Während Deutschland ein Auf und Ab des Strompreises erlebt, profitieren andere europäische Länder von den preislichen Schwankungen.
Die Woche begann mit einem enormen Preissprung. Am Montag, um 14:00 Uhr, wurden knapp 30 €/MWh aufgerufen. Von 10:00 bis 15:00 Uhr musste Deutschland überschüssigen Strom exportieren. Dieser Strom fiel in erster Linie zwecks Netzstabilisierung an. Um 20:00 Uhr waren wieder Stromimporte zum Höchstpreis nötig. Es wurden gut 257 €/MWh elektrische Energie verlangt. Fast 230 €/MWh betrug die Preisdifferenz. Norwegen, Dänemark und Belgien nutzen diese am ertragreichsten.
Der Dienstag brachte eine weitere Phase der Stromübererzeugung. Über die Mittagszeit fiel der Strompreis auf 2,70 €/MWh. Allerdings stieg der Preis zum Abend diesmal „nur“ auf gut 151 €/MWh. Bis zum Wochenende bewegte sich der Strompreis zwischen 55 und 185 €/MWh. Es wurde durchgängig Strom importiert. Bis zum Samstag, 9:00 Uhr. Der Bedarf war gering. Wind- und PV-Strom überstiegen den Bedarf. Die konventionelle Erzeugung produzierte das Nötigste. Der Preis sackte in den negativen Bereich. Zum Wegfall der PV-Stromerzeugung flachte auch die Windstromerzeugung ab, sodass die konventionelle Stromproduktion zwar hochgefahren wurde, der Stromimport mit einem starken Preisanstieg nicht verhindert werden konnte. Vom hohen Strompreis profitieren auch die einheimischen Stromerzeuger.
Der Sonntag war noch bedarfsärmer als der Vortag. Dafür legten die regenerativen Stromerzeuger noch einen Zacken zu. Folge ist der Tiefpreis der Woche von -74 €/MWh um 13:00 und 14:00 Uhr. Um 18:00 Uhr liegt der Preis bei knapp 50 €/MWH, um 20:00 Uhr werden 115 €/MWh. Der Volatilität der regenerativen Stromerzeugung folgt die Preisbildung. Schauen Sie, welche Länder richtig „absahnen“. Ahnen Sie, warum der deutsche Strompreis einer der weltweit höchsten ist?
Wochenüberblick
Montag, 8.7.2024 bis Sonntag, 14.7.2024: Anteil Wind- und PV-Strom 50,4 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 65,7 Prozent, davon Windstrom 21,3 Prozent, PV-Strom 29,1 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,3 Prozent.
- Regenerative Erzeugung im Wochenüberblick 8.7.2024 bis 14.7.2024
- Die Strompreisentwicklung in der 28. Analysewoche 2024.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur 28. Analysewoche ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur 28. KW 2024: Factsheet KW 28/2024 – Chart, Produktion, Handelswoche, Import/Export/Preise, CO2, Agora-Chart 68 Prozent Ausbaugrad, Agora-Chart 86 Prozent Ausbaugrad.
Rüdiger Stobbe zum Strommarkt: Spitzenpreis 2.000 €/MWh beim Day-Ahead Handel
- Meilenstein – Klimawandel & die Physik der Wärme
- Klima-History 2: Video-Schatz des ÖRR aus dem Jahr 2010 zum Klimawandel
- Klima-History 1: Video-Schatz aus dem Jahr 2007 zum Klimawandel.
- Interview mit Rüdiger Stobbe zum Thema Wasserstoff plus Zusatzinformationen
- Weitere Interviews mit Rüdiger Stobbe zu Energiethemen
- Viele weitere Zusatzinformationen
- Achtung: Es gibt aktuell praktisch keinen überschüssigen PV-Strom (Photovoltaik). Ebenso wenig gibt es überschüssigen Windstrom. Auch in der Summe der Stromerzeugung mittels beider Energieträger plus Biomassestrom plus Laufwasserstrom gibt es fast keine Überschüsse. Der Beleg 2022, der Beleg 2023/24. Strom-Überschüsse werden bis auf wenige Stunden immer konventionell erzeugt. Aber es werden, insbesondere über die Mittagszeit für ein paar Stunden vor allem am Wochenende immer mehr!
Jahresüberblick 2024 bis zum 14. Juli 2024
Daten, Charts, Tabellen & Prognose zum bisherigen Jahr 2024: Chart 1, Chart 2, Produktion, Stromhandel, Import/Export/Preise/CO2
Tagesanalysen
Was man wissen muss: Die Wind- und PV-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem bisherigen Jahresverlauf 2024 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.
Eine große Menge Strom wird im Sommer über Tag mit PV-Anlagen erzeugt. Das führt regelmäßig zu hohen Durchschnittswerten regenerativ erzeugten Stroms. Was allerdings irreführend ist, denn der erzeugte Strom ist ungleichmäßig verteilt.
Montag, 8.7.2024: Anteil Wind- und PV-Strom 45,5 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 60,7 Prozent, davon Windstrom 10,5 Prozent, PV-Strom 25,1 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,2 Prozent.
Kaum Wind, viel Sonne. Der Höchststrompreis der Woche
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 8.7. ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 8.7.2024: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inklusive Importabhängigkeiten.
Dienstag, 9.7.2024: Anteil Wind- und PV-Strom 54,4 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 68,3 Prozent, davon Windstrom 20,3 Prozent, PV-Strom 34,1 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,8 Prozent.
Über Tag zieht die Windstromerzeugung an, so dass es in der Mittagsspitze zur regenerativen Stromübererzeugung kommt. Die Strompreisbildung.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 9. Juli ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 9.7.2024: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inklusive Importabhängigkeiten
Mittwoch, 10.7.2024: Anteil Wind- und PV-Strom 42,0 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 57,8 Prozent, davon Windstrom 22,7 Prozent, PV-Strom 19,3 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,8 Prozent.
Ganztägiger Stromimport. Wind und PV-Strom schwächeln. Die Strompreisbildung.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 10. Juli 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 10.7.2024: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten
Donnerstag, 11.7.2024: Anteil Wind- und PV-Strom 38,8 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 54,4 Prozent, davon Windstrom 9,5 Prozent, PV-Strom 29,3 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,7 Prozent.
Ganztägiger Stromimport. Die Strompreisbildung.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 11. Juli ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 11.7.2024: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten
Freitag, 12.7. 2024: Anteil Wind- und PV-Strom 46,6 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 61,9 Prozent, davon Windstrom 27,2 Prozent, PV-Strom 19,4 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,3 Prozent.
Ganztägiger Stromimport. Über Tag starker Windstromzuwachs. Die Strompreisbildung.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 12. Juli ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 12.7.2024: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten.
Samstag, 13.7. 2024: Anteil Wind- und PV-Strom 70,9 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 84,2 Prozent, davon Windstrom 46,4 Prozent, PV-Strom 24,5 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,3 Prozent.
Die regenerativen Stromerzeuger decken über Mittag den Bedarf. Die Strompreisbildung.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 13. Juli ab 2016.
Daten, Tabellen & Prognosen zum 13.7.2024: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten
Sonntag, 14.7.2024: Anteil Wind- und PV-Strom 61,4 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 77,5 Prozent, davon Windstrom 25,4 Prozent, PV-Strom 35,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,1 Prozent.
Wenig Bedarf, viel PV-Strom. Die Strompreisbildung
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 14. Juli ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 14.7.2024: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten
Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.
Rüdiger Stobbe betreibt seit 2016 den Politikblog MEDIAGNOSE.

Herr Ostrowsky, Sie behaupteten, Sie wären Naturwissenschaftler. Biologe oder Erdkundler? Wir haben einmal Europas Stromnetze stabil gehalten. Mittlerweile können wir uns selbst nicht mehr versorgen. Technisch: Kohlekraftwerke halte ich an der Nenngrenze. Dort wird der optimale Wirkungsgrad erreicht. Drüber oder drunter brauche ich mehr Brennstoff und werde teurer. Kernkraftwerke kann ich zwischen ca. 20% und 100% der Nennleistung gut steuern, sogar relativ schnell, aber auch das kostet mich Effiziens. Ist aber nicht so kostenrelevant. Meine erste selbständige Aufgabe als Ingenieur war die Erneuerung eines Wasserkraftwerks. Ich kannte die Technik prinzipiell, seitdem liebe ich sie. Man muß die Technik gesehen haben und die Menschen, die uns mit Strom versorgen. Welches Wissen dahinter steckt und welches Verantwortungsbewußtsein, das ist enorm. Logischerweise eine rein toxisch männliche weiße Angelegenheit.
@ hans kloss – „Das gleiche mit allem anderen – nur das Mitmachen kann hier helfen. Bis das System kollabiert und das wird es.“ -- Dann sponsert man schön die chinesischen Hersteller samt ihrer hiesigen systemischen Profiteure. Ich fahre derweil für die Tausende, die der Quatsch kostet, in Urlaub. Und bei Rückkehr ist dieser Teil der Erde hoffentlich zum Stillstand gekommen. Träumen wird man ja noch dürfen. Und wer meint, durch so ein Glasdach auf dem Haus „weniger zu zahlen“, der sollte dies mit den Investitionskosten verrechnen, und mit der begrenzten Lebenszeit dieses Sondermülls.
@Rüdiger Riedel : >>Sehr geehrter Herr Ostrovsky, den ersten Teil Ihres Aufsatzes habe ich nicht verstanden.<< ## Das nehme ich zur Kenntnis, habe aber für Sie keine Abhilfe. Sorry, aber es ist scheinbar nicht für jeden verständlich. >>Der zweite Teil ist Unsinn. Selbstverständlich sind Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke regel- und steuerbar.<< ## Sie schreiben es selbst. Es ist Unsinn. Danke, dass wir uns verständigt haben. Vielen Dank auch für den Hinweis auf Professor Sinn. Der ist im Ruhestand. Bis dahin hat er sich große Mühe gegeben, aber leider das Ziel verfehlt. Er hat immer Erbsen gezählt, aber den Zusammenhang zwischen Speicher und Effizienz der Stromerzeuger leider nicht verstanden. Deshalb blieb ihm verborgen, dass die „ÖKONOMIE“ unser Problem ist. Das wäre aber gerade sein Part gewesen. Schade.
Sehr geehrter Herr Ostrovsky, den ersten Teil Ihres Aufsatzes habe ich nicht verstanden. Der zweite Teil ist Unsinn. Selbstverständlich sind Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke regel- und steuerbar. Dass KKWs und Braunkohlekraftwerke meistens „Strich“ fahren, also mit ihrer Nennleistung, ist ein wirtschaftlicher und Umweltaspekt. Sie arbeiten dann am günstigsten und mit den geringsten Emissionen. Die Tagesganglinie wurde mit Steinkohlekraftwerken gefahren und die Spitzenleistung mit Pumpspeicher-Kraftwerken. Ja, die gibt es, immer noch, z. B. Goldisthal. Das diese für stundenweise und nicht für saisonale Stromspeicherung ausgelegt sind, können Sie bei Prof. Sinn erfahren.
@hans kloss : Herr Kloss, es ist aber noch viel schlimmer. Der Comic ist eine Fortsetzungs-Serie. Obwohl wir jahrelang Strom im Überfluss produziert haben und dadurch der Preis gering war und nur durch geschickte Manipulation und Weglassen großer Kostenpositionen überhaupt ein Gewinn mit dem spitzen Bleistift konstruiert werden konnte, haben wir heute die „Strombörse“. Jetzt plötzlich ist die gleiche Situation, wenn Strom im Überfluss produziert wird, eine Katastrophe. Da muss jetzt gegengesteuert werden, weil ja sonst der Strompreis negativ wird und die Erzeuger draufzahlen müssen, um überhaupt Strom erzeugen zu dürfen. Also regelt man jetzt die überflüssigen Erzeuger ab. Das ging früher einfach nicht bei Kohle und Atom. Deshalb hat man aus der Not eine Tugend gemacht und die Geschichte von der heiligen Grundlast ausgeschmückt und mit Goldbronze angepinselt. Jetzt kann man die PV und Windmühlen einfach abschalten, und plötzlich fällt wieder allen auf, dass der Preis aus dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage gebildet wird. Jetzt rennt man Sturm gegen die Bevorzugung, dass angeblich PV und Wind Vorrang haben. Das ist wieder nur auf dem Papier! Das ist nur ein Buchhaltungstrick, mit dem man sich Gerechtigkeit verspricht. Die werden tatsächlich abgeregelt, werden dann aber BUCHHALTERISCH so behandelt, als wenn sie Strom erzeugt hätten. Aber das Schlimmste: Speicher sind immer noch nicht möglich. Sie können „wirtschaftlich“ nicht betrieben werden und werden deshalb erstens nicht gebaut und zweitens die vorhandenen stillgelegt. Es ist eine Schnapsidee, Speicher als eigenständige wirtschaftliche Einheiten betreiben zu wollen. Der Wirkungsgrad ist IMMER unter 100%. Wo soll da ein Mehrwert her kommen, wenn man sie selbständig betrachtet. Wenn es keine Kraftwerke gäbe hätte jedes Pumpspeicherwerk keinen Sinn. Sie können nicht eigenständig einen wirtschaftlichen Gewinn bringen. Aber erklären Sie das mal eine Betriebswirt oder Volkswirt. Wer hat die Schuld? die ANDEREN!
@hans kloss : Herr Kloss, der Fehler ist, wenn man auf halbem Wege stehenbleibt, obwohl es regnet und dann jammert, dass die Schuhe voll Wasser laufen. Es ist die völlig verlorene Lösungskompetenz, die zur Resignation führen muss. Es gibt aber auch viele, wo es einfach Faulheit ist. Sowas kann zu schweren Depressionen führen, weil man ja denn nichts mehr gebacken bekommt. Die Probleme werden immer größer und alles, was man anfasst, fällt einem aus der Hand. Da helfen dann nur noch Verbote. Ich bin optimistisch, dass Uschi es irgendwann verbieten wird. Befehle und Verbote strukturieren den Tag. Wenn die Befehle nicht befolgt werden, müssen Verbote her. Schuld sind die Menschen, wer denn sonst. Selbst der hartnäckigste Klimawandel wird irgendwo im Sande versickern, falls nicht – als andere Möglichkeit – der Sand durch den Sozialismus knapp wird. Rückblickend, also aus der Zukunft betrachtet, bleibt nur eine Horde völlig verblödeter Menschen übrig, die das alles verbrochen haben. Irgendwer sägt den Ast ab, auf dem er selbst sitzt und die, die unter ihm standen und Beifall geklatscht haben, bekommen alles auf den Kopf. Als Comic gezeichnet, wird es verständlich. Aber die Comics werden immer erst hinterher gezeichnet. Das Problem war: Obwohl Kern- und Kohlekraftwerke nicht regelbar waren, änderte sich der Bedarf im Tages-, Wochen- und Jahresrhytmus. Es wäre gescheit gewesen, über Speicher nachzudenken. Man hat aber lieber am Wochenende in den Supermärktrn auf der grünen Wiese das Licht angelassen und die Kühltruhen aufgemacht. Der Rest des Überschusses verdampfte irgendwo in fernen Netzen. Dann hat man erkannt, dass diese Misswirtschaft zu UNNÖTIGEN Umweltbelastungen und Gefahren führt. Dann hat man immer noch nicht über Speicher nachgedacht, sondern KKW und Kohle verboten. Der Stand heute: Wir haben keine Speicher, aber alles ist verboten. Wir stehen an der Landstraße im Nirgendwo und es regnet in Strömen. Und wer hat die Schuld? Die ANDEREN!
Ich bin ein Elektriker von der Ausbildung und habe über die Versorgungsnetze an der Uni lernen müssen. Deshalb war ich immer dagegen PV Anlagen auf jedem Dach zu installieren. Ich sehe jetzt aber dass mein Widerstand zwecklos und für mich schädlich war. Die meiste meine Freund und Kollegen hier im tiefen Westen verstehen nicht mal, warum ich mich so aufrege. Ich habe mich das letztens noch mal überlegt. Der einzige weg diesen Unsinn zu bekämpfen ist vlt durch Mitmachen – wenn alle eine PV Anlage haben, die ihre ganzes Haus deckt (ein Kollege meinte letztens dass er PV auch auf Nordseite hat), kollabiert den Unsinn dann endlich. Bis dahin habe ich weniger zu bezahlen. Da ist doch win/win. Ich sollte einfach aufhören mich sorgen machen und einfach mitmachen. Das gleiche mit allem anderen – nur das Mitmachen kann hier helfen. Bis das System kollabiert und das wird es.