Die 23. Analysewoche des Jahres 2026 beginnt mit dem meteorologischen Sommer. Der beginnt mit einem schönen Sommertag. Dann aber wird das Wetter kühler. Dementsprechend weht der Wind stärker und die Windstromproduktion steigt. In der Nacht zum 4. Juni wird der Peak der Windstromerzeugung (36 GW um 1:00 Uhr) erreicht. Dann sinkt die Windstromproduktion, um in eine kurze Flautenphase von Freitag ab 21:00 Uhr bis zum Samstag um 12:00 Uhr zu münden. In dieser Zeit musste Deutschland viel Strom aus dem Ausland zu hohen Preisen importieren. Der Wochenhöchstpreis allerdings wurde am Montag mit 355 €/MWh aufgerufen. Fast 15 GWh Strom wurden um 21:00 Uhr vom Ausland nach Deutschland exportiert.
Bemerkenswert ist der massive Sprung der Windstromproduktion in der Nacht vom 3. Juni 20:00 Uhr bis um 1:00 Uhr des nächsten Tages. Innerhalb von fünf Stunden verdoppelte sich die Windstromerzeugung von gut 15 GWh auf mehr als 33 GWh. Ich vermute, dass Windkraftanlagen in dieser Zeit zusätzlich freigeschaltet wurden.
Immer dann, wenn Deutschland allein auf Windstrom angewiesen war, haben die Stromimporteure ihre großen Stunden. Damit die Stromversorgung Deutschlands nicht zusammenbricht, muss regelmäßig richtig viel Strom importiert werden. Dieses Schaubild belegt wieder mal die Gesetzmäßigkeit des Angebots- und Nachfragemechanismus. Es wird viel Geld verdient. Man muss kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass der weitere Ausbau der Erneuerbaren im Windbereich bei wenig Wind – wie diese Woche zweimal – nicht viel bringen wird. Im Solarbereich hingegen wird die Stromüberproduktion weiter steigen. Die Strompreise werden tief in den Negativbereich rutschen. Das war in dieser Woche in erheblichem Umfang nur am Sonntag der Fall. Da treffen sich besonders im Sommer regelmäßig wenig Bedarf mit viel regenerativ erzeugtem Strom über die Mittagsspitze. Das traf am katholischen Feiertag Fronleichnam teilweise auch zu. Allerdings wurde 0-€/MWh-Grenze – ebenso wie am Samstag – nicht unterschritten. Ansonsten lagen die Preise immer im positiven Bereich.
Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der 23. Analysewoche 2026 gibt Agora Energiewende. Es ist zu erkennen, dass trotz ausreichender regenerativer Stromerzeugung immer noch zusätzlich – Bedarf hin, Bedarf her – fossiler, in großen Generatoren erzeugter Strom (grauer Bereich) hinzuerzeugt werden muss. Das wird auch so bleiben. Die Unsummen, die Abermilliarden, die es kosten wird, die Netzstabilität auf anderem, nichtmechanischem Weg zu gewährleisten, wird Deutschland nicht aufbringen. Die Zeit und die menschlichen Ressourcen hat es ohnehin nicht. Ein Land, das nicht in der Lage ist, zu gewährleisten, dass die Eisenbahn zu 95 Prozent pünktlich fährt, wird eine nichtmechanische Netzstabilität nicht hinbekommen. Ab einem bestimmten Punkt gilt: Nur das Analoge ist das Wahre. Rein digital verkümmert nicht nur die menschliche Seele. Virtuelle Wirklichkeiten ersetzen nicht tatsächlich Erlebtes. Ein Smartphone ersetzt kein Buch. Ein noch so komplexes Eisenbahnspiel bringt niemanden von A nach B. Und Stromnetze sind ab einer bestimmten Größenordnung nur stabil und verlässlich, wenn riesige rotierende Massen die Grundparameter des Stromnetzes im grünen Bereich halten.

Günstiger Strom hat keine politische Mehrheit
Am einfachsten wäre es, wenn Kernkraftwerke die Grundlast – das ist die Strommenge –, die ein Land IMMER benötigt, bereitstellen. Dann hat man auch gleichzeitig die notwendigen rotierenden Massen. Das ist politisch mehrheitlich nicht gewollt.
In der vergangenen Woche gab es zwei Strom- und Energie-Debatten im Deutschen Bundestag:
- Entlastung von Energiekosten
- Herstellung der Versorgungssicherheit Deutschland für elektrische Energie
Meine Einschätzung: Deutschland will die Energiewende weiterführen. Alle Gedanken, welche die Energieversorgung Deutschlands sicherer und preisgünstiger machen könnten, finden faktisch keine Mehrheit. Ursache für die Energie- und Wirtschaftskrise seien der Ukraine- und der Irankrieg, so lautet das rot-schwarz-grüne Mantra. Kurz: So wird das nichts. Deutschlands Energieversorgung wird immer unsicherer und bleibt hochpreisig. Die Wirtschaft schmiert unterdessen mehr und mehr ab. Kein Wunder bei diesem Bundeskanzler (Quelle). Frau Nicola Leibinger-Kampmüller ist übrigens eine TOP-Wirtschaftsführerin!
Bitte beachten Sie nach den Tagesanalysen die Kfz-Zulassungszahlen für den Mai 2026, die Peter Hager freundlicherweise aufbereitet hat.
Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?
Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde („h“ und „pro Stunde“) weg.
Sonderfall Wind- und Solarkraft
Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel 1 MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneelen mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste.
Tageswerte
Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora-Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.
Kaum Windstrom, reichlich PV-Strom. Die Strompreise.
Windstrom steigt leicht an, PV-Strom fließt reichlich. Die Strompreise.
Windstrom stark, PV weiter reichlich. Die Strompreise.
Starker Zuwachs Windstrom. PV-Strom etwas geringer. Die Strompreise.
Windstrom sinkt rapide über Tag. Starke PV-Stromerzeugung. Die Strompreise.
Windflaute bis 14:00 Uhr. Viel PV-Strom. Die Strompreise.
Windstrom wieder stark mit leichter Delle über Tag. Ab Nachmittag nimmt die Windstromerzeugung wieder zu. Starke PV-Stromerzeugung. Die Strompreise.
PKW-Neuzulassungen Mai 2026: Anteil reiner E-Autos (BEV) unverändert
Von Peter Hager.
Im Mai 2026 wurden laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) 239.448 PKW neu zugelassen. Zum Vorjahresmonat bedeutet dies ein Mini-Plus von 0,1 Prozent.
Zum April 2026 mit 249.163 Neuzulassungen beträgt das Minus 3,9 Prozent.
Antriebsarten
Benzin: 51.806 (- 23,7 Prozent ggü. 05/2025 / Zulassungsanteil: 21,6 Prozent)
Diesel: 30.547 (- 13,0 Prozent ggü. 05/2025 / Zulassungsanteil: 12,8 Prozent)
Hybrid (ohne Plug-in): 67.545 (+ 1.3 Prozent ggü. 05/2025 / Zulassungsanteil: 28,2 Prozent / mit Benzinmotor: 54.482 /mit Dieselmotor: 12.375)
Plug-in-Hybrid: 27.921 (+ 10,9 Prozent ggü. 05/2025 / Zulassungsanteil: 11,7 Prozent / mit Benzinmotor: 26.570 /mit Dieselmotor: 1.351)
Elektro (BEV): 59.969 (+ 39,9 Prozent ggü. 05/2025 / Zulassungsanteil: 25,0 Prozent)
Die beliebtesten zehn E-Modelle im Monat 05/2026
Skoda Elroq (SUV): 3.083
VW ID 3 (Kompaktklasse): 3.050
Skoda Enyaq (SUV): 2.770
Tesla Model 3 (Mittelklasse): 2.664
Tesla Model Y (SUV): 2.410
VW ID 7 (Obere Mittelklasse): 1.952
BMW X1 (SUV): 1.736
Mercedes CLA-Klasse (Mittelklasse): 1.647
Seat Born (Kompaktklasse): 1.456
VW ID 4/5 (SUV): 1.453
Mehr als 1.000 Neuzulassungen
Audi A6 (Obere Mittelklasse), Audi Q6 (SUV)
BMW X3 (Geländewagen)
Citroen C3 (Kleinwagen)
Fiat 500 (Minis)
Hyundai Inster (Kleinwagen)
Mercedes GLB (SUV)
Mini (Kleinwagen)
Seat Tavascan (SUV)
Tesla Model 3 (Mittelklasse)
VW ID.BUZZ (Utilities)
Quelle 1 / Quelle 2
Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.
Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.de, Agora Energiewende und Energy-Charts die wesentliche Datengrundlage dieser Kolumne.

@A. Sturiano : >>Nur um mal die Summen zu nennen:
15 GWh * 355 €/MWh sind 15.000 MWh * 355 E/MWh = 5.325.000,00 Euro. Ziemlich viel für ein unfähiges Pleite-Land. Das sollten Sie in Zukunft immer umrechnen, damit die Dimensionen klar werden.<<
## Es gibt aber auch Unterschiede, dass die einen das Geld bezahlen müssen, aber die ANDEREN es bekommen. Finden Sie sich doch mal zurecht, in dem Spiegelkabinett. Aus den verschiedenen ROLLEN resultieren die verschiedenen Interessen und das unterschiedliche VERHALTEN. Es hat doch keinen Sinn, sich bei denen, die es bezahlen müssen, zu beklagen und sich dann umzudrehen und mit denen zu heulen, die es bekommen.
Nur um mal die Summen zu nennen:
15 GWh * 355 €/MWh sind 15.000 MWh * 355 E/MWh = 5.325.000,00 Euro. Ziemlich viel für ein unfähiges Pleite-Land. Das sollten Sie in Zukunft immer umrechnen, damit die Dimensionen klar werden.
2. Und genau dieser Punkt ist mit dem im Titel genannten „nichtmechanischen Weg“ gemeint. Denn zehn- oder hunderttausende von Windgeneratoren mit ihren im Verhältnis kleinen rotierenden Massen ebenso wie Solarflächen ohne jede Masse können z.Zt. nicht rein elektronisch synchronisierten Wechselstrom liefern. Je mehr dieser „freien Mitarbeiter“ bei der Stromerzeugung mitmachen, desto größer wird der erforderliche Aufwand für die „festen Mitarbeiter“, nämlich die konventionellen Kraftwerke, um diese freien Mitarbeiter in die Synchronisation zu zwingen. Der Aufwand ist für Nichtfachleute nicht vorstellbar, aber er stößt immer öfter an seine Grenzen.
Ein Hinweis auf funktionierende autonome Selbstversorger (Gemeinden oder Haushalte) erfasst das Problem nicht. Denn die hängen ja eben nicht am Verbundnetz. Und wer weiter argumentiert, dann gehen halt alle aus dem Netz und in die Autonomie, der hat noch weniger verstanden. Aber das wäre ein neues Thema.
„Die Unsummen, die Abermilliarden, die es kosten wird, die Netzstabilität auf anderem, nichtmechanischem Weg zu gewährleisten, wird Deutschland nicht aufbringen“
Die überragende Bedeutung von „Netzstabilität“ kann für Laien u.U. nur schwer verständlich sein. Denn wenn Strom (gemeint ist natürlich Energie) aus Sonne und Wind (auch den verursacht übrigens die Sonne) mit genügend Speicher – der z.Zt. (noch) nicht vorhanden ist – kombiniert würden, hätte man doch jederzeit genügend Strom (also Energie). Was fehlt denn also noch, außer ausreichend Speicher? Weil das europäische Verbundnetz (nur dadurch kann Strom je nach Bedarf quer über den Kontinent verteilt werden) aber ein WECHSEL-Strom-Netz ist, kommt nicht nur der Menge, sondern eben auch dem Gleichlauf dieses durch die miteinander verbundenen Netze fließenden Wechselstromes die entscheidende Bedeutung zu. Nur im Gleichlauf der Stromerzeuger können die in den Kabeln von ihm in Schwingung versetzten Elektronen beim Endverbraucher reelle Arbeit leisten. Würden die Erzeuger nicht exakt im Gleichtakt „synchron“ arbeiten, so würden auch die ins Netz eingespeisten Ströme schon innerhalb des Netzes gegeneinander arbeiten. Die Folge wäre tlw. Netzzusammenbruch und tlw. Netzabschaltung. Die bewährte Methode zur Synchronisation sind die sehr großen und schweren mechanischen Massen der Generatoren in den unterschiedlichen (Kohle, Gas, Kernenergie, Wasserkraft) Kraftwerken. Deren Drehzahlen werden mit bewährten Methoden praktisch konstant gehalten, auch wenn wechselnde Lasten von niedrig bis maximal an dieser Drehzahlkonstanz in beide Richtungen (zu langsam bei hoher Last, zu schnell bei nachlassender Last) zerren. Die großen rotierenden Massen der Generatoren lassen wegen ihrer Massenträgheit sehr schnelle Änderungen nicht zu und ermöglichen so, die aus o.g. Kraftwerken gewonnene eingespeiste mechanische Leistung genügend schnell anzupassen, d.h. zu regeln.