. Außerdem boomt hier seit Jahren die Wirtschaft, weil eine vernünftige Energie- und Industriepolitik im Sinne der Bürger betrieben wird. Trotz mancher historischer Debatten und ärgerlicher Reparationsforderungen ist Polen für Deutsche somit in vielerlei Hinsicht der nächstgelegene „sichere“ Ort. Natürlich hilft es wie überall, einen nützlichen Beruf zu haben.
Achgut Auswanderatlas: Oh, wie schön sind Heizungsvorschriften. In Italien wird vorgeschrieben, wann man heizen darf, in Schweden wird die Raumtemperatur für Mieter vorgeschrieben. Oh, wie schön sind Amolkäufe in Schulen. Ab in die USA. Wem hohe Mordraten genügen ist in Südamerika auch gut aufgehoben.
Wie wäre es mit Krahs Sehnsuchtsort Tibet?
Im Prinzip haben Sie damit Recht, ….@ Sean Manger….: „Leistungsträger sollten das Land, in dem sie heranwuchsen und zu solchen erst wurden, nicht verlassen. Denn es sind ja nur sie, die wiederum Besserung herbeiführen können. Die Alten, Kranken, Schwachen, Armen und auch die Kinder des Nachbarn können es nicht.“ Aber: Wie denn? Mit Gewalt? Wir haben FDP, Linke, AfD und CDU gewaehlt, und was kriegen wir? -- Einen Waeregernkanzler, der sich von einer 16% Loser-Partei wie eine Sau durchs Dorf treiben laesst und Versprechen bricht. Was sollen wir denn machen, Sean? Wir muessen alle gehen und die Woken mit den Migranten allein lassen. Die Alten muessen wir mitnehmen, sofern sie zu uns gehoeren.
Ich finde, Sie haben im Prinzip Recht, aber mir faellt nichts mehr ein, ausser der Bundestag laesst das Faehnlein im Wind fallen. Dann muss man bleiben. Denn dann muesste man stolz auf den Bundestag sein. Das koennen aber wohl nur Franzosen. Jedenfalls vor Macron. Wenn der Bundestag diesen Kanzlerkandidaten waehlt, ist Landunter. Was der noch gar nicht registriert hat, ist, dass Putin, auch hager, sowohl intelligenter als auch sympathischer ist. Glueckauf, Friedrich Merz, Europa auf dem Stier, gute Reise!
Vielen Dank für die sehr interessante, wenn auch etwas unvollständige Information. Nützlich wäre vielleicht eine Stratifizierung der Ratschläge nach Vermögen: Für die Leute mit > 1 000 000, für die zwischen 500 000 und 999 999, zwischen 200 000 und 499 999 usw. Aber v.a. bin ich als Slawe nach der Lektüre ein bissle gekränkt, dass außer Ungarn und Mecklenburg-Vorpommern kein osteuropäisches Land erwähnt wird. Reitschuster ist m.W. gar nicht unglücklich mit seinem Wohnsitz. Von den drei westslawischen Ländern hat jedes seine Vor- und Nachteile, mir persönlich ist Polen am sympatischsten. Auch Lithauen und Lettland sind einer Besprechung wert.