Ich liebe es, wenn ein Artikel, in dem es um mich geht, mit der Feststellung anfängt oder aufhört: “Broder ist es nicht wert, dass man sich mit ihm beschäftigt!”
Meistens handelt es sich um längere Elaborate, deren Verfasser einen wesentlichen Teil ihrer erbärmlichen Existenz damit verbringen, sich mit mir zu beschäftigen. Insofern ist der folgende Text eine Ausnahme, er ist kurz und knapp. Geschrieben wurde er von einem Adabei, der so vorgestellt wird:
Der Autor studiert Rechtswissenschaften an der FU-Berlin. Sein Schwerpunkt ist internationales Recht. Er ist Mitgründer des Vereins “Muslime aller Herkünfte deutscher Identität (M.A.H.D.I.-e.V.)”, Mitglied der Jungen Islam Konferenz und in vielen Projekten ehrenamtlich engagiert, wie zum Beispiel im Arbeitskreis Zukunft des Sozialen des Bildungswerks der Heinrich-Böll-Stiftung.
Und hier der Text:
Lieber Herr Broder,
eigentlich ist Ihr Artikel in der Welt keine Replik, ja nicht ein Wort oder gar einen trostlosen Buchstaben wert. Ich weiß, dass Ihr Artikel nicht den Muslimen gewidmet ist, auch wenn Sie die Muslime direkt anreden. Ihre Worte sollen Stimmung machen, jene erreichen, die die AfD und andere rechte Gruppe noch nicht in ihre Herzen geschlossen haben, damit sie es ganz bald tun. Ihre Worte sollen eine Scheinrechtfertigung für den Alltagsrassismus bieten, der in Deutschland rasend zunimmt. Ihre Worte erfüllen ihren Zweck – leider.
Lieber Herr Broder,
sprechen Sie doch die Wahrheit. Sagen Sie den Menschen, dass Al-Qaida und ISIS die “westliche”, Form des Islams darstellen, und somit nicht mehr islamisch sind. Sagen Sie den Menschen, dass das (Al-Qaida), was einst in Afghanistan geschaffen wurde, um den internationalen Kommunismus zu bekämpfen, seine Bücher des Hasses von den USA gesponsert in Frankreich und anderswo druckte. Sagen Sie der Welt, dass die überwältigende Mehrheit der Opfer des IS & Co. Muslime sind. Sagen Sie, dass die vom “Westen” in Syrien militarisierten Gruppen Kirchen zerstörten, Nonnen entführten und Priester köpften, und dass es Muslime waren, die diese Kirchen wieder befreiten, die Nonnen retteten und die Priester ehrenhaft beisetzten. Sagen Sie den Menschen, dass es Christen waren, die zu Zeiten der Revolution in Ägypten, das Gebet der Muslime schützten und dass es Muslime waren, die die Kirchen der Christen mit ihren Körpern verteidigten.
Lieber Herr Broder,
gerade in Zeiten, in denen die Menschheit abscheulichste Greueltaten und Verfolgungen erlebt, ja gerade dann, ist Menschlichkeit gefragt. Diese habe ich in Ihrem Artikel vermisst.
Der Friede Gottes sei mit denen, die Frieden wollen.