Als ich vor einigen Tagen die Hauptstraße auf dem Weg zu meinen Eltern entlang fuhr, entdeckte ich in einem der Gärten links von mir am Straßenrand eine Deutschlandflagge. Für einen kurzen Moment dachte ich darüber nach, was wohl die Nachbarn meiner Eltern denken würden, wenn in ihrem Vorgarten plötzlich ein Fahnenmast stehen würde, oder ob ich mir aus Gründen der Renitenz nicht endlich auch eine schwarz-rot-goldene Flagge aus dem Fenster hängen sollte, wobei das wiederum zu Verwerfungen mit dem Vermieter führen könnte, wie unlängst in Salzgitter geschehen.
Was in den USA gang und gäbe ist, gilt in Deutschland bereits als Provokation. Wir fremdeln – komischerweise weniger mit Fremden als mit uns selbst. Patriotismus erscheint uns entweder als suspekt oder gleich schon böse nationalistisch. Die Auflösung des „typisch Deutschen“ im Multikulturalismus erscheint nicht nur den Grünen mittlerweile als die letzte Station auf dem Weg hin zur völligen Glückseligkeit.
Aber nicht nur das Hissen der eigenen Flagge erscheint dem Deutschen bisweilen als grotesk, rückschrittlich und irgendwie Nazi. Auch die besondere öffentliche Würdigung gefallener Soldaten, wie sie vor allem in den USA vorgenommen wird, wirkt über das linke Spektrum hinaus auf viele Bürger zynisch. Mit Militarismus kann der Deutsche genauso wenig anfangen wie mit Patriotismus. Dass es Eltern gar mit Stolz oder Trost erfüllen könnte, die Flagge des Heimatlandes und die Orden des Sohnes überreicht zu bekommen, erscheint dem deutschen Pazifisten, der weder Grenzen noch Grenzkontrollen für nötig erachtet, lediglich als geschmacklose Inszenierung, um den Durchschnitts-Amerikaner trotz schlechter Nachrichten bei Laune zu halten.
Gefallen im Krieg der Kulturen
Tatsächlich sind nun aber deutsche Zeitungsverleger angetreten, der Aversion gegen die Würdigung nationaler Helden den Kampf anzusagen. Mit dem „Bürgerpreis der deutschen Zeitungen“, der seit 2010 verliehen wird, ehren sie mit den Eltern der 2016 verstorbenen Maria Ladenburger erstmals die Hinterbliebenen einer im „Krieg der Kulturen" gefallenen Frau. Die 19-Jährige war damals zunächst vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt worden, bevor sie vom Täter zum Sterben in die Dreisam gelegt wurde und ertrank.
Der junge Mann, ein doch nicht ganz 17-jähriger Asylbewerber aus Afghanistan, dessen Pflegeeltern 2.600 Euro monatlich für seine Unterbringung kassierten und der zuvor schon einmal in Griechenland eine Frau die Klippe hinunterwarf, begründete seine Tat damals mit den Worten: „Es war doch nur eine Frau“. Zur Belohnung bekam er eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis in einer deutschen Haftanstalt.
„Gewürdigt als Deutschlands Bürger/Bürgerin des Jahres werden Personen, die auch jenseits ihrer eigentlichen Profession Herausragendes für die Gesellschaft leisten“, so der BDZV auf seiner Homepage. Die Leistung der Eltern bestünde demnach in ihrer Haltung. Gewürdigt würde die Entscheidung des Elternpaars, 2016 als Reaktion auf die Ermordung seiner jungen Tochter durch einen Flüchtling aus Afghanistan eine Stiftung für Studierende einzurichten und so ein „Zeichen der Mitmenschlichkeit zu setzen“.
Die feierliche Preisverleihung findet am 13. März 2019 in Berlin statt.“ Die „Badische Zeitung“ und der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatten das Ehepaar für die Auszeichnung vorgeschlagen. In den Jahren zuvor wurden u.a. der Schriftsteller Navid Kermani und „Cap Anamur“-Gründer Rupert Neudeck geehrt. Im vergangenen Jahr wurde das Ehepaar Sabine und Daniel Röder ausgezeichnet, die Initiatoren der EU-Unterstützer-Initiative „Pulse of Europe“.
Schmerzensgeld für keine Schmerzen
Dotiert ist der Preis mit 20.000 Euro, die man als eine Art Schmerzensgeld betrachten könnte, wenn es bei dem Preis nicht darum ginge, keine Schmerzen gezeigt zu haben. Eine Art Orden- und Flaggenersatz für den Dienst an der multikulturellen Gesellschaft. Eine Ideologie, deren quasi-religiöse Züge langsam ein Ausmaß an Perversion offenbaren, das sprachlos macht.
Der Preis passt in das Bild, das dieses Land, seit es zu einigen kulturellen Verwerfungen, Auseinandersetzungen und Herzinfarkten kam, von sich zeichnet. Nachdem zuvor schon Journalisten wie Dunja Hayali für die „richtige Haltung“ mit Preisen ausgezeichnet wurden, ist nun auch der Bürger an der Reihe, der bereit ist, Opfer zu bringen, oder zumindest nicht aufzumucken, wenn ihn eine „Verwerfung“ ereilt. „Kulturschaffende“ setzen sich derweil wahlweise für die Absetzung des deutschen Innenministers ein oder geben Konzerte gegen Rechts an Orten, wo nicht Deutsche Ausländer töten, sondern Ausländer Deutsche.
All das sollte den Bürger mit einem Rest an Hirn allerdings nicht verrückt machen. Die Ideologie hat Risse bekommen. Noch immer versucht man, die Schuld hierfür der AfD, dem Wutbürger mit Anglerhut, den Sachsen an sich, Horst Seehofer, Hans-Georg Maaßen oder im Zweifelsfall dem Diesel aufzubürden. Mit immer weniger Erfolg.
Der Ton wird in dem Maße schärfer, je unglaubwürdiger diese Schuldzuweisungen erscheinen. Desto mehr sie an der Realität der Bürger auf der Straße vorbeigehen. Das gilt für Politiker wie Johannes Kahrs genauso wie für Zeitungen, die Preise für den ideologisch richtigen Umgang mit der eigenen Trauer verleihen.
Und wenn die AfD demnächst die 20 Prozent-Marke knackt, kann man die Stiftung von Marias Eltern ja immer noch nach Hussein K. umbenennen.
Beitragsbild: Anabel Schunke

Es handelt sich um die modernisierte Form eines Mütterordens, wobei der Opfergedanke ganz in die Mitte gerückt ist: ...."gefallen im unermüdlichen Kampf um eine bessere multikulturelle Gesellschaft. Kann eine Mutter ein größeres Opfer bringen? " --- Eine rein rhetorische Frage, natürlich nicht. Es ist ein schöner Zug der Gesellschaft, das nun angemessen zu würdigen, als Vorbild und als hohes Ziel. Die feministische Bewegung ist an ihrem Höhe- und wahrscheinlich sogar Endpunkt angekommen. (Zynismus aus.)
Man müßte sich einfach mal die Frage stellen, ob die Eltern auch eine Stiftung nach der Vergewaltung und dem Mord an ihrer Tochter gegründet hätten, wenn der Mörder kein afghanischer Flüchtling, sondern bloß ein Krimineller aus dem Breisgau gewesen wäre. Nehmen wir weiterhin an, ja, auch dann gäbe es eine Stiftung, stünde diese dann auch als Preisträgerin im Brennpunkt der medialen Aufmerksamkeit? Ich bin froh, daß ich nicht solche Eltern habe. Sie verraten ihre Tochter, relativieren das Leid ihrer letzten Stunden und ihren frühen Tod. Sie biedern sich den Verharmlosern und Leugnern krimineller Migration an gefährden andere Frauen. Sie sollten einen Preis für mediale Anbiederung und heuchlerische Gesinnungsethik erhalten.
Das mit der Flagge ist kein gutes Beispiel, weil nicht die Flagge das Problem beschrieb, sondern die Nutzung der Allgemeinfläche (Hauswand). Ich kann auch nicht einen Teil meiner zugehörigen Aussenfläche an Coca-Cola vermieten!
So gerne würde ich auswandern, aber falscher Beruf (Staatsdienst), vorangeschrittenes Alter und mangelnder finanzieller Hintergrund verhindern dies. Die Entwicklung in Deutschland sehe ich mit immer grösserem Entsetzen sowie Verzweifeling, da ich kaum Hoffnung auf Änderung habe.
Die moralische Verkommenheit in diesem Deutschland ist an einem bemerkenswerten Höhepunkt angekommen. Ich habe, ohnehin allzu sehr mit Empathie geschlagen, seinerzeit Nächte lang nicht schlafen können, in der Vorstellung, wie es mir wohl gehen würde bei einem solchen persönlichen Verlust. Wie ginge es mir, wenn morgens die Polizei klingeln würde und mir erklärt, dass mein Kind auf derart barbarische Weise ermordet worden wäre? Hätte ich noch einen anderen Gedanken denken können als den, wie es meinem Kind in den letzten Sekunden seines Lebens ergangen sein mag? Es mag geistig verwirrte Menschen geben, die der Ansicht sind, sie müssten sich einem solchen Schicksal ergeben, angesichts dessen, was der Täter - vielleicht - auf seiner angeblichen Flucht erlebt hat. Aber deren Haltung kann und will ich nicht teilen. Diese Menschen sind krank und nicht etwa moralisch überlegen. Sie verdienen nicht mein Mitgefühl. Wenn sie eine solche Auszeichnung annehmen, sind sie derart verkommen, dass mich ihr Schmerz nicht mehr kümmert.
Dieses Land ist krank. Anstatt die Schuld auch mal bei anderen zu sehen, sieht man die Schuld immer bei sich selbst. Bis hin zur völligen Selbstaufgabe. Was beim Aufeinandertreffen mit anderen, die die Schuld immer bei anderen und niemals bei sich selbst suchen, faktisch einem Selbstmord gleich kommt. Wem ist damit gedient, wenn Opfer verhöhnt und Täter verhätschelt werden? Keinem. Das erste, was dabei auf der Strecke bleibt, ist die Gerechtigkeit. Danach dann die Wahrheit und letztlich die eigene Existenz. Potentielle Opfer werden nicht mehr geschützt und Täter für ihre Missetaten auch noch belohnt. So zerstört man jeden Zusammenhalt in der Gesellschaft. Die Amerikaner machen es richtig. Patriotismus ist gut. Derer zu Gedenken, die für das eigene Land, die eigene Überzeugung und den Erhalt der eigenen Nation und des eigenen Biotops ihr Leben gelassen haben, ist für jede Gesellschaft existentiell notwendig. Geld lässt Tote nicht wieder auferstehen. Aber der Gedanke, für die eigene Nation und die eigene Existenz gekämpft zu haben, auch wenn es vergeblich war, lindert den Schmerz, fördert den Zusammenhalt und gibt Identität. Eine Identität, die jede Gesellschaft dringend braucht, denn eine Gesellschaft ohne eigene Identität ist keine Gesellschaft.
Die Frage für mich ist: wie lange kann man noch den Deckel draufhalten indem man jegliche Kritik mit der Nazikeule plättet? Wenn irgendwann einmal der Deckel hochgeht, dann wird es sehr sehr böse werden. Für Alle. Ceterum censeo Groko et Viridi esse delendam!