Wir Boomer, unverkrampft und unsensibel, haben uns oft genug gefragt, wann die Heulerei losging und was sie verursacht hat. Ein möglicher Lösungsansatz könnte im Privatfernsehen der 90er und 2000er Jahre liegen. Damals wurde der Bogen nämlich in die andere Richtung überspannt.
Wokeness – oder gemeinhin „die neue Achtsamkeit“ – ist eine echte Pest geworden. Jeder ist schnell beleidigt, ein simples „Räum' Dein Zimmer auf“ kann wegen Verwendung des falschen Pronomens ein Drama auslösen, ein schlichtes „Sie Löffel“ oder „Sie Idiot“ führt zu Strafanzeigen, Gerichtsprozessen und allgemeinem Lamento. Einen schwarzen Menschen als „schwarzen Menschen“ zu bezeichnen, ist ein schwerwiegender Fall von Diskriminierung, ein „Wo kommst du her?“ gilt als übergriffige Frage, selbst wenn der Gefragte, die Gefragte, das Gefragte weiß wie ein Alpina-Wandanstrich ist.
Wir Boomer, unverkrampft und unsensibel, haben uns oft genug gefragt, wann die Heulerei losging und was sie verursacht hat. Ein möglicher Lösungsansatz könnte im Privatfernsehen der 90er und 00er Jahre liegen, als der real existierende Proletarismus die Oberhand gewann.
Erinnern wir uns einmal an die BILD-Zeitung, das „Mädchen von Seite 1“: Irgendeine Uschi mit aus der Latzhose baumelnden Brüsten und einem Gabelschlüssel in der Hand und dem Subtext: „Wer will nicht einmal bei der tollen Trulla (19) Hand anlegen?“ Als Gelegenheitsleser dachte ich mir immer ein sabbergeiles „hähähä“ von irgendwelchen Widerlingen aus dem Trailerpark hinzu. „Respektvoll“ wäre anders gewesen. Es passt schon, dass die mopsvorzeigende Schraubenschlüsseltrulla in den Innenteil gewandert ist. So viel ordinäre Doofheit war schlicht eine Beleidigung für jeden Leser mit einem IQ über einer Geschwindigkeitsbeschränkung innerorts.
„Nichts reimt sich auf Uschi“
Schauen wir uns die Comedians an: Mario Barth („Kennze, nä? Kennze, kennze, hömma, hömma!“), der sich so witzige Sätze wie „Nichts reimt sich auf Uschi“ markenrechtlich schützen ließ, ein Typ wie der Klassenschlechteste, hatte mit wirklich sexistischem Bockmist irre Erfolge. Stefan Raab, die Kölner Zahnfee, ließ 2001 in seiner Sendung „TV Total“ eine damals 16-Jährige durch, deren einziger Fehler es war, „Lisa Loch“ („Loch, verstehen Sie? Hahaha. Loch!“) zu heißen. Und keiner hat dem gar lustgen Spassekenmacher öffentlich Einhalt geboten. Ein Richter hat ihn schließlich fröhlich lachende 70.000 Euro Schadenersatz auf den Tresen des OLG Hamm legen lassen. Zu und mit Recht!
Welche Leute, welche Shows haben wir denn angesehen? Bei „Deutschland sucht den Superstar“ durften sich hunderte junger Menschen von Dieter Bohlen auf eine Weise herabwürdigen lassen, bei der Aufseher von Bootcamps noch etwas hätten lernen können und selbst Gunnery-Sergeant Hartmann wie eine Klosterschülerin wirkte. Wenn ein Übergewichtiger zur Türe hereinkam, konnte es sich der Scherzsender RTL nicht verkneifen, das Bild wackeln zu lassen und als Geräusch das „Thumb, thumb, thumb“ eines laufenden Elefanten oder Nilpferds einzuspielen. Lustig, gell? Total lustig, total witzig.
Ich habe mich teilweise vor dem Fernseher dafür fremdgeschämt – andere fanden das mega-klasse, wie die Einschaltquoten gezeigt haben. Aber wir haben auch nichts gegen eine derartige Herabwürdigung von harmlosen Typen, die vielleicht mit etwas Selbstüberschätzung gesegnet waren, getan. Wir haben es laufen lassen. Hey, nicht so verklemmt, ist doch lustig… Was das mit den Betroffenen gemacht hat, hat keiner gefragt.
Ein wenig mehr „Wokeness“ schadet nicht!
Und selbst heute fallen 80 Prozent aller Grünenkritikerdoppelpunktinnen an Ricarda Lang keine anderen Kritikpunkte als ihr offensichtliches Übergewicht ein. Hey, wenn das ihr einziges „Manko“ wäre, würde ich sie wählen. Churchill war auch kein schlankes Reh, Kohl und Strauß und Schröder auch nicht – aber sie haben viel bewegt.
Es ist eine Sache, mit jemandem zu lachen, eine andere, über jemanden zu lachen – erst recht über Dinge, für die er nichts kann: Seien es Gewicht, Hautfarbe, Haarfarbe, Geschlecht oder den Namen. Ich wette, ich könnte jeden Einzelnen, der diese Zeilen liest, so derbe durch den Kakao ziehen, dass es RICHTIG weh tut – weil eben jeder seine Achillesferse und sein Päckchen zu tragen hat.
Eine Ausnahme gibt es allerdings: Wenn der- oder die- oder dasjenige seine Achillesferse offensiv dem Paris präsentiert, um sich Vorteile zu verschaffen – und das ist genau das, was leider häufig – viel zu häufig – geschieht und die Achillesferse durch die Medien als „Normalität“ verkauft und regelrecht aufgezwungen wird. Ja, dann ist Paris zum Schuss berechtigt! Auch eine einbeinige, schwarze Muslimin kann ein grauenvoller Mensch sein.
Nichtsdestotrotz kann ein wenig mehr Achtsamkeit und Respekt nichts schaden und wie bei allem im Leben war das Zurückschlagen des Pendels erwartbar. Und ich weiß, ich bin in diesem Text nicht sonderlich achtsam mit Dieter Bohlen, Stefan Raab und Mario Barth umgegangen – aber erstens haben die sich das süßsauer verdient, zweitens damit jede Menge Kohle gemacht, und drittens können die das als Promis ab und werden mir (hoffentlich) keine Unterlassungserklärungen schicken.
Über die alliterative Verena Vagina oder Peter Pimmel oder David Depp würde ich mir das verkneifen – die haben nun einmal ihren eigenen Film und ich weiß nicht, was dahintersteckt. Es gilt hier wie bei allem anderen: Alles mit Maß und Ziel. Ein wenig mehr „Wokeness“ schadet nicht!
(Weitere achtsame Artikel des Autors unter www.politticker.de)
Von Thilo Schneider ist in der Achgut-Edition erschienen: The Dark Side of the Mittelschicht, Achgut-Edition, 224 Seiten, 22 Euro.

Ich denke da liegen sie falsch Herr Schneider . Die Wokeness ist doch eine gezielte ,politische Strategie zur Zerstörung der
traditionellen Gesellschaft. Eine der Grundfragen der 68er war immer das „ Hinterfragen“ von Allem und Jedem. Darauf
baut sich jetzt alles auf . Eine extreme Weiterentwicklung Neo- marxistischer Narrative. Mit dem Proll-Fernsehen hat das Nichts
zu tuen. Die linken Think-Tanks müssen immer neue psychologische Waffen erfinden , und das sehr erfolgreich, -leider.
Die neue Empfindlichkeit ist im Prinzip die alte. Diejenigen, die in den 90er und 2000er begeistert geklatscht haben, wenn andere vorgeführt und fertig gemacht wurden, waren selbst oft Mimosen. Das hat sich im Prinzip bis heute nicht verändert. Auch heute wird versucht Menschen fertig zu machen, wenn auch in anderer Form.
>Ein wenig mehr „Wokeness“ schadet nicht!<
jetzt sind Sie endgültig in der Schublade „Erst nach meinem Ableben öffnen.“
Tschüss.
Ich habe unlängst ganz lieb einen laxen Spruch zu zwei schwulen Veganern rübergelangt und wäre fast aus dem Drogeriemarkt geflogen. Als ich einen Araber am Foto – Tresen fragte, ob er auf einen Drink wartet, ist der humorlose Moslem aufgesprungen und hat sich ein Hausrecht angemaßt. Ich nenne es den „Klitoris – Eichel – Juck – Komplex“. irgendwas zwischen Stimmulation und fehlerhafter Reizweiterleitung. Und ich habe eine Theorie: Es war ein toxischer Stoff in den Lehrbüchern von Klett, eine Verschwörung der CIA in Zusammenarbeit mit Disney. Danach kamen „Die Dinos“ und die geheimen Geheimwellen aus dem Fernsehen, die alle manipulierten und dafür sorgten, daß ganz normale Bundesbürger beim Sex Socken trugen, kann man sich das vorstellen ? Zum Kotzen !
p.s.: Welche Empfindlichkeit? Lieber Herr Schneider, betrachten Sie es als empfindlich, wenn man bewegungsunfähig mit Händen und Füßen am Rücken verkettet ist? Wenn das Bett aus blanken Fliesen besteht? Wenn man alle 10 Minuten aus dem Schlaf für absoluten Unsinn gerissen wird? Wenn einen russische „Ärzte“ (?) behandeln, als wäre man der allerletzte Dreck? Nein, wer da empfindlich ist, der geht binnen weniger Minuten vor die Hunde. DAS IST DEUTSCHLAND HEUTE!
Richtig. Die neue Empfindlichkeit hat ihren Ursprung in der Unterhaltungsindustrie. Deshalb gibt es die neue Empfindlichkeit nicht nur in Deutschland. Sondern überall auf der „Welt“. Unterhaltungstechnisch amüsierten wir uns alle im überzuckerten „Amerika“. Das darauf plötzlich „Keine Lust“ mehr zu haben schien und folglich zum Grunde Zero (Coke/Covid/Co2 uvm) ging. So nahe liegt das. Und zugleich so fern. Wenn man den Begriff „woke“ durch das guten alte „tabu“ ersetzt. „Ich wette, ich könnte …. weil eben jeder seine Achillesferse und sein Päckchen zu tragen hat.“
Mir fehlen einfach nur noch die passenden Worte für das, was ich gestern erlebt habe. Mir fehlen die Worte für einen depressiven kranken Menschen, der 6 Stunden auf der Geschlossenen kein Bett bekam, nichts zu trinken, kein Klopapier, kein Handtuch, kein absolut gar nichts außer ein Zusammensein mit extrem psychisch kranken Menschen, die mit Sucht soviel zutun haben wie ich mit einem Mondspaziergang. Das ist Freiheitsberaubung in Konjunktion mit Körperverletzung, nein, es ist einfach nur noch der schiere Wahnsinn, was in Deutschland abgeht. Verwahrung unter niedrigsten Bedigungen. Wo? St.-Elisabeth-Krankenhaus Lahnstein. Und wenn die mich nicht nach stundenlangem Warten endlich entlassen hätten, wäre da ein Feuerwehrschlauch aus dem Fenster gewandert. Das sind Menschen wie Du und Ich, egal wie geisteskrank sie sein mögen. Diese Menschen haben diese Beahndlung nicht verdient. Zum K@tzen mur moch, ja, alles! Sorry, aber das musste jetzt ins Internet, für die Nachwelt.