Die aktuelle Analysewoche belegt wieder mal beeindruckend und absolut einleuchtend, wie Windflaute plus Stromimporte das Preisniveau steigen lassen.
In dem Moment, wo die Stromimporte weniger werden und schließlich wegfallen, sinkt das Preisniveau Tag um Tag. Die Preise erreichen am Sonntag über die Mittagszeit die Null-Linie. Wird wieder wegen erhöhter Nachfrage nur ein wenig Stromimport notwendig, zieht der Preis sofort an, um danach wieder abrupt zu sinken. Der Preischart zeigt, wie das Prinzip Angebot und Nachfrage auch auf erhöhtem Preisniveau wirkt. Vor- und nachmittags ist der Bedarf erhöht, das Strom-Angebot ist niedrig, der Preis steigt. Über Mittag ist mehr Strom (PV-Strom) im Markt. Der Preis fällt. In der Nacht ist der Bedarf geringer, der Preis fällt ebenfalls. Zum Vorabend aber, wenn die PV-Stromerzeugung wegfällt, der Bedarf aber konstant bleibt, steigt der Preis. So wird der aktuelle Preischart zum Musterbeispiel für Strompreisverläufe nach dem Angebot- und Nachfrageprinzip. Mit den Tagesanalysen werden die genauen Detailergebnisse geliefert.
Ein Blick auf den Prognosechart des Agorameters zur aktuellen Analysewoche ergänzt die oben dargelegten Sachverhalte. Ein Ausbau der regenerativen Windstromerzeugung führt nicht zu einer wesentlichen Annäherung an die Bedarfslinie. Das gilt sowohl für einen angenommenen zukünftig-hohen Bedarf, der die geplanten Lastausbauten (15 Mio. E-Autos, fünf Mio. Wärmepumpen, Grüner Stahl, Wasserstoff etc.) beinhaltet, als auch für den aktuell geringeren Bedarf (Bitte „heutige Nachfrage“ anklicken). Bei „heutiger Nachfrage“ wird wegen der zum Teil kräftigen PV-Stromerzeugung die Bedarfsline bereits allein regenerativ überschritten. Rechnet man noch die konventionelle Netzstabilisierungsstromerzeugung mittels großer Generatoren hinzu, ist mit niedrig-negativen Preisen über die Mittagsspitze zu rechnen. Da kostet der Ausbau nicht nur Unmengen Geld an sich. Er führt zu einer Senkung des Preisniveaus. Jedenfalls so lange kein Strom importiert werden muss. In den Import-Zeiträumen steigt der Preis und schwankt auf dem dann hohen Preisniveau gemäß Angebot und Nachfrage.
Stromkunde und Steuerzahler sind die Leidtragenden in doppelter Hinsicht. Werden Subventionen zukünftig aus dem mit neuen Schulden („Sondervermögen“) aufgepeppten Klima- und Transformationsfonds gewährt, fallen Zinsen hierfür an, die der Steuerzahler bedient. Bleibt die Frage, wie lange das mittlerweile sehr fragile Konstrukt "Energiewende" noch hält? Drei, fünf oder 10 Jahre und mehr? Irgendwann wird es einen Knall geben. Je später, desto größer wird dieser sein. Denn der Energiewendekarren wird immer tiefer in den „Schulden-Nutzlosigkeitsdreck“ der deutschen Schuldenpolitik gefahren. Eine Politik, die aus reiner Machtgier, aus reinem Machterhalt die wirtschaftliche Triebfeder – gesundes Verhältnis aus BIP und Schuldenaufnahme – komplett überdehnt. Sogar nach den Kriterien der EU (Maastricht-Kriterien).
Wochenüberblick
Montag 10.3.2025 bis Sonntag, 16.3.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 29,1 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 40,9 Prozent, davon Windstrom 15,9 Prozent, PV-Strom 13,2 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,8 Prozent.
- Regenerative Erzeugung im Wochenüberblick 10.3.2025 bis 16.3.2025
- Die Strompreisentwicklung in der 11. Analysewoche 2025.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur 11. Analysewoche ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur 11. KW 2025:
Factsheet KW 11/2025 – Chart, Produktion, Handelswoche, Import/Export/Preise, CO2, Agora-Chart 68 Prozent Ausbaugrad, Agora-Chart 86 Prozent Ausbaugrad.
- Rüdiger Stobbe zur Dunkelflaute bei Kontrafunk aktuell 15.11.2024
- Bessere Infos zum Thema „Wasserstoff“ gibt es wahrscheinlich nicht!
- Eine feine Zusammenfassung des Energiewende-Dilemmas von Prof. Kobe (Quelle des Ausschnitts)
- Rüdiger Stobbe zum Strommarkt: Spitzenpreis 2.000 €/MWh beim Day-Ahead Handel
- Meilenstein – Klimawandel & die Physik der Wärme
- Klima-History 1: Video-Schatz aus dem Jahr 2007 zum Klimawandel
- Klima-History 2: Video-Schatz des ÖRR aus dem Jahr 2010 zum Klimawandel
- Interview mit Rüdiger Stobbe zum Thema Wasserstoff plus Zusatzinformationen
- Weitere Interviews mit Rüdiger Stobbe zu Energiethemen
- Viele weitere Zusatzinformationen
- Achtung: Es gibt aktuell praktisch keinen überschüssigen PV-Strom (Photovoltaik). Ebenso wenig gibt es überschüssigen Windstrom. Auch in der Summe der Stromerzeugung mittels beider Energieträger plus Biomassestrom plus Laufwasserstrom gibt es fast keine Überschüsse. Der Beleg 2023, der Beleg 2024/25. Strom-Überschüsse werden bis auf wenige Stunden immer konventionell erzeugt. Aber es werden, insbesondere über die Mittagszeit für ein paar Stunden vor allem am Wochenende immer mehr!
Was man wissen muss: Die Wind- und PV-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem Jahresverlauf 2024/25 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.
Eine große Menge Strom wird im Sommer über Tag mit PV-Anlagen erzeugt. Das führt regelmäßig zu hohen Durchschnittswerten regenerativ erzeugten Stroms. Was allerdings irreführend ist, denn der erzeugte Strom ist ungleichmäßig verteilt.
Tagesanalysen
Montag
Montag, 10.3.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 28,1 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 40,4 Prozent, davon Windstrom 10,1 Prozent, PV-Strom 18,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,2 Prozent.
Kaum Windstromerzeugung. Ganztägige Stromimporte. Die Strompreisbildung.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 10. März ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 10.3.2025: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inklusive Importabhängigkeiten.
Dienstag
Dienstag, 11.3.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 24,4 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 35,6 Prozent, davon Windstrom 10,5 Prozent, PV-Strom 13,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,2 Prozent.
Kaum Windstromerzeugung. Ganztägige Stromimporte. Die Strompreisbildung.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 11. März ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 11.3.2025: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inklusive Importabhängigkeiten.
Mittwoch
Mittwoch, 12.3.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 17,6 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 29,4 Prozent, davon Windstrom 9,5 Prozent, PV-Strom 8,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,1 Prozent.
Kaum Windstromerzeugung. Ganztägige Stromimporte. Die Strompreisbildung.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 12. März 2025 ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 12.3.2025: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inklusive Importabhängigkeiten.
Donnerstag
Donnerstag, 13.3.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 20,9 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 32,5 Prozent, davon Windstrom 11,3 Prozent, PV-Strom 9,6 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,5 Prozent.
Kaum Windstromerzeugung. Ganztägige Stromimporte. Die Strompreisbildung.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 13. März ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 13.3.2025: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inklusive Importabhängigkeiten.
Freitag
Freitag, 14.3.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 23,2 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 35,1 Prozent, davon Windstrom 13,2 Prozent, PV-Strom 10,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,9 Prozent.
Kaum Windstromerzeugung. Ganztägige Stromimporte. Die Strompreisbildung.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 14. März. 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 14.3.2025: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten
Samstag
Samstag, 15.3.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 43,4 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 55,5 Prozent, davon Windstrom 29,6 Prozent, PV-Strom 13,8 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,1 Prozent.
Windstromerzeugung zieht etwa an. Weniger Stromimporte. Die Strompreisbildung.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 15. März ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 15.3.2025: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten
Sonntag
Sonntag, 16.3.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 46,8 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 58,3 Prozent, davon Windstrom 27,0 Prozent, PV-Strom 19,8 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,5 Prozent.
Geringer Bedarf, der ohne Stromimporte übertroffen wird. Die Strompreisbildung.
Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 16. März ab 2016.
Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 16.3.2025: Chart, Produktion, Handelstag, Import/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten.
Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.
Rüdiger Stobbe betreibt seit 2016 den Politikblog MEDIAGNOSE.

Sehr geehrter Herr Stobbe, vielen Dank für Ihre Antwort. Ich hatte diesen schillernden Begriff„ erneuerbare Energie“ vor einiger Zeit mal mit einem LLM diskutiert. Dessen Fazit war: obwohl die Sonne zwar eine zeitlich/energetisch begrenzte Strahlkraft hat, ist die Sonnenenergie im Vergleich zur kürzeren Lebensdauer der irdischen Lebewesen quasi ewig da, und ist durch geeignete chemisch/physikalische Prozesse in unterschiedliche Energien umwandelbar. Deshalb wäre es erlaubt mit dem Begriff der „erneuerbaren/regenerierbaren Energie“ zu operieren. Da die allem zugrundeliegende Sonnenenergie nicht erneuerbar ist (Entropie), wäre das physikalisch aber falsch. Letztlich dienten diese Begriffe vor allem dazu, an der Panik vor dem CO2 gewandelten Klima zu profitieren. Begriffe formen die Wahrnehmung, und das Verhalten. Man muss Begriffe nur oft genug gebrauchen, dann tut (fast) jeder alles.
Sehr geehrter Bernhard Ferdinand, besten Dank für die Nutzung der von meinem IT-Partner Michael Weinberger entwickelten Website stromdaten.info. Dass Sie die wöchentliche Kolumne lesen und neue Erkenntnisse gewinnen, freut mich ebenfalls. Ich verwende die Begriffe „erneuerbare“ oder „regenerative“ Energie, weil Solarenergie mittels der permanenten Sonneneinstrahlung und ihren Auswirkungen, zum Beispiel der Erzeugung der Windkraft, in praktisch jedem Moment der Erde neu hinzugefügt wird, während große Energiemengen in den Weltraum gelangen. Die Energie, die in Windkraft- und PV-Anlagen in elektrische Energie transformiert wird, ist im Zeitenlauf tatsächlich unbegrenzt vorhanden. Sie ist immer wieder ‚neu’. Gleiches gilt für Biomasse und Wasserkraft. Das permanente Pflanzenwachstum im Jahreswechsel der verschiedenen Erdgebiete und der Verdunstungs- und Regenkreislauf sind Ergebnisse der Sonneneinstrahlung. So erneuert/regeneriert sich die vom Menschen genutzte Energie immer wieder neu. Fossile Energieträger sind, so sie denn nicht aus dem Erdinneren kommen, früher ebenfalls durch Sonnenenergie entstanden und sind Speicher dieser Energie. Das macht die Gewinnung von Nutzenergie für und durch den Menschen steuerbar. Sie sind die Quelle menschlichen Wohlstands.
Beste Grüße aus Aachen
Rüdiger Stobbe
Hier wurde es interessant: siehe Youtube „1te HELLBRISE des Jahres – Stress bei den Stromnetzbetreibern. – 162 Mio € – 22.03.2025“ MFG
Sehr geehrter Herr Stobbe, ich informiere mich immer mir Ihrem wöchentlichen Beitrag über den Stand der Energiewende und benutze auch gerne ihre Website stromdateninfo. Wenn man dort ein bißchen an den Parametern dreht, erkennt man z.B., dass die Residuallast seit 10 Jahren kaum kleiner geworden ist. Im Gegenteil: bei den Dunkelflauten der letzten Monate war sie oft
> 80% . Sie leisten also einen wichtigen Beitrag zu meiner stromtechnischen „Erleuchtung“. Etwas aber verstehe ich nicht: immer sprechen Sie von „erneuerbarer“ oder „regenerativer“ Stromerzeugung durch PV oder Windräder. Wie funktioniert die „ Regeneration“ – die Photonen, die die Solarpanel fangen, wie werden die regeneriert? Sie sprechen von „erneuerbarem Wndstrom“, wie erneuern Windräder Wind? Perpetuum mobile oder Entropie?