Während viele Medienschaffende am Mittwochvormittag noch auf die Nachricht warteten, ob am Rande der Wahl von Thorsten Frei zum Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion Unmut laut wurde, erschienen zwei Meldungen über das Wachstum nach neuer deutscher Art, also die steigenden Zahlen an Stellenstreichungen und die steigende Verschuldung. Das scheint inzwischen so alltäglich zu sein, dass viele trotzdem weiter auf die Kanzler-Krise schauen, als nach einem geeigneten Krisen-Kanzler Ausschau zu halten.
Zuerst ließ die Meldung „BMW baut weltweit 8.000 Jobs ab“ aufmerken. Die Welt fasste es so zusammen:
„Jetzt also auch BMW: Als letzter deutscher Autokonzern legen die Münchner ein großes Stellenabbauprogramm auf. Weltweit sollen rund 8.000 Jobs wegfallen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Unternehmenskreisen erfuhr. Der Stellenabbau soll über natürliche Fluktuation sowie ein Abfindungsprogramm auf freiwilliger Basis in Deutschland erfolgen.
Das Abfindungsprogramm soll von Oktober 2026 bis Ende 2027 laufen und sich an alle Mitarbeiter in Deutschland außerhalb der direkten Produktion wenden. Da mehr als die Hälfte der knapp 154.000 BMW-Mitarbeiter in Deutschland tätig ist – zum Halbjahr waren es gut 84.000 – und hier auch das Abfindungsprogramm aufgelegt wird, ist es wahrscheinlich, dass am Ende auch mehr als die Hälfte der betroffenen Jobs auf Deutschland entfällt. BMW äußerte sich zunächst nicht zu den Plänen.“
Kein Abfindungsprogramm kann auffangen, welche Kreise solch ein Stellenabbau zieht. Dem folgt natürlich auch außerhalb von BMW deutlich mehr als nur die „natürliche Fluktuation“. Aber die schlechten Nachrichten scheint es ohnehin eher scheibchenweise zu geben:
„Wie es finanziell um BMW steht, muss der Konzern am Donnerstag erklären. Dann legt der Konzern seine Halbjahreszahlen vor“, hieß es in der Meldung weiter. Zugleich meldete das Statistische Bundesamt:
„Der Öffentliche Gesamthaushalt (Bund, Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände sowie Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) war beim nicht-öffentlichen Bereich zum Jahresende 2025 mit 2 662,2 Milliarden Euro verschuldet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach endgültigen Ergebnissen weiter mitteilt, entspricht dies einer Pro-Kopf-Verschuldung in Deutschland von 31 887 Euro. Das waren 1 821 Euro oder 6,1 % mehr als Ende 2024. Zum nicht-öffentlichen Bereich gehören Kreditinstitute und der sonstige inländische und ausländische Bereich, zum Beispiel private Unternehmen im In- und Ausland.
Die öffentliche Verschuldung insgesamt stieg zum Jahresende 2025 um 6,0 % (151,4 Milliarden Euro) gegenüber dem Vorjahr.“
Der deutsche Bundeskanzler übt derweil noch mit Personalrochaden auf dem Schachbrett der Staats- und Parteiführung.
Beitragsbild: Hossam mixlogy - Own work, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der gewöhnliche Deutsche hängt noch immer seiner Klimaideologie an. 20 Jahre aktives Umsteuern der gesamten Weltwirtschaft – schliesslich soll am deutschen Vorbild die Welt genesen – lassen sich nicht so einfach ausblenden. Schliesslich ging es in den ersten Jahren den meisten sogar noch recht gut bei dem Change. Der kleine Orgasmus beim Checken der eingespeisten Strommenge nach einem sonnigen Tag, das genüsslich gleichgültige Vorbeiflanieren mit dem E-Auto an der Zapfsäule, der vermeintlich sichere Arbeitsplatz in der Industrie, die doch so händeringend um Fachkräfte bettelte, das gönnerhafte Retten von bankrotten EU-Partnerländern – das war die neue deutsche Libido. Und auch heute noch – während die heimische Wirtschaft stetig abraucht – wird der Klimajünger tagtäglich bedient mit den apokalyptischen Bildern eines brennenden Europa und Hitzewellen, die durchs Land rauschen und eine Schneise von Hitzetoten zurücklassen.
@ H.Klecksky: Guter Versuch, dem offen feindlichen Verhalten des Regimes gegenüber den tragenden Elementen des Landes auf die Spur zu kommen, hier aber sinnlos. Selbst dann, wenn die Täter resp Helfer die Zerstörungsabsicht zugeben würden, würde man ihnen hier nicht glauben und weiter fleissig die CDU wählen.
Sorry, aber wer jetzt noch über die Inkompetenz der Regierung staunt und sogar noch die Altparteien wählt, vermutlich 3-fach geboostert ist, dem kann man eh nicht mehr helfen. Oder?
Man darf nicht vergessen, dass besonders Feldforscher bereits vor rund drei Jahrzehnten geradezu biblisch „ungefesselt im Feuer umhergehen“ (MEB, Daniel 3,25) zu hatten und dabei unverletzt geblieben sind. Anstatt daraus aber notwendig den Schluss zu ziehen, auf den damit offensichtlichen Unfug zu verzichten, gelten deren am Beispiel der Automobilindustrie einst erbrachten Leistungen noch immer als wissenschaftlich angeblich minderwertig und die jeweilige Person vermeintlich als charakterlich wenig respektabel. Es nimmt dann nicht wunder, wenn die Politik hierzulande allein schon dadurch völlig fehlgeleitet ist.
Herr Grimm, Merz steht nicht auf dem Schlauch.
Besser, billiger, einfacher kann sich die Deutsche Wirtschaft nicht der teuren Angestellten entledigen.
Dazu, als Bonus kommt die SPD und greift sich die Abfindung ab und der Merz bedient sich an der Betriebsrente.
Ich habe vor Wochen schon geschrieben das alle in der IGMetall organisierten von ihrer Gewerkschaft verraten und verkauft wurden. Die IGM macht also das was die SPD seit Ewigkeiten macht.
Die BMW Angestellten sollten sofort aus der Kirche austreten. Denn diese erhält viel Geld (8-9%) von der Abfindung. Soweit ich mich erinnere wäre der einfachste Weg aus dem Kirchenverein auszutreten, die eigene schriftliche Exkommunikation. Im Netz gibt es dazu Hinweise.
GFP „Zeitenwende in der deutschen Autoindustrie. Sinkende Absätze und steigender Konkurrenzdruck aus China verändern die deutsche Kfz-Industrie. VW reagiert mit einem drastischen Sparkurs – nicht, um Verluste zu vermeiden, sondern zur Rettung der Profite. …China prägt die Zukunft der europäischen Automobilindustrie. Opel plant ein SUV, bei dem chinesische Ingenieure Antrieb und Batterie entwickeln, deutsche nur noch Design und Sitze.“ Und die Sitze werden von wem hergestellt! Genau.
ER KANN ES NICHT! Er beweist es jeden Tag aufs Neue!
„… Merz steht auf dem Schlauch …“
Was, Herr Grimm, wäre denn Ihr Handlungsprogramm, wenn Sie Kanzler mit einer Mehrheit wären?