Erleben wir die ersten Vorzeichen für ein Netz-Problem, das unabwendbar auf Europa zukommt? Immer mehr nicht steuerbarer Strom zerstört das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Am Sonntag mussten die Niederlande, Schweiz, Belgien und Frankreich für Stromabnahme draufzahlen.
Die regenerative Stromerzeugung zog in dieser Analysewoche an. Ursache war in erster Linie eine Steigerung der Windstromerzeugung insbesondere auch auf dem Meer. Dennoch ist die Residuallast in der Zeit, in der keine PV-Stromerzeugung stattfindet, immer noch hoch. Wie in den vergangenen Wochen findet auch diesmal starker Stromimport statt, obwohl der Strom von deutschen Stromproduzenten hergestellt werden könnte. Dann allerdings käme es zur paradoxen Situation, dass der Aufwand an Ressourcen höher, der Ertrag aber geringer würde.
Am Sonntag ist der Strompreis sechs Stunden negativ. Die Stromproduzenten erhalten keine Vergütung. Nur die konventionellen Stromerzeuger erhalten eine Bezahlung für die erbrachten Systemdienstleistungen. Die Preisspitzen liegen regelmäßig am Vormittag und am Abend. Da wird Strom gebraucht aber nicht in Deutschland in ausreichendem Umfang hergestellt. Deshalb dürfen die Stromkunden den Stromexporteuren im Ausland hohe Preise bezahlen. Bemerkenswert ist, dass einige Länder Strom nach Deutschland exportieren, wenn die Strompreise teilweise sehr gering sind. Beispiel Sonntag: Die Niederlande, die Schweiz, Belgien und Frankreich „verkaufen“ Strom nach Deutschland und machen das, was sonst nur Deutschland macht. Sie zahlen einen Abnahmebonus. Da hat man sich bei der Stromproduktion offensichtlich verkalkuliert.
Oder sind das bereits die ersten Vorzeichen für ein Problem, das unabwendbar auf Europa zukommt? Je mehr nicht steuerbarer Strom von den europäischen Ländern insgesamt in das Stromnetz eingespeist wird, desto schwieriger wird es, das notwendige Gleichgewicht zwischen Strombedarf und Stromerzeugung zu gewährleisten. Das gilt vor allem für die Mittagszeit, wenn die PV-Anlagen europaweit viel zu viel Strom produzieren werden. Dann gibt es praktisch keine Abnehmer mehr, die diesen Strom dem Verbrauch zuführen können. Dann hilft nur noch massives Abregeln, ein Abregeln, welches die Besitzer von PV-Anlagen wenig begeistern wird, ein Abregeln, welches nach Entschädigung ruft. Und schwupp-di-wupp, da ist der teure Geisterstrom. Zur Möglichkeit, diesen Strom zu speichern und am Abend, an dem er jeden Tag dringend gebraucht wird, habe ich vor einiger Zeit einen Beitrag in der Jungen Freiheit geschrieben.
Die Zusammenfassung: „Beide Verfahren zur Stromspeicherung sind aufwendig und hochpreisig. Batteriespeicher haben zwar einen höheren Wirkungsgrad, aber verschleißen schnell (geschätzte Nutzungsdauer etwas mehr als zehn Jahre). Die Speicherung mittels Wasserstoff hingegen ist mit hohen Energieverlusten behaftet. Und auch dort ist Verschleiß gegeben (zum Beispiel Stacks). Beide Varianten können selbstverständlich über das Beispiel 1. Mai hinaus für weitere Speichervorgänge genutzt werden. Um aber – und das ist die ursprüngliche Idee der überschüssigen Mittagsstromspeicherung – tatsächlich so viel Strom zu speichern, um zum Beispiel drei Tage Dunkelflaute auch nur annähernd auszugleichen, wären Speicher-Anlagen in Größenordnungen notwendig, die jeden praktikablen und ökonomischen Rahmen sprengen würden.“
Diese Aussage betrifft nur Deutschland. Der europäische Rahmen wäre noch gigantischer und ist vollkommen unrealistisch. Unrealistisch, weil nicht alle Staatenlenker so energiewendeverbissen sind, wie die Deutschen. Zumal die (Klima-)Schädlichkeit des in den letzten Jahrzehnten so verteufelten Spurengases CO2 (aktuell 0,043 Prozent Luftanteil) durch einen aktuellen US-Regierungs-Bericht infrage gestellt wird (Zusammenfassung mit dem Bericht im Original und eine von mir durchgeführte Deepl-Pro-Übersetzung). Dieses offizielle US-Statement könnte einen energiepolitischen Paradigmenwechsel einleiten.
Wochenüberblick
Montag, 28.7.2025 bis Sonntag, 3.8.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 59,6 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 74,5 Prozent, davon Windstrom 34,9 Prozent, PV-Strom 24,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,9 Prozent.
- Regenerative Erzeugung im Wochenüberblick 28.7.2025 bis 3.8.2025
- Die Strompreisentwicklung in der 31. Analysewoche 2025.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur 31. Analysewoche ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur 31. KW 2025:
Factsheet KW 31/2025 – Chart, Produktion, Handelswoche, Import/Export/Preise, CO2, Agora-Chart 68 Prozent Ausbaugrad, Agora-Chart 86 Prozent Ausbaugrad.
- Rüdiger Stobbe zur Dunkelflaute bei Kontrafunk aktuell 15.11.2024
- Bessere Infos zum Thema „Wasserstoff“ gibt es wahrscheinlich nicht!
- Eine feine Zusammenfassung des Energiewende-Dilemmas von Prof. Kobe (Quelle des Ausschnitts)
- Rüdiger Stobbe zum Strommarkt: Spitzenpreis 2.000 €/MWh beim Day-Ahead Handel
- Meilenstein – Klimawandel & die Physik der Wärme
- Klima-History 1: Video-Schatz aus dem Jahr 2007 zum Klimawandel
- Klima-History 2: Video-Schatz des ÖRR aus dem Jahr 2010 zum Klimawandel
- Interview mit Rüdiger Stobbe zum Thema Wasserstoff plus Zusatzinformationen
- Weitere Interviews mit Rüdiger Stobbe zu Energiethemen
- Viele weitere Zusatzinformationen
- Achtung: Es gibt aktuell praktisch keinen überschüssigen PV-Strom (Photovoltaik). Ebenso wenig gibt es überschüssigen Windstrom. Auch in der Summe der Stromerzeugung mittels beider Energieträger plus Biomassestrom plus Laufwasserstrom gibt es fast keine Überschüsse. Der Beleg 2023, der Beleg 2024/25. Strom-Überschüsse werden bis auf wenige Stunden immer konventionell erzeugt. Aber es werden, insbesondere über die Mittagszeit für ein paar Stunden vor allem am Wochenende immer mehr. Genauso ist es eingetroffen. Sogar in der Woche erreichen/überschreiten die regenerativen Stromerzeuger die Strombedarfslinie.
Was man wissen muss: Die Wind- und Photovoltaik-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie, angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem Jahresverlauf 2024/25 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.
Tagesanalysen
Montag
Montag, 28.7.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 56,6 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 72,4 Prozent, davon Windstrom 33,1 Prozent, PV-Strom 23,5 Prozent Strom Biomasse/Wasserkraft 12,7 Prozent.
Ganztägiger Stromimport mit steigender Windstromerzeugung. Die Strompreisbildung.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 28. Juli ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 28.7.2025: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inklusive Importabhängigkeiten.
Dienstag
Dienstag, 29.7.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 62,6 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 75,9 Prozent, davon Windstrom 35,9 Prozent, PV-Strom 26,6 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,3 Prozent.
Die regenerative Stromerzeugung übersteigt den Bedarf, der Strompreis kratzt an der Null-Linie.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 29. Juli ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 29.7.2025: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inklusive Importabhängigkeiten.
Mittwoch
Mittwoch, 30.7.025: Anteil Wind- und PV-Strom 60,6 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 74,0 Prozent, davon Windstrom 38,0 Prozent, PV-Strom 22,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,4 Prozent.
Die regenerative Stromerzeugung erreicht nicht ganz die Bedarfslinie. Die Strompreise fallen entsprechend weniger.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 30. Juli 2025 ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 30.7.2025: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inklusive Importabhängigkeiten.
Donnerstag
Donnerstag, 31.7.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 60,2 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 74,0 Prozent, davon Windstrom 39,3 Prozent, PV-Strom 20,2 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,9 Prozent.
Die Windstromerzeugung lässt zum Nachmittag nach. Die Strompreisbildung.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 31. Juli 2025 ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 31.7.2025: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inklusive Importabhängigkeiten.
Freitag
Freitag, 1.8.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 51,7 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 68,0 Prozent, davon Windstrom 22,9 Prozent, PV-Strom 28,8 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,2 Prozent.
Nochmal ganztägiger Stromimport. Die Strompreisbildung.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 1. August 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 1.8.2025: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten.
Samstag
Samstag, 2.8.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 58,6 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 75,3 Prozent, davon Windstrom 31,1 Prozent, PV-Strom 27,6 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,6 Prozent.
Die regenerative Stromerzeugung übersteigt den geringeren Wochenendbedarf. Der Strompreis liegt von 13:00 bis 15:00 Uhr bei 0 €/MWh.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 2. August ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 2.8.2025: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten.
Sonntag
Sonntag, 3.8.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 66,1 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 82,4 Prozent, davon Windstrom 42,8 Prozent, PV-Strom 23,3 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,3 Prozent.
Obwohl die regenerative Stromerzeugung nur an der Bedarfslinie kratzt, kommt es zu Negativpreisen. Sieben Stunden lang.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 3. August ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 3.8.2025: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten.
Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.
Rüdiger Stobbe betreibt seit 2016 den Politikblog MEDIAGNOSE.

@Winston Smith : >>„Je mehr nicht steuerbarer Strom von den europäischen Ländern insgesamt in das Stromnetz eingespeist wird, desto schwieriger wird es, das notwendige Gleichgewicht zwischen Strombedarf und Stromerzeugung zu gewährleisten. … “ Wie im weiteren Bericht dargestellt wird, sind sowohl Batteriespeicher als auch Wasserstoff als Speicher ungeeignet, und daher extrem teurer. Physikalisch am sinnvollsten sind Pumpspeicherwerke: Relativ hoher Wirkungsgrad und geringer Verschleiß. Aber es gibt zu wenig geeignete Standorte und der Aufbau ist ebenfalls teuer. ++ „Und schwupp-di-wupp, da ist der teure Geisterstrom.“ Der Verbraucher zahlt also für Strom, der nicht produziert wird (nicht eingespeist wird). Das ist die Konsequenz von staatlicher Planwirtschaft. Alle wichtigen Innovationen der letzten 15.000 Jahre haben sich am Markt durchgesetzt, ohne dass eine parasitäre staatliche Bürokratie mit Zwangsmaßnahmen eingegriffen hat.<< ## Ja, vor 15.000 Jahren war das auch noch einfach. Da konnte jeder den Strom in Gedanken erzeugen. Aber diese Fähigkeit ging verloren, ist seit Nero in Rom verbrannt. Heute muss man zuerst 10 bis 13 Jahre in die Schule gehen. Und wenn man dann alles gelernt hat, ist man immer noch nicht fähig, Strom zu machen. Und wenn man dann jedes Hindernis aus dem Weg räumt, eins nach dem Anderen, steht man endlich vor der hohen schwarzen polierten Mauer, auf der in Goldbuchstaben steht: „Du sollt keinen Strom machen!“ Es ist wie ein überdimensionaler Grabstein aus edlem Granit. Und wer schon einmal in diesem Ort war, der wird das Gefühl nicht mehr vergessen, dass er es irgendwie falsch angefangen hat. Sei es drum, es ging auch 15.000 Jahre ohne Strom. Think big!
„Je mehr nicht steuerbarer Strom von den europäischen Ländern insgesamt in das Stromnetz eingespeist wird, desto schwieriger wird es, das notwendige Gleichgewicht zwischen Strombedarf und Stromerzeugung zu gewährleisten. … “ Wie im weiteren Bericht dargestellt wird, sind sowohl Batteriespeicher als auch Wasserstoff als Speicher ungeeignet, und daher extrem teurer. Physikalisch am sinnvollsten sind Pumpspeicherwerke: Relativ hoher Wirkungsgrad und geringer Verschleiß. Aber es gibt zu wenig geeignete Standorte und der Aufbau ist ebenfalls teuer. ++ „Und schwupp-di-wupp, da ist der teure Geisterstrom.“ Der Verbraucher zahlt also für Strom, der nicht produziert wird (nicht eingespeist wird). Das ist die Konsequenz von staatlicher Planwirtschaft. Alle wichtigen Innovationen der letzten 15.000 Jahre haben sich am Markt durchgesetzt, ohne dass eine parasitäre staatliche Bürokratie mit Zwangsmaßnahmen eingegriffen hat.