Kurz: Der Aus- und Zubau insbesondere von Wind- und Solarkraftwerken in den vergangenen 25 Jahren führt zwar im aktuellen Zeitraum zu einer ziemlich gleichmäßigen Wind- und PV-Stromerzeugung. Diese befindet sich gleichwohl auf niedrigem Niveau. Der bisherige Ausbau der installierten Leistung Windkraft beläuft sich Stand heute auf gesamt (on- und offshore) 78,3 GW, im PV-Bereich beträgt die installierte Leistung sogar 108,1 GW. Damit ist eine theoretische Windstromerzeugung von 686 Terawattstunden (TWh) möglich. Da der Wind nicht gleichmäßig weht und weil es Wartungsarbeiten gibt, liegt der Nutzungsgrad bei großzügig geschätzten 25 Prozent. Das wären 171 TWh Strom im Jahr. Weil die Sonne nachts nicht scheint, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste Einfluss auf die Stromerzeugung per Solarpaneele haben, ist die Stromausbeute im PV-Bereich noch geringer. Möglich sind mit 108,1 GW installierter Leistung in der Theorie 947 TWh, erreicht werden lediglich 118 TWh pro Jahr. Das sind selbstverständlich nur Durchschnittswerte. Faktisch sieht die regenerative Stromerzeugung im Jahresverlauf so aus. Das ist wenig verlässlich und wird mit den Residuallasten, die mit der schwarzen Linie dargestellt werden, belegt.
Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der vierten Analysewoche 2026 gibt Agora-Energiewende. Diese NGO erstellt auch Prognosen, wie die Stromerzeugung aussehen würde, wenn die Erneuerbaren einen bestimmten Ausbaugrad erreicht hätten. Wir nehmen den möglichen Prognose-Höchstwert von 86 Prozent Ausbaurate. Die Residuallasten liegen häufig bei 50 GW und mehr.
Der durchschnittliche Wochenstrompreis beträgt 124,69 €/MWh (12,40 €Ct/kWh).
Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?
Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ (siehe oben Agora) ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde weg.
Sonderfall Wind- und Solarkraft
Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel ein MW-Dauerenergie. Solarpaneele mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverlusten.
In diesem Zusammenhang mein wiederkehrender Appell an die Verantwortlichen von „Unsererdemokratie“ und die „Freunde der Energiewende“: Stoppen Sie die Energiewende. Streichen Sie die CO2-Steuern und bauen Sie wieder eine kostengünstige, verlässliche Energieversorgung mit Kernenergie auf, bevor es zu spät ist. Hören Sie auf, einer Schimäre nachzujagen. Die Energiewende ist zum Scheitern verurteilt.
Tageswerte
Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora-Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.
Wenig Windstrom, fast keine PV-Stromerzeugung. Die Strompreise.
Wind- und PV-Strom ziehen auf niedrigem Niveau an. Die Strompreise.
Wind- und PV-Stromerzeugung pendeln sich ein. Die Strompreise.
Fast keine PV-Stromerzeugung mehr. Die Strompreise.
Wenig volatile Windstromerzeugung. Etwas mehr PV-Strom. Die Strompreise.
Etwas stärkere regenerative Stromerzeugung bei niedrigerem (Wochenend-)Bedarf. Die PV-Stromerzeugung gleicht eine Winddelle aus. Die Strompreise.
Die Windstromerzeugung zieht zum Abend an. Die Strompreise.
Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.
Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.de, Agora Energiewende und Energy-Charts die Datengrundlage dieser Kolumne. Stromdaten.info läuft aus.
Rüdiger Stobbe war nach dem Studium (Sozialwissenschaften/Germanistik, Abschluss 1. Staatsexamen) 30 Jahre in der Versicherungswirtschaft tätig. Er betreibt seit Februar 2016 den werbe- und kostenfreien Politikblog www.mediagnose.de.

Deutschland Gas heute: -0,38 % auf 26,88 %. Von gestern 26,99 %? Wo ist mein Denkfehler?
Ich habe gerade mit stromdaten.info die Nutzungsgrade für das Intervall vom 01.12.2025 bis 15.01.2026 ausgewertet (46 Tage = 1104 h). In stromdaten.info werden die Daten aus ganz Deutschland aggregiert, also repräsentativ. Nutzungsgrad = (Mittlere real erzeugte Leistung im Intervall) / Nennleistung = (real erzeugte Energie im Intervall) / (Nennleistung * 1104 h). Die Nennleistung wird auch als installierte Leistung bezeichnet. ++ Ergebnis: Wind onshore 26,9%; Wind offshore 47,5%; Wind onshore + offshore 29,3%; Photovoltaik 1,9% (!). Ich habe hierbei die Nennleistungen aus dem Analysetool „installierte Leistung für 2026“ zugrunde gelegt (passt zum Intervall). Wenn ich die im Artikel angegebene Nennleistung von 108,1 GW für PV annehme, dann sinkt PV auf 1,8% ab. Die Zahlen sind ungefähr gleich wie vor einem Jahr, was auch physikalisch zu erwarten ist. Die Schwankungen sind wetterbedingt. ++ Man kann noch so viele Windräder und PV installieren, die Nutzungsgrade werden nicht besser. Es wurden hunderte Milliarden Euro Subventionen in die PV gepumpt, und es geht immer weiter. In den Wintermonaten ist der Nutzungsgrad der PV miserabel. Im Jahresmittel ist der Nutzungsgrad der PV allerdings auch ziemlich schwach (Nutzungsgrad PV 2025: 9.8%).
Ich erinnere mich sinngemäß: „Wenn wir viel Steuergeld in die Forschung und Entwicklung für Windräder und Solaranlagen stecken, werden wir in diesem Industriezweig weltweit führend sein. Wir werden in Größenordnungen Windräder und Solarzellen samt Infrastruktur weltweit exportieren. Man wird bei uns Schlange stehen, um von uns zu lernen.“, Ich schau mal aus dem Fenster. Mmmhh… Aber ich bin sicher, es geht bald los. Gut, warum wir den österreichischen Wasserkraftwerken zu unseren kostenlosen Stromlieferungen noch Geld oben drauf packen, damit die Wasser den Berg hochpumpen, und ohne dass die Turbine mit dem Wasser in Berührung gelangt, wieder runterlaufen lassen, kann ich gerade nicht erklären. Ich vertraue da einfach der Regierung und der extremen Mitte im Parlament.
>>In der aktuellen Analysewoche kommt es gleichwohl wieder zu einer schwachen Regenerativerzeugung mit durchgehend hohen Residuallasten.<<
Residuallasten? Umschulden! Es wird Zeit, dass wir die Altlasten endlich loswerden. Kann man nicht mal irgendwas sprengen? Wir reißen sie nieder, nieder nieder! Endlich mal durchgreifen …
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Wenn der immer meine Sandburg zertritt, werfe ich die Schaufel nach seinem Hund! SO!