Das Niedrige an Arab Köhler, Achmadinedschad und Claudius Seidel ist, dass sie in dem Mord im Dresdener Gericht nicht die Untat gegen die Person sehen, sondern einen Anschlag auf das Kopftuch.
Unsere Politiker hätten, so die herrschende Meinung unserer Presse, als Lehre aus dem Karikaturenstreit rechtzeitig erkennen müssen, welche Wirkungen in der muslimischen Welt ausgelöst würden. Das ist richtig; die Islamfunktionäre brauchen, um den Dschihad gegen Länder, die niemals islamisch waren, zu begründen, das Konstrukt einer Bedrohungslage, eines Kreuzzugs oder der Feindschaft gegen den Islam. Alles ist willkommen, um den Sender Gleiwitz zu machen.
Im Marwa-Fall bleibt die Massenhysterie bislang aus. Während bei uns Entsetzen über die Tat und Mitgefühl mit dem Opfer nicht lang ausblieben, will sich eine neue Karikaturenhysterie nicht einstellen. Es ist fraglich, ob noch der nötige Aufwand betrieben wird. Denn für die Moslembrüder ist eine Mohammedkarikatur das weitaus schlimmere Verbrechen. Die Massen lassen sich mobilisieren, weil angeblich die dänische Staatszeitung den Propheten abdruckt und der Westen zuschaut. Dagegen ist der Mord an einer Frau kein Aufreger.
Unsere Öffentlichkeit wird davon keine Notiz nehmen und so agieren, als wären die Befürchtungen wahr geworden.