Rüdiger Stobbe / 17.05.2022 / 10:00 / Foto: Doenertier82 / 6 / Seite ausdrucken

Woher kommt der Strom? 18. Analysewoche 2022

Die 18. Analysewoche zeichnet sich wie die vergangene Woche (beide Wochen im Zusammenhang plus Werte) durch sehr schwache Windstromerzeugung aus. Die Konventionellen füllen die Strom-Versorgungslücken nicht komplett auf.

Die deutsche Stromwirtschaft setzt auch diese Woche auf den Import von Strom. Die Preiskurve belegt eindrucksvoll, dass der importierte Strom immer wesentlich teurer ist als der Strom, der von Deutschland insbesondere über die Mittagsspitze exportiert wird. Ergebnis: Deutschland importiert diese Woche gut 211 GWh Strom mehr, als exportiert wird und bezahlt dafür gut 64 Mio. € (siehe Factsheet KW 18). Das ist ein Ergebnis ähnlich wie in der vergangenen Woche, zumindest was die Preise anbelangt.

Detailanalyse

Bei der Tabelle mit den Werten der Energy-Charts und dem daraus generierten Chart handelt es sich um Werte der Nettostromerzeugung, den „Strom, der aus der Steckdose kommt“, wie auf der Website der Energy-Charts ganz unten ausführlich erläutert wird. Nutzen Sie den höchst empfehlenswerten virtuellen Energiewende-Rechner (Wie viele Windkraft- und PV-Anlagen braucht es, um Kohle- und/oder Kernkraftstrom zu ersetzen? Zumindest im Jahresdurchschnitt.). Ebenso wie den bewährten Energierechner.

Schauen Sie sich an, wie sich eine angenommene Verdoppelung (Original-Excel-Tabelle) bzw. Verdreifachung (Original-Excel-Tabelle) des Wind- und PV-Stroms auswirken würde. Beachten Sie bitte, dass der Strom bei entsprechender Kennzeichnung im Chart (=1) oft eben nur im Tagesdurchschnitt ausreicht. Das ist immer vor allem dann der Fall, wenn, wie an allen Tagen der 17. Kalenderwoche, die PV-Stromerzeugung stark bei gleichzeitig schwacher Windstromerzeugung ist. Da würde Strom zur Deckung des Bedarfs in Zeiträumen fehlen, an denen nur (schwacher) Windstrom zur Verfügung steht. Insbesondere des Nachts. Auch bei einer Verdoppelung oder Verdreifachung würde es nicht reichen. In der Vergangenheit war, aktuell ist die regenerative Stromerzeugung zur kompletten Bedarfsdeckung „Strom in Deutschland“ praktisch immer unzureichend. Dieser Chart belegt den Sachverhalt eindrucksvoll. Man erkennt darüber hinaus, dass zum Beispiel knapp 50 Prozent regenerative Stromerzeugung im Jahr 2020 eben auch nur ein Durchschnittswert ist. In der Jahresübersicht 2020 zum Beispiel schwankt der Tageswert regenerative Erzeugung zwischen 16,6 Prozent am 10. Dezember 2020 und 92,2 Prozent am 16. Februar 2020.

Nach den Tagesanalysen wird ein Ausschnitt aus dem EIKE-Artikel „Preistreiber Energiewende (2)“ zitiert. Der Ausbauteil Erneuerbare“ des sogenannten Osterpakets von Klimaminister Habeck mit den Ausbauzielen Wind- und Solarkraft wird in seiner Auswirkung dank der grafischen Darstellung von Rolf Schuster sehr schön veranschaulicht.

Die Charts mit den Jahres- und Wochen Im-/Exportzahlen sowie der Vortrag von Professor Brasseur von der TU Graz sind sehr erhellend. Der Mann folgt nicht der Wissenschaft. Er betreibt Wissenschaft. Sehr bemerkenswert ist auch der Bericht des ZDF zum aktuellen Windkraftausbau, welcher in der Reihe ZOOM+ gezeigt wurde. Dass die Energiewende faktisch gescheitert ist, veranschaulicht Prof. Fritz Vahrenholt in seinem aktuellen Vortrag beim „Berliner Kreis in der Union“.

Lesenswert ist auch der aktuelle Artikel der Enexion Kolumne zur Energiewende: Energiewende & Wärmepumpe, E-Mobilität – Mit welchem Strom? Mit welchem Nutzen?

Die Werte des bisherigen Jahres 2022 belegen, dass die Energiewende kaum in den angestrebten Zeiträumen gelingen wird. Trotz weiteren Zubaus von Windkraft- und PV-Anlagen liegt die regenerative Stromerzeugung immer noch bei nur gut 50 Prozent. Wobei der Anteil im Sommer sinken wird. Einen Vorgeschmack bietet die aktuelle Analysewoche.

Beachten Sie bitte unbedingt die Stromdateninfo-Tagesvergleiche 2016 in der jeweiligen Tagesanalyse unten. Dort finden Sie die Belege für die im Analyse-Text angegebenen Durchschnittswerte und vor allem auch die Im- und Exportwerte. Falls Sie den jeweiligen „Handelstagschart“ von Agora vermissen sollten: Einfach über die verlinkte Agora-Chartmatrix aufrufen. Der Vergleich beinhaltet einen Schatz an Erkenntnismöglichkeiten. Überhaupt ist das Analysewerkzeug stromdaten.info ein sehr mächtiges Instrument, welches mit dem Tool „Fakten zur Energiewende“ nochmals erweitert wurde.

Wichtige Info zu den Charts: In den Charts von Stromdateninfo ist Solarstrom gelb markiert und immer oben, oft auch über der Bedarfslinie. Das bedeutet aber nicht, dass dies der Strom ist, der exportiert wird. Im Gegenteil. Wegen des Einspeisevorrangs wird dieser Strom, genau wie anderer regenerativ erzeugter Strom, bevorzugt in das Netz eingespeist. Zum Export bleibt praktisch nur konventionell erzeugter Strom übrig, der immer allein aus Netzstabilisierungsgründen benötigt wird. Gleiches gilt für zusätzliche Stromsenken, umgangssprachlich Stromverbraucher genannt. Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge zum Beispiel erhöhen den Bedarf erheblich, so sie denn im geplanten Umfang realisiert werden sollten.

Dieser Strom wird aber durchaus nicht regenerativ gedeckt. Die Sonne scheint nicht mehr und länger, der Wind weht nicht stärker, nur weil zusätzlicher Strom benötigt wird. Deshalb wird der zusätzlich benötigte Strom immer zusätzlich konventionell erzeugt. Jedenfalls so lange, bis der „massive Ausbau“ der „Erneuerbaren“ plus Speicher realisiert wurde und 100 Prozent grüner Strom nicht nur im Durchschnitt, sondern auch tatsächlich zur Verfügung steht, wenn er benötigt wird.

Tagesanalysen

Montag, 2.5.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 41,59 Prozent, davon Windstrom 6,2 Prozent, PV-Strom 22,79 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,60 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Der Montag zeigt das Bild, welches bereits in der vergangenen Woche beherrschend war. Strom wird bei Bedarf teuer importiert. Überschüssiger Strom, insbesondere über die Mittagsspitze, wird wesentlich billiger von Deutschland abgegeben. Bei dem geplanten Ausbau der PV-Stromerzeugung wird sich das Problem verschärfen. Da praktisch keine Speicher zur Verfügung stehen und absehbar auch nicht zur Verfügung stehen werden, wird der dann in großen Mengen überschüssige Strom verschenkt oder gar mit Bonus abgegeben werden. Lesen Sie unten den Auszug nach den Tagesanalysen, der bei EIKE erschienen ist. Die Konventionellen fahren über die Mittagsspitze die Erzeugung herunter. Eine Mindesterzeugung konventionell ist allerdings notwendig, damit das Stromnetz stabil bleibt. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 2. Mai 2022 ab 2016.

Dienstag, 3.5.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 40,84 Prozentdavon Windstrom 9,32 Prozent, PV-Strom 20,12 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,40 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Heute das gleiche Bild wie gestern. Auch konventionell. Allerdings exportiert Deutschland heute mehr Strom als importiert wird. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 3. Mai 2022 ab 2016.

Mittwoch, 4.5.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 34,82 Prozent, davon Windstrom 3,67 Prozent, PV-Strom 18,95 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,20 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Der Mittwoch bringt wieder mehr Importstrom, obwohl die Konventionellen kräftig bullern. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 4. Mai ab 2016.

Donnerstag, 5.5.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 35,27 Prozent, davon Windstrom 3,67 Prozent, PV-Strom 18,38 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,53 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Heute das gleiche Bild wie gestern. Viel Importstrom. Sehr wenig Exportstrom. Die Konventionellen. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 5. Mai ab 2016.

Freitag, 6.5.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 36,94 Prozent, davon Windstrom 5,08 Prozent, PV-Strom 18,70 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,17 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Das gleiche Bild wie gestern. Viel Importstrom. Sehr wenig Exportstrom. Die Konventionellen. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 6. Mai ab 2016.

Samstag, 7.5.2022: Anteil Erneuerbare an der Gesamtstromerzeugung 47,70 Prozent, davon Windstrom 10,75 Prozent, PV-Strom 21,95 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,00 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

„Passend“ zum Wochenende (geringerer Bedarf) zieht die Windstromerzeugung etwas an. Die Konventionellen. Das Preisniveau sinkt. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für die Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 7. Mai ab 2016.

Sonntag, 8.5.2022: Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 53,89 Prozent, davon Windstrom 14,42 Prozent, PV-Strom 24,45 Prozent Strom Biomasse/Wasserkraft 15,03 Prozent. Quelle der prozentualen Auswertung ist die Tabelle mit den Werten der Energy-Charts. Die Agora-Chartmatrix mit Handelstag „Strom-Import/Export“.

Dank des geringen Bedarfs und der stärkeren Windstromerzeugung muss am Sonntagmorgen kein Strom netto importiert werden. Erst zum Vorabend entsteht die mittlerweile fast übliche Vorabend-Lücke, die hochpreisig geschlossen werden muss. Die Im- und Exportwerte Deutschlands und die von Deutschlands Nachbarn können hier analysiert werden.

Belege für die Werte im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 8. Mai ab 2016.

Preistreiber Energiewende

Der oben angekündigte Auszug aus dem EIKE-Artikel Preistreiber Energiewende (2):

Nach den Plänen von Wirtschaftsminister Habeck sollen die Wind- und Solaranlagen mehr als verdreifacht werden – von 120.000 auf 400.000 Megawatt. Die geplanten neuen Anlagen mit 280.000 MW installierter Leistung verschlingen 560 Milliarden kWh Anlagen Primärenergie. Das sind etwa 15 Prozent des Energiebedarfs eines Jahres. Die Kosten für diesen Ausbau liegen bei 280 Milliarden Euro (3.500 Euro/Einwohner). Das sind 8 Prozent des Brutto-Inlandsproduktes oder das 4-fache des Verteidigungsetats. Darüber hinaus werden die Kohlenstoffdioxid (CO2)-Emissionen erhöht. Das politische Ziel, eine Reduzierung von CO2, ist mit diesen Ausbauplänen nicht möglich.

Rolf Schuster hat eine Vorschau der verfügbaren Leistungen nach dem geplanten Ausbau gemacht. Die braune Linie gibt die benötigte Netzlast an. Die hellbraunen Bereiche sind die Leistungen der Regelkraftwerke. Auf den ersten Blick sollten die überschüssigen Strommengen (Leistung x Zeit) ausreichen, die Regelkraftwerke zu ersetzen. Dazu ist aber eine Stromspeicherung erforderlich. Die ist teuer und hat erhebliche Energieverluste. Die Wiederverstromung von Wasserstoff aus Fakepower liefert nur 20 Prozent des eingesetzten Stromes. 80 Prozent gehen verloren. Für die Erzeugung von Wasserstoff aus dem Überschussstrom müssten riesige Elektrolysen mit einer Leistung von 100.000 MW gebaut werden, die nur einen Bruchteil des Jahres laufen. Das sind große Investitionen, deren Bau viel Energie erfordert. Die hohen Speicherverluste dürften zu einem Mangel an Regelstrom führen.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einer kurzen Inhaltserläuterung finden Sie hier.

 

Rüdiger Stobbe betreibt seit über sechs Jahren den Politikblog www.mediagnose.de.

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Leserpost

netiquette:

Hans Meier / 17.05.2022

Besten Dank an Herrn Stobbe. Ich hätte viel lieber Kernkraftwerke die an 8760 Stunden zu jeder Millisekunde die Frequenz von 50 Hertz, vollautomatisch halten können, statt dem bekloppten Solargerödel und dem bescheuerten Windgerümpel plus Landschaftszerstörung „doppelt so hohe Betrügerpreise“ löhnen zu müsse, damit den Investoren die „Hose vor Reichtum Plazt“. Wenn russische Riesen-Atom-Eisbrecher locker 10 Jahre komplett elektrisch durch die Polar-Meere Fahr-Rinnen für Schiffskonvois freimachen, ohne auf ihren Routen irgend was zu verrußen, dann ist das geniale Ingenieur-Technik aus Russland.  Wenn die Atom-Eisbrecher erst nach 10 Jahren „zum Tanken müssen“ um eine Kernbrennstoff-Ladung“, die kleiner als ein Kleinwagen ist, gegen eine Neue auszutauschen, und diese Atom-Eisbrecher mit 18 Knoten durchs freie Wasser pflügen, oder mit 3 Knoten über bis 9 Meter Eisdicke, zum Teil mit bis 2 x 170 Megawatt Dampf-Turbinen, Wärme und elektrischen Drehstrom mit Generatoren, erzeugen, der „in großen Gleichrichtern, in Gleichstrom mit 600 Volt Spannung umgespannt wird, um „die Ruder-Motoren, die in drehbaren Gondeln die Eisbrecher sehr fein steuerbar machen, dann ist das alles Spitzen-Technik vom Feinsten. „Ich wünsche mir nichts sehnlicher als solche russische Technik an unseren Flüssen entlang auf den „schnuckeligen Betriebsgeländen“ von geringer Geländegröße. Damit wir ne richtig gute moderne und sichere Stromversorgung plus Fernwärme zu konkurrenzlos kleinen Kosten haben.

Thomas Brox / 17.05.2022

Den EIKE-Artikel “Preistreiber Energiewende (2)” sollte man in ganzer Länge lesen, unbedingt empfehlenswert. Der Autor ist Ingenieur und Professor. ++ Ich hätte allerdings einen Kritikpunkt. Die Kosten für die geplanten 280.000 MW installierter Leistung (i.e. Nennleistung) werden auf 280 Milliarden Euro geschätzt. Also 1 Million Euro pro 1 MW Nennleistung. Das ist m.E. nach zu wenig. Das ist vermutlich der reine Verkaufspreis. Aber die Anlagen müssen noch installiert werden (Transport, Zufahrten, Fundament, Leitungen, ... ). ++ Laut [offshore-das-fundament.de: Was kostet eine Offshore-Windenergieanlage?] kostet 1 MW Nennleistung für offshore Windräder insgesamt rund 2,5 bis 4 Millionen Euro. ++ Laut [windenergy.expert/was-kosten-windenergieanlagen] kostet 1 MW Nennleistung für onshore Windräder circa 1,5 Millionen. Behandelt wird ein Fallbeispiel: 3 MW Anlage, die gesamte Kosten bis Inbetriebnahme liegen 135% über dem Verkaufspreis von 3,3 Millionen. Beide Quellen sind schon etwas älter, der ziemlich hohe Anstieg der Baukosten ist nicht berücksichtigt. ++ Der größte Anteil der geplanten Nennleistung wird vermutlich mit Windrädern realisiert. Ich schätze die mittleren Kosten für 1 MW Nennleistung auf mindestens 2 Millionen Euro (gemittelt über offshore, onshore, PV). Das ergibt 560 Milliarden Euro. ++ Noch eine Plausibilitätsbetrachtung. Die Energiewende hat bisher circa 500 Milliarden gekostet, siehe [ achgut.com: Energiewende: Gau im Illusions-Reaktor]. Installiert sind 120.000 MW Nennleistung Wind- und Solaranlagen. Ganz grob, Pi mal Daumen, ergibt das 4,2 Millionen Euro pro 1 MW Nennleistung. In den 500 Milliarden ist allerdings mehr enthalten als die Kosten für die Installation der Anlagen. Ich bin selbst unschlüssig was man so ungefähr ansetzen müsste?

Dietrich Herrmann / 17.05.2022

Ich bin vergangene Woche mit dem PKW an mehreren Tagen von Schwerin nach Regensburg gefahren. Habe dabei viel Windparks zu Gesicht bekommen und die Verunstaltung unseres schönen Landes registrieren müssen. Und wofür das Ganze? Nicht eine einzige Windmühle hat sich da bei Tage gedreht, was für eine Pleite und Verdummung der Menschen durch eine grünlackierte Sekte!

Rainer Nicolaisen / 17.05.2022

Doppelt oder dreifach soviel Windstrom? Hihihi. Wo wären dazu die windhöffigen Standorte?..

Jörg Haerter / 17.05.2022

In Zukunft wird es heissen:  “Woher kam der Strom?” Und, was gab es in Deutschland für Industrie? Schon jetzt mus man fragen, was wird noch in Deutschland produziert? Zu Zeiten der “Toilettenpapierkrise” machte ich mich mal schlau, wo selbiges produziert wird, und raten sie mal. Jetzt kann man wirklich sagen, Deutschland ist im oder am A… . Es gab mal Zeiten, da hat man auf Redundanz Wert gelegt. Wir hatten ja auch mal einen Kaiser… Mein Lieblingsspruch war mal “Deutschland hat fertig”. Darüber sind wir, glaube ich, hinaus. Auch DDR 2.0 ist veraltet.

Klaus Keller / 17.05.2022

Man kann ja Wärmepumpen mit Kaminfeuer kombinieren. Das machen viele, meinte der Schornsteinfeger der die Gasetagenheizung in meiner Wohnung prüfte. Darüber hinaus hat jeder die Möglichkeit sich den Naturgottheiten zuzuwenden in dem er für milde Winter betet. Die Einrichtung eines Holzvorrates widerspricht dem nicht. “Viel Holz vor der Hütten” zu haben ist schon gut. Die Formulierung ist nicht nur eine Sexualmetapher, was einigen ggf. im nächsten Winter wieder bewusst wird, wenn sich Eisblumen am Schlafzimmerfenster ausbreiten. Ich kenne die Gewächse aus meiner Kindheit, als nur Küche und Wohnzimmer geheizt wurden.

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