
Alles und jedes wird heute von der Politik im hohen Ton und meistens folgenlos gefordert. Wirkliche Verantwortung aber scheut sie. So dankt das Politische ab. Mit ihm könnten Freiheit, Sicherheit und Wohlstand schwinden.
Offensichtlich hat die Bundesregierung nicht verinnerlicht, dass Juden in den freien Kulturen von elementarer Bedeutung sind. Ein starkes Zeichen und schönes Geburtstagsgeschenk an Israel wäre die Ankündigung der Verlegung der deutschen Botschaft nach Jerusalem.
Nun war es ein arabischer Israeli ( oder ein israelischer Araber?), der mit einer Kippa auf dem Kopf einen Selbstversuch gestartet hatte. Was wäre wohl gewesen, hätte diesen Versuch ein nichtjüdischer Bio-Deutscher unternommen? Der schwächste Vorwurf wäre sicher Fremden- oder detaillierter Islamfeindlichkeit gewesen. 2 Jahre andauernden Aushandelns des Zusammenlebens sollte die schon länger Hierlebenden doch soweit sensibiliert haben, dass diese Art der Verkleidung doch eine unerhörte Provokation darstellt. Unsere Gerichte und auch die behandelnde Krankenkasse würden das sicher so sehen.
Der Schutz von Juden vor Judenhass ist „ Staatsräson“ und die Verteidigung des deutschen „Toleranz-Edikts“ ist eine Sache des Gefühls. Ersteres MUSS erledigt werden, zweites wird mit Begeisterung und voller Überzeugung durchgeführt. Zwischen beiden Herangehensweisen liegt ein großer Unterschied. Der Schutz der Juden ist eben bei uns offensichtlich keine Gefühlssache. Und was ich nicht fühle, erfüllt mich nicht mit Begeisterung. Das mache ich halbherzig. Ich mache es, weil es von mir erwartet wird. Ich tue meine Pflicht. Dabei müsste die Solidarität mit Juden den Deutschen eine Herzensangelegenheit sein. Warum scheint das nicht so zu sein? Warum scheint es für sie kein Problem darzustellen, wenn hunderttausende Feinde von Juden in unser Land geholt werden? Feinde, die die Juden so sehr hassen, dass sie auf offener Straße mit Gürteln schlagen. Welche Gefühle entstehen bei uns Deutschen, wenn wir diese Bilder sehen? Finden wir das halb so schlimm? Ist ja kaum etwas passiert? Wenn wir nur einmal, ganz kurz, in der Haut des Angegriffenen stecken dürften, würden wir verstehen, wie sich das anfühlt, auf Grund der schlichten Tatsache, dass wir leben, angegriffen zu werden. Aus Solidarität sollten wir uns eine Kippa aufsetzen, anstatt uns an unserer Toleranz zu ergötzen. Warum fühlen wir das nicht? Was macht denn unsere Herzen so verstockt? Erfolgt denn die „Pflichterfüllung“ wider Willen? Haben wir denn heimliches Verständnis für den Gürtelschläger? Ist unsere Abneigung gegen eine antisemitische Tat nur dann geboten, wenn die Tat von einem Rechtsradikalen begangen wird? Nur dann dürfen wir wütend sein? Aber auf einen Muslim darf man nicht wütend sein. Wir reservieren unsere Gefühle, ob gute oder schlechte, wir teilen sie ein, wir erleben sie in dem Maße, wie unser Verstand es uns befiehlt oder erlaubt. Denn vielleicht steckt noch viel Hass und Aggression in uns. Wir verdrängen es nur. Was man nicht auslebt, delegiert man möglicherweise unbewusst an andere.
Wunderbar und auf den Punkt, sehr geschätzter Chefredakteur a.D.. Sie sollten bitte auch öfter für Ihre frühere Zeitung schreiben - für uns Leser wäre das eine echte Bereicherung!
Die Zustände hier werden den in Frankreich immer ähnlicher . Wer sich offen als Jude zu erkennen gibt , schwebt in einer großen Gefahr. Wer in Berlin-Neukölln oder Duisburg-Marxloh mit Kippa unterwegs ist , sollte die 110 immer griffbereit haben. Und das schlimme ist , dass absolut keine Konsequenzen gezogen werden. Außer dem üblichen Bla-Bla der Politiker, die ja “so betroffen” sind , passiert absolut nichts. Und wenn gar nix mehr geht holt Herr Prof. Pfeiffer eine Statistik aus der Schublade, wonach ca. 110 % aller antisemitischen Vorfälle von Rechtsextremen verübt werden.
Herr Bonhorst, haben Sie Geduld und Vertrauen. Frau Merkel hat doch bereits erklärt den Antisemitismus mit aller härte bekämpfen zu wollen. Oder glauben Sie etwa, dass daraus nichts wird, weil in 12 Jahren ihrer Kanzlerschaft nie etwas zählbares heraus gekommen ist?!
Woher hat der Schläger die Idee, daß er in unserem Land einfach so Menschen auspeitschen kann? Wer hat ihm dieses Übermenschendenken eingeredet? Welche Flüchtlingshelfer haben ihm eingeredet, daß er hier alle Rechte hat und tun und lassen kann, was er will?
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