Die 22. Analysewoche des Jahres 2026 war außer in der Nacht niemals dunkel. Die Sonne schien über Tag kräftig. Es herrschte aber weitgehend Windflaute. Tag und Nacht. Denn es war schönes Wetter. Es war warm. Es waren die Vorläufer des Sommers.
Für die regenerative Stromerzeugung sind das nicht gerade ideale Verhältnisse. Wenn die Sonne stark scheint, wenn die PV-Anlagen brummen, dann wird für einige Stunden (in aller Regel 10:00 bis 15:00 Uhr) über die Mittagsspitze viel zu viel Strom erzeugt, was sich wie immer auf den Strompreis auswirkt. Dieser liegt denn auch meistens in der Mittagszeit bei 0 €/MWh. Nur selten wird der Strompreis negativ und wenn, dann rutscht er nur wenig in den negativen Bereich. Nur am Montag mussten den Stromabnehmern in der Spitze um 13:00 Uhr zum geschenkten Strom 29 €/MWh mitgegeben werden. Ansonsten lag der Betrag bei „höchstens“ minus ein bis zwei €/MWh zusätzlich zum geschenkten Strom.
Immer dann, wenn Deutschland allein auf Windstrom angewiesen war, hatten die Stromimporteure ihre großen Stunden. Damit die Stromversorgung Deutschland nicht zusammenbricht, musste regelmäßig richtig viel Strom importiert werden. Dieses Schaubild belegt die Gesetzmäßigkeit des Angebots- und Nachfragemechanismus. Da wird viel Geld verdient. Man muss kein Hellseher sein, dass der weitere Ausbau der Erneuerbaren im Windbereich bei – wie diese Woche – wenig Wind nicht viel bringen wird. Im Solarbereich hingegen wird die Stromüberproduktion weiter steigen. Die Strompreise werden tief in den Negativbereich rutschen. Ein Extrembeispiel für die Residuallaststeigerung: Auf knapp 83 GW stieg diese am 28.5.2026 um 21:00 Uhr. Der Chart belegt, dass der „massive“ Ausbau der Erneuerbaren und damit eine faktisch nicht kalkulierbare Abhängigkeit der Stromversorgung eines Noch-Industrielandes von Wind und Wetter keinerlei Sinn macht. Ich nenne das ideotologisch getriebenen Unfug mit hohem Geldscheffelpotenzial. Der Bürger wird nach Strich und Faden vera.…t und wie eine Weihnachtsgans ausgenommen.
Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der 22. Analysewoche 2026 gibt Agora Energiewende. Es ist zu erkennen, dass trotz ausreichender regenerativer Stromerzeugung immer noch zusätzlich – Bedarf hin, Bedarf her – fossiler, in großen Generatoren erzeugter Strom hinzuerzeugt werden muss. Das wird auch so bleiben. Die Unsummen, die Abermilliarden, die es kosten wird, die Netzstabilität auf anderem, nichtmechanischem Weg zu gewährleisten, wird Deutschland nicht aufbringen. Die Zeit und die menschlichen Ressourcen hat es ohnehin nicht. Ein Land, das nicht in der Lage ist, zu gewährleisten, dass die Eisenbahn zu 95 Prozent pünktlich fährt, wird eine nichtmechanische Netzstabilität nicht hinbekommen. Ab einem bestimmten Punkt gilt: Nur das Analoge ist das Wahre. Rein digital verkümmert nicht nur die menschliche Seele. Virtuelle Wirklichkeiten ersetzen nicht tatsächlich Erlebtes. Ein Smartphone ersetzt kein Buch. Ein noch so komplexes Eisenbahnspiel bringt niemanden von A nach B. Und Stromnetze sind ab einer bestimmten Größenordnung nur stabil und verlässlich, wenn riesige rotierende Massen die Grundparameter des Stromnetzes im grünen Bereich halten.
Am einfachsten wäre es, wenn Kernkraftwerke die Grundlast, das ist die Strommenge, die ein Land IMMER benötigt, bereitstellen. Dann hat man auch gleichzeitig die notwendigen rotierenden Massen. Doch Deutschland sprengt seine Kernkraftwerke lieber symbolisch in die Luft, statt sich darüber ernsthaft Gedanken zu machen, wie zumindest einige der stillgelegten Anlagen wieder in Betrieb genommen werden könnten. Es fehlt dazu nicht nur der politische Wille. Es fehlen wohl auch die intellektuellen Fähigkeiten der verantwortlichen Politiker und Wirtschaftsführer. Hinzu kommt der positiv-wirtschaftliche Effekt für den klima-industriellen Komplex, mit dem die eben genannten Personenkreise verbandelt sind. Nur eine Partei ist uneingeschränkt für die Stromerzeugung mittels Kernenergie. Ein Antrag der AfD zum Wiedereinstieg wurde zwar am 19.3.2026 im Bundestag debattiert, letztendlich aber am 6.5.2026 abgelehnt. Die Argumente der Altparteien gegen den Wiedereinstieg sind im negativen Sinn beeindruckend.

Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?
Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde („h“ und „pro Stunde“) weg.
Sonderfall Wind- und Solarkraft
Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel 1 MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneelen mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste.
Tageswerte
Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora-Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.
Kaum Windstrom, reichlich PV-Strom. Die Strompreise.
Wenig Windstrom, PV-Strom fließt reichlich. Die Strompreise.
Etwas mehr Windstrom, PV weiter reichlich. Die Strompreise.
Starker Rückgang Windstrom. PV-Strom steigt. Die Strompreise.
Mehr Windstrom zum Abend. Starke PV-Stromerzeugung. Die Strompreise.
Über Tag lässt die Windstromerzeugung nach. Die Strompreise.
PV-Strom weniger stark. Ab Nachmittag nimmt die Windstromerzeugung wieder etwas zu. Die Strompreise.
Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.
Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.de, Agora Energiewende und Energy-Charts die Datengrundlage dieser Kolumne.

Man kann natürlich die großen PV-Anlagen zur Mittagszeit abschalten. Das wird mehr und mehr der Fall sein, je mehr man an Kapazität zubaut. So fällt die Rentabilität oder die Planwirtschafter müssen weitere Subventionen zubuttern. Teurer wird es so oder so.
Batterien verschieben Strom – sie ersetzen keine gesicherte Leistung.
Da kann ich langsam nichts mehr dazu sagen. Und außerdem ist das Wort „Batterien“ falsch, wo Speicher nötig wären. Bedingungslose Kapitulation. Wie jedes Mal.
Das weiß der Schnäppchenjäger vom Restpostenmarkt, wenn man Speicherraum hat, kann man sogar kaufen, wenn es billig ist. Da wird nichts verschoben. Es wird beim Preisminimum gekauft und im Preismaximum verkauft, selbst wenn man gar keine Residualien hätte. Einfaches Marktverhalten. Seit tausend Jahren erprobt. Aber geistige Nomaden verstehen das nicht, weil ihnen komplett die Begriffe fehlen. Die sitzen 24/7 auf dem hohen Ross und wenn es regnet, werden sie nass. Dieter Bohlen wusste es bereits.
Und dann habt Ihr es auch noch ganz falsch verstanden.
Die vier Hauptfeinde des Realexistierenden Sozialismus hießen Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Und es gibt sie immer noch, nur der Realexistierende Sozialismus ist durch den Frei-Schwebend-Simulierten-Global-Sozialismus (FSSGS) ersetzt worden, der „Freie Marktwirtschaft in ihrer deutschesten Ausprägung“ genannt wird. Es liegt an der Prägung. Ihr schafft es nicht. Das war Merkels Versprecher. Sie wollte sagen: Ihr sollt es nicht schaffen, und hat es falsch herum ausgedrückt, wie eine Tube, über die eine Dampfwalze gefahren ist, ganz langsam, 16 Jahre lang.