Gastautor / 24.01.2023 / 06:15 / Foto: TimsAI / 77 / Seite ausdrucken

Wissenschaft, Religion, Größenwahn

Von Boris Kotchoubey.

Wie sich das Verhältnis der Wissenschaft zur Religion wandelte. Einstmals ein Gegensatz, heute ein Ersatz.

Das Experiment von Stanley Milgram ist wahrscheinlich das zweitberühmteste (nach dem pawlowschen Hund) in der Geschichte der Psychologie. Die meisten kennen sein erschreckendes Ergebnis: Probanden, denen gesagt wurde, dass sie einem anderen  Menschen bei seinen Fehlern immer stärkere Stromschläge verabreichen sollen, gehorchten dem Befehl. Sie steigerten die Anwendung der Strafmaßnahmen bis zu einer Spannung von 300 Volt – die Mehrheit sogar bis zu 450 Volt – trotz der furchtbaren Schmerzensschreie des „Bestraften“ und des begründeten Verdachts, dass dieser verletzt oder sogar ohnmächtig werde. (1)

Das Experiment wurde in zahlreichen Fachpublikationen und populären Büchern über Psychologie beschrieben als Beweis dafür, zu welchen Grausamkeiten der Gehorsam gegenüber Autoritäten führen kann.

Erich Fromm war der Einzige, der an dieser Stelle fragte: Welche Autoritäten aber? (2) Im Raum der Probanden befand sich kein Vertreter einer „klassischen“ Autorität: Weder ein Boss noch ein Militär, weder ein Polizist noch ein Politiker, weder ein Priester noch ein Oberlehrer. Nur ein kleiner, bescheidener Mann im weißen Kittel, der bei jedem Versuch eines Probanden, die Anordnung infrage zu stellen, das Experiment abzubrechen oder sich zu empören, einen der folgenden Sätze leise von sich gab: „Bitte machen Sie weiter“, „Sie müssen weitermachen“, „Die Wissenschaft verlangt, dass Sie weitermachen“, „Sie haben keine Wahl; Sie müssen weitermachen.“ Mehr als einen dieser vier Sätze durfte er nicht sagen. Warum also sollen wir verallgemeinert über Autoritäten sprechen, meinte Fromm; was sich hier abspielt, ist der Gehorsam gegenüber der Autorität der Wissenschaft.

Wissenschaft ist organisierte Skepsis

Wissenschaft, die feste Burg geistiger Freiheiten – als Quelle der Grausamkeit und des Terrors? Wie kann man sich das vorstellen? Wissenschaft als ein spezifisch europäisches Kulturphänomen (im Gegensatz zu Weisheit, die in verschiedensten Kulturen der Erde aufblühen kann) entstand als Systematisierung und Organisierung des normalen menschlichen Zweifelns und Misstrauens. Das wissenschaftliche Misstrauen hat drei Ebenen: Das Misstrauen gegenüber den Autoritäten der anderen; gegenüber allem, was die anderen, wenn auch sehr weisen Menschen, gesagt und geschrieben haben, herrschte noch in der antiken Philosophie. In der Neuzeit kam, mit dem Aufkommen der experimentellen Forschung, das Misstrauen gegenüber den wahrgenommenen Naturerscheinungen hinzu: Man muss stets überprüfen, ob das Sichtbare auch wahr ist. Wir sehen täglich, dass die Sonne auf- und untergeht, und dass eine Feder langsamer fällt als ein Stein. Doch beides ist falsch: Die Erde dreht sich um die Sonne und um die eigene Achse, und die Fallgeschwindigkeiten der Feder und des Steines sind genau gleich, allerdings unter Idealbedingungen eines Vakuums. Zu diesen beiden Formen des Misstrauens kommt die dritte: das stete Misstrauen gegenüber sich selbst und den eigenen Methoden. Aus diesem Selbstzweifel heraus arbeitet die empirische Wissenschaft ständig an immer feineren Methoden der Kontrolle.

„Wissenschaft ist eine organisierte Skepsis“, definierte der Begründer der Wissenschaftssoziologie Robert K. Merton. (3) Robert Oppenheimer sagte dazu: „(Der) Wissenschaftler ist frei, jede Frage zu stellen, jede Aussage anzuzweifeln, nach jeder Art Evidenz zu suchen, jeden Fehler zu korrigieren. Nicht nur können und dürfen Wissenschaftler zweifeln; sie sind sogar verpflichtet zu zweifeln, sobald es nur einen Grund scheint zu geben, dass der Zweifel angebracht ist.“ (4) Der Nobelpreisträger Richard Feynman formulierte diese Idee in den folgenden Worten: „Unter den wissenschaftlichen Aussagen sind einige ziemlich unsicher, andere fast sicher, aber keine absolut sicher. Daher gehen wir, die Wissenschaftler, davon aus, dass es völlig normal ist zu leben, ohne zu wissen. […]. Und damit geben wir ein Vorbild für eine demokratische Gesellschaft, die ebenfalls davon ausgeht, dass niemand weiß, wie man einen Staat führt.“ (5) All diese Aussagen können aber als Variationen der alten sokratischen Formel betrachtet werden: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Nicht derjenige ist ein Wissenschaftler, der viel weiß, sondern derjenige, der klar sieht, wie viel er noch nicht weiß.

Kein Wunder, dass diese grundsätzliche Skepsis und stetes Infragestellen die Wissenschaft vom Anfang an in eine Opposition zur Religion und zur Kirche, die traditionell mit „ewigen“, unhinterfragbaren Wahrheiten operieren, gestellt hat. Während beispielsweise die Bibel behauptet, dass die Welt innerhalb von sechs Tagen erschaffen, dass der Mensch unabhängig von anderen Tieren erschaffen und dass die Heilige Schrift selbst direkt von Gott inspiriert wurde, setzte die Wissenschaft als Ergebnis ihrer forschenden Arbeit diesen biblischen Aussagen korrektere Aussagen gegenüber: „Die Welt existiert seit etwa 14 Milliarden Jahren“; „Der Mensch entstand von einem affenähnlichen Tier“; „Biblische Texte haben konkrete Autoren und können häufig datiert werden; einige Texte beinhalten Fälschungen und spätere Einschübe“; usw. Wer konnte nur denken, dass in diesem wunderbaren Prozess der Ersetzung alter Dogmen durch neue Erkenntnisse ein verhängnisvoller Fehler steckt, dessen Folgen die Teilnehmer in Milgrams Experiment erleben werden?

Wissenschaftliche Aussagen nicht unbedingt korrekter als religiöse Dogmen

Der Fehler besteht darin, dass nicht nur im öffentlichen Bewusstsein, sondern auch im Bewusstsein der Wissenschaftler nicht der Vorgang der kontinuierlichen Überwindung der Dogmen durch wissenschaftliche Skepsis, sondern die wissenschaftlichen Aussagen selbst in den Vordergrund treten. Indem man die süßen Früchte vom Baum der Erkenntnis genießt, glaubt man, diese Früchte seien das Wesentliche am Baum. Das ist fatal, weil das Wesentliche seine Wurzel ist. Wenn diese vernachlässigt wird, können die Früchte verschwinden – oder sogar giftig werden. Aber sind die wissenschaftlichen Aussagen nicht doch besser, wahrer, korrekter als religiöse Dogmen? Nicht unbedingt. Hier sind einige Aussagen, die zu bestimmten Zeiten als absolute, nicht hinterfragbare wissenschaftliche Wahrheiten angesehen wurden:

1. Brennende Stoffe beinhalten eine spezifische Substanz mit negativem Gewicht, die beim Brennen in die Luft ausgeschieden wird, weshalb der verbrannte Stoff schwerer ist. Wenn keine Substanz mehr im Brennstoff bleibt, endet der Brennprozess.

2. Das gesamte Weltall wird durch eine andere spezifische Substanz erfüllt, nämlich den Lichtäther. Das Licht und andere elektromagnetische Schwankungen sind die Schwankungen des Äthers, wie ein Schall die Schwankungen der Luft ist.

3. Frauen und Männer haben völlig verschiedene kognitive Fähigkeiten; u.a. sind Frauen nicht zum konsequenten analytischen Denken fähig und können deshalb keine Berufe ausführen, die diese Fähigkeit benötigen wie beispielsweise Wissenschaftlerin, Richterin oder Anwältin; womöglich haben Frauen aber andere kognitive Fähigkeiten, die Männern fehlen, wie Einfühlungsvermögen.

4. Verschiedene Menschen haben wertvollere oder weniger wertvolle Erbanlagen, und dies bestimmt den Wert einer menschlichen Person; d.h. von Natur aus gibt es höherwertige und minderwertige Menschen und ganze Gruppen von Menschen („Rassen“).

Jede dieser Wahrheiten war über längere Zeiten der Gegenstand eines globalen, fachübergreifenden und unangefochtenen wissenschaftlichen Konsensus. Die erste herrschte in der Chemie während des ganzen 18. Jahrhunderts; drei Generationen der besten Chemiker Europas arbeiteten an Entwicklungen und Verfeinerungen dieser These. Die zweite wurde allgemein akzeptiert von einer überwiegenden Mehrheit der Physiker bis zur Entwicklung der Relativitätstheorie von Albert Einstein. Die dritte galt als absolut selbstverständlich von der Antike bis in das 20. Jahrhundert hinein. Die vierte (Eugenik) wurde zwischen ca. 1890 und 1950 von der überwiegenden Mehrheit aller Bio-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler geteilt, darunter Dutzende Nobelpreisträger, allgemein anerkannte Genies (Ronald Fisher, John Maynard Keynes, Alexander Graham Bell), der UNESCO-Gründer Julian Huxley u.v.a. wissenschaftliche Superstars. Nichtdestotrotz lag diese Theorie der Ideologie und Praxis der nationalsozialistischen Politik in Deutschland von 1933 bis 1945 zugrunde. Vergleichen wir diese Aussagen etwa mit:

5. „Die Welt wurde in sechs Tagen erschaffen.“

und mit:

6. „Maria ist auch nach der Geburt Jesu eine Jungfrau geblieben.“,

so fällt der Vergleich zugunsten der fünften und der sechsten Aussage aus, die zumindest in einem metaphorischen Sinne eine Bedeutung haben können, während die Thesen eins bis vier einfach bedingungslos falsch sind.

Dialektische Verwandlung in eine neue Dogmatik

Der Glaube, dass diese falschen Thesen der Vergangenheit angehören, unsere gegenwärtigen Thesen aber wahr seien, ist unbegründet. Jedes Zeitalter glaubt an seine Dogmen, und die Menschen des 22. Jahrhunderts werden unsere heutigen Theorien vermutlich mit demselben Schrecken anschauen wie wir die Theorien der Eugenik. Der berühmte Wissenschaftshistoriker Thomas Kuhn zeigte in seinem Bestseller, dass die Theorien der Vergangenheit, die wir heute leichtsinnig zu „Pseudowissenschaft“ oder „Vorwissenschaft“ zählen (z.B. Alchemie, Astrologie oder die geozentrische Astronomie), nach genau denselben logischen und methodologischen Prinzipien aufgebaut wurden wie die modernen wissenschaftlichen Theorien, und dass deshalb die Letzteren genauso viel Chancen haben, sich in der Zukunft als falsch zu erwiesen, wie auch die Ersteren sich als falsch erwiesen haben. (6)

Der Unterschied zwischen Wissenschaft und Religion besteht also nicht darin, dass Wissenschaft eigene Aussagen ausstellt, die besser sind als die religiösen Aussagen. Tut sie das, verhält sie sich wie eine andere Religion, nur eine schlechtere, weil ihren Dogmen im Gegensatz zu denen der traditionellen Religionen jegliche transzendente Tiefe fehlt. Der Vorteil der Wissenschaft besteht vielmehr in ihrer Fähigkeit, durch ihr kritisches Vorgehen die Falschheit der eigenen Aussagen zu überwinden. Das Wesen der Wissenschaft liegt in dieser Bewegung von schlechteren hin zu besseren Aussagen, aber nicht in den „wissenschaftlichen Aussagen“ als solchen. Daher ist jede ausschließliche Orientierung am „gegenwärtigen Stand der Wissenschaft“ ein Verrat an Wissenschaft. Denn deren Aufgabe besteht nicht aus dem Stillstand, sondern aus dem Fortschreiten. Hält sie an, bleibt sie an einer Stelle stehen, so versteinert sie sofort, wie Lots Frau, zu einer dogmatischen Sammlung falscher und – wie das Beispiel der Eugenik zeigt – manchmal sogar gefährlicher Sätze.

Warum aber bleibt die Wissenschaft stehen? Welches sind die Gründe für ihre dialektische Verwandlung in das eigene Gegenteil, in eine neue Dogmatik?

Der eine Grund wurzelt noch in der Maxime Francis Bacons „Wissen ist Macht“ (scientia potentia est). Jede Macht berauscht und verdirbt ihren Besitzer. Zunächst war es nur die Macht über die Natur, aber mit der Entwicklung von Sozialwissenschaften kam die Versuchung der Macht über die Mitmenschen dazu. Eine junge Engländerin, die sich wegen einer skandalösen Liebesaffäre in der fernen Schweiz verstecken musste, hat 200 Jahre nach Bacon als erste mit ihrem Roman „Frankenstein oder der moderne Prometheus“ dem Schreckensgespenst nachgespürt, das von dieser Formel ausgeht. (7)

Ein Wissenschaftler, der das Bewusstsein für die Begrenztheit seiner Kenntnisse verloren hat, wird vom Allmachtwahn ergriffen. Er fühlt sich berufen, die Fehler Gottes zu korrigieren. Statt unserer unvollständigen, fehlerhaften Welt will er auf wissenschaftlicher Basis eine neue, perfekte, absolut gerechte Welt schaffen; statt des alten Menschen mit seinem komischen, von wilden Tieren vererbten Genom einen neuen, idealen, heute würden wir sagen: transhumanen Menschen, einen womöglich virenfreien und makellosen Halbroboter-Halbengel. Selbstverständlich werden all diese größenwahnsinnigen Versuche, wie auch der von Mary Shelleys Held, hoffnungslos scheitern. Wenn das erste eugenische Experiment vor 80 Jahren in Millionen Ermordeten und hunderttausenden Zwangssterilisierten endete, so mag man sich die Anzahl der Opfer künftiger Experimente der gleichen Art nicht ausmalen.

Typ des Hochstaplers und Betrügers

Der zweite Grund hat wenig mit Philosophie oder Psychologie zu tun. Es geht um die zunehmende Teuerung der Wissenschaft seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Man kann heute nicht mehr von Wissenschaft sprechen, ohne von Geld zu sprechen. Die Qualität eines Naturwissenschaftlers wird jetzt daran gemessen, wie viele Drittmittelgelder er erworben hat. Wer forschen will, ist vom Geldgeber abhängig, und wes’ Brot ich ess’, des’ Lied ich auch sing’. Der größte Geldgeber ist der Staat; an zweiter Stelle folgt mit einem sehr großen Abstand die Pharmaindustrie, und dann, in weiter Ferne, hinken alle anderen hinterher. Die enormen Geldmassen, die sich in den letzten Jahren in der Wissenschaft bewegen, ziehen besondere Kategorien von Menschen an, die früher in dieser Welt nichts zu suchen hatten, und produzieren ein neues, nie dagewesenes Phänomen der organisierten Wissenschaftskriminalität. Der Typ des „verrückten Genies“ trifft auf den Typ des Hochstaplers und Betrügers.

Als Typen sind sie nicht neu und werden heute weder erfunden noch entdeckt. Mit den ersten, den vom Größenwahn ergriffenen und sich für Gott haltenden Wissenschaftlern, könnte man im Rückgriff auf die letzten 200 Jahre eine ganze Bibliothek füllen. (8) Den zweiten konnte man noch im Mittelalter treffen: Mit tatsächlichen oder erfundenen Magistertiteln erschien er zum Hof eines Fürsten und versprach ihm eine genaue Vorhersage seiner militärischen Erfolge oder das Rezept zur Verwandlung von Eisen ins Gold. Das Produkt sei bereits fast fertig, nur für die letzte Entwicklungs- und Produktionsstufe bräuchte man noch eine gewisse fürstliche Investition, die sich aber selbstverständlich in der kürzesten Zeit lohnen werde. Alles bekannt; aber der Wissenschaftsbetrieb des 21. Jahrhunderts, der allein an formellen Kennzahlen orientiert ist, in dem der wissenschaftliche Wert eines Professors fast ausschließlich durch das Volumen der erworbenen Drittmittel gemessen wird (so dass man auch ohne wissenschaftliche Publikationen einen Lehrstuhl bekommen kann, wenn man Drittmittelgelder im höheren sechsstelligen Bereich erwirbt. Und umgekehrt, ein höchst produktiver Forscher Selbstmord begeht, weil er keine 200.000 Britische Pfund jährlich erwerben kann), in dem immer mehr Ergebnisse berichtet werden, die niemand reproduzieren kann, deren wissenschaftlicher Wert also gleich Null ist. In dem die Anzahl der wegen Betrug zurückgezogenen Publikationen stets zunimmt und diese zurückgezogenen Publikationen (die eigentlich nicht existent sind!) weiter zitiert werden, als ob nichts passiert wäre.

Dieses System bietet den beiden Typen einen Nährboden, den es in der Vergangenheit nicht gab. (9) Sie können miteinander verflechten und zusammenwachsen, denn, wie Psychologie zeigt, Menschen kennen ihre Motive nicht immer. Man arbeitet besonders gerne am Aufbau einer neuen, besseren Welt, wenn man dafür auch ordentlich finanziell belohnt wird – und umgekehrt, wer für sein falsches Vorhaben Millionen bekommt, beginnt selbst, an dieses Vorhaben zu glauben.

Der dritte Faktor ist die Säkularisierung der wissenschaftlichen Welt. Solange die meisten Wissenschaftler gläubig waren, stand der Unterschied zwischen Glauben und Wissen immer direkt vor ihren Augen. Unter anderem war ihnen klar, dass man ohne Glauben nichts wissen kann, da doch jedes Wissenssystem notwendigerweise auf Annahmen beruht, die innerhalb dieses Systems nicht überprüfbar sind, sondern geglaubt werden müssen. Ohne an Axiome zu glauben, kann ich kein Theorem beweisen. Doch der Unterschied zwischen diesem und dem dogmatischen Glauben besteht darin, dass Wissenschaftler auch die notwendigerweise geglaubten Axiome – wie jede andere Aussage – anzweifeln und infrage stellen können. Es war ihnen früher klar, dass man bei der Änderung eines Axioms das gesamte darauf beruhende theoretische Gebäude umbauen muss.

Fanatischer Glaube an Modelle

Durch die totale Säkularisierung sind all diese selbstverständlichen Differenzierungen verloren gegangen. Wer nicht mehr den Unterschied zwischen Glauben und Wissen begreift, nimmt seine Annahmen nicht mehr als Annahmen, d.h. als etwas nur Geglaubtes. „Wer nicht weiß, dass er glaubt, der glaubt, dass er weiß.“ Damit wird die wichtigste Eigenschaft eingebüßt, die einen Experten von einem Laien unterschiedet, nämlich das klare Bewusstsein für die Grenzen seiner Expertise. Daher kommt das typische Phänomen der letzten Jahre: der fanatische Glaube der Wissenschaftler an ihre Modelle. Das säkularisierte Hirn ist unfähig, einzusehen, dass ein mathematisches oder physikalisches Modell immer auf Annahmen beruht, und dass, wenn nur eine dieser zugrunde liegenden Annahmen falsch ist, das Modell keinen Pfennig wert ist, egal wie gut es berechnet wurde: „garbage in, garbage out.“

Neil Ferguson, Professor am Imperial College London, erzählte in einem Interview, wie beeindruckt er war, als die chinesische Regierung im März 2020 von heute auf morgen zehn Millionen menschliche Personen ohne Schuld und ohne Gerichtsurteil eingesperrt hatte. Er hatte sich mit Interesse gefragt: Können wir in der „demokratischen“ Welt das Gleiche schaffen oder nicht? Können wir vielleicht sogar die Chinesen übertrumpfen und noch mehr Menschen über Nacht einsperren? Natürlich zu ihrem eigenen Wohl, denn ein Professor am Imperial College weiß besser, worin das Wohl von hunderten Millionen Menschen besteht als sie selbst. (10)

So wurde unter seiner Leitung ein mathematisches Modell entwickelt, das zur Grundlage für die weltweite Einführung des harten Lockdowns 2020/21 wurde. Inzwischen hat man festgestellt, dass das Modell falsch war, da die Forscher die Daten aus drei Ländern, welche die Qualität des Modells gesenkt hätten, nicht berücksichtigt haben, obwohl es sehr unwahrscheinlich ist, dass sie diese Daten nicht kannten. Doch der politische Effekt war schon da, und die meisten Länder der Welt führten Einschränkungen fundamentaler Menschenrechte ein: Laut dem Modell sollten die Maßnahmen die Covid-Sterblichkeit um ganze 98 Prozent reduzieren. Neuere Studien zeigen, dass die Reduktion bei ca. 3,5 Prozent lag, sie war statistisch nicht signifikant. Diese Zahlen sind typisch für die Fehlbarkeit moderner Corona-Modelle, die dennoch zu Panik führen können und die politische Macht der Modellierer festigen. (11)

Säkularisiert wird aber nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Gesellschaft. Sie hat ihre Orientierung und ihre Autoritäten verloren, was aber nicht bedeutet, dass sie keine Autoritäten mehr braucht oder dass sie sich selbstständig orientieren kann. Greta Thunbergs Slogan „Folgt der Wissenschaft!“ steht auch für den unveränderten Wunsch der Massen, einer Führungskraft zu folgen, statt selbstständig den eigenen Weg zu suchen. Wenn sich unsere Vorstellungen über die Massenpsychologie seit den klassischen Studien von Gustave Le Bon (12) leicht geändert haben, da die experimentelle Sozialpsychologie einige Phänomene entdecken konnte, die für eine nicht-experimentierende Psychologie unter dem Radar blieben – nicht aber, weil sich Bedürfnisse und Verhaltensmuster der Massen tatsächlich geändert hätten. Die antiautoritären Bewegungen der Nachkriegszeit sind eine dünne Lackschicht über dem geleugneten aber nicht verschwundenen Autoritätsbedürfnis, nach dem Motto „Du sollst nicht auf Autoritäten hören! Du sollst auf mich hören!“

Modelle und Konsensus sind unzuverlässige Informationsquellen

Eine Lackfarbe deckt im Gegensatz zu einer Lasurfarbe das darunter liegende Material ab, so dass man nicht mehr sieht, ob es sich um Holz, Metall oder anderes handelt. Aber beim Kratzen am Lack wird der alte Stoff sichtbar, und beim Kratzen an unserer Liberalität kommt das voraufklärerische „Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines Anderen zu bedienen“ ans Licht. (13) Doch während unsere Vorfahren ihre Fremdbestimmung ganz naiv und selbstverständlich zugaben, müssen wir, wenn wir die Allgemeinplätze aus dem Mainstream wiedergeben, unbedingt so tun, als ob wir selbstständig auf diese Gedanken gekommen wären.

In anderen Worten: Wir suchen uns eine solche Autorität, die sich nicht als Autorität, sondern im Schafspelz einer „höheren Vernunft“, nämlich der wissenschaftlichen Expertise auftritt. „Wenn wir sagen […] dass wir der Wissenschaft vertrauen, und handeln, als ob ‚die Wissenschaft sagt‘ eine absolute Wahrheit wäre, zeigen wir, dass wir unsere Sehnsucht nach Sicherheit lediglich von der Religion auf die Wissenschaft übertragen […]. Das ist, weil diese Themen keine Gegenstände von Wissenschaft sind, sondern die von Fantasie über die Wissenschaft; von etwas, das sich als Wissenschaft maskiert.“ (14)

Damit kommen die Teile eines Puzzles zusammen. Angebot und Nachfrage passen exakt zueinander: Auf der einen Seite Wissenschaftler in der Rolle von Hohepriestern, die den Ungeweihten ihre Wahrheiten proklamieren und in Form von mathematischen Modellen ihre Zukunftsvisionen wahrsagen. Auf der anderen Seite eine Politik, die sich vor Entscheidungen und Verantwortung scheut und deshalb ihre wissenschaftliche Bedienung großzügig dafür belohnt, dass sie jede behördliche Vorgabe im Namen der Wissenschaft einsegnet. Schließlich die Masse, der die Gelegenheit gegeben wird, den eigenen Verstand auszuschalten und sich dennoch für gebildet und aufgeklärt zu halten, weil sie glaubt, dass ihre Einsichten „wissenschaftlich bewiesen“ seien.

In den letzten zwei Jahren wurden die Ergebnisse dieser Entwicklung offensichtlich. Die meisten antiepidemischen Maßnahmen – Ausgangssperren, Geschäftsschließungen, Schulschließungen, Zutrittsverbote, engmaschige Überprüfungen, Impfungen – wurden eingeführt, ohne dass ihre Wirksamkeit in seriösen unabhängigen kontrollierten Studien nachgewiesen worden wäre. Ihre Begründungen waren Modelle und ein „wissenschaftlicher Konsensus“, obwohl jeder Medizinstudent schon im Vorklinikum lernt, dass Modelle und Konsensus die zwei unzuverlässigsten Quellen der Information sind.(15)

In diesem Fall aber wurde der „Konsensus“ künstlich erstellt, indem Politik und Medien aus einer großen Menge von Akademikern eine Handvoll ausgewählt haben, die sie den Bürgern als Experten präsentieren. Oft reicht es, einfach von „Experten“ zu sprechen, ohne zu erwähnen, wofür sie eigentlich Experten sind. So gibt es im Expertenrat, der jetzt (Sommer 2022) die antiepidemischen Maßnahmen der Regierung evaluieren soll, keinen Epidemiologen. (16) Diese Einseitigkeit ist kein Novum: Schon dem Expertenrat, der 2011 die Energiewende wissenschaftlich absegnete, gehörte kein einziger Experte für Energieversorgung an.

Zu jeder Frage nur eine wissenschaftliche Meinung

Während nun diese regierungsseitig ausgewählten Experten dem Volk erklären, dass die eine oder andere Maßnahme „wissenschaftlich notwendig“ sei, werden viele Andersdenkende, auch wenn sie Jahrzehnte einwandfreier Forschungsarbeit und dreistellige Zahlen streng begutachteter internationaler Publikationen vorweisen, als „Pseudoexperten“ diffamiert. Dass dies kein deutsches Phänomen ist, bestätigt der renommierte Epidemiologe John Ioannidis für die USA: „Wer kein Epidemiologe und kein Gesundheitsexperte war, wurde plötzlich als ein solcher von Journalisten dargestellt, die zwar von diesen Wissenschaften wenig Ahnung haben, aber genau wissen, was richtig ist. Und umgekehrt wurden einige der besten amerikanischen Epidemiologen und Gesundheitsexperten als unwissende und gefährliche Menschen verleumdet von denjenigen, die sich als Schiedsrichter über wissenschaftliche Debatten darstellten, ohne die Methodologie und die Daten zu verstehen.“ (17)

Letztendlich wurde aber selbst die Begründung von politischen Maßnahmen (auf der Basis der Ergebnisse schlechter, unkontrollierter Studien, fragwürdiger Modelle und der Aussagen von Experten) als nicht mehr notwendig erachtet. Im Januar 2022 wurden die Personen, die den Impfstoff von Johnson & Johnson bekommen hatten, über Nacht zu Ungeimpften umdefiniert, und ihr Genesenenstatus wurde behördlich von sechs auf drei Monate verkürzt. Aus diesem Vorgehen lässt sich schließen, dass nunmehr die Aussage „wissenschaftliche Daten zeigen, dass…“ als hinreichend für behördliche Beschlüsse erachtet wird, auch wenn diese mit schwersten Eingriffen in die Grundrechte einhergehen.

Als Ergebnis haben wir zu jeder aktuellen Frage eine einzige und unhinterfragbare wissenschaftliche Meinung, und jeder Versuch, darüber zu diskutieren, wird als „wissenschaftsfeindlich“ gebrandmarkt. Wenn wir unsere Mitmenschen ausgrenzen und isolieren, dann geschieht dies nicht auf den Befehl einer bösen Autorität hin, sondern ausschließlich, weil die Wissenschaft es verlangt. Wie der Assistent in Milgrams Experiment sagte: „Sie haben keine Wahl.“

Boris Kotchoubey arbeitet als Professor für Psychologie an der Universität Tübingen. Auszug aus dem Buch „Pandemiepolitik. Freiheit unterm Rad?: Eine interdisziplinäre Essaysammlung“ hrsg. Von Sandra Kostner und Tanja Lieske. Bestellbar hier.

Anmerkungen/Fußnoten:

(1) Stanley Milgram, „Behavioral study of obedience”, Journal of Abnormal and Social Psychology, 67 (1963), S. 371–378.

(2) Erich Fromm, The Anatomy of Human Destructiveness (1974), zitiert nach: Anatomie der menschlichen Destruktivität (Hamburg: Rowohlt, 2015).

(3) Robert K. Merton, The Sociology of Science. Theoretical and Empirical Investigations (Chicago: University of Chicago Press, 1973).

(4) Im Original: „There is no place for dogmas in science. The scientist is free to ask any question, to doubt any assertion, to seek for any evidence, to correct any error. For scientists it is not only honorable to doubt; it is mandatory to do that when there appears to be evidence in support of the doubt.” Siehe: J. Robert Oppenheimer, The Open Mind (New York: Simon & Schuster, 1955), S. 94.

(5) Im Original: „Scientific knowledge is a body of statements of various degrees of certainty – some most unsure, some nearly sure, none absolutely certain. Now, we scientists ... take it for granted that it is perfectly consistent to be unsure - that it is possible to live and not know. […] Our freedom to doubt was born of a struggle against authority in the early days of science. […] And I think it is important that we do not forget the importance of this struggle and thus perhaps lose what we have gained. This is a responsibility to society […] This is not a new idea; this is the idea of the age of reason. This is the philosophy that guided the men who made the democracy that we live under. The idea that no one really knew how to rule a government led to the idea that we should arrange a system by which new ideas could be developed, tried out, tossed out, more new ideas brought in; a trial and error system. […] If we want to solve a problem that we have never solved before, we must leave the door to the unknown ajar.” Richard P. Feynman, „The value of science”, Engineering and Science, 19  1955), S. 14–16.

(6) Thomas S. Kuhn, The Structure of Scientific Revolutions (Chicago: University of Chicago Press, 1962).

(7) https://de.wikipedia.org/wiki/Frankenstein_(Roman)

(8) Für eine schöne Übersicht siehe Sven Wagner, The Scientist as God (Heidelberg: Winter, 2012).

(9) https://www.timeshighereducation.com/news/imperial-college-professor-stefan-grimm-was-given-grant-income-target/2017369.article; tagesspiegel.de" target="_blank" >http://www.dcscience.net/2014/12/01/publish-and-perish-at-imperial-college-london-the-death-of-stefan-grimm/">tagesspiegel.de; vgl. Steven N. Goodman, Daniele Fanelli und John P.A. Ioannidis, „What does research reproducibility mean?”, Science Translational Medicine, 8 (2016), S. 341. Der Direktor des NIH Francis Collins gibt explizit zu: „the complex system for ensuring the reproducibility of biomedical research is failing”: Francis S. Collins und Lawrence A. Tabak, „Policy: NIH plans to enhance reproducibility”, Nature, 505 (2014), S. 612f; Daniele Fanelli, „How many scientists fabricate and falsify research? A systematic review and meta-analysis of survey data”, PLoS One (2009): https://doi.org/10.1371/journal.pone.0005738; Singh Nair et al., „Reasons for article retraction in anesthesiology: a comprehensive analysis”, Canadian Journal of Anesthesia, 67 (2019), S. 57–63; Charles Piller, „Disgraced COVID-19 studies are still routinely cited”, Science 371 (6527), (2021), S. 331f.

(10) https://www.thetimes.co.uk

(11) Seth Flaxman et al., „Estimating the effects of non-pharmaceutical interventions on COVID-19 in Europe”, Nature, 584 (2020), S. 257–261; Seth Flaxman et al., „Report 13: Estimating the number of infections and the impact of non-pharmaceutical interventions on COVID-19 in 11 European countries” (2020): https://spiral.imperial.ac.uk/handle/10044/1/77731; Vincent Chin et al., „Effects of non-pharmaceutical interventions on COVID-19: A Tale of Three Models” (2020): https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.07.22.20160341v3; Jonas Herby, Lars Jonung und Steve H. Hanke, „A literature review and meta-analysis of the effects of lockdowns on Covid-19 mortality”, Studies in Applied Economics, 210 (Mai 2022); Eran Bendavid et al., „Assessing mandatory stay‐at‐home and business closure effects on the spread of COVID‐19”, European Journal of Clinical Investigations, 51 (4) (2021), e13484; Sebastian Mader und Tobias Rüttenauer, „The Effects of non-pharmaceutical interventions on COVID-19 mortality: A generalized synthetic control approach across 169 countries”, Frontiers in Public Health (2022), doi: 10.3389/fpubh.2022.820642; Jonas Hermann, „Falsche Corona-Prognosen: Manipulation im Namen der Wissenschaft“, Neue Zürcher Zeitung, 8. Mai 2021.

(12) Gustave Le Bon, Psychologie des foules (1895), zitiert nach: https://www.textlog.de/le-bon-psychologie.html.

(13) Immanuel Kant, „Was ist Ausklärung?“, Berlinische Monatsschrift, 12 (1784), S. 481–494.

(14) Im Original: Many educated people claim to not be “religious,” saying instead that they put their “belief” in science, and speak as though science replaces religion, which represents humanity’s mythic and irrational need for certainty. But under psychological stress, the quasi-religiosity of so much of that scientific belief emerges. When we say (as some do) that we are science-trusting, and act as though “science says” some univocal truth, which can be revealed, on demand, we show that we are really only transferring the quest for certainty from religion to science. … That is because these questions are the product not of science, but of a fantasy about science, something that masquerades as science. … We might call that fantasy “consumer science.” Siehe: Norman Doidge, „Science says”, Tablet Magazine, Juni 2020: https://www.tabletmag.com

(15) Zur Hierarchie der Evidenz siehe zum Beispiel: Patricia B. Burns, Rod J. Rohrich und Kevin C. Chung., „The levels of evidence and their role in evidence-based medicine”, Plastic and Reconstructive Surgery 128 (2011), S. 305–310; Trisha Greenhalgh, „How to read a paper. Getting your bearings (deciding what the paper is about)”, British Medical Journal 315 (1997), S. 243–246.

(16) Christina Berndt, „Warum Drostens Rückzug aus dem Sachverständigenrat richtig ist“, Süddeutsche Zeitung, 29. April 2022: www.sueddeutsche.de

(17) Im Original: „Anyone who was not an epidemiologist or health policy specialist could suddenly be cited as an epidemiologist or health policy specialist by reporters who often knew little about those fields but knew immediately which opinions were true. Conversely, some of the best epidemiologists and health policy specialists in America were smeared as clueless and dangerous by people who believed themselves fit to summarily arbitrate differences of scientific opinion without understanding the methodology or data at issue”. Siehe: John P.A. Ioannidis, „How the pandemics is changing the norms of science”, Tablet Magazine, September 2021: https://www.tabletmag.com

Foto: TimsAI

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Johannes Schuster / 24.01.2023

Wenn man versucht einen verschlagenen Idioten mit einem brillanten Artikel, wie dem oberen zu wiederlegen, auf welche Ebene stellt man die eigene Qualität ? Wirft man auf Kinder, die nicht lesen können etwa wissenschaftliche Bücher, oder ließt Rindviechern aus dem Talmud vor ? Also ! Das hier ist nicht Perlen vor die Säue, sondern Gold in einen Vulkan geworfen: Denn die Perlen könnte man aus dem Dreck herauswaschen, eine Legierung mit der Ausgeburt der Hölle, wer kriegt die wieder entzweit ?

Jörg Haerter / 24.01.2023

Ich fühle mich leider genötigt, Einspruch zu erheben. “Stromstärke von 300 Volt” Als Professor sollten Sie wissen: Spannung wird in Volt angegeben, Strom in Ampere. Strom fliest nach Anlegen einer Spannung, die Höhe ist abhängig vom ohmschen Widerstand des Objektes. Dazu gibt es eine Formel, diese ist beliebig umstellbar: R=U/I. Da Sie ein Professor sind, ist man geneigt, Ihnen zu glauben. Für mich entfällt dies schon alleine durch diese Falschaussage. Für mich bedeutet das, Sie haben Physik, speziell Elektrik nicht verstanden. Der Rest ist auch nicht besser. Warum sollte Gott es nicht schaffen, die Erde in sechs Tagen zu erschaffen? Ist Gott ein Mensch? Wenn Sie an Gott glauben, haben Sie hier den nächsten Fehler gemacht. Nur noch ein Stichwort dazu: Fehlende Zwischenformen, es werden immer nur fertige Fossilien gefunden. Und auch hier haben wir es mit Glauben zu tun, Glauben an “die Wissenschaft”. Auch wenn die Leute es nicht zugeben wollen. Da sie den grössten Teil nicht verstehen, glauben sie den Rest. Ein weites Feld.

S. Andersson / 24.01.2023

Wie soll ich sagen ... etwas zu lang und ein wenig Langweilig. Ich habe die Wissenschaft gesucht und nicht gefunden. Ich habe das Geld gesucht und die Wissenschaft gefunden. Bei mir gilt auch Die Macht Des Wissens. Geht oder geht nicht - schwarz oder weiss. Prof’s sagen doch ab und zu: was zu beweisen ist. Der Mensch ist gerne faul und wenn es jemanden gibt der laut genug schreit ... zack .... Gehorsam laufen die jedem Schwachsinn hinterher. Funktioniert bei den VIP’s und in der Polit Abteilung. Dumm oder nicht .... hauptsache man kann ohne zu denken jemanden anhimmeln. Letztendlich lassen Menschen sich ganz einfach manipulieren. Das schöne daran ist das die “Mehrheit” mit macht und wenn sich herausstellt das es Sche..ße war ... rebelliert keiner, die haben ja mit gemacht und es ist doch immer blöd sich selber ein zu gestehen das man Mist gebaut hat…

Kisha Engels / 24.01.2023

Wow, der beste Text, den ich in den letzten Jahren las. Danke!

giesemann gerhard / 24.01.2023

Stehender Spruch, als ich noch ein Pharmamanager oder Industriekapitän war: Zu dem musst du nicht hingehen, der ist schon katholisch, will heißen: Der kauft schon bei uns.

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