Vera Lengsfeld / 08.01.2015 / 16:35 / 24 / Seite ausdrucken

Wo bleibt der Aufstand der anständigen Muslime?

Das Blut, das bei der Hinrichtung in Paris geflossen ist, war noch nicht getrocknet, da ließen schon unsere Meinungsjacobiner gänzlich ungerührt ihre verbalen Fallbeile niedersausen.

Bei „hart aber fair“ schämte man sich nicht, den schrecklichen Terroranschlag in Paris gegen Kritiker des Islamismus zu instrumentalisieren. Pegida hatte weder etwas geäußert, noch etwas getan, da betätigte sich der Publizist Michel Friedman als Gedankenleser, indem er behauptete, man müsse die „Polemik aufzeigen, die die Bluttat in Paris nun für ihre Zwecke missbrauche.“

Damit kann Friedman nur sich und seinesgleichen gemeint haben, denn einen kaltschnäuzigeren Missbrauch als seinen Vergleich der Morde mit den angeblichen „Anschlägen“ der friedlichen Demonstranten auf die „Lügenpresse“ kann es kaum geben.

Auch Friedmanns Schlussfolgerung, eine richtige Reaktion wäre „mehr Meinungsfreiheit“, auch in Deutschland, lässt tief blicken.

Entweder es gibt Meinungsfreiheit, oder es gibt sie nicht. Wenn „mehr“ Meinungsfreiheit geübt werden soll, lag bisher eine Menge im Argen. Oder war es ein Appell an die Journalisten- Kollegen, die selbstgewählte Gleichschaltung aufzugeben und wieder eigene Meinungen zu wagen?

Innenminister Jäger kam wie gewohnt mit der rechten Keule. Gemäß dem unseligen Gebot, eine Lüge müsse nur oft genug wiederholt werden, damit sie geglaubt würde, behauptete der Mann, der es qua Amt besser weiß, dass Pegida von Rechtsextremisten gesteuert sei. Vorsichtshalber schränkte er es auf den „Ableger“ in NRW ein, natürlich ohne genauere Angaben zu machen.

Auch in Berlin gab es nach der Demonstration vom vergangenen Montag Stimmen, die vor einer Übernahme von Bärgida durch Rechtsextremisten warnen zu müssen glaubten.

Gleichzeitig las man in den offiziellen Verlautbarungen, dass fünf „amtsbekannte“ Rechtsextremisten, das sind 1%, unter den 500 Teilnehmern gesichtet worden seien. Wenn wir jetzt noch wüssten, wie viele davon V- Männer des Verfassungsschutzes waren, könnten wir uns ein realistisches Bild von der Unterwanderung machen.

Lamya Kaddor , die in Dinslaken islamischen Religionsunterricht an einer Schule gibt, aus der mehr als zwanzig Schüler zur IS nach Syrien gegangen sind, wird dennoch als „Expertin“ in jede Talkshow gebeten.

Sie behauptete: „Der Salafismus und die Pegida als Gegenbewegung sind zwei Seiten der gleichen Medaille“. Je stärker der Salafismus und Islamismus werde, desto stärker werde Pegida – aber auch umgekehrt.

Die Erwartungshaltung gegenüber allen Muslimen, sich vom Islamismus distanzieren zu müssen, sei problematisch: „Müssen wir das wirklich und glaubt man uns das dann auch?“, fragte sie.

Tatsächlich wäre eine Distanzierung unglaubwürdig, wenn derjenige, der sich distanziert gleichzeitig verlauten lässt, das sei „problematisch“.

Tatsächlich vermisst man eine klare Distanzierung der muslimischen Gemeinde in Deutschland vom Islamismus.

Es gibt keinen Aufstand der anständigen Muslime gegen den ungeheuerlichen Missbrauch ihrer Religion durch islamistische Terroristen.

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Leserpost

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Reiner Schöne / 08.01.2015

Der Aufstand der Muslime wird noch lange auf sich warten lassen, wenn es überhaupt jemals einer kommen wird, denn irgendwie kann man das nicht tun es würde ja dann bedeuten, das es doch der Islam war und keine Terroristen oder Extremisten. Ich kenne sehr viele Muslime, alle sind aber die erste und zweite Generation die in Deutschland ein Leben gefunden haben. Erst Mitte der 80 ziger kamen Muslime nach Deutschland die schnell mit der Nazikeule hantierten, wenn etwas nicht klappte so wie sie wollten, und sie bekamen recht. Das sind die Folgen davon.

Peter Talby / 08.01.2015

“Es gibt keinen Aufstand der anständigen Muslime gegen den ungeheuerlichen Missbrauch ihrer Religion durch islamistische Terroristen.” Das ist leider auch Quatsch. Religionen werden nicht mißbraucht, sondern der Terror ist die logische Konsequenz aus ihnen. Die Inquisition ist die logische Konsequenz aus dem Christentum usw. Sonst könnte man auch sagen, die KZ waren ein ungeheuerlicher Mißbrauch des Faschismus…

Johan Ricke / 08.01.2015

Es gibt keinen Aufstand der anständigen Muslime gegen den ungeheuerlichen Missbrauch ihrer Religion durch islamistische Terroristen und es wird ihn auch inZukunft nicht geben. Frau Lengsfeld, Sie verlangen von den Muslimen Unmögliches. Es mag vielleicht noch angehen, dass sie die Taten der Islamisten verurteilen. Aber deren Begründung zurück zu weisen, würde bedeuten, den eigenen Propheten zu verleugnen. Die Islamisten holen sich ihre Motivation schließlich nicht aus dem luftleeren Raum, sondern sie vollziehen nur das, was Mohammed gepredigt hat und was er inbesondere auch vorgelebt hat. Die große Mehrheit der Muslime hat sich nicht nur mit der westlichen Lebensauffassung arrangiert, sie hat sich auch mit ihrem eigenen Glauben arrangiert. Man passt sich an, lebt noch ein paar islamische Traditionen und lässt ansonsten den Propheten einen guten Mann sein. Wir “Abendländer”, die wir wenn auch nicht mehr gläubig, so doch vom christlichen Glauben geprägt sind, übersehen gerne, das der islamische Religionsgründer keineswegs mit Jesus Christus vergleichbar ist. Er predigte nicht die Friedlichkeit sondern den Kampf, nicht die Abkehr vom Staat sondern dessen Übernahme, nicht die Gleichheit der Menschen sondern die Überlegenheit der eigenen Anhänger. Auch das Leben des Mohammed war, wenn man es mit heutigen westlichen Maßstäben sieht, alles andere als moralisch wertvoll. Natürlich waren die Moralvorstellungen zu Mohammeds Zeiten deutlich anders. Doch wenn sich heute die “anständigen Muslime” von den Islamisten distanzieren sollen, so müssen sie sich auch von deren Grundlagen distanzieren. Und das würde bedeuten, den Propheten selbst zu kritisieren. Den kann man aber nicht nach heutigen moralischen Vorstellungen (auch nicht nach denen der anständigen Muslime) bewerten, ohnen ihn in Grund und Boden zu verdammen.  Kein Muslim kann sich von den Islamisten distanzieren und seinen Glauben behalten. Johann Ricke

Peter Gruber / 08.01.2015

Die Genannten werden an Dummheit, Unanständigkeit und Infamie nur mehr von Jürgen Todenhöfer übertroffen, der PEGIDA und das Blutbad in Paris auf seiner Facebook-Seite gleich “auf eine Stufe” gestellt hat ...

Michael Scholze / 08.01.2015

Das gestrige Attentat und andere Gräueltaten von Muslimen sind eine Beleidigung des Glaubens des Islams und seines Propheten. Seltsamerweise lockt das keinen Muslim hinter dem Ofen hervor. Das lässt nur den Schluss zu, dass Muslime die Beleidigung ihres Glaubens nur dann stört, wenn diese nur von Nicht-Muslimen begangen wird. Es sei denn, es gibt keine anständigen Muslime.

Heinrich Rabe / 08.01.2015

Es handelt sich offenbar nicht um Mißbrauch des Islam, sondern um brutale Anwendung. Im Koran steht, daß Mohammed Menschen töten ließ, die über ihn gespottet hatten. Im Koran steht auch, daß Mohammed ein leuchtendes Vorbild für alle Menschen sei. Im Koran steht dagegen nichts von Gewaltfreiheit, im Gegenteil: Allah läßt den Menschen durch Mohammed ausführlich und detailliert sagen, wann und gegen wen sie zwingend Gewalt anwenden müssen, beispielsweise bei Abkehr vom Islam oder Beleidigung. Das ist das Kernproblem. Gewalt läßt sich aus dem Koran leicht, schnell und konsistent begründen, Gewaltfreiheit dagegen nur sehr schwer und nur mit kräftiger Interpretation und selektiver Nichtbeachtung von Allahs persönlichem, leicht verständlichen und nicht veränderbaren Wort (denn das ist der Koran nach muslimischem Verständnis). Siehe u.a. Suren 2, 36, 54. “Auch wenn die meisten Muslime es nicht wahrhaben wollen, der Terror kommt aus dem Herzen des Islam, er kommt direkt aus dem Koran.” (Zafer Senocak) An diesem Punkt steht die Welt. Nach wie vor. Den Schritt zu Freiheit und Frieden können nur Muslime selbst gehen. Sie werden aber danach keine Muslime im engen Sinne des Korans mehr sein.

Karl Krähling / 08.01.2015

Ob es ein Zufall ist, dass es gerade “Ossis” sind, die dem widerstehen, was „wir“ im Westen schon länger haben, und es Toleranz nennen. Und wenn es „uns“ hier nicht passt, dann ziehen wir eben den Schwanz ein, ziehen um oder melden unsere Kinder auf anderen Schulen an. Wer will schon unter das Fallbeil unserer verbalen Radikalisten in den Massenmedien geraten, die dem Volk die Richtung vorgeben. Irgendwie scheint das bei Ossis noch nicht so richtig zu wirken, die Erziehung zum Anstand, die auf das Recht der freien Meinungsäußerung ebenso freiwillig verzichtet wie ein japanischer Arbeit auf seinen Urlaub.

Markus Hahn / 08.01.2015

Liebe Frau Lengsfeld, der Aufstand der anständigen Muslime wird einmal mehr ausfallen. Das höchste der Gefühle wird die offizielle Teilnahme an einer Demonstration “für Toleranz” und “gegen Vorurteile” sein, auf der dann hauptsächlich für die “Toleranz” gegenüber der den “friedliebenden muslimischen Massen”, sprich, für eine Immunisierung der Religionsideologie Islam gegen rationale Kritik gepredigt werden wird. Passen Sie auf, alleine schon die Forderung nach einem “Aufstand der anständigen Muslime” bringt sie schon in zwangsverwandtschaftliche Nähe zum Pöbel. Der aufgeklärte Mensch betrauert voller Selbstzweifel die Ermordeten. Scheut aber jeden Versuch, durch Motivsuche und real couragiertem Einsatz neue Mordopfer zu verhindern. Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen.

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