Von Josef Kraus.
Wissenschaftsstandort Deutschland: Bislang haben wir uns immer darauf verlassen, dass es hier ganz echt und seriös um Wissenschaft geht. Nun gut, viele Wissenschaftler wandern ab. Wenn Deutsche einen Nobelpreis bekommen, dann meistens nachdem sie zuvor in die USA ausgewandert waren. Aber immerhin: So ganz hat das vormalige Volk der Dichter und Denker den Nimbus als Wissenschaftsnation noch nicht eingebüßt. Dafür sorgt unter anderem die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die am 30. Oktober 2020 ihren hundertsten Geburtstag feiern wird und soeben am 2. August 2020 einen kleinen Geburtstag, den 69sten ihrer Widerbegründung nach den NS-Jahren feiern konnte.
Die DFG ist ein „Pfund“, wie man eher unwissenschaftlich sagt. Wer von ihr gefördert wird, darf sich geadelt fühlen. Zu ihren Mitgliedern gehören rund 70 deutsche Universitäten, Forschungseinrichtungen und Akademien der Wissenschaften. Ein „Pfund“ ist die DFG aber auch, was ihre finanzielle Ausstattung betrifft: Sie verfügt über rund 3,5 Milliarden Euro pro Jahr. Es sind Steuergelder, die zu zwei Drittel aus dem Etat des Bundes und zu einem Drittel aus den Haushalten der Länder kommen.
Klappern gehört zum Handwerk. Deshalb wollte sich die DFG anlässlich ihres Hundertsten präsentieren. Mit Testimonials, sagt man heute. Einer der Zeugen sollte Dieter Nuhr, der Kabarettist, sein. Er schrieb bzw. sagte in einer Audiobotschaft für die DFG folgende Sätze:
„Wissen bedeutet nicht, dass man sich zu 100% sicher ist, sondern dass man über genügend Fakten verfügt, um eine begründete Meinung zu haben. Weil viele Menschen beleidigt sind, wenn Wissenschaftler ihre Meinung ändern: Nein, nein! Das ist normal! Wissenschaft ist gerade, dass sich die Meinung ändert, wenn sich die Faktenlage ändert. Wissenschaft ist nämlich keine Heilslehre, keine Religion, die absolute Wahrheiten verkündet. Und wer ständig ruft „Folgt der Wissenschaft!“, hat das offensichtlich nicht begriffen. Wissenschaft weiß nicht alles, ist aber die einzige vernünftige Wissensbasis, die wir haben. Deshalb ist sie so wichtig.“
Ja, solche Sätze könnten die jeweiligen Redenschreiber jedem Bundespräsidenten, jedem Wissenschaftsminister und jedem Universitätspräsidenten ins Redemanuskript schreiben. Und alle aus den politischen, medialen und wissenschaftlichen Communities würden zustimmen. Nicht so bei Dieter Nuhr. Denn Nuhr ist einer der ganz wenigen Kabarettisten, die niemanden schonen, die auch mal gegen den Strich der politischen Korrektheit bürsten, die auch mal Merkel oder das SPD-Tandem oder „Greta“ oder die Freitagshüpfer von FfF oder die Coronamasken oder die Genderisten oder den offiziellen Umgang mit der größten Oppositionspartei auf die Schippe nehmen.
Arme DFG, könnte man schadenfroh spöttisch sagen
Igittigitt, sagt da eine politisch edle Gesinnungsblase um den Münchner Edel-Soziologen Armin Nassehi. Nuhr und DFG, das gehe doch gar nicht. Und schwuppdiwupp war Nuhrs Text wieder von der DFG-Seite verschwunden. Mit einer umwerfenden Begründung: „Liebe Community, wir nehmen die Kritik, die vielen Kommentare und Hinweise ernst und haben den Beitrag von Dieter #Nuhr von der Kampagnenwebsite http://dfg2020.de entfernt.“
Ist Dieter Nuhr ein Paria, ein Aussätziger oder gar ein Busenfreund von AfD-Mann Bernd Höcke? Was hat Nuhr den anderes gesagt als das, was das Leitbild der DFG ist: die Förderung von Erkenntnissen. Dass solche Erkenntnisse nicht immer Ewigkeitswert haben, schrieb Sir Popper der Wissenschaft schon vor langem ins Stammbuch: Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen falsifizierbar sein. Ja, sei angefügt, sonst werden sie zu Ersatzreligionen. Wie derzeit große Teile der Klima- und die Gender-Ersatzreligionen, die übrigens von der DFG üppig gefördert werden.
Nein, es steht nicht gut um Wissenschaft, Wissenschaftspolitik und Wissenschaftsförderung, wenn ein Dieter Nuhr Sätze wie die seinen nicht über Wissenschaft aussprechen darf. Dann sind wir zumindest symbolisch wieder nahe dran am Scheiterhaufen. Dann erinnert das an die Verbrennung von Ketzern, Hexen und Juden ab dem Jahr 1000 bis weit in das 18. Jahrhundert hinein. Damals hieß ein solcher öffentlicher Akt „Autodafé“. Oft ging es dabei auch um Opfer, die mit ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht in kirchliche oder quasireligiöse Lehrsätze passten. Siehe etwa Giordano Bruno, der im Jahr 1600 in Rom auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, weil er das Universum für unendlich und von ewiger Dauer erklärt hatte.
Arme DFG, könnte man schadenfroh spöttisch sagen. Von diesem Imageschaden magst Du Dich nicht so schnell erholen. Mindestens ebenso armseelig freilich wie die DFG benehmen sich Teile der deutschen „Qualitätspresse“. Ganz vorne dran die “Süddeutsche“. Sie lässt zu Dieter Nuhr schreiben: „Dass ausgerechnet jemand, der Klima- und Coronaverharmlosern ordentlich Munition liefert, als Botschafter für die DFG den Wert von Spitzenforschung betonen soll, wirkt grotesk.“ Wie bitte? Grotesk? Nein grotesk ist etwas anderes - der Weg der SZ vom „liberalen“ Blatt zum gutmenschlichen Erbauungsblättchen.
Beitragsbild: Ukuthenga CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Von Kohl ob ihrer grauen Bedeutungslosigkeit erwählt, ist es die gelernte Marxistin, in der sich die große Mehrheit der Deutschen optisch, geistig und charakterlich wiedererkennt. Doch verfügte sie über eine verborgene Eigenschaft, die sie über die Masse erhebt und die erst des Erweckungserlebnis bedurfte. Wie vor ca. 95 Jahren einer ihrer Vorgänger, der sich erst in den Münchener Bierkellern seines Redetalents bewusst wurde. Nein, Merkel kann nicht reden. Auch drückt sie das Zitterärmchen auf die Vorderseite und betreibt eine diametral entgegengesetzte oder invertierte Politik im vgl. zu den 30er Jahren. Heute ist der Deutsche die Köterrasse und lässt sich von anderen Ländern willig überfallen. Was Merkel in eine Reihe mit jenem Vorgänger stellt, ist das Erweckungserlebnis, hier, einer absoluten, und damit monströsen Selbstsucht. In nur 15 Jahren gelang es ihr, allein mit dieser Eigenschaft ausgestattet, ein ganzes Land auf ihr unterirdisches Niveau einer mäßig begabten Jugendlichen herunterzudrücken. Und 'nachhaltig' dafür zu sorgen, daß diesmal, bei des Deutschen liebsten Kind, den im Schnitt alle 25 Jahre eintretenden staatlichen Totalzusammenbruch, keine Sieger aus dem gleichen Kulturraum übernehmen. So zumindest ihr vom Ende her gedachter Plan. Um von Xi im UN Sicherheitsrat als Nachfolgerin von Guterres nominiert und von den Blöcken OIC, AU und EU, an die sie das gesamte Volksvermögen als Wahlgeschenk verteilt, in der GA gewählt zu werden. Jetzt muss nur noch der letzte Verteidiger der Freien Welt mithilfe der Corona-Briefwahl weg, dann ist der Weg frei.
Ich hatte den bösen Text von Nuhr noch nicht explizit irgendwo ausgedruckt gesehen. Alle reden drüber, aber man muss bei Achgut schauen, damit es konkret wird. Es ist alles noch viel schrecklicher, als ich dachte. Nuhr hat nur perfekt zusammengefasst, was Wissenschaft ausmacht. Dazu die Forderung nach mehr Wissenschaft in der Regierung in den richtigen Kontext gestellt. Nichts sonst. Die DFG Oberen kennen die Grundsätze der Forschung offensichtlich nicht mehr, dass sie keine Eier haben, um diese zu verteidigen, war mir vorher klar. Es kommen finstere Jahre auf die Welt zu und die meisten jungen Leute merken das nicht mal, sondern begrüßen dies und empfangen ihre "neue Freiheit" mit offenen Armen. Der Vorstoß der Links Grünen Freiheitskämpfer, das Wahlalter herab zu setzen, beschleunigt den Prozess sicherlich signifikant. Mit jedem Tag bin ich froher darüber, dass ich die 60 überschritten habe.
Die SZ hat immer noch eine große Reichweite und viel Einfluss. Der journalistische Abbau ist aber wirklich rasant. Mit der quasi-heiligen Gretel gegen Nuhrs für einen Laien doch ganz propere Bemerkungen zur Wissenschaft anzuschreiben ist besonders unsinnig. Weil die schwedische Gretel von der Wissenschaft ja nur wenig versteht. Sie ist alles mögliche, aber sicher niemand, auf den sich berufen sollte, wer irgendwie die Wissenschaft verteidigt.
Armer Schopenhauer, armer Nietzsche, fliegen einfach bei der DFG raus ... und keiner schämt sich da zu arbeiten ...