Fundstück / 16.01.2015 / 23:09 / 2 / Seite ausdrucken

Wir sind nicht Charlie!

„Alle Journalisten gehören umgelegt, damit sie die Schnauze halten!“, schrie ein Schüler seinen Lehrer an, zitierte die Zeitung „Le Parisien“ aus einem Polizeibericht zu den Zwischenfällen… Ein Schüler auf einer Schule in Reuil-Malmaison nahe Paris meinte demnach: „Man hätte ALLE bei ,Charlie Hebdo’ abknallen sollen“. Ihre vorgeladenen Eltern fanden, nichts dran, schließlich habe „Charlie“ den Propheten beleidigt. In einer Schule in Saint-Saint-Denis hätten „nicht weniger als 80 Prozent der Schüler“ die Schweigeminute verweigert. Der Grund: Für sie war der Anschlag nichts „als ein Komplott Frankreichs oder Israels, Muslime anzuschwärzen“. http://www.bild.de/politik/ausland/charlie-hebdo/schueler-stoeren-hebdo-schweigeminute-39370450.bild.html

Etwa 200 Menschen versammelten sich nach dem Freitagsgebet in der pakistanischen Hafenstadt Karatschi, um gegen das französische Satiremagazin “Charlie Hebdo” zu protestieren. Als sie versuchten, das französische Konsulat zu stürmen, kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/pakistan-gewalt-bei-protest-gegen-charlie-hebdo-a-1013320.html

Mehrere hundert Palästinenser haben in Jerusalem gegen die neue Mohammed-Karikatur des Satiremagazins «Charlie Hebdo» demonstriert. Wie die palästinensische Nachrichtenagentur Maan berichtete, versammelten sich die Menschen nach dem Freitagsgebet auf dem Tempelberg. Am Ende des Zuges soll gemäss Maan die französische Flagge verbrannt worden sein. Der Grossmufti von Jerusalem hatte die neue Darstellung des Propheten zuvor verurteilt, sich aber auch gegen jede Form des Terrors ausgesprochen. http://www.nzz.ch/newsticker/hunderte-palaestinenser-demonstrieren-gegen-mohammed-karikatur-1.18462837

„Wir sind nicht Charlie“, sei die vorherrschende Meinung in seinen Klassen, die hauptsächlich von Kindern mit Einwanderungshintergrund besucht werden. Keinen seiner zwischen 15 und 16 Jahre alten Schüler zog es zum „Republikanischen Marsch“ in die 45 Minuten entfernte Hauptstadt, sagt der Lehrer. „Das war doch für die Weißen, die jetzt keine Angst haben wollen“, habe ihm ein Schüler gesagt… In Dreux bei Paris boykottierten 60 Schüler die Gedenkzeremonie. Sie verlangten eine Schweigeminute „für Palästina“.http://www.faz.net/aktuell/nach-pariser-anschlaegen-herrscht-hass-in-frankreichs-schulen-13372074.html

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sieht die Ehre des Propheten Mohammed in Gefahr. In scharfen Worten hat er am Donnerstag den Nachdruck von Karikaturen des französischen Satireblatts «Charlie Hebdo» verurteilt, die den Propheten Mohammed zeigen. Davutoglu nannte die Veröffentlichung eine gezielte Provokation. Pressefreiheit bedeute nicht das Recht, andere zu beleidigen, und schon gar nicht den Propheten, sagte der Ministerpräsident, bevor er nach Brüssel aufbrach. http://www.nzz.ch/international/naher-osten-und-nordafrika/hetze-und-klagen-gegen-mutige-journalisten-1.18462159

In der islamischen Welt setzt sich unterdessen auch nach dem tödlichen Anschlag die Kritik an „Charlie Hebdo“ fort. In einer Erklärung im Internet haben die afghanischen Taliban die Terroraktion ausdrücklich begrüßt. Die Schuldigen seien „ihrer gerechten Strafe zugeführt“ worden. Sie hätten mir ihren Mohammed-Karikaturen die Gefühle von Muslimen weltweit gereizt, heißt es auf der Website. Die Zeichnungen hätten den über der ketzerischen westlichen Kultur liegenden Schleier gehoben. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/nach-charlie-hebdo-anschlaege-in-paris-geht-terror-weiter-13371269.html

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Mike van Dyke / 17.01.2015

Tja, da demonstrieren die islamischen Massen plötzlich wieder! Wo waren sie, wo war die Straße nach den Köpfungen der Journalisten und Entwicklungshelfer, die niemand erwas getan hatten? Hoffentlich merkt jetzt so langsam auch der letzte Lessingsche Romantiker, dass er seine Realitätsverweigerung aufgeben und davon ausgehen muss, dass er von islamischer Seite außer Lippenbekenntnissen einiger Offizieller keinerlei Solidarität erwarten kann.

Ignaz Wrobel / 17.01.2015

Die Anschläge, also der Mord an 11 Menschen sind das eine. Das andere, und noch viel schlimmere ist, dass diese Morde nicht einfach nur Taten einiger weniger Verrückter sind, sondern ausdruck eines unter vielen Moslimen verbreiteten radikalen Anspruches, dass ihre Ansichten und Religion sakrosankt ist, aber zugleich das Leben Andersgläubiger mitbestimmen dürfe.

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