Rüdiger Stobbe / 26.02.2019 / 10:00 / Foto: Doenertier82 / 28 / Seite ausdrucken

Woher kommt der Strom – und der Unsinn? 7. Woche

Von Rüdiger Stobbe.

Grüne besitzen hohe Kompetenz in Sachen Umwelt. So der Glaube vieler Bundesbürger. Da lässt ein Interview mit Katrin Göring-Eckardt aufhorchen, in dem sich die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag zum umstrittenen Projekt Nord-Stream 2 im Speziellen und zur Umsetzung der Energiewende im Allgemeinen äußert, dazu mehr am Ende des Beitrags. Doch zunächst die Tagesanalysen.

Die Woche begann gut für die Erneuerbaren. Dann fiel die Stromproduktion durch Wind und Sonne, durch Biomasse und Wasserkraft insgesamt ins Mittelmaß. Hier die Tabelle, aus denen alle Charts erstellt werden. Auch die Wochenübersicht. Den Stromerzeugungsverlauf rufen Sie hier auf.

Sonntag, 10.2.2019: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 67,79 Prozent

Die zufriedenstellende – aber bei weitem nicht für eine Gesamtversorgung Deutschlands ausreichende – Stromerzeugung vor allem durch Windkraftwerke an den beiden letzten Tagen der vergangenen Woche, setzte sich fort. Über eine Terawattstunde (TWh) Strom durch Erneuerbare gesamt ist in Ordnung. Das entspricht einem Anteil von gut 81 Prozent am Nettostrombedarf. Den Tagesverlauf der Stromerzeugung rufen Sie hier auf. Das schöne Winterwetter mit steigenden Temperaturen mit immer weniger werdendem Wind ließ die Windstromerzeugung absinken. Sonnenstrom war für die Jahreszeit gut.

Montag, 11.2.2019Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 58,76 Prozent

Wieder mehr als eine TWh Strom durch die Erneuerbaren. Der prozentuale Anteil sinkt allerdings, weil an einem Montag der Strombedarf größer ist als am Wochenende. Hier der Tagesverlauf der Stromerzeugung.

Dienstag, 12.2.2019Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 39,66 Prozent

Heute der Rückgang der Windstromerzeugung im Verlauf des Tages. Sonnenstrom gleicht aus. Zum Abend steigt der Strom erzeugt durch Windkraft wieder an. Insgesamt aber bezogen auf die Bruttostromerzeugung ein Rückgang von knapp 20 Prozentpunkten.

Mittwoch, 13.2.2019: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 40,78 Prozent

Die Hälfte des Strombedarfs in Deutschland wird durch die Erneuerbaren bereitgestellt. Zum Tagesbeginn mehr, zum Tagesausklang weniger. Dieser Rückgang setzt sich am Donnerstag fort.

Donnerstag, 14.2.2019: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 29,75 Prozent

Es weht kaum Wind, aber die Sonne scheint auf die Solarpaneele. Richtig schönes Wetter. Nicht für die Windmüller. Der Tiefpunkt der Erneuerbaren dieser Woche ist erreicht. Zum Glück ist es nicht bewölkt. Sonst sähe es fast aus wie am 24.1.2019.

Freitag, 15.2.2019: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 34,19 Prozent

Reichte gestern die konventionell erzeugte Stromreserve noch aus, wird sie heute fast komplett aufgebraucht. Zweimal gegen 7:00 Uhr und gegen 17:00 Uhr. Aber sie reicht. Gegen Abend kommt Wind auf. Die Schwächeperiode der Erneuerbaren ist diese Woche vorbei.

Samstag, 16.2.2019Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 46,36 Prozent

Die Winddelle zwischen 11:00 und 16:00 Uhr wird durch die stark scheinende Sonne aufgefangen. Zum Abend kommt etwas Wind auf, doch die Aussichten sind trübe. Nein, eben nicht trübe. Das Wetter bleibt schön. Es sieht in der kommenden Woche nicht besonders gut aus für die Wind- und Sonnenstromerzeugung.

Grüne Sprüche auf dem Prüfstand

Es sind steile Aussagen, die Katrin Göring Eckardt als eine der in Sachen Energiewende angeblich kompetenten Grünen im Interview mit  DIE WELT von sich gibt: 

„Es gibt keine Notwendigkeit, russisches Gas durch amerikanisches Fracking-Gas zu ersetzen. Wir brauchen es nicht. Bis 2030 könnten wir übrigens gänzlich erdgasunabhängig von Russland werden, wenn wir nur jedes Jahr drei Prozent unserer Gebäude energetisch sanieren und die Energiewende konsequent umsetzen.“ 

Etwas weiter behauptet Frau Göring-Eckardt: 

„Europa könnte unabhängig sein von Energieimporten und bis 2050 sogar zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umgestellt sein. Auf ihre Frage zum Verhältnis zu Russland und den USA sage ich als Transatlantikerin: Wir können unmöglich unsere Verbündeten in Osteuropa, in Polen, in den baltischen Staaten vergrätzen. Die haben riesige Sorge.“ Noch weiter unten meint sie: „Trotz des Atomausstiegs exportieren wir nach wie vor mehr Strom als wir importieren. Deswegen können wir auch den Kohleausstieg vorantreiben, ohne dass jemand befürchten muss, das Licht gehe aus. Die Entwicklungspotenziale der Erneuerbaren geben das her. [...] Kraftwerke mit fossilen Energieträgern bremsen die erneuerbaren immer noch aus. Weil Kohlekraftwerke das Problem haben, dass sie nicht so schnell hoch- und runterfahren können, geben sie den Takt für Sonne und Wind vor. Richtig ist: Wir sind insgesamt einer der größten Stromexporteure in Europa und wir können zu jeder Zeit den Strom bereitstellen, den wir brauchen".

Katrin Göring-Eckardt verwechselt Ursache und Wirkung: Den Takt geben Wind und Sonne vor. Die fossilen Kraftwerke müssen je nach Stromaufkommen durch Wind- und Sonnenkraftwerke konventionellen Strom zusteuern oder runtersteuern. Runtersteuern bedeutet, erzeugten Reservestrom, der nicht gebraucht wurde, zu verkaufen. Zusteuern heißt, konventionellen Strom beim Nachlassen von Wind und/oder Sonnenstromerzeugung bedarfsgerecht zu ergänzen.

Es muss deshalb immer eine Stromreserve konventionell erzeugt werden, die bei Nichtinanspruchnahme verkauft wird. Wären genügend Stromleitungen in den Süden des Landes vorhanden, könnte dieser Strom auch dorthin verbracht und verbraucht werden. Ob dafür Abermilliarden Euro plus das Zerschneiden des Landes mit einer ein Kilometer breiten Trasse bzw. einer 30 m breiten unterirdischen – heißen – Stromführung sinnvoll sind, sei dahingestellt. Denn: Der Stromexport 2018 betrug mit 53,5 TWh knapp 10 Prozent der Gesamtstromerzeugung brutto. Realistisch betrachtet ist das der Preis, der gezahlt werden muss, wenn volatile, sprich stark schwankende Stromerzeugung durch Wind- und Sonnenkraftwerke politisch gewünscht ist. Nicht vergessen werden sollte, dass 2018 auch 9,1 TWh Strom importiert wurden. Davon 8,3 TWh aus Frankreich.

Kurz: Katrin Göring-Eckardt hat keine Ahnung.

Auch wenn der "Kohlekommissions-Experte" und Bündnisgrüne Rainer Priggen im Deutschlandfunk vom 28.12019 (Kontrovers) etwas anderes behauptet. Herr Priggen fabuliert (Motto: Frisch behauptet ist schon fast bewiesen!) wie Katrin Göring-Eckardt ebenfalls von Deutschland als gigantischem Stromexporteur. Er impliziert dabei hohe Überschüsse an Wind- und Sonnenstrom. Die bisherigen Analysen dieser Kolumne belegen etwas ganz Anderes. Angenommen, der insgesamt exportierte Strom 2018, die 53,50 TWh konventioneller Reservestrom hätten verlustfrei so gespeichert werden können, dass dieser Strom überall und jederzeit zur Verfügung gestanden hätte:

  • Es hätte kein Strom – 8,3 TWh aus Frankreich, 0,8 TWh aus Schweden - importiert werden müssen.
  • Die verbleibenden 44,4 TWh hätten die konventionelle Stromerzeugung reduziert. Die Öl-, Gas- und „Andere" Stromerzeugung könnte z. B. wegfallen. Oder Teile der Kohle bzw. Kernenergiestromerzeugung. Oder ein Mix aus allem. Auf jeden Fall wären noch etwa 280 Terawattstunden konventioneller Strom nötig gewesen, um den Bedarf in Deutschland zu decken. Was in etwa der Kohle- und Kernenergiestromerzeugung 2018 entspricht. Egal ob der Strom über Trassen direkt oder verzögert mittels Stromspeicher verbraucht würde.

Damit ist sonnenklar: Die konventionelle Stromerzeugung kann niemals komplett wegfallen. Auch wenn es Stromspeicher mit einer Kapazität von insgesamt gut 5 Gigawatt gäbe, um den erzeugten Reservestrom komplett aufzunehmen. Welche Dimensionen solche Speicher nach heutigem Stand der Dinge hätten, wie viele davon gebraucht würden, davon demnächst mehr.

Katrin Göring-Eckardt will kein Gas aus Russland, sie will kein Flüssiggas aus den USA, sie will keine Kohlekraftwerke. Und Kernenergie will sie sowieso nicht. Sie glaubt wirklich, bis 2050 würden Biomasse, Wasserkraft, Wind und Sonne regelmäßig so viel Strom hergeben, um den Bedarf des Industriestandorts Deutschland zu decken. Weil bis dahin die Erneuerbaren auf 100 Prozent "ausgebaut" seien. Frau Göring Eckardt weiß offensichtlich nicht, dass die Wind-Sonnenstrom-Kapazitäten bereits heute über 50 Prozent betragen. Sie liefern im Jahresdurchschnitt aber nicht mal 30 Prozent des Stroms. An manchen Tagen nicht mal 10 Prozent. Am 24.1.2019 mit 4,2 Prozent nicht mal 5 Prozent. Da musste sogar Strom netto importiert werden. Kurz: Katrin Göring-Eckardt hat keine Ahnung.

Michael Stürmer schreibt dagegen in DIE WELT:

Kohle ist out, Nuklear ist des Teufels, auf Wind und Sonnenschein ist kein Verlass, sonstige Energiequellen sind eher marginal und werden noch lange so bleiben. Eine neue Physik, eine neue Chemie steht nicht in Aussicht. Der Industriestandort Deutschland schafft sich ab, wenn nicht neue Energiemärkte einen Weg in die Zukunft eröffnen. Die Lösung heißt LNG (Liquefied Natural Gas).

Oder eben sonstiges Erdgas, wie sogar Greenpeace/Energy Brainpool bereits 2017 erkannt haben. Hier die Zusammenfassung der Studie. Ob sich der gewaltige Aufwand allerdings rechnet: Wahrscheinlich nicht. Nicht mal für’s Klima: Auch Gasverbrennung erzeugt CO2.

Und hier noch die im vorangegangenen Beitrag versprochenen aktuellen Daten Im-, Exportstrom. Am 24.1.2019 musste mehr Strom im- als exportiert werden. Deutschlands Stromerzeugung reichte allein nicht aus, um den Bedarf zu decken.

Es gibt ab sofort ein Inhaltsverzeichnis zu dieser Kolumne.

Rüdiger Stobbe, betreibt seit 3 Jahren den Politikblog www.mediagnose.de. Seit knapp einem Jahr beobachtet er dort die Stromerzeugung in Deutschland.

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mietsch / 26.02.2019

Mag sein, dass mein Aluhut heute wieder sehr eng sitzt, aber ich prophezeie, dass die Veröffentlichung solcher Zahlen in gar nicht ferner Zukunft durch geeignete Maßnahmen im Internet unterbunden oder aber die Veröffentlichung als Gefährdung der Sicherheit Deutschlands (das was davon noch übrig sein bleibt) eingestuft wird.

Karla Kuhn / 26.02.2019

“Katrin Göring-Eckardt will kein Gas aus Russland, sie will kein Flüssiggas aus den USA, sie will keine Kohlekraftwerke. Und Kernenergie will sie sowieso nicht. Sie glaubt wirklich, bis 2050 würden Biomasse, Wasserkraft, Wind und Sonne regelmäßig so viel Strom hergeben, um den Bedarf des Industriestandorts Deutschland zu decken. Weil bis dahin die Erneuerbaren auf 100 Prozent „ausgebaut“ seien. Frau Göring Eckardt weiß offensichtlich nicht, dass die Wind-Sonnenstrom-Kapazitäten bereits heute über 50 Prozent betragen. Sie liefern im Jahresdurchschnitt aber nicht mal 30 Prozent des Stroms. An manchen Tagen nicht mal 10 Prozent. Am 24.1.2019 mit 4,2 Prozent nicht mal 5 Prozent. Da musste sogar Strom netto importiert werden. Kurz: Katrin Göring-Eckardt hat keine Ahnung.”  Ich konnte nicht warten, ich mußte gleich lesen, was die “begnadete” Strom/Energie Expertin Göring Echardt wieder ausgestoßen hat.  Ja, ja, nicht alle können so helle Kerzen auf der Torte sein.  Eigentlich würde mich das alles kalt lassen, denn ich weiß, WAS ich zu erwarten habe:ABER, daß ich solche Leute auch mit alimentieren MUß, läßt mich eben NICHT kalt !!  Ich habe zwei gute Ausbildungen mit sehr gutem Abschluß, WARUM bin ich nicht Politikerin geworden ? Ich könnte heute mit dieser Rente/Pension täglich in Schampus baden.

Michael Jansen / 26.02.2019

Schön, dass hier im Artikel auch mal erwähnt wird, wie man sich eine Erdkabel-Trasse von Nord- nach Süddeutschland vorzustellen hätte. Als bei uns in der Gegend (Südniedersachsen) von den ersten Südlink-Planungen mit mindestens 80 Meter hohen Masten die Rede war, bildeten sich sofort in jedem Ort Bürgerinitiativen, die die angeblich dramatischen gesundheitlichen Risiken und die Verschandelung der Landschaft thematisierten und das Motto “Pro Erdkabel!” vor sich hertrugen. Da dachte ich mir, man müsse doch den Herrn Google mal zu Rate ziehen, wie so eine Erdkabeltrasse wohl aussieht, denn es drängte sich mir der Verdacht auf, den Propangandisten des Erdkabels scheine so etwas wie das Verlegen eines Stromkabels am Straßenrand in einem ein Meter tiefen und breiten Graben vorzuschweben (tatsächlich gab es solche Abbildungen auf einigen Internetseiten von Bürgerinitiativen). Dann folgte nach dem Blick auf Google mein großes Erstaunen: für eine Erdkabeltrasse muss man die Landschaft auf etwa 40 Meter Breite drei Meter tief aufreißen, das alles quer durch Wälder und Felder und darauf darf später kein Baum mehr stehen. Meine erste Idee daraufhin: “Wenn da die ersten Bagger kommen, dann schmeißen die Oberleitungsgegner ihre alten Pro-Erdkabel-Transparente weg und malen neue gegen die Verlegung in der Erde”. Und siehe da, es greift tatsächlich das Sankt-Florians-Prinzip und fast alle bringen jetzt zahlreiche Gründe vor, warum ausgerechnet bei ihnen auf keinen Fall eine Erdkabeltrasse verlegt werden darf. Aber in den Umfragen sind angeblich immer mindestens zwei Drittel der Befragten für die Energiewende - eine Lachnummer.

Bernd Sauer / 26.02.2019

Hallo Herr Stobbe, diese Dokumentationen gibt es ja schon länger hier auf der Achse. Aber ich habe da mal ein oder zwei Fragen. Diese Angaben stammen ja von der Quelle Agora, das ist ja eine offizielle nehme ich an. Sehen diese Leute diese Zahlen selber denn gar nicht? (Es sind ja reale Leistungsdaten, die nicht einmal mehr hochgerechnet werden müssen). Und da es diese Trassen ja auch noch nicht gibt. Wie wird denn dieser Fake-Strom eigentlich z.Z. in die Haushalte transportiert?

beat schaller / 26.02.2019

Hoopala, die KGE muss wirklich voll durch geladen sein. Da muss der Schuss ja wohl bald abgehen. Da scheint wirklich Ausbildung und Wissen vorhanden zu sein. Chapeau! b.schaller

Jochen Grünhagen / 26.02.2019

Der Stromverbrauch wird der Stromerzeugung angepasst, Herr Stürmer, aber mittlerweile auch viele andere Menschen, haben das erkannt. Auch ich als Landwirt bekomme ständig zu spüren, wir erleben keinen Wandel durch Fortschritt, sondern ein Abwracken durch Ideologie. Ein kleines, aktuelles Beispiel; es gibt in Deutschland Lebensmittelhersteller die keine in Deutschland produzierten Eier mehr verwenden, da diese die Hygienestandards nicht mehr erfüllen. So etwas soll dann zu mehr Tierwohl führen. Zukünftig gibt es dann auch Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland, etc. Jetzt wird über 70 Jahre nach Kriegsende doch noch der Morgenthau-Plan umgesetzt. Den grünen und grün- linken Spinnern, Entschuldigung ich meinte natürlich Elite, samt Frau Merkel, sei Dank.

U. Unger / 26.02.2019

Herr Stobbe, über eines sollte Klarheit herrschen, egal wie der Energiemix sich zusammensetzt. Die Länder mit dem höchsten Stromverbrauch zeichnen sich durch hohe Wirtschaftskraft inklusive aller resultierenden Bedingungen aus. Habe mal eine weltweite Zusammenstellung hierüber gesehen. Wer viel Strom verbraucht ist reich. Wer kaum Strom verbraucht hingegen arm. Ach vergessen Sie es, war nicht p.c. und eine Korrelation besteht nicht, weil es diese nicht geben darf. Woher kam nur o.g. Zusammenstellung OECD, UNO? Nee, bestimmt nicht, eher Hobbykeller der AFD, passt schon besser.

Helmut Driesel / 26.02.2019

Zum Thema Abhängigkeiten müsste von profunder Stelle noch etwas gesagt werden, gerade auch, weil die Amerikaner derzeit darauf pochen. Ob man Strom aus Russland bezieht oder das Gas für Gaskraftwerke, die Kohle für konventionelle Kraftwerke aus China heran schippert oder Uran aus Kasachstan bzw. Afrika. Ich hatte Herrn Haferburg ja mal gebeten, als Wahlfranzose etwas darüber zu schreiben, wie die Franzosen ihre Rohstoffzufuhr sichern. Wäre er darauf eingegangen, hätte er schreiben müssen, dass es die Fremdenlegion ist, die die Uranreserven für die französischen Kernkraftwerke in Afrika erst möglich macht. Dasselbe für eine Anzahl etwaiger deutscher Kernkraftwerke mir vorzustellen, fehlen mir Phantasie und Optimismus. Wenn eine so ungebildete Person wie KGE in diesem Land in die Politik geraten und dort bedeutende Funktionen wahrnehmen kann, das ist eine Sache, das wirft ein Licht auf die Qualität dieser Demokratie, das muss aber nicht zwangsläufig den Schluss erlauben, dass die Entscheidung zur Energiewende im Grundsatz falsch war. Das ist eine andere Sache. Ich glaube, das Gelingen wächst mit jedem Stück Verstand, der sich dem Thema zuwendet, gerade auch natürlich mit der Qualität der Kritiker. Solche Argumente wie “eine neue Chemie oder Physik steht nicht in Aussicht” sollte man nicht leichtfertig vorbringen. Wir wissen ja noch nicht einmal zuverlässig, ob der Satz von der Energieerhaltung unter allen Umständen gilt. Chemie, Physik und Technik sind dabei vollständig zu verschmelzen. Und in der Natur haben sich solche perfekten und vernünftigen Strukturen wie die Lebewesen entwickelt. Es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass die Werke und Geschöpfe der Menschen hinter der natürlichen Vollkommenheit des gegenwärtigen Lebens zurück bleiben.

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