Ulrike Stockmann sprach mit Henryk M. Broder und Reinhard Mohr über Deutschland im politischen Umbruch – und ihre ironische Analyse einer gespaltenen Republik, die soeben als Buch erschienen ist.
Mit „Good Morning Germanistan!“ liefern Henryk M. Broder und Reinhard Mohr eine Momentaufnahme Deutschlands in Zeiten politischer Umwälzungen. Nach dem Kollaps der Ampel-Koalition steht das Land am Scheideweg: Ein künftiger Kanzler Friedrich Merz kämpft gegen alte Vorurteile und neue Herausforderungen, während die etablierten Parteien um ihren Platz in einer neu zu definierenden Ordnung ringen. Wird jetzt alles besser?
„Good Morning Germanistan!“ ist ein kritisches Protokoll politischer Selbstdemontage und ein humorvoll-bissiger Kommentar zu einer Republik auf der Suche nach Orientierung. Ironisch, faktenreich und hochaktuell.
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@A. Ostrovsky / 01.05.2025 -
„@L. Luhmann : >>Es war Habermas‚ beliebige Extremlangweiligkeit, die mich gerettet hat!<< ## Bitte mal in meiner Sprache. Ich verstehe es immer noch nicht. Und ich habe es auch anders erlebt.„ --- Tjaaa, mirrored projections can be dicey …
Offenbar liegt so eine Art „Wunderglaube“ im Deutschen Wesen. Im sog. Dritten Reich waren zum Schluß Wunderwaffen vorhanden und Zarah Leander sang dem Volk ins Ohr „Es wird einmal ein Wunder geschehen“. Spätestens da war wohl den meisten Volksgenossen klar, daß sich eher das Ende nähern werde. Und auch bis zum Schluß war geäußerte Kritik als sog. Wehrkraftzersetzung lebensgefährlich. Man mußte also das Lügen auch gegenüber dem privaten Umfeld perfektioniert haben. Eigentlich wurde aus dem Durchschnittsbürger sowas wie ein Staats-Schauspieler. Inwieweit eine solche Dauerlüge, die man aktiv zu äußern hatte und natürlich auch vice versa ständig passiv zu hören bekam, zu einer beeinflußbaren Größe, was den eigenen Verstand anbelangt, wurde, wäre eine zu diskutierende Frage. In der „Zone“ später dasselbe: Sozialismus hier, Völkerfreundschaft da und als „Staatsfeindliche Hetze“ konnte schon leichte Kritik am Staat und seiner Führung eingetütet werden. Auch in der DDR das ständige Dauerlügen als Überlebensprinzip. Heute kann ich hierzulande zwar sagen, daß mich das „Klima-Klima-über-alles“ nervt und mir die Dauerbeschallung im Sinne von „divers, nachhaltig, inklusiv, umweltgerecht, antidies und antidas etc.“ gehörig auf den Sack geht und man wird nicht dafür erschossen. Zumindest noch nicht, aber es kann eben doch schon sein, daß man für das Weiterleiten eines kleinen Witzes Besuch von der Staatsmacht erhält, daß man bei falscher Meinung sein Politmagazin verboten bekommt oder einfach daß einem das Konto ohne weitere Begründung gekündigt wird, nachdem man den Job verloren hat. Alles keine Erfindungen, alles wahr und beweisbar, Herr Welke vom Heute-Journal. Alles das sind genau so Daumenschrauben, die einem zum Dauerlügner machen. Sieht nur demokratisch aus, finde ich. So wie eh und je. Ist doch scheiße.
Ich weiß nicht, ob das Buch bei den Leuten, die häufig als Putinversteher bezeichnet werden, so gut ankommt, wenn es über deren Einschätzung zu Russland heißt: „Über die Motive dieser eklatanten Realitätsverweigerung, die von Sahra Wagenknecht über Alice Schwarzer und Margot Käßmann bis hin zu AfD-Trollen wie Tino Chrupalla und braven Sozialdemokraten reicht, … kann man nur spekulieren.“ Trotzdem scheint das Buch recht lustig zu sein. Kein Wunder: Die Autoren Broder und Mohr sind immer für einen Spaß gut. Das Allerlustigste liefern sie uns hier: „Friedrich Merz hat ohne eigenes Zutun den Kairos erreicht, den Augenblick, in dem sich die Dinge entscheiden. Er sollte ihn nutzen. Dann wird nicht alles gut, aber vieles besser. Der politische Umschwung ist im Gang.“ Ob Sie es glauben oder nicht: Die beiden meinen das im Ernst!!!
Ich habe mir zuerst das Bild angesehen. Bei Herrn Mohr erkenne ich eine gewisse Unduldsamkeit mir gegenüber, Herr Broder hat eigentlich resigniert und Frau Stockmann versucht, mich bei Laune zu halten, obwohl sie mit den beiden sperrigen Kerlen überfordert ist. Na das kann ja heiter werden. Vielleicht gibt es ja heute draußen Zuckerwatte zum ersten Mai und die Zwergeneisenbahn fährt? Aber wenn ich den Broder sehe, ziehe ich lieber die Decke über den Kopf.
Nach der Art, in der Stockmann gegen ihre eigenen Geschlechtsgenossinnen schießt – Stichwort „Stutenbissigkeit“ – boykottiere ich diese Frau jetzt und bis ans Ende. Was soll mich interessieren, was si sonst noch zu sagen hat? Sicher auch sonst nichts von Wert.
Irgendwie erinnert das an einen sozialistischen Witz. Transparent an der Klapsmühle: „Erich Honecker, einer von uns! Noch dümmer waren nur Wessis! Übrigens ein Saarländer, wie Merkel eine Hamburgerin war.
Die erste Ursache des aktuellen rasanten Niedergangs des Westens und seiner Werte ist der Hochmut, der nach der breiten, ganz bewussten Lossagung der geistigen Eliten vom Christentum seit Generationen üppigst gedeiht und der sich am deutlichsten in der gänzlich fehlenden oder unterdrückten Einsicht zeigt, dass es durchaus auch die Möglichkeit gegeben haben könnte, während des „Wachstums“ und der „Reifung“ der eigenen Überzeugungen in seinen jungen Jahren Fehler gemacht zu haben oder einem fatalen Irrtum aufgesessen zu sein. Ebenso sichtbar wird der Hochmut in einer immer feingliedriger sezierten Welt am technischen und naturwissenschaftlichem Unverständnis eben dieser neuheidnischen, präferiert in die Politik strebenden „Eliten“, das sie sich aber nicht eingestehen können und wollen. Corona, der Klimawandel, die Kriegsphantasien und jüngst der Blackout in Spanien und Portugal sind prominente Nachweise dafür. Mangelndes Verständnis für die Ursachen wird mit Angsttreiberei verdrängt, ja regelrecht zugeschüttet. Die wenigen, die das Spiel durchschauen, werden dann kurzerhand mittels Machtmissbrauch zu Staatsfeinden erklärt, denen auch der Staatsschutz frühmorgens auflauern kann.