
Die regenerative Stromerzeugung der 26. Analysewoche des Jahres 2026 war wieder windschwach. Dafür gab es viel Photovoltaik-Strom. Allerdings wurde die PV-Stromerzeugung durch die zum Teil sehr große Hitze über mehrere Tage wieder eingeschränkt. „Bei Hitze sinkt die Leistung von Solarmodulen, weil sich das Halbleitermaterial Silizium erwärmt. Durch die höheren Temperaturen sinkt die elektrische Spannung in den Zellen. [...]“ Quelle hier. Die KI Gemini meint, dass sich dieser physikalische Effekt im Detail so erklären lässt:
- Spannungsabfall: Mit zunehmender Hitze sinkt die elektrische Spannung (Volt) der Solarzelle deutlich, während die Stromstärke (Ampere) nur geringfügig zitiert wird. Da die Wattleistung das Produkt aus Spannung und Stromstärke ist, nimmt die Gesamtleistung ab. [1]
- Erhöhter innerer Widerstand: Physikalisch führt die starke Erwärmung zu einer höheren Eigenschwingung der Atome im Silizium, wodurch der Fluss der Elektronen gestört und der innere Widerstand erhöht wird. [1, 2]
Ausführliche Informationen zu diesem physikalischen Zusammenhang finden Sie auf Fachportalen wie priwatt oder photovoltaik.info.
Selbstverständlich sinken die Strompreise über Tag. Sie sind über die Mittagszeit immer niedriger als am Vormittag, am Aben und in der Nacht. Preise um die 0 €/MWh werden in dieser Woche nur am Sonnabend und Sonntag erreicht. Grund ist der geringe Wochenendbedarf. Zwar übersteigt die regenerative Stromerzeugung bereits am Freitag den Bedarf. Doch ist er um 12:00 Uhr 10 beziehungsweise 12 GW höher als am Wochenende zu gleichen Zeit. Die Mehrbedarf (= höhere Nachfrage) führt dazu, dass der Preisverfall nicht so stark ist wie am Wochenende.
Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der 26. Analysewoche 2026 gibt Agora Energiewende. Die Hochrechnung sieht in dieser Woche so aus. Eindrucksvoll wird sichtbar, dass ein Ausbau wenig bis gar nichts an zusätzlicher elektrischer Energie bringt, wenn kaum Wind weht. Scheint die Sonne dagegen sehr stark, führt der Ausbau zu hoher Strom-Übererzeugung. Entsprechend werden sich die Strompreise (Zum Mittag stark negativ, zum Abend stark ansteigend) gestalten: Mit einem Chart und drei Sätzen wird die komplette Energiewende ad absurdum geführt.
Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?
Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde („h“ und „pro Stunde“) weg.
Sonderfall Wind- und Solarkraft
Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel 1 MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneelen mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste.
Tageswerte
Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora-Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.
Kaum Windstrom, reichlich PV-Strom. Die Strompreise.
Windstromerzeugung weiter sehr schwach, PV-Strom fließt etwas weniger. Die Strompreise.
Windstrom bleibt gering, PV wieder reichlich, knapp bedarfsdeckend. Die Strompreise.
Sehr wenig Windstrom. PV-Strom stark. Die Strompreise.
Leichter Anstieg Windstrom. PV-Stromerzeugung stark. Die Strompreise.
Geringer Bedarf. Winddelle über Mittag. Die Strompreise.
Windflaute mit starker PV-Stromerzeugung. Die Strompreise.
Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.
Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.de, Agora Energiewende und Energy-Charts die wesentliche Datengrundlage dieser Kolumne.
Im Achgut-Buchshop erhältlich:
„Atomenergie – jetzt aber richtig – Wie die ‚dümmste Energiepolitik der Welt‘ abgewendet werden kann“ von Klaus-Dieter Humpich und Manfred Haferburg, Achgut Edition 2024, hier bestellbar.


Weil wir gerade bei den Energy-Charts sind und bei Flamanville 3:
Die Erzeugung des neuen EPR Flamanville3 wurde im Oktober 2025 schrittweise gesteigert. Am 24.10.2025 um 14:00 wurde der Höchstwert 820MW erreicht und fiel dann um 15:00 auf 0,00 MW zurück. Am 1.11. 9:00 werden sogar 840,1MW erreicht und 1:00 wieder 0,00MW. Am 6.11. ging es dann auf und ab. Am 7.11.25 um 14:00 836MW, um 15:00 0,0MW, um 16:00 ging es wieder aufwärts bis über 830MW und erreichte am 08.11.25 15:00 1024MW. Danach ging es die ganze46.Woche zwischen 900 und 1192MW. In der 48. Woche erreichte Flamanville3 sogar über 1200MW, während der benachbarte Reaktor Flamanville auf 0MW fiel und nur manchmal einige 100 MW lieferte. So als wären die Tests von Flamanville 3 in Wahrheit mit Reaktor 2 gefahren worden? So seltsam ging es dann bis in die 52. Woche weiter Reaktor 3 erreichte über 1500MW, während Reaktor 2 irgendwie wilf von 0 bis zur halben Leistung auf und ab ging. Am 06.01.2026 stampfte 3 mit 1500MW Vollast, während F3 von 16:30 bis 16:45 von 0 auf 2,2GW gefahren wurde und danach 18:45 sogar auf 2830MW, um dann zwischen 19:00 und 19:15 von 2700MW auf 0,00MW zu fallen. F3 lieferte stabil 1500MW, um dann am 8.01.2026 abends über lange Zeit bis 9.1. 01:00 ganz brav herunter gefahren zu werden, wie es sich für so ein Teil gehört. Kurz danach irgendwie eine Umverteilung der Leistungen aller frz. KKW. Dann bis Ende der KW2 alle drei Reaktoren in Flamanville auf Aus. In KW4 fehlen Reaktor 1 und 3 in der Statistik, nur Reaktor 2 wird scheinbar auf und ab getestet, weit unterhalb der Nennleistung. Es scheint so, als wären einfach rechnerisch Leistungen zwischen verschiedenen KKW verschoben worden. Seit KW6 bis heute läuft F3 stabil mit über 1500MW.
Ein Glück, denn wenn sie die Volleistung trotz kaputtem Deckel nicht geschafft hätten, wäre die Betriebsgenehmigung ausgefallen. Dann müsste der Einbau des neuen Deckels ab September komplett neu genehmigt werden. Schaumermal. Papiertiger!
@Sam Lowry : >>„Nach Angaben des Deutschen Brauer-Bunds haben in den vergangenen sechs Jahren 137 deutsche Brauereien dichtgemacht.“ Tja, Bierbrauen braucht viel Energie. Was war noch der Grund für die Pleiten?<<
## Ich vermute, es war der Zusammenruch der Sowjetunion. Und seit 2022 der Krieg. Wenn es an der Energie liegen würde, wäre der Alkoholismus nur immer im Umkreis um ein KKW am stärksten. Aber ich nehme auch Wetten an.
Der geringere Wirkungsgrad bei Erwärmung der Solarzellen STABILISIERT und HARMONSIERT die Leistung eher und ist kein Argument gegen diese Technologie. Es bewirkt nur, dass der Zuwachs der Leistung am oberen Ende flacher wird. Wenn man sich dann die Energy-Charts ansieht mit den geradezu spitzen Ecken oben bei Solar, muss man an der Glaubwürdigkeit dieser Kurven zweifeln, wenn maneben weiß, dass die Energieabgabe von Solarzellen über den Tag verteilt viel gleichmäßiger ist. Die Verringerung des Wirkungsgrades bei Erwärmung sollte eigentlich auch zu steilerem Aufbau zwingen, eben um das Aufsteigen warmer Luft zur KÜHLUNG der Rückseiten zu nutzen, was ich bei den von mir geplanten Anlagen seit JAHREN beachte. Und ich habe Erzeugungskurven im 15-Minuten Raster aus den vergangenen Jahren und weiß, dass der Verlauf über den Tag viel gleichmäßiger ist, als in den Diagrammen dargestellt wird. Was die Balkonsolar-Anlagen betrifft. Die sind auf 800Watt gedrosselt. Wenn die also einen nennenswerten Beitrag zum „Flatterstrom“ leisten würden (der zu dem Gejammer von Netzüberlastungen berechtigen würde), wären die Oberkanten im Sommer waagerechte Striche von 10 bis 16 Uhr, nicht diese abenteuerlichen Spitzen um 13:30Uhr.
Wer erklärt uns endlich diese seltsamen Spitzen? Daraus könnte man eine Erkenntnis gewinnen, die weit über die verspätete Erkenntnis hinausgeht, dass Solarzellen im Winter viel höheren Wirkungsgrad haben, als im Hochsommer, also die Jahreszeit eher AUSGLEICHEN, und damit das Gerede von völlig unberechenbar stillschweigend ad absurdum führen. Man darf nur die Anlagen nicht vom Schornsteinfeger aufbauen lassen, weil der ganz andere Richtlinien hat.
„Nach Angaben des Deutschen Brauer-Bunds haben in den vergangenen sechs Jahren 137 deutsche Brauereien dichtgemacht.“ Tja, Bierbrauen braucht viel Energie. Was war noch der Grund für die Pleiten?