Rüdiger Stobbe / 15.02.2022 / 10:00 / Foto: Doenertier82 / 11 / Seite ausdrucken

Woher kommt der Strom? Fünfte Analysewoche 2022

Starke Windstromerzeugung, aber: Bei einer massiven Überproduktion von Wind- und PV-Strom wäre dessen Speicherung nicht mal ansatzweise möglich. Außerdem: Neues von der E-Mobilität.

Viel Windstrom (Abbildung) wird in der fünften Analysewoche von den Windkraftanlagen (WKA) geliefert. Es sind über fünf Terawattstunden. PV-Strom ist mit 223,8 Gigawattstunden (GWh) kaum erwähnenswert. Weil der Strombedarf Deutschlands am Sonntag gering ist, und der Wind besonders kräftig wehte, wäre der Strombedarf Deutschlands zeitweise fast komplett von der regenerativen Stromerzeugung gedeckt worden. Es fehlte nur sehr wenig. Ein Wermutstropfen liegt in der Tatsache, dass die konventionelle Stromerzeugung (Abbildung 1) aus Gründen der Netzstabilisierung (mittels großer rotierender Massen) zusätzlich Strom erzeugen musste. Zwar wurde die Erzeugung auf das absolut mögliche Minimum gedrosselt. Dennoch war in der Zeit von 0:00 Uhr bis 7:00 Uhr so viel Strom im Markt, dass dieser, nachdem der Preis bereits am 2.2.2022 im Keller war, praktisch verschenkt werden musste (Abbildung 2). Abbildung 3 zeigt, welche unserer europäischen Nachbarn vom Stromexport Deutschlands profitierten, welche gezwungen waren, teuren deutschen Exportstrom zu importieren.

Ein Blick auf Abbildung 4 mit der angenommenen Verdreifachung von Wind- und PV-Strom (darunter eine angenommene Verdoppelung) belegt, dass es zu einer massiven Überproduktion von Strom kommen würde, wenn der Wind so stark wie in der fünften Analysewoche weht. Fast 7 TWh regenerativer Strom wären insgesamt über Bedarf produziert worden. Eine Strommenge, deren Speicherung in diesem kurzen Zeitraum (sieben Tage) nicht mal ansatzweise möglich ist. Weder heute noch in absehbarer Zukunft. Zumal die starke Windstromerzeugung weitere drei Tage anhält. Nicht nur (kalte) Dunkelflauten machen im Bereich regenerativer Stromversorgung Probleme, auch starke Windproduktion wird beim geplanten „massiven“ Ausbau der Windkraftanlagen problematisch. Jedenfalls so lange nicht genügend Strom-Massenspeichermöglichkeiten zur Verfügung stehen. Hier allerdings sind erst zarte Ansätze (lt. Ampel-Koalitionsvertrag = 10 GW Elektrolysekapazität bis 2030) zu erkennen. Zarte Ansätze, die gleichwohl kaum erfüllbar sind.

Die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und der daraus generierte Chart liegen unter Abbildung 5 ab. Es handelt sich um Werte der Nettostromerzeugung, den „Strom, der aus der Steckdose kommt“, wie auf der Website der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Der höchst empfehlenswerte virtuelle Energiewende-Rechner (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.) ist unter Abbildung 6 zu finden. Ebenso wie der bewährte Energierechner.

Die Charts mit den Jahres- und Wochenexportzahlen liegen unter Abbildung 7.  Abbildung 8 zeigt einen Vortrag von Professor Brasseur von der TU Graz. Der Mann folgt nicht der Wissenschaft. Er betreibt Wissenschaft.

Arroganz der Macht – Der Volkswagenkonzern

Unter Abbildung 9 ist ein Vorgang dokumentiert, der Unverfrorenheit und Leichtfertigkeit eines Weltkonzerns – hier Volkswagen (VW) – in Sachen Greenwashing aufzeigt. Es werden in einer Pressemitteilung Absichten in Sachen Stromerzeugung mit Angaben unterfüttert, die sachlich unkorrekt, weil maßlos über- (Strommenge) und untertrieben (Kosten) sind. Ich habe mit einem Anruf und einer E-Mail an den zuständigen Mitarbeiter freundlich auf den Sachverhalt aufmerksam gemacht. Die E-Mail und die Antwort einer Mitarbeiterin finden Sie unter Abbildung 9. Die Antwort ist ein Dokument jeglicher Ahnungslosigkeit und/oder Verdummungstaktik. Auf meine Bitte, den Sachverhalt erneut zu recherchieren und zu korrigieren – ebenfalls unter Abbildung 9 abgelegt –, erhielt ich diese endgültige, „ausgeschriebene“ Antwort.

Guten Tag Rüdiger Stobbe, vielen Dank für Ihre an den Vorstand der Volkswagen AG gerichtete E-Mail. Wir bedanken uns für Ihre konstruktiven Hinweise im Zusammenhang mit unserer Pressemitteilung ,Komfortabel, vernetzt und nachhaltig: neue Lösungen für das Laden der elektrischen Volkswagen Modelle‘ vom 15.12.2021 und bedauern es sehr, dass Sie mit der bisherigen Bearbeitung Ihres Anliegens durch die Kollegen unserer Konzernkommunikation nicht zufrieden sind. Gern haben wir uns zur individuellen Abstimmung über die Sachlage direkt mit unserem zuständigen Fachbereich in Verbindung gesetzt. Im Ergebnis müssen wir Ihnen mitteilen, dass sich für uns keine bislang unberücksichtigten Aspekte ergeben haben und verweisen daher auf die vorangegangene umfangreiche Korrespondenz mit unserer Pressesprecherin Katrin Hohmann. Darüber hinaus gestatten Sie uns bitte den Hinweis, dass wir die Angelegenheit als ausgeschrieben betrachten und daher etwaige zukünftige Nachrichten von Ihnen – sofern sich keine neuen Faktoren ergeben – kommentarlos zur Kenntnis nehmen werden. Viele Grüße und bleiben Sie gesund" Quelle

Die Antwort ist m.E. doch recht dümmlich und belegt, dass auch Großkonzerne glauben, 1 + 1 sei 11. Der Vorgang mit dem Beleg für diese Behauptung liegt unter Abbildung 9 ab.

Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche ab 2016 in den Tagesanalysen. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vieles mehr. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Überhaupt ist das Analysetool stromdaten.info ein sehr mächtiges Instrument, welches nochmals erweitert wurde:

  • Strom-Import/Export: Die Charts
  • Produktion als Anteil der installierten Leistung
  • Anteil der erneuerbaren und konventionellen Erzeugung am Bedarf
  • Niedrigster, höchster und mittlerer Strompreis im ausgewählten Zeitraum
  • NEU: Beitrag der regenerativen Stromerzeugung zum Bedarf

... sind Bestandteil der Tools „Stromerzeugung und Bedarf", „Zeitraumanalyse“ sowie der Im- und ExportanalyseCharts & Tabellen. Schauen Sie mal rein und analysieren Sie mit wenigen Klicks. Die Ergebnisse sind sehr erhellend.

Ist ein Land mit hohen Stromexporten, zum Beispiel Deutschland, auch für Flautenzeiten gewappnet?

Mit der Frage, ob Deutschland als Stromexporteur genügend Strom auch für die Zeit schwacher regenerativer Stromerzeugung zur Verfügung steht, befasst sich dieser Artikel ausführlich.

Beachten Sie bitte Peter Hagers Analyse der aktuellen E-Auto-Zulassungszahlen nach den Tagesanalysen.

Tagesanalysen

Montag, 31.1.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 46,93 Prozent, davon Windstrom 35,5 Prozent, PV-Strom 1,60 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,28 Prozent. Quelle der Werte ist die Tabelle der Energy-Charts.

Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der Wochenbeginn bringt bereits ordentlichen Windstrom. Dennoch gibt es von 11:00 bis 17:00 Uhr eine Strom-Versorgungslücke. Die konventionellen Kraftwerke, die in Betrieb sind, laufen auf Hochtouren. Der Preis für den Importstrom hält sich in Grenzen, ist gleichwohl im Mittel etwa 28 €/MWh teurer als der Exportstrom. Der Handelstag.

Belege für die Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich ab 2016.

Dienstag, 1.2.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 61,58 Prozentdavon Windstrom 51,39 Prozent, PV-Strom 1,14 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,05 Prozent. Quelle der Werte ist die Tabelle der Energy-Charts.

Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Die Windstromerzeugung steigt weiter stark. Die Konventionellen senken ihre Produktion. Dennoch ist zu viel Strom im Markt. Der Preis fällt massiv. Der Handelstag.

Belege für die Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich ab 2016.

Mittwoch, 2.2.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 60,61 Prozent, davon Windstrom 47,85 Prozent, PV-Strom 3,13 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,22 Prozent. Quelle der Werte ist die Tabelle der Energy-Charts.

Ab 8:00 Uhr nimmt die Windstromerzeugung ab, der Strompreis steigt wieder. Das erste Preistief der Woche ist überwunden. Die Konventionellen führen unter starkem Pumpspeichereinsatz so nach, dass kein Strom importiert werden muss. Was den Stromkunden sehr teuer gekommen wäre. Der Handelstag.

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Belege für die Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016.

Donnerstag, 3.2.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 43,03 Prozent, davon Windstrom 30,53 Prozent, PV-Strom 2,04 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,46 Prozent. Quelle der Werte ist die Tabelle der Energy-Charts.

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Der Tag mit der schwächsten Windstromerzeugung dieser Woche. Dennoch die regenerative Stromerzeugung insgesamt 41,7% zur Bedarfsdeckung bei. Die konventionelle Stromerzeugung gleicht die fehlende Strommenge gut aus. Es kommt trotzdem zu einer sehr volatilen Preisbildung. Der Handelstag.

Belege für die Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich ab 2016.

Freitag, 4.2.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 60,45 Prozent, davon Windstrom 48,54 Prozent, PV-Strom 2,22 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 9,68 Prozent. Quelle der Werte ist die Tabelle der Energy-Charts.

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Die Windstromerzeugung steigt wieder und wird genau am bedarfsärmsten Tag der Woche, dem Sonntag, ihren Höhepunkt erreichen. Selbstverständlich fahren die Konventionellen ihre Produktion herunter. Der Strompreis sinkt nach einer Preisspitze  um 8:00 Uhr entsprechend und verharrt ab 10:00 bis 17:00 Uhr zwischen 130 und 150 €/MWh, um dann weiter zu fallen. Der Handelstag zeigt heute mit 50 GWh kaum Stromimporte.

Belege für die Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich ab 2016.

Samstag, 5.2.2022: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 76,14 Prozent, davon Windstrom 60,67 Prozent, PV-Strom 5,45 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,02 Prozent. Quelle der Werte ist die Tabelle der Energy-Charts.

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Mit gut 83% Anteil der regenerativen Stromerzeugung an der Strom-Bedarfsdeckung ist es heute für die konventionellen Stromproduzenten eine anspruchsvolle Aufgabe, den Mittelweg zwischen nötiger Stromproduktion zwecks Netzstabilität und bedarfsorientierter Produktion zu finden. Nur etwas zu wenig konventioneller Strom könnte fatale Folgen haben. Die Preisbildung schwankt stark auf „niedrigem“ Niveau. In der Nacht sinkt der Preis Richtung 10 €/MWh. Der Handelstag.

Belege für die Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016.

Sonntag, 6.2.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 78,76 Prozent, davon Windstrom 66,74 Prozent, PV-Strom 1,81 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,20 Prozent. Quelle der Werte ist die Tabelle der Energy-Charts.

Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Satte 91,1% Anteil im Durchschnitt, am frühen Morgen ganz sich geschätzte 95% und mehr, hat die regenerative Stromerzeugung Anteil an der Strom-Bedarfsdeckung Deutschland. Was, wie oben bereits erwähnt, dem insgesamt geringen Bedarf zu verdanken ist. Nun benötigt Deutschland an Werktagen nicht deshalb viel mehr Strom, weil die Menschen energieträchtigem Freizeitvergnügungen nachgingen. Die Menschen arbeiten produktiv, sie schaffen die Grundlage für den Wohlstand, den Deutschland heute noch besitzt. Dadurch wird der höhere Strombedarf in der Woche begründet. Dieser Sachverhalt ist außerordentlich wichtig. Strom sparen, indem immer so gelebt wird wie am Sonntag, ist eine Illusion. Deshalb ist der hohe Anteil der Regenerativen an der Bedarfsdeckung etwas irreführend. Der Strombedarf wird auch am Wochenende steigen. Dann, wenn tatsächlich E-Autos in nennenswertem Umfang genutzt werden, dann, wenn statt mit fossilen Energieträgern mit Strom – auch wenn der Wirkungsgrad hoch sein sollte – geheizt wird und auch dann, wenn nicht mehr mit Gas, sondern ausschließlich mit Strom gekocht wird. Obwohl in diesem Bereich die Umstellung auf Elektrizität weitgehend vollzogen scheint: Danach sind 98,4% der deutschen Haushalte mit einem Elektroherd (auch Kombigerät) ausgestattet. Gas scheint demnach keine Rolle mehr zu spielen. Quelle

Belege für die Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo Tagesvergleich ab 2016.

PKW-Neuzulassungen Januar 2022

Elektroautoanteil (BEV und Plug-in-Hybrid) wächst nur leicht im Vergleich zum Vorjahr

Der deutsche Neuwagenmarkt ist ohne großen Schwung in das Jahr 2022 gestartet. Mit 184.112 PKW-Neuzulassungen gab es im Januar einen Zuwachs von 8,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Januar 2020 beträgt das Minus rund 23 %.

Benzin: 67.575 (+ 7,2% ggü. 01/2021 / Zulassungsanteil: 36,7 %)
Diesel: 39.713 (- 10,4 % ggü. 01/2021 / Zulassungsanteil: 21,6 %)
Hybrid (ohne Plug-in): 35.226 (+ 41,7 % ggü. 01/2021 / Zulassungsanteil: 19,1 %)

  • darunter mit Benzinmotor: 22.833
  • darunter mit Dieselmotor: 12.393

Plug-in-Hybrid: 18.900 (- 8,2 % ggü. 01/2021 / Zulassungsanteil: 10,3 %)

  • darunter mit Benzinmotor: 17.283
    - darunter mit Dieselmotor: 1.617

    Elektro (BEV): 20.892 (+ 28,1 % ggü. 01/2021 / Zulassungsanteil: 11,3 %)

Gegenüber dem Vorjahresmonat sind Elektroautos (BEV + Plug-in-Hybrid) nur um 7,8 % gewachsen.

Im Vergleich zum Dezember 2021 ist ein deutlicher Rückgang von - 51% zu verzeichnen.

Quelle

Top 5 nach Herstellern:

Hybrid-PKW (ohne Plug-in):

Audi (mit 10 Modellen): 19,9%
BMW (mit 12 Modellen): 15,1%
Mercedes (mit 9 Modellen): 14,0%
Toyota (mit 5 Modellen): 9,9%
Ford (mit 8 Modellen): 7,9%

Hybrid-PKW (mit Plug-in):

Mercedes (mit 9 Modellen): 22,1%
BMW (mit 8 Modellen): 14,6%
Audi (mit 8 Modellen): 10,2%
VW (mit 6 Modellen): 6,4%
Volvo (mit 5 Modellen): 6,3%

Elektro-PKW (BEV):

VW (mit 4 Modellen): 13,2%
Hyundai (mit 3 Modellen): 9,8%
Opel (mit 3 Modellen): 8,4%
Renault (mit 2 Modellen): 7,8%
Audi (mit 3 Modellen): 7,3%

Die beliebtesten zehn E-Modelle in 01/2022 (Gesamt: 20.892) waren:

Fiat 500: 1.261 (Minis)
Opel Corsa: 1.051 (Kleinwagen)
Hyundai Kona: 1.005 (SUV)
Hyundai Ioniq5: 954 (SUV)
VW ID3: 942 (Kompaktklasse)
VW ID4: 896 (SUV)
VW up: 861 (Minis)
Renault ZOE: 824 (Kleinwagen)
Renault Twingo: 807 (Minis)
Smart ForTwo: 794 (Minis)

Viel Bewegung gab es im Januar bei den beliebtesten BEV. Zum ersten Mal konnte der Fiat 500 den ersten Platz erreichen, gefolgt vom Opel Corsa, der ebenfalls erstmals auf den zweiten Platz kam. Um ihre CO2-Statistik zu verbessern, dürften etliche Hersteller noch viele Neuwagen im Dezember ausgeliefert haben (besonders auffällig bei VW und Renault).

Umstieg auf E-Mobilität benötigt deutlich höheren Ressourcenverbrauch

Bei der Elektromobilität werden besonders dessen Vorzüge für die Umwelt – wie keine Emissionen während des Fahrbetriebes – genannt.

Laut Statista / International Energy Agency (IEA) sind bei der Produktion eines PKW mit Benzin oder Dieselmotor sind rund 22 kg Kupfer und 11 kg Mangan erforderlich.

Dagegen werden bei der Herstellung eines Elektro-PKW (BEV und Plug-In-Hybrid) 53 kg Kupfer und 25 kg Mangan benötigt. Dazu kommen noch 66 kg Graphit, 40 kg Nickel, 13 kg Kobalt und 9 kg Lithium, die bei Benzin-/Diesel-PKW nicht erforderlich sind.

Dieser deutlich höhere Ressourcenbedarf führt so zu einem verstärkten Abbau der Bodenschätze, was wiederum die Zunahme von Umweltschäden in den Abbauländern zur Folge hat. Quelle

In diesem Zusammenhang sei auf den Artikel bei „Tichys Einblick“ verwiesen, in dem Frank Hennig den Materialbedarf für eine Windkraftanlage à 3,2 MW dokumentiert.

Mit E-Autos durch „eingespartes Treibhausgas“ Geld verdienen

Wer ein Elektroauto (BEV) besitzt, kann seit 2022 beim Quotenhandel seiner „vermiedenen Treibhausgas-Emissionen“ eine Prämie von aktuell 250 bis 300 Euro im Jahr verdienen. Spezielle Zwischenhändler übernehmen die Abwicklung (u.a. die Prüfung beim Umweltbundesamt bis zum Verkauf der ermittelten Treibhausgasersparnisse an quotenpflichtige Firmen wie Mineralölkonzerne) sowie die Auszahlung an den Fahrzeughalter.

Nicht berücksichtigt wird dabei der tatsächliche Strommix beim Laden der Elektroautos.

Quelle

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr. Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

 

Rüdiger Stobbe betreibt seit sechs Jahren den Politikblog www.mediagnose.de.

 

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netiquette:

Detlef Fiedler / 15.02.2022

Erstmal ein herzliches Dankeschön an den unermüdlichen Herrn Stobbe. @Heiko Stadler: Mit Ihrer Wärmepumpenrechnung waren Sie aber noch sehr gnädig, Herr Stadler. Da wird nicht unbedingt erst ab -15 Grad mit Strom geheizt, das geht schon zeitiger los. Kommt auf den Bautyp an. Ganz übel vom Wirkungsgrad her sind die Luft-Luft-Teile, die brauchen zudem auch noch ganz spezielle Bedingungen (Niedrigenergiehaus). Und was die anderen (Wasser-Wasser oder Sole) betrifft, sieht es auch nicht viel besser aus. Man kann die Wärmepumpen zudem nicht überall einfach so installieren, das ist völlig ausgeschlossen. Es sind und bleiben eben Nischenlösungen. Und man sehe sich auch mal bitte die Anschaffungs- und Wartungskosten an. Da bleibt kein Auge trocken. Aber das ficht die Ungelernten, Studienabbrecher und Kinderbuchautoren nicht an. Die interessieren sich nicht für Wissen oder Fakten, bei denen wächst das Geld ja auch am Baum.

Maximilian Stein / 15.02.2022

Hallo Herr Strobbe, was VW hier macht ist klar Marketing. Die glauben das selbst nicht und es ist auch irrelevant, wer das außerhalb der Zielgruppe glaubt. Wenn sie mit 40 Mio. (bei der Zielgruppe) einen Marketingcoup landen können, dann geben sie doch keine halbe Milliarde dafür aus. Da die Zielgruppe mathematisch notorisch unterbelichtet ist, bzw. niemals nachrechnen würde, wenn die Message stimmt, hat VW alles richtig gemacht. Wenn die Entscheider dort halbwegs bei Trost sind, wovon ich ausgehe, lachen die sich hinter verschlossenen Türen kaputt über die Blödheit bzw. ideologische Verbohrtheit der Deutschen. Ein paar zehntausend Stromer mehr verkauft bei fetter staatlicher Förderung (die natürlich eingepreist ist), und die Kohle ist wieder drin. Wenn sie richtig auf Zack sind, verkaufen sie “ihren” Strom dann noch exklusiv an ID-Fahrer - zu einem stolzen Preis, dann sind die Boni auch wieder drin, und der woke Doofkopp bedankt sich auch noch dafür, dass er zusammen mit VW die Welt retten durfte…

Ludwig Luhmann / 15.02.2022

“Dieser deutlich höhere Ressourcenbedarf führt so zu einem verstärkten Abbau der Bodenschätze, was wiederum die Zunahme von Umweltschäden in den Abbauländern zur Folge hat.”—- Die “Umwelt” kennt keine Schäden. Die Grünen wissen das auch, wie man jetzt endlich sehen kann, wenn man sich durchliest, was die Grünen z.B. mit den Windrädern vorhaben. Nur die nützlichen Idioten glauben, dass es “Umweltschäden” gibt. Der Kampf der Grünen für “die Umwelt” war fast ausschließlich geldwerte Propaganda - der Grüne Weg zur Macht.

Frank Mora / 15.02.2022

Bei Insidern, nicht aber in der breiten Öffentlichkeit sind die Wirkungsgrade verschiedener Antriebe bekannt. Diesel-PKW nutzen aus dem Kraftstoff im Tank 48% der Energie für den Vortrieb. Schätzfrage: Und wieviel nutzen Elektroautos aus der per Steckdose eingetrichterten Energie für die Fortbewegung? 64% Der “Rest” der hochveredelten Elektroenergie geht dem Vortrieb verloren.

Klaus Keller / 15.02.2022

Wie wird man umweltfreundlicher, effizienter und nachhaltiger? Die B-52 wurde das erste Flugzeug, mit dem die US-Luftwaffe die Verwendung alternativen Treibstoffs testete. Am 19. September 2006 startete auf der Edwards Air Force Base eine B-52H zu einem Testflug, bei dem bei zwei Triebwerken ein 50:50-Gemisch aus gewöhnlichem JP-8-Treibstoff und durch das Fischer-Tropsch-Verfahren gewonnenen synthetischen Kraftstoff verwendet wurde. - Am 24. September 2021 gab das Pentagon bekannt, dass die Triebwerke ersetzt werden. Dabei machten die Rolls-Royce BR 725 das Rennen, die auch schon bei der C-37A/B und E-11A eingesetzt werden. Um die Umbaukosten niedrig zu halten, werden weiterhin 8 Triebwerke verbaut. Dennoch verringern sich durch die niedrigeren Wartungskosten und den niedrigeren Verbrauch die Betriebskosten erheblich; durch die so vergrößerte Reichweite verringert sich auch die Zahl der notwendigen Luftbetankungen. Außerdem gehören auch die charakteristischen schwarzen Rauchwolken der Vergangenheit an. - Das ist doch mal eine gute Nachricht in unserer bösen Welt. Rolls Royce schreibt The decision means the American-made Rolls-Royce F-130 engine will power the B-52 for the next 30 years. Gebaut wurden die Maschinen in den 1960er Jahren. Wenn das nicht nachhaltig ist!

Thomas Brox / 15.02.2022

“Der Strombedarf wird auch am Wochenende steigen. Dann, wenn tatsächlich E-Autos in nennenswertem Umfang genutzt werden, dann, wenn statt mit fossilen Energieträgern mit Strom – auch wenn der Wirkungsgrad hoch sein sollte – geheizt wird ... ”  Wenn E-Autos und Wärmepumpen im großen Stil von der staatlichen Planwirtschaft durchgedrückt werden, dann wird der Strombedarf massiv steigen. ++ Im Mittel kann man bei Wärmepumpen realistischerweise einen COP (Coefficient of Performance) von ungefähr 3 ansetzen. Das bedeutet, dass 1/3 der Wärme durch Strom erzeugt wird. Das hat zwingende physikalische Gründe (rückwärts laufender Carnot Prozess, der praktische Wirkungsgrad ist nochmal schlechter als der theoretische Wirkungsgrad). ++ Bezüglich E-Autos habe ich noch keine vernünftige Hochrechnung des Stromverbrauchs gesehen. Die Basis müsste der Energieverbrauch des Verkehrs an Benzin und Diesel im Jahr 2019 sein (vor Corona). Welcher Anteil soll umgestellt werden? Wie sind in der Praxis die Wirkungsgrade von Verbrennern versus E-Autos? Ein E-Motor hat zwar, gemessen direkt am Motoreingang, ein circa doppelten Wirkungsgrad. Aber es fallen Umsetzungsverluste an: Wechselstrom der Steckdose in Gleichstrom, Verlust beim Laden und Entladen der Batterie, Gleichstrom wieder in Wechselstrom (jetzt erst ist man am E-Motor). Außerdem schleppt ein E-Auto eine schwere Batterie mit sich herum; ein Vorteil ist, dass beim Bremsen ein Teil der kinetischen Energie in der Batterie gespeichert werden kann. ++ Ich glaube nicht, dass Wasserstoff das Problem der Energiespeicherung löst. Der gesamte Wirkungsgrad liegt bei Wiederverstromung zwischen 20% und 30% (ich tippe auf 20%). Die Elektrolyse ist ein schwieriger Prozess, Lagerung und der Transport sind extrem aufwendig (und gefährlich). ++ Wenn doch alles so toll ist, wieso ist der deutsche Strompreis weltweit am höchsten? Gott sei Dank baut Frankreich neue KKWs - aber es wird teuer, und zwar für Dummland.

Heiko Stadler / 15.02.2022

@Klaus Keller: Als Kind bin ich mal durch einen lauten Knall aufgewacht. Später erfuhr ich durch meinen Bruder, dass ein Klassenkamerad von ihm eine Gasexplosion überlebt hat. Seine Mutter wollte den Gasherd anzünden. Leider war er über Nacht nicht ganz abgedreht. Das Dach des Hauses riss es vom Haus. Seit dem ist es mein Vorsatz mit Öl zu heizen und mit Strom zu kochen.

Dielmann A. / 15.02.2022

Kleine Korrektur es sin 13 Kobolde nicht 13kg Kobalt alles durchgerechnet von unsere baldigen Physik Nobelpreisträgerin Frau Baerbock . Bitte genauer recherchieren Danke !!

Klaus Keller / 15.02.2022

Danach sind 98,4% der deutschen Haushalte mit einem Elektroherd (auch Kombigerät) ausgestattet. Gas scheint demnach keine Rolle mehr zu spielen. - Effizient ist was anderes. Wir erhitzen mit Gas Wasser und treiben mit dem Dampf eine Turbine an, die einen Generator bewegt der Strom erzeugt. Den schicken wir durch Transformatoren und Leitungen in die Häuser wo wir mit diesem Strom Wasser erhitzen. Ich mag den ziemlich alten Gasherd in meiner jetzigen Mietwohnung mittlerweile. Angezündet wird das Gas mit einem Streichholz. Das Gerät hat keinen Stromanschluss für irgendwelchen Schnickschnack. Der Anteil der Waschmaschinen mit einem Warmwasseranschluss dürfte auch klein sein. Das erhitzen des Wassers soll den meisten Strom verbrauchen habe ich gelesen. Ich mag Effizienz. Mit Energie sparen, weil sie Geld kostet, das ich für etwas anderes ausgeben kann,  können sie mich zu einer Verhaltensänderung bewegen. Mit einer neuen Religion nicht.

U. Unger / 15.02.2022

Bei der Gesamtzahl der monatlichen Verkaufszahlen, dürfte die Produktion der süßen Akkus mit 4 Rädern noch sehr lange unverhältnismäßig teuer sein. Mal abwarten, ob nicht irgendwann ein Konzern deswegen in die Knie geht. Wird lustig. Bei VW überkäme mich wohl Schadenfreude.

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Rüdiger Stobbe / 10.05.2022 / 10:00 / 8

Woher kommt der Strom? 17. Analysewoche 2022

Die 17. Analysewoche zeichnet sich durch sehr schwache Windstromerzeugung und hohe Stromimporte aus. Die Preiskurve belegt, dass der Importstrom immer mehr kostet als der Exportstrom. Ein Blick auf das Factsheet zur…/ mehr

Rüdiger Stobbe / 03.05.2022 / 10:00 / 5

Woher kommt der Strom? 16. Analysewoche 2022

Hinweis vorab: Für unsere eiligen Leser, für Leser, welche den Artikel nur überfliegen, damit sie einen Eindruck von der Stromversorgung der jeweiligen Woche gewinnen, ist dieses PDF,…/ mehr

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