Das Herbstwetter ist da. Ungemütlich oder – wie man im Rheinland sagt – uselich: Eine Mischung aus grau in grau und Nieselregen. Richtig kalt ist es nicht. Aber eben auch nicht schön. Doch es gibt Ausnahmen. Die 37. Analysewoche des Jahres 2026 wartete von Donnerstag bis Samstag mit sonnigem, windarmen Wetter auf. Zu Beginn der Woche gab es neben erklecklicher Windstromerzeugung auch reichlich PV-Strom. Dieser wurde am Mittwoch weniger, doch die Windstromerzeugung zog an. Kratzte die regenerative Stromerzeugung noch an der Bedarfslinie (Montag) und überschritt sie sogar (Dienstag), war am Mittwoch davon keine Rede mehr. Trotz der hohen Windstromerzeugung. Die PV-Strommenge war zu gering. Dann sackte der Windstrom ab, die PV-Stromerzeugung zog an.
Bis auf den Samstag wurde in dieser Woche die Strom-Bedarfslinie nicht mehr erreicht. Grund: Samstag war bereits der Strombedarf Deutschlands geringer als an normalen Werktagen. Das Wochenende hatte begonnen. Samstag und Dienstag waren denn auch die Tage, an denen der Strom über die Mittagsspitze verschenkt wurde. Die Preisdifferenzen hingegen waren jeden Tag für gute Geschäfte ausreichend und wurden ausgiebig genutzt. Besonders hoch war die Differenz am Donnerstag. Von 66 €/MWh (13:00 Uhr) stieg der Strompreis auf die Wochenspitze von 461 €/MWh (19:00 Uhr). Europas Stromhändler freuten sich.
Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der 37. Analysewoche 2026 gibt Agora Energiewende. Die Hochrechnung im Vergleich zu den aktuellen Zahlen sieht in dieser Woche so aus. Die Residuallast liegt zweimal über 70GWh und ist auch sonst nicht gering. Es sei denn, es ist Tag und die Sonne liefert Solarenergie für genügend PV-Strom in der Zeit von 9:00 bis 17:00 Uhr im ausgehenden Sommer. Später wird es PV-mäßig immer weniger. Auch bei massivem Ausbau.
Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?
Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde („h“ und „pro Stunde“) weg.
Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel 1 MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneelen mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste.
Tageswerte
Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.
Eine leichte Winddelle über Tag wird durch PV-Strom ausgeglichen. Die Strompreise.
Die Strom-Bedarfslinie wird regenerativ überschritten, Wind- und PV-Strom stark. Die Strompreise.
PV-Strom lässt stark, Windstrom lässt etwas nach. Die Strompreise.
Windstrom wird extrem schwach, PV-Strom mittel. Die Strompreise.
Wind weiter schwach, PV-Strom zieht an. Die Strompreise.
Windstrom zieht an, PV-Strom erreicht Bedarfslinie wegen des Wochenendes. PV-Strom reichlich. Die Strompreise.
Windstrom wieder stärker, PV-Strom lässt nach. Die Strompreise.
PKW-Neuzulassungen August 2026: Reine E-Autos steigen um 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat
von Peter Hager.
Im August 2026 wurden laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) 212.563 PKW neu zugelassen. Dies entspricht einer Zunahme von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Juli 2026 mit 268.378 Neufahrzeugen liegt das Minus im August bei über 20 Prozent. Die Verschiebung bei den Antriebsarten geht, dank der vielfältigen „Subventionen“ für die E-Mobilität, unvermindert weiter und erreicht einen Neuzulassungsanteil von über 44 Prozent für BEV- und Plug-in-Hybrid-PKW. Die Wirkung der „Kaufprämie“ der Bundesregierung lässt sich auch an den privaten Neuzulassungen ablesen, die im August mit 16,9 Prozent deutlich zulegten.
Antriebsarten
Benzin: 35.536 (- 37,9 Prozent gegenüber 08/2025 / Zulassungsanteil: 16,7 Prozent)
Diesel: 22.516 (- 17,3 Prozent gegenüber 08/2025 / Zulassungsanteil: 10,6 Prozent)
Hybrid (ohne Plug-in): 59.197 (+ 1,0 Prozent gegenüber 08/2025/ Zulassungsanteil: 27,8 Prozent)
darunter mit Benzinmotor: 48.569
darunter mit Dieselmotor: 10.139
Plug-in-Hybrid: 25.406 (+ 6,0 Prozent gegenüber 08/2025 / Zulassungsanteil: 12,0 Prozent)
darunter mit Benzinmotor: 24.061
darunter mit Dieselmotor: 1.345
Elektro (BEV): 68.930 (+ 75,1 Prozent gegenüber 08/2025 / Zulassungsanteil: 32,4 Prozent)
Die 10 beliebtesten E-Modelle in 08/2026
Skoda Elroq (SUV): 3.038
BMW X1 (SUV): 2.449
VW ID 7 (Obere Mittelklasse): 2.236
VW ID 4/5 (SUV): 2.189
Mercedes GLK/GLC (SUV): 2.164
Skoda Enyaq (SUV): 2.140
Audi A6 (Obere Mittelklasse): 1.749
Mercedes CLA (Mittelklasse): 1.749
Audi Q6 (SUV): 1.738
Citroen C3 (Kleinwagen): 1.722
Die ersten 10 Modelle mit mehr als 1.000 Neuzulassungen
BMW X3 (Geländewagen)
Dacia Spring (Minis)
Ford Explorer (SUV)
Kia EV 2 (Kleinwagen), EV3 (SUV)
Mini (Kleinwagen)
Renault Twingo (Minis)
Seat Born (Kompaktklasse), Raval (Kleinwagen)
Tesla Model 3 (Mittelklasse), Model Y (SUV)
VW ID3 (Kompaktklasse)
Quelle 1; Quelle 2
„E-Auto-Förderung“ der Bundesregierung: Über 50.000 genehmigte Anträge bis Ende August
Seit dem 19. Mai 2026 ist die Online-Antragstellung über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) möglich (gilt für Fahrzeuge, die ab 1. Januar 2026 zugelassen wurden und deren Halter die Förderkriterien erfüllen). Bundesumweltminister Schneider: „Elektromobilität kommt jetzt in der breiten Bevölkerung an. Unser Förderprogramm gibt dafür den nötigen Schub.“ Bisher wurden weit über 100.000 Förderantrage gestellt (Stand Anfang August) und davon bis Ende August 52.473 Anträge in Höhe von 230 Millionen Euro bewilligt. Der Großteil der Bewilligungen fällt mit rund 91 Prozent auf reine Elektro-PKW und etwa 9 Prozent auf Plug-in-Hybride.
Von den bewilligten Anträgen sind die beliebtesten zehn Marken
Tesla: 8.141
Skoda: 4.522
Seat: 3.155
VW: 3.062
Hyundai: 2.982
Leapmotor: 2.936
BYD: 2.831
Kia: 2.722
Renault: 2.655
BMW: 2.266
Quelle
Es zeigt sich, dass die deutschen Marken nur geringfügig von dem Förderprogramm profitieren. Und das Ziel von 15 Millionen reinen E-Autos bis 2030 wird auch damit nicht erreicht werden.
Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de.
Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.
Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.de, Agora Energiewende und Energy-Charts die wesentliche Datengrundlage dieser Kolumne.

5 Millionen E-Autos wollen ständig versorgt werden, wie soll das funktionieren?
Für Grüne kein Problem, einfach Ladepunkte schaffen und gut. Einem Elektriker graut es zurecht.
Wie ,und wo der Strom produziert wird , natürlich voll öko, und wie der vor Ort geliefert wird, frag die besser nicht,.Wer von Technik keine Ahnung hat ,gibt nur dumme Antworten, oder einfach Annalena B. in NY anrufen , oder die Ex-Staatsratsvorsitzende fragen, denn „wir schaffen das“.
Vorschlag für den nächsten Sommer: E-Autos am WE von April bis September bei viel Sonne, also 10-16h laden, damit der überschüssige Strom an der Strombörse nicht verschenkt werden muss.
Eine App könnte sinnvoll sein, Meldung:„ Laden sie sie ihren Lurchi jetzt, es ist für sie billiger, und wir müssen den Strom nicht ins Ausland verschenken , danke sagt ihr Stromversorger.“