Die aktuelle Analysewoche ist eine Flauten-Woche par excellence. Abgesehen von den ersten beiden Analysetagen werden, trotz praktisch permanent positiver Preise, die üblichen Differenzgeschäfte getätigt. Auch diesmal wird Strom über Mittag günstig eingekauft und zum Abend wieder hochpreisig verkauft.
Ein Blick auf die konventionelle Stromerzeugung in Deutschland belegt: Sie ist wie der Stromimport notwendig und stark. Die Pumpspeicherkraftwerke machen das, wofür sie in erster Linie neben der Erbringung von Systemdienstleistungen gebaut wurden. Sie verkaufen billig eingekauften Strom und machen an allen Tagen der Analysewoche gute Geschäfte.
Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der 16. Analysewoche 2026 gibt Agora Energiewende. Agora Energiewende erstellt auch Prognosen, wie die Stromerzeugung aussehen würde, wenn die Erneuerbaren einen bestimmten Ausbaugrad erreicht hätten. Wir nehmen den Ausbaugrad 86 Prozent und müssen feststellen, dass der weitere Ausbau der Erneuerbaren nur zu einer Stromübererzeugung über die Mittagsspitze der letzten fünf Analysetage und damit zu negativen Preisen führen wird. Wenn diese Stromübererzeugung dann noch von der Technik „gebändigt“ werden kann und ein Blackout vermieden wird, ist bereits viel gewonnen. Die Erneuerbare Stromerzeugung nimmt zwar etwas zu, steht aber mengenmäßig in keinem Verhältnis zum rechnerischen Ausbaugrad 86 Prozent.
Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?
Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde („h“ und „pro Stunde“) weg.
Sonderfall Wind- und Solarkraft
Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel 1 MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneelen mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste.
Tageswerte
Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora-Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.
Windflaute Tag eins. Plus wenig PV-Strom Die Strompreise.
Windflaute Tag zwei. Plus weiterhin wenig PV-Strom. Die Strompreise.
Windflaute Tag drei. PV-Stromerzeugung wird frühlingshaft. Die Strompreise.
Windflaute Tag vier. Starke PV-Stromerzeugung. Die Strompreise.
Windflaute Tag fünf. Starke PV-Stromerzeugung. Die Strompreise.
Windflaute Tag sechs. Starke PV-Stromerzeugung. Die Strompreise.
Windstromerzeugung zieht an. PV-Strom lässt nach. Die Strompreise.
Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.
Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.de, Agora Energiewende und Energy-Charts die Datengrundlage dieser Kolumne. Stromdaten.info läuft aus.

Ja die Sonne schickt keine Rechung (der Urankern übrigens auch nicht). Dafür gerade unser Nachbarn dafür, dass sie uns den Sonnenstrom uns (fast 30 € /MWh). Wir verklappen ins Ausland !
Wäre der PV-Ausbau weiter vorangeschritten, so wie es grün-sozialistische, feuchte Träume vorsehene, wären die mießten dieser Anlagen bereits abgeschaltet um den Zusammenbruch zu verhindern. 20% Schwungmassen müssen am Netz bleiben, wegen der 50Hz.
Fehlt das Kabel,
im Winter in Berlin,
kann auch beste Wärmepump,
den Strom,
aus welchem Netz auch immer,
nie nicht nimmer ziehn.
Sie frieret ein,
mit Grün-Diplom,
trotz Sonnenschein.
Wer brauch schon dauerhaft preisgünstigen Strom? Lasset den Gott des Wetters das bestimmen!
Überaus sinnvoll ist auch, überschüssigen Strom nicht zu verkaufen, nein, Geld dafür zu bezahlen, dass er abgenommen wird. Im Gegenzug bezahlt man dann Geld in Dunkel- und Flautezeiten für den benötigten Strom. Das kann man nicht mal Schilda nennen, die mussten wenigstens nichts bezahlen. Ja, die Clevernis muss aus Deutschland kommen!
Lieber Herr Stobbe
Der weitere Ausbau der Windparks wird den Strompreis noch weiter erhöhen.
Wenn Strom über den Bedarf produziert wird, dann muss der Abnehmer dafür bezahlt werden.
Mit 10 Mal mehr Windparks muss 10 Mal mehr Strom verschenkt und subventioniert werden.
Der Strompreis steigt direkt proportional/exponentiell mit dem Ausbau der „erneuerbaren“ Energien.
Das könnte man zum leichteren Verständnis grafisch darstellen.