Irfan Peci, Gastautor / 19.04.2019 / 14:00 / Foto: zeevveez / 12 / Seite ausdrucken

Woher kommt der Antisemitismus unter Muslimen?

In letzter Zeit mehren sich Versuche, die Quellen des muslimischen Antisemitismus zu verschleiern. Es heißt, wir, die bösen Europäer, hätten den Muslimen erst den Antisemitismus beigebracht.

Dies stimmt nur zu einem kleinen Teil. Natürlich reichern antisemitisch eingestellte Muslime ihren Judenhass mit Verschwörungsmythen, die ursprünglich aus Europa kommen, an. Doch was bildet die ideologische Grundlage für den Antisemitismus unter Muslimen?

Es sind drei Faktoren:

1. religiöser Antisemitismus

2. politischer Antisemitismus

3. Verschwörungsmythen

Reden wir zuerst über den ersten Faktor, meiner Meinung nach der Wichtigste, da alles andere auf diesem aufbaut. Wie werden Juden eigentlich in den religiösen Texten des Islam, also Koran, Hadithe (Prophetenzitate) und Sira (Prophetenbiografie) dargestellt?

Im Koran werden Juden wie folgt präsentiert: Juden als Feindbild (5:82), Geizig und kriegstreiberisch (5:64), Gottes Fluch und Zorn auf den Juden (4:46, 1:7), Verfälscher der Wahrheit und Prophetenmörder (2: 87), Verwandlung in Affen und Schweine (5: 60)

In den Hadithen wird die ewige Feindschaft zu Juden gepredigt:

„Ihr werdet gegen die Juden solange kämpfen, bis sich der eine von ihnen hinter einem Stein versteckt und dieser (Stein) spricht: „Du Diener Allahs, hier ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt, so töte ihn.“ (Bukhari Hadith Nr. 2926)

Selbst scheinbar Positives stärkt Vorurteile

In der Prophetenbiografie tauchen Juden als Verbündete der arabischen Stämme auf, die sich dem Islam nicht unterwerfen wollten. Sie heckten stets Intrigen gegen Muslime aus und versuchten sogar mehrmals, den Propheten auf heimtückische Art und Weise zu ermorden. Einmal, indem sie ihn erst zum Gespräch einluden und dann mit einem Stein erschlagen wollten. Das andere mal vergifteten sie Fleisch, welches sie ihm dann servierten.

Es gibt viele weitere problematische Inhalte, vor allem in den Hadithen, wie beispielsweise die Erzählung, ein Jude hätte jeden Tag seinen Müll vor der Tür des Propheten abgestellt, um diesen zu ärgern, und als der Müll plötzlich nicht da war, ging der Prophet zu diesem Juden, der im Sterben lag, nach Hause, und dieser nahm noch am Totenbett den Islam als einzig wahre Religion an.

Auch scheinbar "positive" Erzählungen stellen sich bei näherem Hinsehen als das Gegenteilige heraus, beispielsweise, als ein Trauerzug eines Juden an dem Propheten und seinen Gefährten vorbeizog. Der Prophet stand daraufhin auf, und empört sagten die Gefährten: „O Gesandter Allahs, es handelt sich um einen Trauerzug eines Juden!“ Auch solch eine Erzählung vermittelt ein gewisses Bild über Juden.

Hinzu kommen Schilderungen über Massenhinrichtungen am jüdischen Stamm Banu Quraiza mit – Schätzungen zufolge – 400 bis 900 Toten, oder, dass die ersten Anhänger des kommenden Antichristen 70.000 Juden seien werden. All das erzeugt Antisemitismus, der durch politische Faktoren wie den Nahostkonflikt oder antisemitische Verschwörungsmythen nur weiter verstärkt wird, jedoch nicht erst erfunden werden muss.

Die anderen Quellen des Antisemitismus bauen auf dem religiösen auf und widersprechen dem auch gar nicht. Die klassischen antisemitischen Vorurteile, Juden seien geizig und heckten ständig Verschwörungen aus, findet man eben leider schon in den religiösen Texten des Islam.

Betrifft nur die Juden von damals?

Wenn sich die Juden damals schon gegen den Propheten des Islam verschworen haben und ihn heimtückisch ermorden wollten, wieso sollten sie nicht heute in Gestalt der Rothschilds, Zionisten, Freimaurer, Illuminaten oder wie immer man sie auch nennt, dasselbe tun?

Die tatsächlichen Quellen des Antisemitismus unter Muslimen müssen offen diskutiert und dürfen auf keinen Fall verschleiert werden, in dem man z.B. andere, eher nebensächliche Gründe in den Vordergrund stellt.

Diese Texte, in denen Juden stets negativ vorkommen, finden sich in jeder Moschee und sonstiger muslimischer Einrichtung. Wir reden hier nämlich nicht von islamistischer Literatur oder ähnlichem, sondern von den Grundlagentexten des Islam. Somit werden auch Kinder und Jugendliche damit konfrontiert, was erheblich dazu beiträgt, dass diese von Kindesbeinen an antisemitisch eingestellt sind. Muslimische Jugendliche lesen in der Regel nicht die Protokolle der Weisen von Zion oder rechtsextreme antisemitische Literatur, sehr oft aber den Koran, Hadithbücher und die Prophetenbiografie.

Natürlich gibt es mittlerweile eine moderne Lesart dieser religiösen Texte, die von fortschrittlichen muslimischen Geistlichen und liberalen Muslimen gepredigt wird, nämlich in Form einer Kontextualisierung dieser Textstellen. Es heißt, damit seien nur die Juden von damals gemeint, auf keinen Fall dürften diese Texte auf die heutigen Juden angewandt werden. Diese Lesart ist zwar ein Fortschritt, trotzdem bleibt ein bitterer Beigeschmack, wenn eine bestimmte Gruppe Menschen so negativ dargestellt wird.

Selbst wenn Muslime diese Texte so verstehen, dass ausschließlich die Juden von damals gemeint sind, prägt dies ihr Bild auf die heutigen Juden entscheidend, wie man leider an dem weit verbreiteten Antisemitismus unter Muslimen heutzutage erkennen kann.

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S. Marek / 19.04.2019

Lieber Herr Peci, eigentlich sehr aufklärender und guter Artikel, aber Zitat “Hinzu kommen Schilderungen über Massenhinrichtungen am jüdischen Stamm Banu Quraiza mit – Schätzungen zufolge – 400 bis 900 Toten, oder, dass die ersten Anhänger des kommenden Antichristen 70.000 Juden seien werden. All das erzeugt Antisemitismus, der durch politische Faktoren wie den Nahostkonflikt ...“Wie können Sie die Abschlachtung der Banu Quraiza , historischer Fakt, mit dem “Antichristen” Stuß in gleichem Satz stellen, vergleichen und daraus den Antisemitismus herausleiten?  Es waren doch nicht die Juden die des “Propheten” Bande bedrohten, Sie haben nur kein Interesse an diesem neuen “Glauben” und deswegen waren Sie ihm in Weg. Außerdem Fakt ist, daß Muslime keinen Nahostkonflikt brauchen um Juden zu hassen, da sie den Judenhaß bereits mit der Muttermilch, d.h. von kleinst an angeimpft in Familie - Moscheen - Medressen -usw.,  bekommen. Die NationalSozialisten haben deswegen den Amin al-Husseini mit in Ihren Judenvernichtungsplan mit eingespannt da dieser selbst größter Judenhasser war. Er wird zur Mitwisser und Antreiber zur Völkermord an Juden,  tritt in die SS ein, betreibt arabischsprachigen NS Propagandasender aus Berlin und hat den SS Handschar, aus balkanischen Moslems,  aufgebaut. Und die Palis : “Sag das dem Arafat (Egypter), er wußte, wie man einen umlegt.  Er hat sich selbst und den Rest seiner Bande zur “Palästinenser” Ritter geschlagen , und die Welt sagte, sicher, warum nicht?  “Alles, was die Juden bekämpft, ist ein Verkaufsschlager. “Seitdem… seit 1964…. sind die Palästinenser” die größte Sorge der Welt, obwohl sie nichts als Kopfschmerzen waren und in keinem Geschichtsbuch existieren.  Bis zum 2. Juni 1964 war nichts über sie zu finden.  Dann hat die Arabische Liga sie als PLO zertifiziert.  Dann wurden sie zu einem “Volk” - einem Volk, das noch auf der Suche nach einer Abstammung ist.  Bis jetzt kein Glück.”  Tatsächlich kamen sogar die Beatles vier Monate zuvor

norbert Meyser / 19.04.2019

Ein Grund, weshalb Muslime Juden nicht mögen, könnte auch sein, dass die FALSCHEN Geheimdienstinformationen, die zum Irak-Krieg geführt haben, aus Israel stammten. Diese FALSCHEN Informationen haben im Endeffekt zu gut einer Million toten Muslimen geführt, und natürlich zu mitlerweile mehreren zerstörten Ländern, riesigen Schäden an Menschen und Wertsachen, etc. Israel erweckt schon den Eindruck, dass es versucht, die Amis dazu zu manipulieren, Israels Nachbarn platt zu machen. Es gibt von US-Stellen auch schon einige Aussagen darüber, dass die Zerstörung Libyens, und die Destabilisierung Syriens, und natürlich die Schädigung des Irans, vorwiegend Israels Interessen dient. Sofern man dieser Logik folgt, kann ich es durchaus verstehen, weshalb Muslime den Judenstaat gerne zerstören möchten. Womöglich ginge es mir in deren Situation nicht anders. Eine Ablehnung von Juden oder Israel wird immer so dargestellt, als gäbe es überhaupt keine vernünftigen Gründe dafür, und als wären alle Antisemiten dumm oder gehirngewaschen. Aber es gibt durchaus gute Gründe, etwas gegen Israel zu haben, oder Rollen und Positionen abzulehnen, in denen Juden statistisch überrepräsentiert sind. Ach, was mach ich mir die Mühe. Das wird hier eh nicht veröffentlicht werden, weil man Antisemitismus keine Plattform gibt, während man über die eigene Diskriminierung klagt.

Karl-Heinz Vonderstein / 19.04.2019

“Der Unterschied liegt darin, dass im Islam keine Säkularisierung stattgefunden hat.Es hat keine Neuinterpretationen gegeben, keine Verweltlichung, keine Aufklärung.Es gab dort keinen Mendelssohn, keinen Luther und auch keine bibelkritische Auslegung, die die Schrift nicht wörtlich nimmt. Da, wo die Schrift wörtlich genommen wird, kommt es ja auch bei Juden und Christen zu Katastrophen.”- Henryk M. Broder.

Robert Jankowski / 19.04.2019

Solange Religionsgelehrte Fatwahs aussprechen können, ohne irgendwelche Konsequenzen befürchten zu müssen und IS Terroristen einfach so nach Deutschland zurückkehren dürfen, solange können sie auch in Deutschland die Saat ihrer Friedensreligion über die Jugend der Zuwanderer ausschütten. Selbstverständlich wieder ohne auch nur irgendeine Konsquenz. Der gesäte Hass wird aufgehen und Juden, Christen und alle anderen Ungläubigen eliminieren. Ganz einfache Sache.  Stellungen wie “Antisemiismus Beauftragte” sind nur das Feigenblatt der Appeasement Politik gegenüber den Islamistischen Totalitaristen. Wieso wird die AFD zum Objekt des Interesses für den Verfassungsschutz, während Islamisten hier öffentlich agieren und agitieren können?

Th.F. Brommelcamp / 19.04.2019

Die Kopie ist immer schlechter als ein Original. Das trifft auch auf die aus dem Judentum entnommenen Religionen, sowie die aus dem Budismus entnommenen zu. Heute würde auch jemand, der behauptet Stimmen von Geistern zu hören, medikamentös Behandelt werden. Selbst wenn er seinen Judenhass in Gedichte geschrieben hätte würden ihm heute das nur noch die ungebildeten glauben.

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