Vom großen Kabarettisten Georg Kreisler stammen die Worte: „Wir atmen Dreck und führen Kriege für die Reichen, und in der Zeitung steht, das müsse auch so sein, und bei der nächsten Wahl wählen wir die Gleichen, die dafür sorgen, dass wir uns nicht befreien.“ (aus: Wenn’s nicht wahr ist, dann ist’s erfunden vom Album Kreislers Purzelbäume, 1975). Als ich den Song neulich nach 20 Jahren wieder einmal hörte, wurde mir die Aktualität dieser Worte schlagartig bewusst. Wie kommt das?
Mit dem Dreck, den wir atmen, meinte Kreisler in den 1970er Jahren die Luftverschmutzung durch ungefilterte Industrieabgase, wie er sie in seinem Ruhrpottlied „Gelsenkirchen“ besingt. Diesen Dreck haben wir nicht mehr, anders als damals atmen wir den Dreck zumindest als Nichtraucher im postindustriellen Westen nicht mehr ein. Wobei sich das auch wieder ändern könnte, denkt man beispielsweise an inhalierbare Impfstoffe.
Derzeit aber verspeisen wir den Dreck primär als Umweltgifte mit unserem Essen und nehmen ihn auch in Form nutzloser oder gar gefährlicher Pharmaka zu uns, wenn wir sie uns nicht gleich spritzen lassen wie 2021 bis 2022. Die Folge der modernen Vergiftung sind eine sinkende Fruchtbarkeitsrate beider Geschlechter, seit 2021 eine sinkende Lebenserwartung sowie eine ständig steigende Prävalenz von Autoimmunerkrankungen und Krebs, den wichtigsten gesundheitlichen Folgen chronischer Intoxikation mit modernen Giften. Daran verdienen die Lebensmittel- und Pharmaindustrie, die sozusagen aufeinander abgestimmte Angebote vertreiben. Beispielsweise führt die moderne Ernährungsweise bei der Mehrheit der erwachsenen Bevölkerung zu Übergewicht, das dann pharmakologisch durch Lipidsenker oder Abnehmspritzen (wie Inkretinmimetika) bekämpft wird. Deutlich komplizierter ist der Zusammenhang von Umweltgiften und Autoimmunerkrankungen oder Krebs, doch auch hier verdient man an der chronischen Vergiftung der Bevölkerung.
Kriege für die Reichen
Die Großeigentümer der Agrar- und Pharmagiganten wie BlackRock oder Vanguard halten gleichzeitig auch an globalen Medien und Waffenherstellern dominierende Anteile. Bei Pharmaka und Waffen handelt es sich um Verbrauchsmaterial, die beide zwei riesige Vorteile mit sich bringen: (i) Sie müssen regelmäßig neu beschafft werden, besonders während Pandemien (die letzte war die Spanische Grippe von 1919) und Kriegen. (ii) Man muss sie nicht an Endverbraucher verkaufen, was mühsam ist, sondern nur an den Staat oder korporatistische Institutionen wie den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), was bedeutet, dass man nur wenige Individuen überzeugen muss anstatt Millionen privater Käufer. Pandemien sind derzeit allerdings nicht mehr in Mode; weder mit Affenpocken, Ebola noch Hanta geht es so richtig voran. Krieg anscheinend schon.
Als Kreisler die oben zitierten Worte schrieb und sang, wurden die Kriege der Großmächte nur außerhalb Europas geführt, wir waren damals schon seit 30 Jahren davon verschont. Das soll sich nun ändern. In ganz Europa werden wir seit einigen Jahren, seit dem Ende der kollektiven COVID-Phobie, auf Krieg gegen Russland eingestimmt. Zwischen 1800 und 1945 war es im Westen 150 Jahre lang „Mode, in den Krieg zu ziehen“ (John Keegan, Reith Lectures). Mit Begeisterung zogen die jungen Männer in die Kriege, auch wenn viele von ihnen die Heimat nie oder nur als Krüppel wiedersehen würden. Selbst das Inferno des Ersten Weltkriegs reichte nicht aus, diese Mode zu beenden. Erstmals beim Vietnam-Krieg wurde es offensichtlich, dass die Phase der freiwilligen Opferung für das Vaterland beendet war. Heute ist diese Mode ganz vorbei, es besteht keine Bereitschaft mehr, sich für den Staat zu opfern; dies hat tiefe kulturelle Gründe, auf die hier nicht eingegangen werden kann. Kurz gesagt geht individuelle Selbstverwirklichung vor kollektiver Opferbereitschaft.
Warum aber spricht Kreisler – wie auch der klassische Slogan „Die Waffen liefern die Reichen – die Armen liefern die Leichen“ – von Kriegen für die Reichen? Weil in den meisten Kriegen Interessenkonflikte der Eliten ausgefochten werden und es in der Kriegswirtschaft nur Verlierer gibt – außer den Kriegsbedarfsherstellern. Da die meisten Kriegsgüter in riesigen Mengen produziert werden müssen, sind die Lieferanten in der Regel Konzerne wie Lockheed Martin, Raytheon, Rheinmetall, BAE Systems (UK), AVIC (China) oder Rostec (Russland). Doch fast die gesamte Bevölkerung kriegführender Länder leidet, weil der Krieg materielle und menschliche Ressourcen verschlingt, die anderswo fehlen, und weil die Kriegswirtschaft, die immer eine Art der Planwirtschaft ist, wohlstandsreduzierend wirkt.
Was in der Zeitung steht
In den Medien, die entweder im Besitz der Eigentümer sind, denen auch Pharma- und Rüstungskonzerne gehören, oder als öffentliche Medien über hochkomplizierte Mechanismen auf die gleichen Botschaften wie die Privatmedien eingestimmt sind, lesen und hören wir, „das solle auch so sein“. Ja, wir lesen, dass wir Krieg gegen Russland führen müssen, weil Russland uns angreifen wolle, und wir bis Ende des Jahrzehnts bereit für Krieg mit Russland sein müssten. Wäre das wahr, müsste Russland allerdings jetzt oder sehr bald angreifen, jedenfalls bevor wir „zum Krieg bereit“ sind. Oder doch nicht? Denn wir lesen gleichzeitig, Russland sei zu schwach, um die Ukraine zu besiegen. Aber dann doch stark genug zum Angriff auf Westeuropa genau dann, wenn wir bereit zum Krieg sind? Das Narrativ erschließt sich dem unbedarften Leser nicht wirklich.
Wir lesen auch, unsere Restindustrie müsse nun auf Kriegsgüter umgebaut werden, und Firmen wie Schöffel stellen nun tatsächlich auf Soldatenkleidung um. Allerdings entsteht so kein Wohlstand, sondern der Staat macht Schulden, um Kriegsbedarf von Firmen herstellen zu lassen, die dafür weniger zivile Güter für private Abnehmer herstellen. Dadurch wird heutiger und (über die Schulden) künftiger Wohlstand vernichtet. Abgesehen davon ist die Industrieproduktion in Deutschland sowieso problematisch, weil wir unsere Energieversorgung zerstören, ein Vorgang, der trotz „Kriegsbedrohung durch Russland“ noch nicht gestoppt worden ist.
In Wirklichkeit will Russland natürlich nicht Europa angreifen. Sondern Russland will im Interessenkonflikt mit uns wie alle Großmächte seine Hegemonialsphäre schützen und erhalten. Wir sind Kriegspartei durch die Lieferung kriegswichtiger Güter und Daten sowie die Bereitstellung von NATO-Territorien für Luftangriffe (den Luftraum der baltischen Staaten). Doch ist es nicht in unserem Interesse, eine aktive Beteiligung einzugestehen. Deswegen steht davon nichts in der Zeitung.
Wählen wir die Gleichen, die uns nicht befreien
Und wie sieht es denn an der Wahlurne aus? Nur radikale Parteien sprechen sich gegen eine Intensivierung des Krieges und für Verhandlungen und Frieden mit Russland aus. Gut, sie bekommen immer höhere Stimmenanteile, AfD und linksradikale Parteien haben zusammen nun 35 Prozent. Doch im Wesentlichen wählen zwei Drittel der Wähler die Parteien weiter, die uns den absurden Umgang mit COVID beschert haben, unsere Energieversorgung zerstören und gleichzeitig alles elektrifizieren wollen, die von 90 Prozent der Deutschen abgelehnte Massenmigration in die Sozialsysteme weiterführen und uns in einen sinnlosen Krieg treiben, der nur Verlierer kennen wird, falls er überhaupt stattfindet.
Warum ist das so? Weil das Umdenken für die meisten Menschen nicht möglich ist, wenn nicht die Mehrheit der Menschen, die sie kennen, ebenfalls umdenken. Das aber geschieht nur unter enormem Druck. Diesen Druck haben wir in Deutschland noch nicht. Das Vertrauen in die Staatsperson (Max Scheler) ist nach wie vor sehr hoch.
Mit der Politik des „Weiter so!“ in Sachen Migration, Energieversorgung, Sozialsysteme und Kriegspolitik wird es uns jedenfalls schlecht ergehen. Müssen wir uns also befreien? Wahrscheinlich schon, und zwar von der asiatischen Fremdherrschaft, die uns droht, wenn wir weiterhin unsere Energieversorgung abdrehen und einen Krieg gegen einen Gegner führen wollen, an dem schon ganz andere Herrscher gescheitert sind als unsere heutige Schönwetter-Parteipolitiker. So problematisch der US-Hegemonialbereich auch ist, besser als Russland oder China als Hegemon sind die USA allemal.
Foto: Georg Kreisler in Basel, 2000
Ein Premiumartikel. Vorsichtig formuliert und da steht fast alles drin, was ich versuche, Freunden und Bekannten seit geraumer Zeit zu vermitteln, leider nicht immer mit Erfolg. Es gibt eben eine Menge Unbelehrbare, die teils wegen Vermeidung kognitiver Dissonanzen nicht zu Einstellungsänderungen bereit sind. Immerhin habe ich jetzt eine Referenz für vieles aus guter Quelle.
Das Anliegen in Ehren, aber die naive Unterschätzung der hegemonialen Bestrebungen Russlands macht alle Ausführungen wertlos. Als seine hegemoniale Einfluss-Sphäre betrachtet Putin, der dies niemals verschwiegen hat, schließlich Europa bis zum Atlantik. Wie die von mir sehr geschätzte AfD, die allerdings auch unter den rechten Parteien in Europa mit ihrem „Russland-Verständnis“ allein steht, müsste der Verfasser schon erklären, ob er nun eine Unterordnung unter den Diktator begrüßt und wünscht oder das „in irgendeiner Weise“ vermeiden will. Ehrlichkeit tut schon gut, auch wenn man Kritik über alles stellt.
Die Definition des Autors für den „Dreck“ den wir atmen, zählt zwar einiges an Materiellem auf, was man so bezeichnen kann, aber meine Idee davon ist eher der geistige Dreck, der sich allseits in der Luft verteilt, und von jedem täglich inhaliert wird, und die meisten merken es nicht einmal, weil er immateriell, unsichtbar ist, aber dafür um so gefährlicher und giftiger.
Dazu gehören Dinge wie das als „LongTagesschau“ Bezeichnete, die täglichen Lügen und Falschdarstellungen, die „Einordnungen“, die Leute wie Hayali, Illner, Lanz, Miosga etc. mit Inbrunst vortragen und mit teils gefälschten Bildern belegen. Der neu aufgeflammte Russenhass, der gelehrt wird, und den ich für extrem böswillig und gefährlich halte, weil er für Generationen die Gehirne vergiftet. Die Migrationslüge, das Augenverschließen, Ableugnen und Verschleiern der deutlich sichtbaren Probleme mit den Goldstück-Fachkräften. Die Genderpolitik, die Cancel Culture. Die Geschichtsklitterung, die Deutschland auf 12 Jahre reduziert, die täglich mit abschrechendsten, immer neu „im Lichte der Wissenschaftlichen Erkenntnisse“ neu aktualisierten Horrorgeschichten im TV zelebriert werden.
Alles das und noch viel mehr ist eine Art „mentale Umweltvergiftung“, der wir täglich ausgesetzt sind, noch verstärkt durch zunehmende Verdummung und Infantilisierung, auch durch das allgegenwärtige Smartphone und die gezielte Erzeugung von emotional Verstümmelten, von „Bedürftigen“, die gierig alles aufsaugen, was ihnen an vermeintlich „süßen“ Kompensationen vor die Nase gehalten wird, wie dem Esel die Mohrrübe.
Du bestimmst, du entscheidest, du bist clever, tu dies, tu das, kauf dieses oder jenes, dann gehörst du dazu, aber gehorche, pass dich an, tanze nicht aus der Reihe, so lauten die Botschaften. Individualität, Freiheit und Selbstverwirklichung werden als Ware verkauft, sind aber nur billige Fälschungen, wie die imitierten Artikel aus der chinesischen Massenfertigung oder die Dubai.schokolade aus der Türkei.
Kreisler? Gehört der nicht auch zu jenen, die im Park Tauben vergifteten?
Wieder eine Sammlung wirrer Thesen, ohne eine wirklich auszuarbeiten. Auf das polpulistische Insinuieren einer Verschwörung der Großfinanz folgt die ebenso populistische Bezeichnung der Opposition als „radikale Parteien“. Es scheint, man kann es dem Autoren nicht recht machen, ganz im Sinne vieler heutiger (und gestriger) Kabarettisten, die ihre Witze an der billigsten Applauserwartung orientieren.
Lediglich beim Fazit mag man dem Autor zustimmen, wobei sich mir neben China und Russland nicht nur die frei rotierende EU-Kommission aufdrängt, sondern an erster Stelle auch die Bedrohung durch einen fortschrittsfeindlichen Islam, dessen Ausbreitung auch mit modernsten Waffen nicht zu abzuwehren ist, da er zusammen mit den linken Fortschritts- und Freiheitsfeinden in den westlichen Demokratien erstaunliche Synergien entwickelt – und zunehmend in das westliche (i.e. christlich-jüdische) Wertesystem und Menschenbild einsickert.
„So problematisch der US-Hegemonialbereich auch ist, besser als Russland oder China als Hegemon sind die USA allemal“.
Diese Aussage ist natürlich völliger Blödsinn.
Denn es hängt von den jeweiligen Regierungen ab.
Einen Putin haben die US-amerikanischen Regierungen SYSTEMATISCH von Anfang an in die Ecke des Bösen gestellt – weil man aus politischen Gründen einen Bösewicht brauchte, um selbst gut dazustehen.
Sämtliche US-Regierungen der 20 Jahre vor Trump (plus die Biden-Regierung) waren doch – um allein schon deren Außenpolitik zu betrachten – eine absolute Katastrophe, geprägt von dem Motto „wir tun es, weil wir es tun können“ – NICHT weil es Sinn macht.
Ausnahmslos hirnlose und strategielose Destabilisieungen – wenn man die Destabilisierungen selbst als Ziel ausklammert.
Den Höhepunkt dieses zunehmenden Irrsinns bilden die US-Dems, die sich zu einer kommunistischen Partei gewandelt haben, innenpolitisch auf den Mob der Straße setzend und außenpolitisch die Welt mit Laboren zur biologischen Kriegsführung zupflasternd zu glauben, man könne nun durch die Kombination von Chaosschaffung in der Welt und Umsetzung vom britischen Mackinder-Traum über die Einsetzung von dummen Vasallen das eurasische Festland bis Wladiwostok erobern.
Kombiniert das Ganze mit der Auslagerung fast aller Produktion nach Rotchina… – womit ich beim Artikelthema „Wir fressen Dreck und führen Kriege für die Reichen“ endend wieder angelangt bin.
„So problematisch der US-Hegemonialbereich auch ist, besser als Russland oder China als Hegemon sind die USA allemal.“
Was Rußland und die USA betrifft, stimme ich voll zu, allerdings hat das chinesische Modell Vorzüge, die immer attraktiver werden umso autoritärer Brüssel agiert und die Unterschiede verschwimmen läßt.
Drogenslums wie im frankfurter Bahnhofsviertel gibt es dort nicht, Dragqueens in Kindergärten auch nicht und Frauen können sich im öffentlichen Raum zu jeder Tageszeit sicher bewegen. Die Freiheit des Einzelnen wird in Europa immer weiter aufgegeben und der Staat richtet sein Gewaltmonopol zunehmend gegen Bürger mit „der falschen Meinung“, während Gewaltkriminalität das Leben der Menschen schleichend vergiftet und nicht annähernd so leidenschaftlich bekämft wird wie Äußerungen die „unsere Demokratie“ und ihre Akteure kritisch hinterfragen oder lächerlich machen.
Aus dem Zitat spricht eine westliche Überheblichkeit, die langsam zu einer Karikatur ihrer selbst verkommt. Solange VdL & Co unsere Geschicke bestimmen wird das System in China stets attraktiver, weil sich Europa und der Westen am Ende von China nur dadurch unterscheiden wird, das die Chinesen wesentlich wohlhabener sein werden als wir Europäer. Das chinesische System gewinnt mit Leichtigkeit gegen eine immer realer werdende DDR2.0, weil sich die KPCh stets darüber bewußt ist, das ihre Macht auf der Einlösung des Wohlstandsversprechens gegründet ist. Moral kann man nicht essen und Brot fällt nicht vom Himmel. Ich wünsche einen schönen Sonntag.