Seit Ende des Zweiten Weltkrieges wird München fast durchgängig von SPD-Oberbürgermeistern regiert. Angefangen mit dem KZ-Überlebenden Thomas Wimmer über Hans-Jochen Vogel, der die Olympiade nach München holte und nach dem Sturz Helmut Schmidts erfolglos für das Amt des Bundeskanzlers kandidierte, gefolgt von Georg Kronawitter und Christian Ude bis zum seit 2014 amtierenden Dieter Reiter. Nur zweimal saßen mit Georg Scharnagel (1945-1948) und dem etwas zwielichtigen Erich Kiesl („der Wolpertinger“) für ein paar Jahre CSU-Politiker (1978-1984) auf dem Münchner Chefsessel.
Nun hat der dramatische Niedergang der SPD auch das protzige, neugotische Rathaus am Marienplatz erreicht, eine bislang uneinnehmbar erscheinende rote Festung. Im Stadtrat ist die SPD-Dominanz allerdings schon seit 2020 Geschichte, als in München erstmals die Grünen zur stärksten Kraft wurden. Im bayerischen Landtag sind die Genossen längst nur noch eine Splitterpartei. Bei der letzten Landtagswahl im Jahre 2023 kamen sie auf 8,4 Prozent – so weit von den demütigenden 5,5 Prozent in Baden-Württemberg ist das nicht mehr entfernt.
Dass nach der bayerischen Kommunalwahl am vergangenen Sonntag nun auch Dieter Reiter um seine Wiederwahl bangen muss, ist auch ihm selbst zuzuschreiben. Der studierte Jurist war 2014 Wunschnachfolger des überaus populären Christian Ude, der vor allem in der schwul-lesbischen Szene fast wie ein Heiland verehrt wurde, obwohl er selbst einmal beteuerte, „bekennender und praktizierende Hetero“ zu sein und auf diese Weise anderslautenden Gerüchten den Boden entzog.
Über das „N-Wort“ gestolpert
Reiter war unter Ude Münchner Wirtschaftsreferent und wirkte eher blass und bürokratisch; nur wenige trauten ihm zu, seinem Chef jemals das Wasser reichen zu können, der bei seiner letzten Wiederwahl als Münchner OB auf stalinmäßige 66,8 Prozent gekommen war. Doch dem Diplomverwaltungswirt gelang es, in den vergangenen Jahren ein gewisses Charisma zu entwickeln und auch beim alljährlichen Anzapfen auf dem Oktoberfest machte er mit regelmäßig nur zwei Schlägen eine gute Figur. So etwas wird registriert in Bayern.
Eigentlich galt seine Wiederwahl als Formsache, bis wenige Tage vor der Wahl herauskam, dass er jahrelang Einnahmen aus seiner Tätigkeit im Verwaltungsbeirat des FC Bayern eingestrichen hatte, ohne sich dies, wie vorgeschrieben, vom Stadtrat vorher genehmigen zu lassen. Für einen Mann, der sich auf Wahlplakaten als vertrauenswürdiger Hüter des Sozialen präsentierte, eine überaus missliche Angelegenheit, zumal sich Reiter anfangs auch noch herauszureden versuchte, bis er reuemütig „ein, zwei Fehler“ eingestand.
Und dann unterlief ihm bei der letzten Stadtratssitzung noch ein unverzeihlicher Fauxpax, als er beim Durchblättern von Unterlagen offenbar den Überblick verloren hatte und vor sich hinmurmelte: „So, wo samma, sagen die Neger.“ Da war es gefallen, öffentlich, das N-Wort, das nicht mehr existieren darf, das niemals existiert hat, selbst wenn man, wie sich Reiter nachher rechtfertigte, nur den bayerischen Volkssänger Fredl Fesl zitiert habe.
Jetzt fiel Reiter zentnerschwer auf die Füße, dass München unter einem riesigen, stets wachsamen Netz öffentlich mitfinanzierter „antifaschistischer und antirassistischer“ NGOs liegt, das unter dem Namen „München ist bunt“ agiert, samt einer „Fachstelle für Demokratie“, die direkt dem Oberbürgermeister zugeordnet ist, die seit 2020 „das städtische Verwaltungshandeln für Demokratie und gegen Rechtsextremismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ koordinieren soll.
Sich tapfer aus der Grünen Jugend nach oben durchgeboxt
Die Quittung erreichte Reiter am Wahlabend mit einem blamablen Ergebnis von 35,6 Prozent, das ihn in eine Stichwahl mit dem zweitplatzierten grünen OB-Kandidaten (29,5 Prozent) zwingt. So schlecht hatte ein SPD-Oberbürgermeisterkandidat der SPD in München seit dem Krieg noch nie abgeschnitten. Jetzt könnte der Tag nicht mehr allzu fern sein, dass ein Jüngling von der Ökopartei, der das Oktoberfest in seiner Eigenschaft als zweiter Bürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt einmal keck als „weltweit größte offene Drogenszene“ bezeichnet hatte, zum Holzschlägel greift und dem bayerischen Ministerpräsidenten die erste Wiesn-Maß reichen könnte.
Der Mann heißt Dominik Krause, ist 35 Jahre alt und studierter Physiker. Dass er ein anspruchsvolles Studium mit einem Master abschloss, ist untypisch für die Grünen, typisch dagegen, dass er noch nie einem nicht-politischen Gelderwerb nachgegangen ist, sondern sich tapfer aus der Grünen Jugend nach oben durchgeboxt hat, analog der für ihre Baerbocksche Unbedarftheit bekannten grünen Fraktionsvorsitzenden im Bayerischen Landtag, Katharina Schulze, der vor allem eins nachgesagt wird: unbändiger Machtwille.
Dominik Krause mag ein ganz netter Kerl sein, jedenfalls lächelt er auf Wahlplakaten immer offensiv, doch wirkt er auch wie ein etwas verschüchterter Erstkommunikant, der gerade aus der Kirche kommt, um die Glückwünsche der Verwandtschaft entgegen zu nehmen. Wofür er neben Radwegen, mehr Wohnungen und Klimaschutz eintritt, ist unklar und in Interviews wirkt er mit seinen gestanzten Sätzen hölzern und völlig unglamourös. Daran kann auch die Tatsache nichts ändern, dass er mit einem Mann zusammenlebt und auf einem Plakat zusammen mit einer Dragqueen und der unvermeidlichen Claudia Roth posierte. Rudolf („Mosi“) Moshammer würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, welche Gestalten heute in seiner Heimatstadt das Sagen haben – ein linksgrünes Neospießertum. Die 50er und 60er Jahre sind zurück, nur leider ohne Wirtschaftswunder.

Kann einer mit 35 Jahren Oberbürgermeister der Weltstadt mit Herz?
Kann einer mit 40 Jahren US-Vizepräsident einer niedergehenden Regionalmacht?
Auch bei der letzten Wahl 2020 musste Dieter „Microsoft-Fan“ Reiter in die Stichwahl. Hat jemand erwartet, dass er es diesmal auf Anhieb schafft?
Bereits das Briefwahlergebnis (also teilweise die Lage vor Reiters letzten ein, zwei Fehlern) zeigt einen Zustimmungsrückgang. Und nebenbei auch, dass der grüne „Bub“ bereits vor dem CSU-Kandidaten lag.
Schreibt man nun Physiker mit P oder F? Ist der etwa ein Wetterologe, der gern Petrus in die Suppe spuckt? Unsere Fysikerin Merkel lässt grüßen. Allgemeinwissen wird in D. nicht mehr gebraucht und Chemiker ist das Knall Bonbon nun wirklich nicht. Wie komme ich den darauf, ich denke an den genialen Justus Liebig. Ich habe Physik damals gehasst, aber wenn sich Physik nur einseitig mit der Praxis befasst, ohne andere Einflüsse zu berücksichtigen, dann dürfte es eng für München werden. Dann noch das rassistische Mathe, wo man auf Schätzungen ausweichen muss, echt jetzt, D. Unis und Hochschulen sind auf den Hund gekommen! Kraft mal Masse, für Grüne Migrationsmasse, damit München bunter wird, Volt gegen Ampere, wo Annalenas Tiefkühlhähnchen als Stromüberbrückung dienen soll, weil der Widerstand des auftauenden Hähnchens wächst, der Fahhradaysche Käfig, um nicht vom Stromschlag getroffen zu werden, ach der Grün Schlag Käfig funktioniert besser, da wir Blitze gesund beten, um nicht getroffen zu werden. .
Wenn der Münchner Arm es will … .
Da kann der Dieter einfach nicht mit. Dabei kann der Dominik noch nicht mal Klampfe spielen. Nein, der Dieter hat noch nicht alles gegeben, aber bis jetzt hat es noch nicht gereicht. Jetzt muss er auch nach Andalusien fliegen, der Dieter. Hoffentlich reicht die Zeit noch?
Ja, so eine Geschichte ist schon schön, wenn zwei so alles gemeinsam machen. Rein von der Persönlichkeit her ist der Dominik einfach lockerer, als der Dieter. Aber die Entscheidung fällt trotzdem schwer, wer von beiden nicht gewinnt. Der Dominik ist Master der Physik. Als solcher ist er bei den Grünen sicher nicht wegen der Klimaerhitzung, eher wegen der Völkerfreundschaft und dem Antirassismus. Oder er hat noch nicht nachgerechnet, oder kennt sich nur mit Teilgebieten der Physik aus, wo er noch nicht gearbeitet hat. Da wird er dem Dieter wieder ähnlicher. Ja, Weltstadt mit Herz. Es ist eben eine neue Zeit. Der Dieter kann da nicht mehr mit. Gut, es hätte auch ein Maximalpigmentierter Ayatolla sein können. Dagegen ist der Dominik eher blass, aber es ist schon OK. Muss nur alles im Rahmen bleiben. Bis der 67 wird, ist noch viel Zeit und viel Wasser wird die Isar herunter fließen. Schaumermal.
Eigentlich geht es mich nichts mehr an. Ich sag mal so: 67 ist ein gutes Alter für den Regelaltersrenteneintritt. Hat der Christian Ude auch ungefähr so gemacht, aber nicht, weil ihn keiner mehr gewählt hat … Das ist dann wieder der Unterschied.
Wie man sieht, da, wo noch Geld ist und in den Staedten, da feiert Gruen froehlich Urstand.
Studentierende, oeffentliche Dienende und Beamtende, Kuenstlernde und queerende erreichen dort immer 30 Prozent und mehr. Unverstaendlich, bis man mal mit solchen geredet hat. Die sind voll auf Linie. Kommt einem irgendwie bekannt vor, gab es ja, wider besseres Wissen in der deutschen Geschichte schon zweimal. Fakten zaehlen fuer diese Klientel nicht, Lautstaerke, Durchsetzungswillen und Vernetzung reichen vollkommen aus. Bis zum bitteren Ende…
Ich fänd das schon richtig, daß ein Grüner in der Hauptstadt der Ökosozialisten OB wird. Endlich Zustände wie in Hannover usw. Holt schon mal die Luftpumpe fürs Lastenbike raus. Es ist soweit!