Rüdiger Stobbe / 18.02.2020 / 10:00 / Foto: Doenertier82 / 7 / Seite ausdrucken

Woher kommt der Strom? 6. Woche – das Energiewende-Spiel ist verloren

Eine höchst volatile Woche. Da wundert es nicht, dass sich einige Unterdeckungen in Deutschlands Stromversorgung ergaben. Was sich glücklicherweise preislich – von den ersten Stunden der Woche abgesehen – nicht allzu massiv auswirkte. Dass die Preisspitze der Woche mit 56,96 €/MWh von Deutschland bezahlt werden musste, ist gleichwohl klar, wenn auch nur für eine recht geringe Menge Strom. Es waren lediglich 681 MW am 7.2.2020 um 8:00 Uhr. Wesentlich stärker schlägt – wie bereits erwähnt – der Wochenbeginn ins Kontor.

Am Sonntag von 0:00 bis 6:00 Uhr musste Strom nicht nur verschenkt werden. Es wurde auch noch ein satter Bonus an die benachbarten Stromabnehmer mitgegeben. Um 7:00 Uhr wurden dann 0,09 €/MWh erzielt. Die konventionellen Stromerzeuger kamen bei dem Auf und Ab der regenerativen Stromerzeugung kaum mit. Wenn Strom im Saldo von Deutschland exportiert wurde, waren die Preise selten auskömmlich, wenn Strom nach Deutschland importiert werden musste, waren die Preise fast in jedem Fall höher. Kontrollieren Sie meine Angaben hier.

Die Tabelle mit den Detailzahlen der Energy-Charts, der daraus generierte Chart, sowie der Chart zum Im- und Export veranschaulichen die 6. Woche im Überblick. Der Jahres-Chart zum Im- und Export verdeutlicht, dass der Stromimport aus Frankreich absolut notwendig ist, um die Stromversorgung Deutschlands zu sichern.

Die Tagesanalysen

Sonntag, 2.2.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 63,20%, davon Windstrom 48,00%, Sonnenstrom 1,6%, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,6%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Der Wind lässt am Morgen massiv nach. Die konventionellen Stromerzeuger kommen mit dem Hochfahren ihrer Kraftwerke wahrscheinlich nicht nach, die Pumpspeicherkraftwerke reichen nicht nachhaltig aus, so dass sich zur Mittagszeit eine Stromunterdeckung auftut, die bis etwa 19:00 Uhr andauert. Der Strompreis steigt, bleibt aber immer unter 41 €/MWh. Bis 6:00 Uhr – der Wind liefert noch sehr viel Strom – wird Strom verschenkt, mit Bonus verschenkt. Vor allem Frankreich und Dänemark machen gute Geschäfte.

Montag, 3.2.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 59,46%, davon Windstrom 45,95%, Sonnenstrom 1,35%, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,16%. & Dienstag, 4.2.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 58,49%, davon Windstrom 44,03%, Sonnenstrom 3,14%, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,32%. Die Agora-Chartmatrix beide Tage: Hier klicken.

In der Nacht von Montag zum Dienstag lässt die am Montag wieder recht stark angestiegene Windstromerzeugung nach. Die entstehende Unterdeckung wird mit Preisen unter 30 €/MWh sehr günstig geschlossen. Der Exportpreis ist insgesamt allerdings auch wieder recht gering. Lediglich am Dienstag wird die 40 €/MWh zweimal knapp überschritten.

Mittwoch, 5.2.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 42,14%, davon Windstrom 24,53%, Sonnenstrom 6,29%, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,32%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken.

Über Tag schläft die Windstromerzeugung nahezu ein. Knapp 5 GW werden zum Beispiel um 12:00 Uhr erzeugt. Über 76 GW Strom aber werden benötigt. Glücklicherweise ist es wenig bewölkt. Sonnenstrom rettet die erneuerbaren Energieträger. Dieser Sonnenstrom steuert am Mittwoch um 12:00 Uhr gut 17 GW zur Versorgung Deutschlands bei. Vor allem aber wird die konventionelle Stromerzeugung  richtig hochgefahren. Am Morgen um 8:00 Uhr fehlt etwas Strom, der zum Tageshöchstpreis 49,16 €/MWh importiert wird. Ansonsten werden beim Export insgesamt wenig auskömmliche Preise erzielt.

Donnerstag, 6.2.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 34,78%, davon Windstrom 19,75%, Sonnenstrom 4,35%, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,18% & Freitag, 7.2.2020: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 32,89%, davon Windstrom 15,44%, Sonnenstrom 5,37%, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,08%. Die Agora-Chartmatrix für beide Tage: Hier klicken.

Donnerstag nach Sonnenuntergang lässt die Windstromerzeugung stark nach. In der Nacht zu Freitag stellt sich das ein, was "Dunkelflaute" genannt wird. Die Sonnenstromerzeugung am Freitag gleicht die schwache Windstromerzeugung aus und nach Sonnenuntergang frischt der Wind auf, so dass wieder recht viel Strom aus Windkraft geliefert wird. Bei sinkenden Preisen. Freitagmorgen benötigt Deutschland Strom. Der wird zum Beispiel um 8:00 Uhr  für 56 €/MWh importiert.

Samstag, 8.2.2020: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 52,54%, davon Windstrom 33,09%, Sonnenstrom 7,35%, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,08%. Die Agora-Chartmatrix: Hier klicken

Zum Wochenende beruhigt sich das Wetter. Es kehrt so etwas wie Gleichmäßigkeit in der Stromerzeugung ein. Keine überraschenden Unterdeckungen, so sollte Stromerzeugung mit erneuerbaren Energieträgern immer sein. Irgendwie berechenbar. Die Winddelle über Tag wird von der Sonne ausgeglichen. Alles ist gut.  Dennoch: Weil Wochenende ist, ist zu viel Strom im Markt, der billig exportiert werden muss.

Über 1.000 Bürgerinitiativen gegen Windkraft

Im Sport – nehmen wir mal Fußball – liegt eine Mannschaft, der Verein, den Sie womöglich favorisieren, 10 Minuten vor Spielschluss mit 2 Toren Rückstand im Hintertreffen. Der Trainer fuchtelt wie wild in der Coachingzone, das Publikum pfeift. Die Mannschaft aber will nicht mehr so richtig. Einer Reihe Spielern merkt man die Unlust an. Sie geben das Spiel verloren.

Die Spieler sind die Bürger, Trainer sind eine Reihe Spieler, NGOs und Menschen mit guten Gedanken in Politik, Medien und Gesellschaft, die die sogenannte Energiewende unbedingt wollen. Energiewende heißt faktisch Stromwende. In anderen Bereichen (Heizen, Mobilität, Industrie) hat sich noch nicht viel getan. Der Anteil von Wind- und Sonnenenergie am Primärenergiebedarf Deutschlands ist mit knapp 5% doch recht bescheiden (Abbildung).

Wobei man bedenken muss, dass die Stromerzeugung mittels Wind- und Sonnenkraft etwa 15% fossile Primärenergie (Braun- und Steinkohle) "einspart". Die Kohle, die benötigt würde, um die Menge Strom herzustellen, die Wind- und Sonnenkraftwerke erzeugen. Dieser Hinweis ist dem Sachverhalt geschuldet, dass die Einsparung über 50 TWh durch Kohle erzeugtem Strom im Jahr 2019 den CO2-Minderausstoß von gut 50 Millionen Tonnen zur Folge hatte. Was eben darin begründet ist, dass zur Erzeugung von einer TWh Strom etwa 3 TWh Braunkohleenergie mit entsprechendem CO2-Ausstoß nötig sind. Diese Zahlen sind gerundet und nur zur Veranschaulichung gedacht. Eine korrekte Berechnung finden Sie unter Abbildung 1.

Über 1.000 Bürgerinitiativen protestieren, demonstrieren und wehren sich gegen den Bau von Windkraftanlagen vor ihrer Haustür und/oder allgemein (Abbildung 2). Der Bayerische Rundfunk gibt den Windkraftausbau in Bayern praktisch verloren (Abbildung 3).

Eine Auftrags-Studie des DIW macht Wind

Da kommt brandaktuell eine Studie recht, die der BUND beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW) in Auftrag gegeben hat. Wenn Deutschland es nicht schafft, bis 2030 komplett aus der Kohle auszusteigen, dann würde es nichts mit den Klimazielen, die in Paris 2015 verabredet wurden. In der Zusammenfassung "Das Wichtigste auf einer Seite" bringt es das DIW auf den Punkt:

[...] Für eine erfolgreiche Energiewende muss der Ausbau Erneuerbarer Energien weiter fortgesetzt und beschleunigt werden. Ohne weitere Maßnahmen steuert die Bundesregierung auf einen Anteil von maximal 49% Erneuerbarer Energien in 2030 zu. Dies wäre eine Verfehlung der (bereits zu niedrigen) Ziele von 65%. Der PV-Deckel und diskutierte Mindestabstandsregeln für Windenergie müssen daher überarbeitet werden, um die Transformation nicht aufzuhalten. Für den benötigten beschleunigten Ausbau auf 75% im Jahr 2030 würden dagegen jährlich 9,8 GW Photovoltaik und 5,9 GW Wind Onshore zugebaut werden müssen. (Abbildung 4)

In 10 Jahren also sollen 59 GW installierte Leistung Windenergie zugebaut werden. Was heißt das konkret? Nehmen wir eine Windkraftanlage mit einer Nennleistung von 3 MW. Jedes Jahr – 10 Jahre lang – müssten knapp 2.000 dieser Anlagen (Abbildung 5) gebaut werden. Hinzu kämen Sonnenkraftwerke mit gewaltigem Bedarf an Freiflächen. Allein mit einer Montage auf Dächern von Wohn- und sonstigen Gebäuden, wird die vom DIW geforderte Ausweitung Photovoltaik kaum realisiert werden können.

Das wird nichts. Das wird garantiert nichts. Deutschland ist wohl am Ende mit der Energiewende. Die Verantwortlichen müssen nur noch einen Weg finden, um mit möglichst wenig Gesichtsverlust da herauszukommen. Wirtschaftsminister Altmaier und Co. arbeiten mit der aktuellen Gesetzgebung bereits daran.

Zurück zum Vergleich – klar, der hinkt – mit dem Rückstand beim Fußball: Deutschland liegt mit 20.000 Windkraftwerken bis 2030 im Rückstand. Und dies auch nur, wenn man den gewünschten Mehrbedarf (E-Mobilität, Wärmepumpen, grüner Stahl usw.) unberücksichtigt lässt. Vom Ausgleich der weg-, weil aus der Förderung herausfallenden, bestehenden Windkraftwerke. Dann wäre der Rückstand noch viel, viel größer. Angesichts der aktuellen Ausbaulage Windkraftwerke und dem immer stärker werdenden Widerstand in der betroffenen Bevölkerung ist dieser Rückstand nicht aufzuholen. Allein der wirtschaftliche Aufwand steht in keinem Verhältnis zum zu erwartenden Ergebnis. Selbst ein Deutschland ohne jeglichen CO2-Ausstoß würde an der Steigerung des globalen CO2-Ausstoßes nichts ändern.

Ordnen Sie Deutschlands CO2-Ausstoß in den Weltmaßstab ein. Zum interaktiven CO2-Rechner: Hier klicken

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr. Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

 

Rüdiger Stobbe betreibt seit 4 Jahren den Politikblog www.mediagnose.de.

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Alexander Schilling / 18.02.2020

Selbst einem Laien wie mir verständlich: herzlichen Dank für all Ihre Mühe, sehr geehrter Herr Stobbe! und Ihre “good bad news”—die mir Anlass zur Hofnung geben, dass der Albtraum hoffentlich bald zu Ende geträumt sein wird. Wenn auch (zumindest von dieser Seite) nun wieder wohltuende Vernunft einkehren kann, ist doch immerhin jetzt schon festzustellen, dass der angerichtete Schaden (abseits von allem Materiellen) immens zu sein scheint…

Gerald Krüger / 18.02.2020

Danke, Herr Stobbe. Jedesmal nach der Lektüre fühle ich mich zwar nicht unbedingt erleuchtet, aber immerhin klarsichtiger als die dunkelflautigen Energiewendler.

Hartwig Dorner / 18.02.2020

Die schwindlige Vision vom Energiewandel (vulgo Der Grosse Transformator) fußt ‘production side’ soweit identifiziert, auf drei eklatanten Trugvorstellungen: 1.) Selbst Minderleistenden, -jährigen und -alkoholisierten sollte einleuchten, dass Photovoltaik aufgrund kurz- und langfristig zyklischer sowie regelmässig zufälliger Totalausfälle allenfalls als “aktive Stromspartechnologie” taugt, und keineswegs der andauernden Stromerzeugung industriellen Maßstabs. 2.) Elektrische Windkraft alleine ist ohne typische ‘Workarounds’ der Dysfunktionalitäten wg. nicht lebensfähig, dazu erforderts a) witterungsunabhängige Redundanzstromerzeugung gleicher Grössenordnung und b) weiträumige Stromtransportbahnen, hunderte Kilometer Nord/Süd oder Ost/West um regionale Erzeugungs/Verbrauchsdifferenzen und Windverhältnisse etwas zu glätten. 3.) Jenes ubiquitäre Vehikel ‘Chemischer Kraftspeicher’, in notwendiger Ausprägung einiger GW inexistent, produzierte keine einzige mWh, im Gegenteil es belastete die Echtzeitenergiewandler durch Speicherung und Speicherverluste nur zusätzlich; somit würde dadurch zeitweilig recht Weniges auf jeweils zeitpunktsbezogen noch weniger, dafür über einen gewissen Zeitraum, umverteilt. Was nicht erzeugt wird, kann nicht gespeichert werden. Abhilfe: Mehr Saufen, weniger leere Kilometer! PS: Man dankt für den Erkenntnisgewinn. Um Lichtjahre aufschlussreicher als die tägliche MSM-Jubelidee von der E-Front.

Rick Sanchez / 18.02.2020

Also kann man davon ausgehen das es zu keinem Blackout kommt? Eine oder sogar 2 Wochen Strom weg, das verstehe ich unter Blackout. Das Netz zuckt aber nicht mal, keine Minute Ausfall. Da es ja eben den Stromimport/export gibt. Klar, Teuer und Unsinnig, aber das führt offensichtlich nicht zu einem Blackout. Ja, ich kenne sämtliche Artikel zu dem Thema, ob hier auf der achse, bei TE, JF, welt, zeit, hab zig Vorträge gesehen (Prof. Sinn usw) ich kenne die Warnungen von offizieller Seite, die es schon immer gab, usw. Bei jeder Abschaltung eines Kraftwerks heißt es dann, jetzt isses vorbei, jetzt gehen die Lichter aus, und? Genau! Alles gut, nichts ist passiert. Mein Problem ist, man erzählt sowas ja auch im Umfeld, wie schlimm sich die Energiewende auswirken wird, das es in absehbarer Zeit eben zu diesem ominösen Blackout kommt, das man Vorsorgen treffen sollte (Essen, Trinken, Batterien, usw) mittlerweile stehen Leute wie ich ziemlich blöd da, das Thema wird ja seit langer Zeit negativ beschrieben, zumindest auf den genannten Seiten. Deshalb lasse ich das Thema auch stecken, irgendwie auch nur Panikmache.

Reinhold Schmidt / 18.02.2020

Vielen Dank Herr Stobbe für Ihre Fleißarbeit. Mein Eindruck ist jedoch, dass die überwiegende Zahl unserer Mitbürger mit diesen Zahlen nichts anfangen kann und daher den Milchmädchenrechnungen unsere Energiewender gläubig folgt. Machen wir doch mal selbst eine kleine Rechnung auf. Derzeit haben wir in DEU ca. 30 000 Windkraftanlagen (WKA). Nach der von Ihnen zitierten Studie des DIW werden 20 000 zusätzliche WKA benötigt, um die CO2 Ziele der Stromerzeugung einzuhalten. Will man die Ziele der Elektrifizierung der Automobilität erreichen, braucht man rechnerisch weitere etwa 20 000 WKA allein für die zusätzliche Stromproduktion. Das macht dann zusammen etwa 70 000 WKA. DEU hat eine Fläche von etwa 360 000 Quadratkilometern. Ziehen wir nun Gewässer und Verkehrswege ab, bleiben etwas mehr als 300 000 Quadratkilometer übrig. D.h. durchschnittlich alle 4,3 Quadratkilometer eine WKA. Das ist ein Quadrat von gerundet 2 x 2 Km. Egal wo sie stehen, ob auf der Zugspitze, auf dem Brocken, auf dem Fischmarkt in Hamburg im Englischen Garten in München oder am Brandenburger Tor in Berlin, in jeder Richtung, in der sie schauen, sehen sie in ein oder zwei Kilometer Entfernung eine WKA und die Flächen dazwischen sind oft mit Photovoltaikanlagen gepflastert. Schönes neues Deutschland.

Detlef Fiedler / 18.02.2020

Werter Herr Stobbe, der Rückstand beim Fussballspiel wäre noch viel dicker. Allein die deutsche Chemie hat bis 2050 jährlich mehr als 600 Terawattstunden benötigten Strom prognostiziert. Um die gewünschte “Klimaneutralität” durch die Anwendung von Wasserstofftechnologien zu erreichen. Das ist nicht nur das elffache des bisherigen Verbrauchs der Chemieindustrie, sondern auch mehr als der gesamte deutsche jährliche Stromverbrauch. Wieviel Mühlen und Paneele wollen die denn dafür aufstellen bitte? Das man bei Wasserstoff erstmal ungefähr das Doppelte an Energie reinstecken muss, von dem was dann aus dem Endprodukt wieder zur Verfügung steht, interessiert die ganzen verblendeten Ökostrom- und Klimaspinner überhaupt nicht. Genausowenig wer die ganze Hardware für den Gebrauch von Wasserstoff am Ende bezahlen soll. Man kann wirklich nur hoffen, die wollen letztendlich doch nicht mit dem Kopf durch die Wand. Es wäre nämlich unser Kopf.

Peter Hager / 18.02.2020

Um beim Fußball zu bleiben: Bei der Energiewende befinden wir uns bereits in der Nachspielzeit. Unsere verantwortlichen Akteure wollen es nur nicht wahrhaben dass das Spiel verloren ist. Beispiel: Für den Südostlink (Gleichstromtrasse mit 525kV-Technik) hat die Bundesnetzagentur Ende Dez. 2019 den Stromtrassenkorridor für den Abschnitt Hof-Schwandorf abgeschlossen. Nach wie vor gibt es starke Proteste bezüglich des Verlaufs - auch von Kommunalpolitikern der CSU und FW. Was zudem verwundert: Die Langzeitfolgen der Erdverkabelung im Bezug auf die landwirtschaftliche Bewirtschaftung wurden bisher nicht untersucht. Der Netzbetreiber Tennet hält eine Fertigstellung bis 2025 für realistisch - nur das letzte AKW in Bayern (Isar II) wird Ende 2022 abgeschaltet. Auf der Internetseite des BMWi heisst es “Unsere Energiewende: sicher, sauber, bezahlbar” - was haben wir nur für “Experten”!

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