Die aktuelle Analysewoche beginnt einen Tag nach dem meteorologischen Frühlingsanfang. Sie zeichnet sich durch dauerhaft schwache Windstromerzeugung und viel PV-Strom aus. Kurz: Es ist schönes Wetter, wobei sich ab und zu typisches März Schaukelwetter (Sonne, Regen plus kühleres Wetter) einstellt, welches im April noch viel stärker in Erscheinung treten wird. Es ist jedenfalls zunächst warm. Der Winter scheint vorbei zu sein, wobei langfristigere Prognosen ab Mitte März eine Rückkehr des Winters mit kälteren Luftmassen und Schnee andeuten. Wegen der deutschlandweiten Erwärmung hat die beängstigende Leerung der Gasspeicher aufgehört. Gut 20 Prozent betragen die Füllstände insgesamt, so dass Deutschland, wenn der Kälteeinbruch ab Monatsmitte nicht durchschlagend sein wird, mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein scheint. Es muss erwähnt werden, dass nach Fridrich Merz nun auch die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Deutschlands Ausstieg aus der Stromerzeugung mittels Kernkraft als strategischen Fehler bezeichnet hat. Wobei der Bundeskanzler die Chuzpe hat, den Atomkraftausstieg als „irreversibel“ zu bezeichnen. Das ist selbstverständlich Unfug und lässt tief in die charakterlich-fachliche Irrwelt des Kanzlers blicken.
Die regenerative Stromerzeugung in der ersten Märzwoche spiegelt das angenehme Frühlingswetter. Abgesehen vom Sonntag liegt die PV-Stromerzeugung immer über 40 GW. Die Bedarfslinie wird zusammen mit der übrigen regenerativen Stromproduktion an keinem Tag erreicht, so dass der Preis auch über die Mittagsspitze im niedrig-positiven Bereichen verbleibt. Der Stromexport ist in dieser Woche geringer als der Stromimport. Die Kosten hierfür sind wegen der verstärkten Nachfrage am Vorabend hoch. Sie gehen von knapp 200 €/MWh auf über 300 €/MWh am Mittwoch. 311 €/MWh ist denn auch der Wochenhöchstpreis. Knapp 10 GW Strom importiert Deutschland an diesem Mittwoch von 18:00 bis 19:00 Uhr. Der bundesdeutsche Stromkunde wird hierfür mit etwas weniger als drei Millionen Euro belastet. Für eine Stunde Importstrom. Der Strompreis wäre geringer, wenn die deutschen Stromerzeuger den notwendigen Strom selbst erzeugen würden. Das jedoch ist nicht gewollt. Schließlich will man von den hohen Preisen selbst profitieren und Ressourcen (Kohle/Gas) sparen.
Einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der 10. Analysewoche 2026 gibt Agora-Energiewende. Heute habe ich zum Vergleich die Vorwoche mit aufgerufen. Man erkennt den Wetterumschwung und die sich daraus ergebende regenerative Minderstromerzeugung mit viel stärkeren Preissprüngen, weil Deutschland tagsüber den zu viel erzeugten Strom billig abgeben muss und zum Abend dringend benötigten Strom hochpreisig zukauft.
Agora NGO erstellt auch Prognosen, wie die Stromerzeugung aussehen würde, wenn die Erneuerbaren einen bestimmten Ausbaugrad erreicht hätten. Wir nehmen den möglichen Prognose-Höchstwert von 86 Prozent Ausbaurate. Auch diesmal wird die Vorwoche mit aufgerufen, um den Wetterwechsel auch mit der regenerativen Mehr-Stromerzeugung zu verdeutlichen. Besonders auffällig ist, dass der Ausbau der Erneuerbaren sich in erster Linie im PV-Bereich bemerkbar macht. Bei wenig Wind nutzen auch mehr Windkraftanlagen nur wenig. Wenn der PV-Strom fehlt, gibt es auch in dieser Woche zu Flautenzeiten Residuallasten von 60 bis über 80 GW.
Mein wiederkehrender Appell an die Verantwortlichen von „Unsererdemokratie“ und die „Freunde der Energiewende“: Stoppen Sie die Energiewende. Streichen Sie die CO2-Steuern und bauen Sie wieder eine kostengünstige, verlässliche Energieversorgung mit Kernenergie auf, bevor es zu spät ist. Ein guter, weil wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist die geplante Änderung des alten Habeck-Heizungsgesetzes in das Gebäudemodernisierungsgesetz. Ein weiterer guter Ansatz ist das sogenannte Netzpaket. Weiter so: Hören Sie auf, einer Schimäre nachzujagen. Die Energiewende ist zum Scheitern verurteilt.
Was ist Kraftwerks-Leistung? Was ist Energie?
Gigawatt (GW) ist eine Einheit für Leistung, also für die maximale Fähigkeit eines Kraftwerks, Strom zu erzeugen. Gigawattstunden (GWh, TWh) sind eine Einheit für Energie, also für die tatsächlich produzierte Strommenge über eine bestimmte Zeit. Die Beziehung ist einfach: Energie = Leistung × Zeit. Ein Kraftwerk mit 1 GW Leistung erzeugt bei Volllast theoretisch maximal: 1 GW × 8.760 h = 8,76 TWh pro Jahr. Wie viel elektrische Energie tatsächlich entsteht, bestimmt beim Kohle-, Gas- oder Kernkraftwerk im weitesten Sinn der Mensch über die Brennstoffzufuhr und Zufuhrdauer. Die Energie für eine Stunde wird üblicher- und für den Normalbetrachter irreführenderweise mit GW bezeichnet. Die manchmal verwendete Schreibweise „GWh pro Stunde“ ist nur eine umständliche Form von GW – mathematisch kürzt sich die Stunde („h“ und „pro Stunde“) weg.
Sonderfall Wind- und Solarkraft
Bei Wind- und Solarkraft bestimmt nicht der Betreiber, sondern das Wetter die Strom-Produktion. Eine 5-MW-Windkraftanlage könnte theoretisch 43,8 GWh/Jahr erzeugen, liefert an Land aber realistisch in Deutschland nur etwa 20 Prozent davon (auf See 40 bis 50 Prozent), also rund 8,8 GWh/Jahr – im Mittel 1 MW-Dauerenergie. Bei Solarpaneelen mit ebenfalls 5 MW installierter Leistung halbieren sich die Werte nochmals wegen verschiedener Kapazitätsfaktoren: Nacht, Winter, flacher Sonnenstand, Bewölkung und Temperaturverluste.
Tageswerte
Jeder Tag beginnt mit dem Überblick, den Agora-Energiewende zur Verfügung stellt. Die smard.de-Charts und -Tabellen ermöglichen vielfältige Analysen. Erkunden Sie das Potenzial.
Abnehmender Windstrom mit eine Delle über die Mittagszeit. Die PV-Stromerzeugung hat stark zugenommen. Die Strompreise
Wind-Stromerzeugung schwach plus frühlingshafter PV-Stromerzeugung. Die Strompreise.
Wind-Stromerzeugung schwach plus frühlingshafter PV-Stromerzeugung. Strompreise.
Ein kleiner Windbuckel zum Abend. Die Strompreise.
Wind-Stromerzeugung weiterhin schwach. Die Strompreise.
Jetzt wieder fast komplette Windflaute. Aber: Satte PV-Stromerzeugung. Die Strompreise
Windstrom weiter gering. PV-Strom weiter stark. Die Strompreise.
Peter Hager
PKW-Neuzulassungen Februar 2026: Plug-in Hybride und reine E-Autos unverändert bei einem Drittel
Mit 211.262 neu zugelassenen PKW im Februar 2026 betrug das Plus gegenüber dem Vorjahresmonat 3,8%. Im Vergleich zum Januar 2026 mit 193.981 Neuzulassungen beträgt der Zuwachs 8,9%.
Antriebsarten
Benzin: 48.404 (- 14,9% ggü. 02/2025 / Zulassungsanteil: 22,9%)
Diesel: 31.338 (- 2,4% ggü. 02/2025 / Zulassungsanteil: 14,8%)
Hybrid (ohne Plug-in): 60.510 (+ 4,1% ggü. 02/2025 / Zulassungsanteil: 28,6% / mit Benzinmotor: 49.725 /mit Dieselmotor: 10.658)
Plug-in-Hybrid: 24.328 (+ 24,5% ggü. 02/2025 / Zulassungsanteil: 11,5% / mit Benzinmotor: 20.273 /mit Dieselmotor: 1.517)
Elektro (BEV): 46.275 (+ 28,7% ggü. 02/2025 / Zulassungsanteil: 21,9%)
Die beliebtesten zehn E-Modelle in 02/2026
Skoda Elroq (SUV): 3.406
VW ID 3 (Kompaktklasse): 2.455
Skoda Enyaq (SUV): 2.308
VW ID 7 (Obere Mittelklasse): 2.246
VW ID 4/5 (SUV): 1.623
Mercedes CLA (Mittelklasse): 1.401
Tesla Model Y (SUV): 1.340
Audi A6 (Obere Mittelklasse): 1.337
Mini (Kleinwagen): 1.237
BYD Dolphin Surf (Kleinwagen): 1.220
„Kaufprämie“ für E-Autos, die Zweite
Nach Habecks abruptem „Förderaus“ in 12/2023 subventioniert die Bundesregierung seit dem 01.01.2026 den Kauf bzw. das Leasing eines E-Autos (BEV) oder Plug-in-Hybriden bis maximal 6.000 Euro. Einmalig berechtigt sind Haushalte mit bis zu 80.000 EUR (max. 90.000 EUR bei zwei Kindern) zu versteuerndem Jahreseinkommen. Es stehen für vier Jahre insgesamt 3 Milliarden Euro – für etwa 800.000 Neufahrzeuge – zur Verfügung.
Ausgestaltung
„Grundförderung“: 3.000 EUR für ein BEV-Fahrzeug bzw. 1.500 EUR für einen Plug-In-Hybriden (min. 80 km elektrische Reichweite)
Kinderbonus: zusätzlich 500 EUR pro Kind, maximal 1.000 EUR
„Zusatzförderung“: 1.000 EUR bzw. 2.000 EUR für ein zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen bis 60.000 EUR bzw. 45.000 EUR
Die „Kaufprämie“ gilt rückwirkend für PKW-Neuzulassungen ab 01.01.2026 (Haltedauer: mindestens 36 Monate ab Neuzulassung). Ein neues Antrags-Tool soll ab Mai zur Verfügung stehen. Der bürokratische Aufwand wird umfangreich. Es müssen Einkommensnachweise und gfs. Kindernachweise eingereicht werden.
Vergleicht man die BEV-Neuzulassungen der ersten beiden Monate 2026 mit dem 4. Quartal 2025 ...
02/2026: 46.275 (Zulassungsanteil: 21,9%)
01/2026: 42.692 (22,0%)
12/2025: 54.774 (22,2%)
11/2025: 55.741 (22,2%)
10/2025: 52.425 (21,0%)
... macht sich die neue Förderung bisher noch nicht bemerkbar.
BEV-Bestand zum 01.01.2026 bei zwei Millionen – das 15 Millionenziel bis 2030 bleibt Illusion
Laut Kraftfahrtbundesamt betrug am 01.01.2026 der Bestand an reinen BEV-PKW in Deutschland 2.034.260. Das entspricht einer Zunahme im Jahr 2025 von 382.617 PKW netto (BEV-Neuzulassungen im Jahr 2025: 545.142 PKW). Bei einem Gesamtbestand von 49.486.487 PKW beträgt der BEV-Bestand nunmehr 4,1%.
Damit bleibt – trotz der neuen Förderung – das Ziel von 15 Millionen BEV-PKW bis 2030 – d.h. 13 Millionen in 5 Jahren – eine Illusion.
Die BEV-Bestandsentwicklung für zurückliegende Kalenderjahre im Vergleich zu den Neuzulassungen:
01.01.2025: 1.651.643 (+ 242.962 ggü. VJ, 3,3% am Gesamtbestand) – Neuzulassungen in 2024: 380.609
01.01.2024: 1.408.681 (+ 395.672 ggü. VJ, 2,9% am Gesamtbestand) – Neuzulassungen in 2023: 524.219
01.01.2023: 1.013.009 (+ 394.549 ggü. VJ, 2,1% am Gesamtbestand) – Neuzulassungen in 2022: 470.559
01.01.2022: 618.460 (+ 309.377 ggü. VJ, 1,3% am Gesamtbestand) – Neuzulassungen in 2021: 355.961
01.01.2021: 309.083 (+ 172.466 ggü. VJ, 0,6% am Gesamtbestand) – Neuzulassungen in 2020: 194.163
01.01.2020: 136.617
Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.
Ab Ausgabe 1/2026 bilden die öffentlichen Analyseseiten smard.de, Agora Energiewende und Energy-Charts die Datengrundlage dieser Kolumne. Stromdaten.info läuft aus.

Ein gutes Beispiel, warum die Verfechter von Neoliberalismus bis Libertarismus viel zu kurz denken:
„Wegen der deutschlandweiten Erwärmung hat die beängstigende Leerung der Gasspeicher aufgehört. Gut 20 Prozent betragen die Füllstände insgesamt, so dass Deutschland […] mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein scheint.“ –
Was soll das heißen? „Beängstigende Leerung“, „Blaues Auge“ trotz freier Marktwirtschaft?
Im November waren die Gasspeicher zu 80% gefüllt. Das hat das Gesetz (der Staat, also quasi „Planwirtschaft“) als Mindestfüllmenge verlangt. Den Betreibern war es freigestellt, die Gasspeicher weiter zu füllen, z.B. auf 100%. Leider macht das marktwirtschaftlich keinen Sinn, weil es keinen Profit abwirft (dazu müsste das Gas im Sommer billiger sein, als im Winter). Konsequent rein marktwirtschaftlich gehandelt, wären die Gasspeicher im November zu 0% gefüllt gewesen.
@Sam Lowry. „Ich erkläre es einer Ex-Freundin immer ganz leicht: … “ Die Realität ist viel grausamer. Frage an den Internetbrowser Edge: „Staatsanteil beim Benzin“. Antwort der KI von Edge: (1) Der Staatsanteil beim Benzin in Deutschland beträgt aktuell im Durchschnitt etwa 54 bis 64 Prozent des Benzinpreises. (2) Im Jahr 2025 betrug der Steuer- und Abgabenanteil bei den Spritpreisen im Schnitt rund 64 Prozent bei Benzin. ++ Der Staatsanteil ist aktuell etwas gesunken, weil sich das Rohöl (oder Benzin) auf dem Weltmarkt verteuert hat. Ein Teil der Steuern ist ein fester Euro Betrag pro Liter, der Rest wird prozentual erhoben (wie etwa die Mehrwertsteuer). ++ Wenn Sie also 2025 für brutto 1,0 Euro getankt haben, dann hat der deutsche „Staat“ 64 Cent abkassiert. Umgekehrt: Wenn Sie 2025 für netto 1.0 Euro getankt haben, dann mussten Sie 2,78 Euro zahlen. ++ Sie haben Recht: Im Prinzip ist es bei allem so. In Deutschland liegt der Staatsanteil am BIP offiziell bei 50%. Ich glaube aber, dass er in Wirklichkeit höher ist. Zum Beispiel müsste man den halben Strompreis dem Staatsanteil zuschlagen, da der extrem hohe Strompreis vom Staat erzwungen ist (deutsche Energiewende), aber durch die Stromproduzenten kassiert wird. Ich schätze, dass der deutsche Staatsanteil ähnlich hoch ist wie in Finnland, Frankreich, Österreich.
„…weil Deutschland tagsüber den zu viel erzeugten Strom billig abgeben muss und zum Abend dringend benötigten Strom hochpreisig zukauft…“
Grandioses grünes Geschäftsmodell!
@Johannes Schuster / 16.03.2026 : >>@Ostrovsky: Solar wird verteufelt, weil es keine Gewinne für die Firmen bringt. Ich bin vom Fach und kann sagen, daß 4 Panele ausreichen einen unteren Tagesverbrauch zu egalisieren. Ab bei 8 Modulen wird es ein Überschuß für zwei Personen. Südfassaden konsequent mit PV ausgestattet können Pumpspeicherkraftwerke gut füttern.<<
## Kann ich bestätigen, aber nur mit Ergänzungen.
Konkret: Vier Panels mit 400Wp (=1600W nominell) reichen vollständig aus, um den Bedarf eines Zwei-Personenhaushalts zu decken. Allerdings NUR mit Speichertechnik und wenn die Panels jeweils paarweise nach Südost und Südwest ausgerichtet sind. Die reine Südausrichtung setzt hohe Anforderungen an Speichertechnik, die sich mit geeigneter Ausrichtung der Panele relativieren lassen. Reine Südausrichtung ohne intelligente Speichertexhnik ist vertan, wenn Sie per VDE-Vorschrift ihren Wechselrichter auf 800 Watt reduzieren müssen. Dann ist übrigens keine Autarkie möglich, weil man gar keinen Wasserkocher, aber vor allem keine Waschmaschine und keinen Elektroherd mit einem Anschlusswert von 800W kaufen kann. Die Angebote, die technischen Gegebenheiten und die Rechtslage bilden hier ein Dreieck, das innen leer ist. Genau in der Mitte der drei Ecken, wo die Vernunft sitzen müsste, ist Vakuum. Die Batterietechnik bekommen sie nicht zu kaufen. Was sie kaufen können, funktioniert nur bedingt, und auch nur, wenn die Cloud in China erreichbar ist, dafür sind die Preise aber so hoch, dass sie den ROI in zwanzig Jahren kaum erreichen. Und das Schönste: Selbst wenn sie die fachliche Qualifikation hätten, alle wesentlichen Komponenten selbst zu entwickeln und zu bauen, dürfen Sie die in der EU nicht verkaufen, es sei denn, sie wären bereit, ein existenzielles Risiko für sich und ihre Familie einzugehen. Ich subsummiere das unter Standortbedingungen, und da ist Europa, einschließlich der assoziierten Kleinstaaten, absolut schwarz. Das wird auch nicht mehr. Zu viele Schreier.
Ich erkläre es einer Ex-Freundin immer ganz leicht: „Wenn der Liter Benzin 1 Euro netto gekostet hat, dann hat der Staat 19 Cent pro Liter verdient, also der Liter 1,19 gekostet. Bei 2 Euro verdient der Staat 38 Cent Märchensteuer pro Liter. Du bezahlst dann nicht 2,19 sondern 2,38 Euro an der Tanke. Verstehst?“ Und genauso verhält es sich beim Butterbrot, Strom, Gas usw. „Der Staat“ ist doch froh, wenn die Preise hoch sind. Das ganze Gelaber von wegen „Deckeln“ ist eine reine Lüge!
Die DDR hat auf Autarkie gesetzt und hat gewonnen. Wäre da mehr Vermittlergeist in die SED eingezogen, hätte alles ganz anders kommen können. Die Autarkie, zu der auch die Energieversorgung gehörte, hat zu einer ausserordentlich geringen Verschuldung von lediglich 19,9 Milliarden Valutamark geführt. Die BRD, die immer die Multiabhängigkeit gepflegt hat, hatte beim Mauerfall 929 Milliarden DM Auslandsschulden. Die BRD mußte die Schulden der DDR bei der Übernahme übernehmen, was zu der paradoxen Situation geführt hat, daß sie damit ihre Auslandsschulden auf einen Schlag reduziert hat. Die Kosten für die „Angleichung“ an die Westverhältnisse beliefen sich bis 2003 auf 250 Milliarden Euro, das waren umgerechnet rund 500 Milliarden DM.
Praktisch war der „Aufbau Ost“ dann doch wohl als Schuldenaufbau zu verstehen, damit es keinem besser geht. Da bekommen dann auch die Blühenden Landschaften eine ganz eigene Bedeutung.