Wolfgang Röhl / 24.09.2014 / 11:19 / 5 / Seite ausdrucken

Wo Franz Josef Wagner recht hat

Das anfänglich ganz originelle „Tatort“-Format aus Münster ist längst ausgelutscht, sein Jokus vorhersehbar wie ein Mario Barth-Auftritt. Das schert die ARD nicht, im Gegenteil. Weil Boerne und Thiel Traumquoten bringen, lässt die Anstalt am Dienstagabend auch noch einen seriellen Krimischwank aus der Eifel los. „Bild“-Kolumnist Franz Josef Wagner wird mitunter als Gossen-Goethe apostrophiert, ist aber eher ein Matussek für Hauptschulabbrecher. Wagner hat den metastasierenden Mordsklamauk jüngst wie folgt gebasht: „Ich mag keine Schmunzelkrimis. Ich mag sie so wenig, wie ich Krokodile esse. Ich will nicht lachen, ich will Gänsehaut.“ Alter Zeilenschinderhannes! Dafür haben Sie bei mir einen Feldstein im Brett.

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Leserpost

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Roland Wolff / 25.09.2014

Ich bin seit “twin peaks” ein für alle mal nicht mehr für so was ödes wie “tatort” zu haben. Vor ein paar tagen haben wir “breaking bad” zu ende gesehen. Was gibt es nur für gutes zeug da draussen, unfassbar. Die ÖR sollten sich schämen, wären sie nicht schon so schamlos.

Karl Baumgart / 24.09.2014

... und ich, werter Röhl, notiere als leidenschaftliches Mitglied des ‘Vereins Deutsche Sprache’, dessen Vorsitzender Krämer hier gelegentlich schreibt, einen Minuspunkt für Ihr unsägliches ‘gebasht’. So sehr ich Ihre Beiträge in aller Regel schätze - was soll das? Seinerzeit zu viele von Charlie Dörfels gut getimten Bananenflanken gesehen?

Christoph Nahrgang / 24.09.2014

Lieber Herr Röhl, ich denke, dass ich verstehe was Sie meinen und bin wieder einmal im Grundsatz genau Ihrer Ansicht. Aber der Krokodilvergleich hakt mir irgendwie: Stellt sich die Verbindung zur Gänsehaut nicht eher über das Essen von Krokodilen als den Verzicht darauf ein? Und dazu kommt noch, dass der Geschmack von Krokodil erHEBlich zahmer ist als der äussere Eindruck vermuten lässt; das weiss ich aus eigener Amazonas-Erfahrung. Freundliche Grüsse & alles Gute! Christoph Nahrgang

Bernd Dix / 24.09.2014

Herr Roehl Sie tun ausgerechnet diesem Ms Tatort unrecht. Brachte er doch zwei Weisheiten zur Sprache über die ich immer wieder schmunzeln kann: 1) Mir sind die Personen am liebsten, deren Bekanntschaft mir erspart bleibt! 2) Gute Freunde sind Menschen, die sehr weit weg wohnen! Herzliche Grüße Bernd Dix

Manfred Haferburg / 24.09.2014

Wagner und Röhl haben recht. Es ist unerträglich, was die höchstalimentierten ÖR mit dem Steuergeld, euphemistisch Demokratieabgabe genannt, so anstellen. Die haben mehr Geld, als Hollywood zur Verfügung und produzieren Zeugs, wie in der DDR. Ob das nun der Tatort aus Münster ist, in dem Zwergenwerfen als höchste Form der politischen Unkorrektheit daherkommt, oder all die anderen weltfremden Tatorte, in dem böse deutschstämmige Gangster, wahlweise Unternehmer oder Banker, von guten Kommissar Mehmed der Gerechtigkeit zugeführt werden, natürlich gegen den Willen der wahlweise bekloppten oder korrupten Polizeidirektion. Es ist wahrlich zum Abschalten.

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