Rüdiger Stobbe / 16.11.2021 / 10:00 / Foto: Doenertier82 / 13 / Seite ausdrucken

Woher kommt der Strom? Woche 44 – Starke Stromschwankungen

Bis 2030, bis 2045 ist das Ausbauvolumen regenerative Stromerzeugung plus notwendiger Wasserstoffspeicher viel zu anspruchsvoll. Anders gesagt: Das mit der Energiewende = CO2-neutral wird nichts.

Die 44. Analysewoche (Abbildung) bot zu Beginn noch viel Windstrom auf. Dann ging es bergab. Am Mittwoch konnte nur noch etwa 1/6 der Stromerzeugung von Montag registriert werden. Dass die konventionelle Stromerzeugung (Abbildung 1) da nicht mitkam, verwundert nicht. Die Konventionellen bullerten bereits, was das Zeug hielt. Da fragt sich der Leser dieser Kolumne schon, wo der Strom herkommen soll, wenn Kernkraft- und Kohlekraftwerke abgeschaltet sind. Auch eine Verdreifachung der Wind- und PV-Stromerzeugung würde nicht ausreichen, um den Strombedarf zu decken. Und ob unsere Nachbarn genügend Strom zur Verfügung hätten, um das größte Industrieland Europas zusätzlich mit Strom zu versorgen, wage ich zu bezweifeln. Immerhin funktionierte es in der 44. Woche 2021 (Abbildung 3). Dass für den Importstrom Höchstpreise hingelegt werden mussten, versteht sich (Abbildung 2). Am 2. und 3.11.2021 zahlten die deutschen Stromkunden 18,85 Mio. € an die europäischen Nachbarn. Der mittlere Importpreis lag bei 201,68 €. Schweden, Polen und Dänemark verkauften nahezu durchgehend Strom nach Deutschland und erzielten gute Erträge.

Aber auch Norwegen, das Land, welches neben Belgien bei Agora leider noch nicht integriert ist, Norwegen also, die Batterie Deutschlands, kassiert gut 10 Mio. € für nach Deutschland exportierten Strom. Diese Daten wurden von smard.de geliefert. Die Schweiz, die bis vor kurzem mit ihrem Stromexport nach Deutschland richtig gutes Geld verdient hat, die Schweiz muss in der kalten Jahreszeit Strom hinzukaufen, um die Versorgung der Schweizer Bürger und Wirtschaft sicherzustellen. Was durchaus nicht bedeutet, dass man an Tagen, an denen Deutschland Strom fehlt, wobei dieser Strom dringend gebraucht wird, nicht Strom abzwackt und zu Höchstprisen verkauft wird. So bleiben am 8. und 9.11.2021 wenigstens gut 379.000 € hängen. Insgesamt aber kauft die Schweiz in der 44. Woche 128 GWh Strom von Deutschland und bezahlt unter dem Strich knapp 13,5 Mio. €. Im Winter benötigt die Schweiz Strom, welcher bisher auch von Deutschland geliefert wurde. Weshalb das so ist, lesen Sie unter Abbildung 10.

Am Donnerstag zieht die Windstromerzeugung über Tag stark an. Am Freitag gibt es eine kleine Delle. Samstag und Sonntag kommt es nochmals zu einer Steigerung der Windstromerzeugung, sodass das Preisniveau rapide fällt, der Strom am Sonntag zeitweise – von 2:00 bis 6:00 Uhr – sogar fast verschenkt werden muss. Am Wochenende lag der mittlere Exportstrompreis bei 55,26 €. In den 5 Tagen vorher waren es 154,02 €. Wer daraus schließt, dass die regenerative Stromerzeugung günstig sei, verwechselt womöglich die Stromgestehungskosten mit den Preisen, die Stromkunden zahlen müssen. 55 € für regenerativ erzeugten Strom reichen unter dem Strich wahrscheinlich nicht aus, um die vom EEG versprochenen Erträge für die Regenerativstromerzeuger darzustellen. Noch mehr regenerative Stromerzeugung würde die Preise noch weiter absenken, und die Subventionsmaschine EEG müsste voll anlaufen. Da nutzen regenerative Stromgestehungskosten von 20 bis 40 €/MWh (2 bis 4 Cent/kWh) nicht viel.

Das mit der CO2-Neutralität wird nichts

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine regenerative Stromerzeugung wie am Dienstag und Mittwoch der 44. Analysewoche sicher auch bei einer Verdreifachung Wind- und PV-Strom nicht ausreichen würde. Eine solche Verdreifachung hätte allerdings am Samstag und Sonntag eine erhebliche regenerative Strom-Überproduktion zur Folge. Das Preisniveau fiel in den negativen Bereich. Speichern, ja speichern des überschüssigen Stroms nach einer Verdreifachung der regenerativen Stromerzeuger Wind und Solar wäre eine Möglichkeit. Ich bezweifle allerdings, ob die etwa 2,8 TWh, die vom Freitag bis zum Sonntag (Abbildung 7) als Überschuss anfielen, einfach so zu speichern wären. Nun gut, die Verdreifachung ist aktuell rein theoretisch, die Speichermöglichkeit ebenfalls. Bis 2030, bis 2045 ist das Ausbauvolumen regenerative Stromerzeugung plus notwendiger Wasserstoffspeicher noch viel anspruchsvoller (Abbildung 5). Anders gesagt: Das mit der Energiewende = CO2-neutral wird nichts. Die daran glauben, haben keine Ahnung von dem technischen und dem ressourcenmäßigen und Aufwand, der getrieben werden muss, um solch ein Vorhaben auch nur annähernd umzusetzen. Hinzu kommt notwendige Manpower. Heute findet man ja nicht mal einen Handwerker, der nach angemessener Wartezeit ein Dach reparieren kann. Lesen Sie auch die Kurzanalyse des Klimaschutzprogramms der Grünen, das in Sachen Umsetzbarkeit der grünen Ideen ein „Traumprogramm“ ist. (Abbildung 8).

Die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und der daraus generierte Chart liegen unter Abbildung 4 ab. Es handelt sich um Werte der Nettostromerzeugung, den „Strom, der aus der Steckdose“ kommt, wie auf der Website der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Der höchst empfehlenswerte virtuelle Energiewende-Rechner (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.) ist unter Abbildung 5 zu finden. Ebenso wie der bewährte Energierechner.

Die Charts mit den Jahres- und Wochenexportzahlen liegen unter Abbildung 6 ab. Abbildung 7 beinhaltet die Charts, welche eine angenommene Verdopplung und Verdreifachung der Wind- und Solarstromversorgung visualisieren. Bitte unbedingt anschauen. Vor allem die Verdopplung. Abbildung 8 weist auf einen Artikel hin, der sich mit dem Klimaschutz-Sofortprogramm der Grünen befasst, welches durchgesetzt werden soll, wenn die Partei Regierungsmitglied wird. Abbildung 9 zeigt einen Vortrag von Professor Brasseur von der TU Graz. Der Mann folgt nicht der Wissenschaft. Er betreibt Wissenschaft.

Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche ab 2016 in den Tagesanalysen. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vieles mehr. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Überhaupt ist das Analysetool stromdaten.info ein sehr mächtiges Instrument, welches nochmals erweitert wurde:

  • Strom-Import/Export: Die Charts
  • Produktion als Anteil der installierten Leistung
  • Anteil der erneuerbaren und konventionellen Erzeugung am Bedarf
  • Niedrigster, höchster und mittlerer Strompreis im ausgewählten Zeitraum

sind Bestandteil der Tools „Stromerzeugung und Bedarf", „Zeitraumanalyse“ sowie der Im- und ExportanalyseCharts & Tabellen. Schauen Sie mal rein und analysieren Sie mit wenigen Klicks. Die Ergebnisse sind sehr erhellend.

Abbildung 10 bringt einen Artikel der Schweizer Weltwoche, der sich mit dem Strombedarf der Schweiz befasst. Wir danken der Weltwoche und empfehlen sie ausdrücklich. 

Tagesanalysen

Montag, 1.11.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 55,34 Prozent, davon Windstrom 41,17 Prozent, PV-Strom 3,5 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,67 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der Wochenanfang liefert so viel Windstrom, dass der Preis glatt Richtung Keller rutscht. Zum Vorabend steigen die Preise, sodass Deutschland unter dem Strich 3,67 Mio. € einnimmt. Die Konventionellen führen optimal nach. Der Handelstag. Die Schweiz und Österreich importieren Strom. Der ist nötig, um die Versorgung ihrer Länder sicherzustellen. 

Dienstag, 2.11.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 28,55 Prozentdavon Windstrom 12,22 Prozent, PV-Strom 5,52 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,81 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Die Windstromerzeugung sinkt massiv. Es tut sich eine gewaltige Stromlücke auf. Die Konventionellen wollen diese nicht komplett schließen. Sie hoffen auf hohe Preise, die sie „mitnehmen“ können. Pünktlich zum Beginn der Stromlücke ziehen die Preise an. Der Handelstag zeigt, wer gutes Geld verdient. Österreich gehört nicht dazu. Deutschland bezahlt heute 9,2 Mio. € an seine Nachbarn. 

Mittwoch, 3.11.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 21,61 Prozentdavon Windstrom 6,8 Prozent, PV-Strom 4,13 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,68 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der Mittwoch spiegelt den Vortag. Die Konventionellen bullern kräftig, schließen die Strom-Versorgungslücke aber nicht. Das Preisniveau liegt etwas niedriger als am Dienstag. Der Handelstag. Deutschland bezahlt heute 9,65 Mio. € an seine Nachbarn. 

Donnerstag, 4.11.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 36,21 Prozentdavon Windstrom 24,69 Prozent, PV-Strom 1,65 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,87 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der Donnerstag wartet mit einem Windstromanstieg auf. Dennoch kommt es am Morgen zu einer Stromlücke, die mit Tageshöchstpreisen geschlossen wird. Zum Abend reichen regenerativ erzeugter Strom plus sinkende konventionelle Stromerzeugung aus, um gute Preise einzufahren. Der Handelstag. Heute nimmt Deutschland 9,65 Mio € ein.

Freitag, 5.11.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 41,45 Prozent, davon Windstrom 28,78 Prozent, PV-Strom 3,05 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,62 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Eine leichte Windstrom-Delle führt nicht zu einer Strom-Versorgungslücke. Das, obwohl die PV-Stromerzeugung sehr gering ist. Da reicht, die konventionelle Erzeugung dank viel Pumpspeicherstrom aus, um den deutschen Bedarf komplett zu decken. Heute wird Strom unter dem Strich exportiert. Zu hohen Preisen. Vor allem Frankreich, die Schweiz und Österreich zahlen viel für den Strom, den sie brauchen. Heute nimmt Deutschland 17,54 Mio € ein.

Samstag, 6.11.2021: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 58,24 Prozent, davon Windstrom 43,27 Prozent, PV-Strom 5,13 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,84 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Wie immer zu Beginn des Wochenendes sinkt der Bedarf. Heute steigt die Windstromerzeugung und führt zu stark fallendem Preisniveau. Der mittlere Strompreis liegt bei 77 €/MWh. Die Konventionellen fahren die Stromerzeugung herunter. Der Handelstag. Heute nimmt Deutschland 11,82 Mio € ein.

Sonntag, 7.11.2021: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 68,77 Prozent, davon Windstrom 55,72 Prozent, PV-Strom 3,64 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,41 Prozent. Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der bedarfsarme Sonntag in Kombination mit starker regenerativer Erzeugung führt zum Preisverfall. Zeitweise Richtung Null €/MWh. Der mittlere Preis pro MWh liegt bei 35 €. Die Konventionellen fahren so weit –  bis 20 GW – herunter, wie es wegen der Netzstabilität möglich ist. Ab 14:00 Uhr aber zieht auch die konventionelle Erzeugung wieder an. Zum Nachmittag/Vorabend/Abend lässt sich gut Geld verdienen. So auch heute. Zwar auf niedrigem Niveau, doch das reicht. Der Handelstag. Heute nimmt Deutschland 6,71 Mio € ein.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr. Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

 

Rüdiger Stobbe betreibt seit über 5 Jahren den Politikblog www.mediagnose.de.

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netiquette:

Stanley Milgram / 16.11.2021

Wenn man vom Wetter abhängig ist, dann kann man doch alle Hoffnung fahren lassen. Und das jetzige Wetter ist NICHT gut.

Gus Schiller / 16.11.2021

Ich freue mich auf die Analyse der Tage 12.  bis 17.11.21. Über Norddeutschland dichte Wolkendecke. Es wir kaum hell. Normal im November. Allerdings: kein bisschen Wind. Die Stromzuköufe aus den Nachbarstaaten müssen Rekordniveau haben.

Klaus Keller / 16.11.2021

Ergänzung für Leute in Notlagen:  PARIS (dpa-AFX) - Frankreichs staatlicher Stromversorger EDF will angesichts steigender Energiepreise künftig komplett darauf verzichten, säumigen Kunden den Strom abzudrehen. Stattdessen soll die Stromzufuhr gedrosselt werden, wie EDF am Freitag mitteilte. Mit der verminderten Leistung funktionieren demnach Licht, ein kleiner Kühlschrank, Handy- und Computerladegeräte sowie ein Fernseher gleichzeitig. Wäschetrockner, Ofen oder elektrische Heizung hingegen bleiben aus. - Im Winter dürfen Anbieter ihren Kunden in Frankreich schon lange nicht mehr den Strom abstellen. EDF will diese bisherige Schonfrist nun aufs ganze Jahr ausdehnen. Damit wolle man auch Ängsten vor dem Hintergrund stark gestiegener Energiepreise begegnen, erklärte EDF-Chef Jean-Bernard Lévy. Zuvor kam es nach EDF-Angaben jährlich in Frankreich rund 200 000 bis 300 000 Mal vor, dass Menschen der Strom abgestellt wurde, davon 100 000 Mal bei EDF-Kunden.—Nach meiner Kenntnis kann die EDF mit Smartmetern die Stromstärke begrenzen und man hat früh damit begonnen sie massenweise zu montieren. PS EDF gehört zu ca 83% dem Staat. Die Aktie ist nicht allzu teuer. Frankreich will beim Aktienkauf 0,3% Transaktionssteuer und später 30% der Dividende. PPS Am 31.12.21 endet in D die Laufzeit von 3 Kernkraftwerken (Grohnde, Gundremmingen Block C, Brokdorf) mit ca 4250 MWe. Die letzten 3(Isar 2,  Emsland, Neckarwestheim 2) folgen 12/22. Ob es mit der fdp doch noch eine Verlängerung der Laufzeit geben wird? Ich vermute der fdp ist die Laufzeit der Koalition wichtiger als die der Kernkraftwerke, womit sie ja nicht allein ist. Die Deutsche Lösung für Kunden die nicht zahlen können ist eher der Steuerzahler. Auch eine Art Smartmeter, der allerdings kaum reagiert.

Peter Jkoljaiczek / 16.11.2021

Wenn in Deutschland aus den verschiedensten Trägern 3.300 TWh / Jahr Primärenergie erzeugt , wovon nach Verlusten etwa 2.500 TWh endverbraucht werden, stellt sich die Frage: Wie in Gottes Namen will man die regenerativen Quellen von jetzt 500 TWh auf 3.300 TWh / Jahr ausbauen und dabei gleichzeitig grundlastfähige Generatoren aufrechterhalten? Es ist einfach Schwachsinn zu glauben oder zu behaupten, dass wir unseren Energiebedarf ohne fossile Brennstoffe im Geringsten bedienen/decken können. Das Fraunhofer Institut macht da wunderschöne Tabellen bis 2045, in denen alles magisch per Gedankenkraft sich vermehrt oder reduziert, je nach Wunsch. Aus den 3.300 TWh werden durch magisches Winken 1.850 TWh und gleichzeitig wird sich die installierte Leistung and Solar und Wind versiebenfachen !!!! Papier ist geduldig.

Rainer Nicolaisen / 16.11.2021

Na, großmaßstäbliche Wasserstoffspeicherung?  Da sage ich als Chemiker Nein Danke!

Günter H. Probst / 16.11.2021

Die maoistischen Grünen haben es sich mit den kosmischen Mächten verscherzt. Oder ist es Zufall, daß der Wind im Laufe der Arbeitswoche abflaut und am Wochende auffrischt? Allerdings scheinen die Wähler den Maoisten zu folgen: Strom on demand! Hier gab es kürzlich einen witzigen Vorfall: Ein sromsensibler Mieter ließ um Mitternacht seine Waschmaschine laufen. Den Schleudergang hörte man im ganzen Haus, und schmiß die anderen Mieter aus den Betten. Dem Stromsensiblen wurde nichts Gutes angedroht.

Thomas Brox / 16.11.2021

“Bis 2030, bis 2045 ist das Ausbauvolumen regenerative Stromerzeugung plus notwendiger Wasserstoffspeicher noch viel anspruchsvoller (Abbildung 5). Anders gesagt: Das mit der Energiewende = CO2-neutral wird nichts.”  Ich habe versucht Abbildung 5 mit Kosten zu bewerten. ++ (1) Die Summe der gewünschten Strommengen über die Spalten ergibt maximal 1500 TWh, ersetzt werden müssen 1800 TWh. Die Autoren haben also gleich mal 300 TWh weggelassen (Rationierungen, Lastabwürfe). ++ (2) Ich nehme die Spalte mit 500 TWh onshore. Bedarf 285.000 MW Nennleistung. Ich nehme 2,5 Millionen Euro Investitionskosten pro 1 MW Nennleistung an (mit allem drum und dran). Ergibt 285.000 * 2,5 Mio = 712.500 Mio Euro = 712,5 Milliarden Euro. (3) Die offshore Spalte zeigt einen Bedarf von 106.000 MW Nennleistung an. Ich nehme 4 Millionen Euro Investitionskosten pro 1 MW Nennleistung an. Ergibt 106.000 * 4,0 Mio = 424.000 Mio Euro = 424 Milliarden Euro. (4) Die PV zeigt einen Bedarf von 3.004 Millionen m² zur Erzeugung der Nennleistung an. Ich nehme 320 Euro pro m² an (mit Montage). Hierbei ist ein Speicher (Batterie) nicht(!!) enthalten. Ergibt 3.004 Millionen * 320 = 961.300 Millionen Euro = 961,3 Milliarden Euro. ++ (4) Die Summe (2), (3), (4) ergibt 2097,8 Milliarden Euro, also rund 2100 Milliarden Euro!! ++ Man kann über die angenommenen Kosten pro 1 MW bzw. m² lang herum diskutieren. Es sind Zahlen aus dem Internet, die mir plausibel erschienen sind. Es ist zu beachten, dass die Baupreise ziemlich gestiegen sind (habe ich nicht berücksichtigt!), und dass bei einem Windrad die Gesamtkosten bis Inbetriebnahme viel höher sind als der Kaufpreis ab Werk. Die Zahlen sind als grobe Abschätzung zu betrachten, es geht um die Größenordnung. ++ Fazit: Die Kosten zeigen den kompletten Schwachsinn und die dreiste Lüge der Energiewende an. Das ist das Ergebnis einer schmarotzenden, inkompetenten staatlichen Planwirtschaft - ein lebensfremder, leistungsloser, haftungsfreier Behördenapparat.

Dr. Joachim Lucas / 16.11.2021

Natürlich wird das grüne Traumprogramm nix, aber es reicht aus, alles kaputtzumachen. Daran arbeiten sie sehr erfolgreich.

Joachim Krone / 16.11.2021

Mich stören schon diese orwell-sozialistischen Wortschöpfungen: regenerativ, erneuerbar; da ist gar nichts regenerativ oder erneuerbar, der Atommeiler “Sonne” - welcher Wind- und Solarenergie liefert - brennt, bis er alle ist, wie alle Atommeiler dieses Universums. Das gleiche gilt für den Erdkern, der durch Geothermie-Abzwackungen auch nicht wärmer wird.

Michael Hofmann / 16.11.2021

Hat sich schon mal einer Gedanken gemacht über den zu Hauf anfallenden Sauerstoff bei der Elektrolyse von Wasser .Es handelt sich hier um ein Gefahrgut der Klasse 2, UN-Nummer 1072 ? Da droht Gefahr!!

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