Peter Grimm / 27.01.2023 / 16:00 / Foto: Pixabay / 14 / Seite ausdrucken

Wo gibt es den korrekten Erotik-Kalender?

Kann eine Publikation vollkommen geschlechtergerecht, überhaupt nicht sexistisch und dennoch erotisch sein?

Immer mehr Firmen, die jahrzehntelang glaubten, sie könnten ihre Kundschaft mit erotischen Fotos auf einem Wandkalender für Werkstatt und Büro erfreuen, verabschieden sich bekanntlich von dieser Tradition. Zuletzt hatte Würth – das Unternehmen wird gern als „weltgrößter Schraubenhändler“ oder „weltgrößter Befestigungs- und Montagespezialist“ bezeichnet – die Herausgabe seines traditionellen Erotik-Kalenders eingestellt. So etwas gilt heutzutage als anrüchig und sexistisch, mithin als extrem politisch unkorrekt. Einen solchen Ruf fürchten Firmen in diesen Zeiten. Geht denn Erotik jetzt gar nicht mehr? Oder gibt’s auch woke Erotik? Was soll jemand machen, der zwar erotische Kalender mag, aber nicht in Sexismus-Verdacht geraten will?

Falls Sie danach suchen, kann ich Sie auf ein Angebot hinweisen, das ich zufällig gesehen habe. Auf die meisten Dinge stößt man ja, wenn man gar nicht nach ihnen sucht. Ich hatte beispielsweise gerade nur kurz geschaut, welch interessante neue Weltbilddarstellungen und Proklamationen sich auf der linksradikalen Seite Indymedia finden. Und hinter einem Link versteckte sich ein Angebot an Liebhaber von Erotik-Kalendern, die es gern geschlechterpolitisch korrekt mögen. Für nur 13,12 Euro wird ihnen das folgende Werk, bestehend aus 13 Blatt mit Rückpappe und Spiralbindung angeboten:

„Die Idee zu diesem Kalender entstand spontan auf einem queerfeministischen Sex&Kink Skillsharecamp im Juni 2022. Ebenso spontan und chaotisch wurde sich noch am selben Tag in Schale geworfen, gebrainstormt und schließlich die Bilder gemacht.
Die Texte im Kalender drehen sich um intersektional-queerfeministische Sexualität und Sexualaufklärung - um BDSM, Behinderung, sexuelle Normen und vieles mehr. Da die Texte nicht zentral, sondern von Einzelpersonen geschrieben wurden, kann sich der Sprachstil und die Art zu gendern von Text zu Text unterscheiden.
Die Zeitsträhle im Kalender sind so gestaltet, dass der Kalender für die Jahre 2023, 2024 und 2025 verwendet werden kann.
Ein Großteil der mitwirkenden Menschen haben Bezug zur Waldbesetzungs-Szene, so ist der Kalender auch an den Hambi-Erotikkalender von 2019 angelehnt.“

Klingt das nicht hocherotisch?

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Leserpost

netiquette:

Dr. Andreas Kleemann / 27.01.2023

MeinTipp: Den perfekten Erotik-Kalender gibt es in Österreich (war ja klar) ...er heißt HALLALI und hat einen schönen Natur-Wald-Jagd Bezug.

Fritz kolb / 27.01.2023

Das waren noch Zeiten, mit Pirelli-Kalender im Spind. Heute muss das Publikum hingegen, neben dem ganzen Gendermüll, TV-Werbung mit adipöser Dame „on ice“ mit saugfähiger Binde und, mein aktueller Favorit, fünf älteren Damen, die mit einer Paste ihre Scheidentrockenheit überwinden möchten, ertragen.  Zum großen Glück gibt es noch normale Hetero-Frauen, die das ganze genauso abstößt wie meine Freunde ich mich. Oder, wie ein Freund richtig bemerkt, es gibt nur Menschen mit und Menschen ohne. Und mit einem ganz klassisch ausgebildeten Schamgefühl.

Wolf Hagen / 27.01.2023

Ich habe auf den Link zum Kalender geklickt. Mir ist noch immer übel und ich fürchte, ich bin für alle Zeit traumatisiert.

Gerd Heinzelmann / 27.01.2023

Alles Nutten, außer “Mutti”? Ich weiß, dass Sie kein Anhänger dieser These sind. Manche glauben es einfach nicht. Hoffentlich lesen Wolfgang Thierse und Wolfgang Schäuble nicht mit.

Ludwig Luhmann / 27.01.2023

Mindestens die Grünen und Woken, die ja auch Gefühle und tiefe, wertvolle Empfindungen haben, fühlen sich gesellschaftlich diskriminiert, weil es keine inklusiv-erotischen Kalender mit diversen Kindern aller Altersklassen unter 18 gibt. Nur Nazis haben kein Verständnis für kindliche Erotik. Kentler et al. gehören zur intellektuellen Avantgarde.

Ralf.Michael / 27.01.2023

HaHaHaHaHa…...Erotische deutsche Politiker_*innen ? Wo ? Das will ich Sehen…..

armin_ulrich / 27.01.2023

Der/die/das Kalender:In muß sich nur von der Heteronormativität entfernen. Das schränkt zwar die Nachfrage ein, ist dann aber politisch korrekt.

Gabriele Klein / 27.01.2023

Hallo Herr Grimm, ich meine es gibt da so was wie eine Grundversorgung zum Thema, wenn ich Frau Dr. Merkel damals richtig verstand….  Also ich würde es mal auf einem der Quetschgeld finanzierten SChmuddelkanäle (Pardon: Wahrheitskanäle) im Umfeld der ÖR versuchen. Ich glaube da werden sie ganz schnell, (wie Herr Broder siehe Achgut Artikel v. 21. 10. 2022)  auch fündig…... Halt !!! Da wär noch was gaaaanz Wichtiges!  Allles das was NICHT verpixelt ist ist “geschlechtergerecht” wirklich süß und und,, Mensch wie sagt man doch gleich? ......  NACHHALTIG,

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