Rüdiger Stobbe / 11.01.2022 / 10:00 / Foto: Doenertier82 / 14 / Seite ausdrucken

Woher kommt der Strom? Woche 52 & Analyse der Jahreswerte 2021

Die regenerative Stromerzeugung war im Jahr 2021 mit 230 TWh geringer als im Vorjahr (248 TWh). Fiel im Jahr 2020 fast 50 Prozent der Gesamtstromerzeugung auf die regenerative Stromerzeugung, waren es 2021 nicht mal 40 Prozent.

Die 52. Kalenderwoche des Jahres 2021 endet mit dem 2. Januar 2022. Sie war regenerativ (Windstrom) stark und brachte zum Jahresbeginn 2022 genügend Windstrom, um mit den zum 1.1.2022 gestutzten konventionellen Stromerzeugern gut über die Runden zu kommen (Abbildung). Die konventionelle Stromerzeugung unterschritt zum Jahresbeginn sogar die 20-GW-Linie (Abbildung 1). Grund war der geringe Bedarf am Feiertag und dem anschließenden Sonntag. Die zuverlässige Stromerzeugung mittels großer Massen sollte um die 20 Prozent der Gesamtstromerzeugung betragen. Nur so ist gewährleistet, dass die Netzfrequenz im grünen Bereich und das Stromnetz stabil bleibt. Der Wert 20 Prozent oder mehr wurde jederzeit erreicht.

Das Jahr 2021 verabschiedete sich am 30. und 31.12 mit jeweils einem Windbuckel, was prompt zu einem massiven Preisverfall führte. Der Strom wurde zeitweise fast verschenkt (Abbildung 2). Fast alle unsere europäischen Nachbarn profitierten davon (Abbildung 3). Es sei noch angemerkt, dass am Samstag, den 1.1.2022 von 11:00 bis 17:00 Uhr nicht genügend Strom in Deutschland zur Verfügung stand. Grund ist der massive Rückgang der Windstromerzeugung. Entweder haben sich die Konventionellen verschätzt oder die Lücke wurde aus ökonomischen Gründen nicht geschlossen. Der Importstrompreis erreicht mit fast 150 €/MWh den ersten Preishöhepunkt des neuen Jahres. Der Ertrag wurde von den Konventionellen sicher gerne mitgenommen. Ein Schließen der Stromversorgungslücke hätte niedrigere Preise zur Folge gehabt. Bei mehr Stromerzeugung = Kosten.

Die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und der daraus generierte Chart liegen unter Abbildung 4. Es handelt sich um Werte der Nettostromerzeugung, den „Strom, der aus der Steckdose kommt“, wie auf der Website der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Der höchst empfehlenswerte virtuelle Energiewende-Rechner (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.) ist unter Abbildung 5 zu finden. Ebenso wie der bewährte Energierechner.

Die Charts mit den Jahres- und Wochenexportzahlen liegen unter Abbildung 6Abbildung 7 beinhaltet die Charts, welche eine angenommene Verdopplung und Verdreifachung der Wind- und Solarstromversorgung visualisieren. Bitte unbedingt anschauen. Vor allem die Verdopplung.

Abbildung 8 bringt den Inhalt einer E-Mail, die mir ein Leser geschickt hat. Sie betrifft den Wandel der Vertragsgestaltung im Strom- und Gasbereich. Wer ähnliche oder andere Erfahrungen gemacht hat/macht, kann diese gerne berichten: GasStrom@mediagnose.de.

Abbildung 9 zeigt einen Vortrag von Professor Brasseur von der TU Graz. Der Mann folgt nicht der Wissenschaft. Er betreibt Wissenschaft.

Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche ab 2016 in den Tagesanalysen. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vieles mehr. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Überhaupt ist das Analysetool stromdaten.info ein sehr mächtiges Instrument, welches nochmals erweitert wurde:

  • Strom-Import/Export: Die Charts
  • Produktion als Anteil der installierten Leistung
  • Anteil der erneuerbaren und konventionellen Erzeugung am Bedarf
  • Niedrigster, höchster und mittlerer Strompreis im ausgewählten Zeitraum

sind Bestandteil der Tools „Stromerzeugung und Bedarf", „Zeitraumanalyse“ sowie der Im- und ExportanalyseCharts & Tabellen. Schauen Sie mal rein und analysieren Sie mit wenigen Klicks. Die Ergebnisse sind sehr erhellend.

Abbildung 10 bringt einen Artikel aus Genf, der von WELTplus übersetzt wurde, zur Stromlage in Frankreich und der Sorge der Schweizer sowie einen Artikel der Schweizer WELTWOCHE, der sich mit dem Strombedarf der Schweiz befasst. Nach dem Lesen der beiden Artikel versteht man, warum die Schweiz, aber auch Frankreich seit etlichen Wochen teuren Strom aus Deutschland importieren. Wir danken der WELTWOCHE und empfehlen sie ausdrücklich.

Ein sehr erhellender Artikel zur Konsequenz der Abschaltungen der drei Kernkraft- und vier Braunkohleblöcke zum Beginn des Jahres 2022.

Unten, nach den Tagesanalysen finden Sie wesentliche Werte & Zahlen des Jahres 2021.

Tagesanalysen

Montag, 27.12.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 43,7 Prozent, davon Windstrom 30,78 Prozent, PV-Strom 1,79 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,13 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Die Woche („zwischen den Jahren") beginnt mit  gleichmäßiger regenerativer Stromerzeugung. Die konventionellen Stromerzeuger führen so nach, dass keine Strom-Versorgungslücken entstehen. Das Preisniveau liegt mit einem Durchschnittspreis von 149  €/MWh in einem mittleren Bereich. Über Tag werden allerdings auch weit über 200 €/MWh aufgerufen. Der Handelstag.

Dienstag, 28.12.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 50,35 Prozentdavon Windstrom 38,37 Prozent, PV-Strom 1,12 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,85 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der Dienstag verläuft ähnlich wie der Montag, allerdings auf etwas höherem regenerativem Erzeugungsniveau. Wieder führen die Konventionellen so nach, dass keine Strom-Versorgungslücken entstehen. Das Preisniveau sinkt. Es ist wohl etwas zu viel Strom im Markt. Der Handelstag.

Mittwoch, 29.12.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 40,33 Prozent, davon Windstrom 26,66 Prozent, PV-Strom 1,24 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,44 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Mittwoch bricht die regenerative Erzeugung ein. Dennoch bleibt Deutschlands Erzeugung dank der Konventionellen im positiven Bereich. Wenn auch nur knapp. Die Preise erreichen wieder das Niveau von Montag. Die deutschen Stromerzeuger verdienen unter dem Strich gutes Geld. Der Handelstag.

Donnerstag, 30.12.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 69,18 Prozent, davon Windstrom 56,30 Prozent, PV-Strom 1,04 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,84 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Die PV-Stromerzeugung bleibt schwach, Windstromerzeugung zieht an. Es baut sich der erste Windbuckel zum Ende des Jahres 2021 auf. Obwohl die Konventionellen ihre Produktion drosseln, bleibt zu viel Strom im Markt. Die Preise fallen enorm. Der Handelstag.

Freitag, 31.12.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 77,86 Prozent, davon Windstrom 60,93 Prozent, PV-Strom 3,68 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,25 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der letzte Regenerativ-Buckel 2021 führt zu Strompreisen, die 10 Stunden bei 0 €/MWh liegen. Die Konventionellen können ihre Produktion nicht weiter absenken. Der Bedarf ist noch zu hoch bzw. schwer kalkulierbar.

Samstag, 1.1.2022: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 69,74 Prozent, davon Windstrom 50,34 Prozent, PV-Strom 3,14 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,26 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Das neue Jahr beginnt mit viel regenerativer Stromerzeugung . Zum Mittag gibt es allerdings eine Delle, die zur ersten Strom-Versorgungslücke des Jahres 2022 führt. Die konventionellen Stromerzeuger können oder wollen die Produktion nicht schnell genug hochfahren. Atomstrom (70 Prozent im Strom-Mix Frankreichs) aus Frankreich, Tschechien und Gasstrom aus den Niederlanden schließen die Lücke. Das Preisniveau ist mit 83 €/MWh eher niedrig. Der Handelstag.

Sonntag, 2.1.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 78,37 Prozent, davon Windstrom 63,39 Prozent, PV-Strom 1,88 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,09 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Heute bewegt sich die regenerative Stromerzeugung wieder nahe am gleichwohl sehr geringen Bedarf. Das führt zu einer nochmaligen Senkung des Preisniveaus. Nur noch 65 € kostet die Megawattstunde im Mittel. Die konventionelle Stromerzeugung liegt durchgängig bei maximal 18 GW. Der Handelstag.

Analyse der Stromerzeugung des Jahres 2021*

Im Jahr 2021 wurde mit 576 Terawattstunden (TWh) insgesamt mehr Strom erzeugt als 2020 (519 TWh). Die regenerative Erzeugung war mit 230 TWh geringer als 2020 (248 TWh). Das lag vor allem an der schwachen Windstromerzeugung. Doch auch alle anderen regenerativen Kraftwerke erzeugten weniger Strom als 2020. Fiel im Jahr 2020 fast 50  Prozent der Gesamtstromerzeugung auf die regenerative Stromerzeugung, waren es 2021 nicht mal 40 Prozent.

Der Strombedarf lag mit 558 TWh über 11 Prozent höher als im Jahr 2020 (500 TWh). Deutschland exportierte im Verlauf des Jahres 2021 insgesamt 57 TWh Strom in das benachbarte Ausland, musste aber auch 38 TWh importieren. Unter dem Strich wurden 17 TWh mehr exportiert denn importiert. Dieser Sachverhalt wird gerne von unseren Freunden der Energiewende angeführt, wenn auf den zukünftig fehlenden Strom bei – weiteren – Kraftwerksabschaltungen hingewiesen wird.

Wie bereits des Öfteren erläutert, muss Strom in dem Moment erzeugt werden, wenn Bedarf entsteht. Tatsächlich ist Bedarf sehr häufig dann gegeben, wenn nicht genügend Strom vorhanden ist. Dementsprechend muss der fehlende, aber benötigte Strom importiert werden. Da hilft es wenig, dass zu anderen Zeiten viel zu viel Strom erzeugt wurde. Dieser Strom muss exportiert und nicht selten verschenkt oder gar mit Bonuszahlungen (Negative Strompreise) abgegeben werden. So kommt es, dass am 31.12.2021 der Strom in erheblichen Mengen faktisch verschenkt wird, am 1.1.2022 hingegen fehlender Strom teuer hinzugekauft werden muss (Abbildung 3). Solange keine ausreichenden Strom-Massenspeicher – nicht in Sicht – zur Verfügung stehen, wird sich dieser Sachverhalt nicht ändern. Deshalb ist die Idee, Deutschland hätte jederzeit genügend Strom, weil es nur netto Strom exportiert, eine Schnapsidee ahnungsloser Zeitgenossen.

Apropos Importstrom. Dänemark ist das Land, welches mit Exportstrom das meiste Geld eingenommen hat. Über eine satte Milliarde Euro (1,16 Mrd. €) nahm das kleine Land ein. Norwegen, Deutschlands Batterie, kassierte 452 Mio. €. Wobei bemerkenswert ist, dass der aus Norwegen nach Deutschland exportierte Strom 115 €/MWh kostete. Deutschland hingegen erhielt für den Strom, den es nach Norwegen exportierte, schlappe 40 €/MWh. Eine teure „Batterie“. Kohlestrom-Polen erhielt 291 Mio. €. Bei Schweden waren es 239 Mio. € und Kohle-/Atomstrom-Tschechien kassierte 144 Mio. €. Die anderen Nachbarländer Deutschlands bezahlten für den importierten Strom an Deutschland, sodass aus 4,15 Mrd. € Importkosten und 5,29 Mrd. € Exporteinnahmen netto 1,14 Mrd. € für Deutschlands Stromerzeuger übrig blieben. Etwas weniger, als allein Dänemark im Jahr 2021 an seinen Stromexporten nach Deutschland verdiente.

Der mittlere Strompreis lag im Jahr 2021 bei 97 €/MWh. Wobei die Schwankungsbreite enorm war. Der Höchstpreis betrug 620 €/MWh, der niedrigste Preis lag bei -(minus) 69 €/MWh. Der Strom wurde zeitweise nicht nur verschenkt. Es mussten noch zusätzlich 69 €/MWh an die Stromabnehmer gezahlt werden.

Ein Desaster für die Energiewende ist der Ausstoß CO2-Äq. (CO2) im Jahr 2021. So erhöhte sich der CO2-Äq. Emissionsfaktor von 313 g/kWh 2020 auf 368 g/kWh 2021. Damit lag der Wert fast bei den 372 g/kWh des Jahres 2019. Das, obwohl die regenerativen Stromerzeuger 2020 ausgebaut wurden. Aber Anfang 2021 fiel auch der CO2-freie Strom eines Kernkraftwerks (Philippsburg) weg. Umgerechnet waren 2021 194 Mio. Tonnen (t) CO2, die ausgestoßen wurden. 2020 waren es 151 Mio. t CO2. Das sind 2021 knapp 30 Prozent mehr. Der CO2-Ausstoß wird sich auch 2022 / 2023 weiter erhöhen. Der wegfallende Strom aus Kernkraft wird in erster Linie durch fossile Energieträger ersetzt werden (müssen). Dieser Umstand wird voll durchschlagen. Klimaminister Habeck weiß um das Dilemma und baut entsprechend in der ZEIT vor. 2022 und 2023 werden die geplanten Ziele nicht erreicht werden. Dass das Klimaziel 2021 krachend verfehlt wurde, braucht nach den Ausführungen oben nicht weiter betont zu werden.

Belege für alle Werte und Zahlen der Analyse „Strom 2021“. Darüber hinaus können Sie dort viele weitere Analysen und Auswertungen fahren.

*Alle Werte gerundet

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr. Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

 

Rüdiger Stobbe betreibt seit über 5 Jahren den Politikblog www.mediagnose.de.

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Joerg Machan / 11.01.2022

@Victor Kleinpeter. Perfekte Idee

Hjalmar Kreutzer / 11.01.2022

Sehr geehrter Herr Stobbe, Dank für Ihre unermüdliche Beweissicherung und alles Gute für ein hoffentlich besseres 2022!

Rüdiger Stobbe / 11.01.2022

#Dr. Thomas Dörfler // Dieser Link, auch im Artikel oben gesetzt, beschäftigt sich ausführlich mit der Problematik der Abschaltung diverser Kraftwerke: https://enexion.net/energiewende-energiekosten-management-post/2506/

Dr. Thomas Dörfler / 11.01.2022

@Thomas Brox: Danke für den Hinweis!  Hatte ich glat überlesen.  Für alle, die hier nach der so entstandenen Stromlücke fragen. Kerkraftwerk AUS, bedeutet AUS. Da geht nix mehr. Bei den Kohlekraftwerken ist das anders. Die Versorger nehmen die Kraftwerke offiziell vom Netz, während die Netzbetreiber die selben Krafwerke in ihre Ophut nehmen (Kalt- und Notreserve) und bei Bedarf anfahren lassen. Die “Netzstützanlagen” bezahlt man dann über die Netzentgelte. Versorger und Netzbetreiber sind beide fein raus ! Der Dumme ist der Verbraucher.

Stefan Weyhenmeyer / 11.01.2022

man sollte mal darüber schreiben, wie sich die Energieversorger in den letzten Jahren aufgestellt haben. Die sind ja nicht blöd. Erstens wollen die Strom verkaufen. Und zweitens werden sie sich die Ausfallsicherheit von der Bundesregierung bezahlen lassen.

Bernhard Ferdinand / 11.01.2022

Herr Stobbe, vielen Dank für ihre unermüdliche Anstrengung etwas Licht in die Grundlagen des   Strommarktes zu bringen. Eine Anregung : die Schnapsidee ahnungsloser Zeitgenossen lässt sich diesen am einfachsten mit dem agorameter/chart/power_generation klarmachen. Die „renewable Stromerzeuger“ Wasserkraft, Solar, Wind und Biomasse einstellen und staunend in die tiefen Abgründe der „erneuerbaren“ Stromerzeuger blicken lassen. Und in andere Abgründe: ca. 50% des dt. GDP wird durch den Außenhandel generiert – Weltrekord. 75% des Stroms verbrauchen Industrie, Handel und Gewerbe,  die diesen Rekord ermöglichen. Drosselt man in diesen Bereichen den Stromverbrauch, drosselt man unmittelbar das GDP und mittel- langfristig vertreibt man die Industrie.

Richard Rosenhain / 11.01.2022

@ S.Wietzke: „ Wind und PV stellen im globalen Energiesystem eine Senke, also einen Verbraucher dar.“ Die Vermutung ist naheliegend, nur habe ich nie eine brauchbare Quelle dafür gefunden. Die niedrigsten Erntefaktoren, die ich gesehen habe, sind zwar unterirdisch, aber allesamt immer noch größer als eins. Für eine brauchbare Quelle, die Ihre Aussage belegt, wäre ich dankbar.

Ludwig Luhmann / 11.01.2022

Die sog. “erneuerbaren” bzw. “regenerativen” Energien gibt es nur in der Villa Kunterbunt.—- Der Dumpfheit à la Pippi Langstrumpf sollte man wenigstens dadurch entgegentreten, dass man Wörter wie “erneuerbar” oder “regenerativ” in Anführungszeichen setzt.

Thomas Brox / 11.01.2022

@ S.Wietzke. Es wäre ganz toll, wenn Sie ihren Verdacht auch belegen könnten, etwa mit einer Quellenangabe. Ich habe im Internet nichts gefunden. Die Sache ist physikalisch schwierig, und wird von der EU/deutschen Politik unterdrückt. ++ Ich habe auch den Verdacht, dass bei PV und Windrädern die Energieernte in einem miserablen Verhältnis zum Energieverbrauch für die Erzeugung der Anlagen steht. Bei der Erzeugung zählt die gesamte Prozesskette: Rohstoffe, Fertigung, Logistik, Aufbau, Anschluss, Wartung, Entsorgung. Das Verhältnis könnte kleiner 1 sein, also Senke. Das meinen Sie doch? Hierbei sind noch zwei weitere Energiesenken mitzurechnen: (1) Der Energieverbrauch für die notwendigen Energiespeicher, da ja Zufallsstrom erzeugt wird. Also z.B. für Li-Ionen Akkus. (2) Die notwendigen konventionellen Backup-Kraftwerke, wegen Netzstabilität und zum Anstarten der “Erneuerbaren” nach einem Stillstand. Dieser Punkt ist extrem schwierig zu bewerten.

Thomas Brox / 11.01.2022

@ Dr. Thomas Dörfler. “Ich vermisse hier eine Info, dass am ... ”  Im Artikel ist ein Link eingebettet, und zwar in dem Satz: “Ein sehr erhellender Artikel zur Konsequenz der Abschaltungen der drei Kernkraft- und vier Braunkohleblöcke zum Beginn des Jahres 2022.” Hier finden Sie eine genaue Auflistung welche Kraftwerke mit welcher Leistung wann genau abgeschaltet werden, samt den unerfreulichen Konsequenzen. Unter anderem wird dargestellt, welche physikalischen und ökonomischen Konsequenzen es hat, elektrische Energie in Form von Wasserstoff zu speichern - alleine die massiven Tanks kosten Unsummen fressen bei der Herstellung gewaltig Energie.

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