Dushan Wegner, Gastautor / 22.06.2021 / 16:00 / Foto: Pixabay / 41 / Seite ausdrucken

Wir, die Höhlenmaler

Es war ein bedeckter, aber freundlicher Vormittag im Frühling des Jahres 35.514 vor Christus. Der warme Wind aus Nordwest wehte in die ersten Räume der Grotte von Lascaux. Die Künstler arbeiteten seit dem Morgen an den Gerüsten, mit denen sie bis an die Decke der Höhle reichten. In den kommenden Tagen würden sie große Bilder an die Wände malen. Stiere und Bären, Hirsche und Steinböcke. Dazu geometrische Figuren. Sich selbst aber, dem Menschen, widmeten sie genau eine Silhouette.

Okay, das mit dem freundlichen Wetter habe ich mir selbst ausgedacht, der Rest des obigen Absatzes aber beschreibt die prähistorischen Malereien an den Wänden der Höhle von Lascaux. Es sind nicht die einzigen uralten Bilder. Die Malereien von Lascaux sind aber jene, welche zu Beginn des Zweiten Weltkriegs von vier Jungen im Wald entdeckt wurden, und nach dem Krieg im kollektiven Kulturgedächtnis als stellvertretend für prähistorische Kunst eingetragen wurden. Die (bislang) ältesten von Menschen gemalten Bilder wurden auf der indonesischen Insel Sulawesi entdeckt.

"Prähistorisch" bedeutet, dass wir keine Texte jener Zeit kennen. Die Menschen überlieferten keine geschriebenen Mythen, keine Berichte von sich. Die Bilder aber, die sie uns hinterließen, die Bilder ihrer eigenen Hände, in Schablonentechnik auf die Wand gesprüht, die Bilder der großen wie kleinen Tiere, die prähistorischen Künstler, welche diese Bilder malten, rufen uns über dreißig Jahrtausende hinweg zu: "Wir waren Menschen, wie du!"

Wissen Sie, wer ebenso und dazu buchstäblich "Menschen wie wir" sind? – Wir! Und womit sind wir dieser Tage so beschäftigt?

Saisonale Wahrheit

"Es ergibt keinen Sinn, und das wird immer mehr zum Markenzeichen der logischen Gegenteilwelt europäischer Eliten", so schrieb ich in einem Essay von 2018. Einen Essay von 2020 betitelte ich: "Freundlichkeit ist Faschismus – willkommen in der bizarren Gegenteilwelt". Die intendierte Bedeutung des konstruierten Wortes „Gegenteilwelt“ ergibt sich unmittelbar aus den Teilworten: Eine Welt, in der regelmäßig das Gegenteil des Gesagten der Fall ist. 2018 stellte ich es auf deutender Sachebene fest, dass wir eine unwirkliche Gegenteilwelt betreten haben.

In der Einleitung zum Essay „Windstöße auf schmaler Brücke?“ schrieb ich im April 2020: "Die Verschwörungstheorie von gestern ist die plausible These von heute. Wenn wir etwas aus der Krise gelernt haben, dann dies: Glaubt NICHTS nur deshalb, weil Leitmedien es sagen, und wenn sie etwas laut bestreiten, schaut lieber doppelt hin." – Die Meldungen aus dem Sommer 2021 mögen in der Sache neu wirken, doch sie entspringen ähnlichem Quell wie die Meldungen der Jahre zuvor.

Ach, was wurde auf die "Querdenker" geschimpft, die für Demokratie und Grundrechte demonstrierten, gegen die Lügen und Panikmache. Wie konnte einer es wagen, der Regierung vorzuwerfen, die Demokratie von innen her anzugreifen, bloß weil diese die Demokratie von innen her angriff? – Aktuell wird gemeldet, dass die Regierung ausgerechnet dem Immobilienprofi Spahn "Sonderbefugnisse" geben möchte. Gegen die Faktenlage, gilt in Deutschland zufälligerweise fast exakt bis zur Bundestagswahl die "epidemische Lage von nationaler Tragweite" (mit der sich zum Beispiel regierungskritische Demonstrationen extra einfach verbieten lassen, während man aber die Menschen zur fragwürdigen Briefwahl animieren kann). Nun beabsichtigt man, so berichtet welt.de, ausgerechnet der umstrittensten Gestalt in der Corona-Panik die "Sonderbefugnisse" zu verleihen, nach eigenem Gutdünken etwa Quarantänen zu verhängen, also weiter den Bürgern ihre Grundrechte zu rauben. (Nicht dass noch in Regionen, die "falsch wählen könnten", vorab mit Straf-Quarantäne gedroht wird – ts ts ts, das würde diese lupenreine Regierung doch nicht machen.)

„Hört auf die Wissenschaft“, sagen sie

Derselbe Herr Spahn versichert derweil, nichts von den möglichen Betrügereien rund um Intensivbetten gewusst zu haben). Die Chemnitz-Lüge ist nicht die einzige große Lüge der Merkel-und-ihre-Medien-Ära. Eine weitere Lüge ist wohl die von den knapp werdenden Intensivbetten. Auf dieser Lüge fußte Merkels „Grundlage zur Ermächtigung".

Eine weitere Grundlage der Corona-Panik samt "Ermächtigung" waren die sogenannten "PCR-Tests". Von Beginn der Corona-Panik an liest man bei freien Medien begründete Zweifel an der Aussagekraft der PCR-Tests. "Hört auf die Wissenschaft", sagen Politiker, doch sie wollen es nicht hören, wenn Wissenschaftler feststellen, dass PCR-Tests „allein ungeeignet als Grundlage für Pandemie-Maßnahmen" sind.

Monatelang wurde bestritten, dass das Virus "saisonal" ist. Auf keinen Fall würden die Kurven die Inzidenz-Zahlen unabhängig von mRNA-Injektionen oder Entzug der Grundrechte sinken. Es war eine aus Sicht der diversen Covid-19-Profiteure "profitnachteilige" These. Jetzt wird es lapidar mit den Schultern zuckend zugestanden. Sogar das konzern-nahe und mit "umstritten" höflich beschriebene Medienprojekt "CNN" berichtet von den Gefahren der für Kinder unnötigen mRNA-Injektion – es hindert kinder- wie gewissenlose deutsche Politiker nicht, Kindern die experimentelle Gentherapie spritzen zu wollen.

Die Toten nach Impfung werden schnell entsorgt, sollen schnell vergessen werden. Nach Diktat verreist, nach Impfung verstorben, nach uns die Sintflut (und die Sinn-Dürre ohnehin). Es sind Muster einer vergehenden Zeit. Es ist das neue Leben im Propagandastaat. Vom Fußball bis zum Verfassungsgericht, alle Teile des Lebens in Deutschland müssen von Propaganda-Botschaften durchdrungen sein. Am Ende gewinnt immer die Realität, doch bis dahin machen perfide Pfiffikusse pompösen Profit mit ihren lächerlichen Lügenmärchen. Es torkelt, es schlingert, es ist nicht stabil. Was wird nach unserem Fall der Fall sein?

Lasst uns den Blick über unseren Tellerrand heben

Im Sturm verfährt man sich eher als bei klarer Sicht. Wenn der Orkan dir Regen, Äste und den gelegentlichen Kleinhund gegen die Windschutzscheibe weht, wäre es verständlich, wenn du den Überblick verlierst und dich verfährst.

Lasst uns den Blick über unseren Tellerrand heben, wie wild und stürmisch es um uns her auch zugehen mag. Wir starren wie gebannt auf die Probleme des Heute. Wir verzweifeln an den Lügen, wir sind wütend ob des Unrechts. Es wäre menschlich, in der Sorge ums Unmittelbare den Überblick zu verlieren.

Ich denke an die Maler in den Höhlen, damals vor zigtausenden Jahren. Ich denke an manche Errungenschaft seitdem. Ich denke an jeden einzelnen Bauern und Jäger der vielen Jahrtausende dazwischen. Ich denke an die Mütter und Großmütter, an die Analphabeten und die Vielschreiber, an die Verzweifelten und an die Glücklichen. Ich denke an die Trottel und Deppen, und ich denke an die Erfinder unserer Gegenwart und an die Komponisten unserer Symphonien. Ich denke, nicht zuletzt, an uns selbst, heute und in diesem Irrsinn.

Ich frage mich: Was ist es, dass wir alle gemeinsam haben? Was ist die Schnittmenge zwischen den Malern von Lascaux, den Bauern und Kriegern seitdem, den Müttern und Arbeitern vieler Generationen, und zuletzt uns, den Insassen eines täglich irrer werdenden Zeitalters? Was haben sie, heute und in dieser Realität, mit den Malern in jenen Höhlen vor zigtausenden Jahren gemeinsam?

Realität in Zweifel

In den vergangenen Monaten wurden Schimpfworte wie "Schwurbler" oder "Covidioten" umhergeworfen. Es schwang mit, dass die "Schwurbler" mit falschen Fakten operierten, während die Propaganda-Anhänger angeblich „der Wissenschaft“ folgten. Der Lügenkessel steht aber kurz vorm Bersten. Man lässt in Form nicht-mehr-zu-leugnender Wahrheiten etwas Druck vom Kessel (etwa wenn sogar der Staatsfunk von der möglichen Intensivbetten-Lüge berichtet).

Die Lügen haben ihren Zweck erreicht, jetzt kann man sie erschüttert "aufdecken". Ein "Schwurbler" und ein "Covidiot" bedeutet heute schlicht: "einer, der ungehorsam ist" – die, welche diese Schimpfwörter sagen, wissen inzwischen selbst, dass sie Lügnern folgen. Wer wissentlich Lügnern folgt, weil er lieber stirbt als ungehorsam zu sein, dessen ganzes Leben wird zur gelebten Lüge.

Dass „Windkraft" ein Umweltzerstörer ist, das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Auch dass die Umweltbilanz von Elektro-Autos nicht ganz so sauber ist, stand vor einiger Zeit schon in freien Medien – inzwischen erfährt man es sogar, erst einmal schüchtern in Frageform, im sogenannten "Mainstream".

Manche Dinge wirken so groß und so dreist, dass selbst sogenannte Verschwörungstheoretiker sich diese kaum vorstellen können. Warum zensieren Internet-Konzerne so aggressiv Meldungen zum Virus, die nicht der "offiziellen Wahrheit" entsprechen? Wir erfahren in den Detail-Recherchen bei thenationalpulse.com, 19.6.2021 (Details via sciencefiles.org), dass Google offenbar lange Jahre die Forschung eines gewissen Peter Daszak unterstützte – Daszak ist als Forscher mit jenem Labor in Wuhan verbunden (und nebenbei, wie ich im Essay vom 3.6.2021 festhielt, bezog man sich bei Facebook auf Daszak, um festzulegen, was in Sachen Virus als "Wahrheit" auf Facebook erlaubt ist).

Wenn weite Teile dessen, was uns als "Realität" verkauft wird, sich als Lügen erweisen, was sollen wir dann Realität nennen? Ein Mensch, der nichts mehr für real hält, der wird daran verrückt werden. Wie soll einer heute seinen Verstand nutzen, ohne die Realität selbst in Zweifel zu ziehen und daran irre zu werden?

Groß und trotzig

Die Menschen, die einst Büffel und Hirsche auf die Wände jener Höhlen malten, die einst den Umriss ihrer Hand auf die Wände zauberten, es waren Menschen mit einem Bewusstsein wie Sie und ich. Diese Menschen hatten weit primitivere Werkzeuge, als wir sie haben, das ist wahr. (Vergessen wir aber nicht, dass die meisten von uns Westlern zwar Computer und Smartphones bedienen können, selbst aber nicht einmal einen simplen Topf aus Bronze schmieden könnten. Selbst einen Faustkeil zu behauen, fiele uns schwer. Kein einziger Mensch auf diesem Planeten ist allein in der Lage, die dafür notwendigen Rohstoffe aus der Erde und aus der Natur zu gewinnen und auch nur einen Bleistift herzustellen.)

Die malenden Menschen in der Höhle wussten, dass sie sterben werden. In deren Alltag war der Tod präsenter als in unserem. Die Menschen wussten, dass ihre ärgsten Ängste wie ihre größten Freuden beide im großen Nichts enden würden. Genau wie Sie, ich und wir alle, näherten sich auch jene Menschen täglich dem Abgrund, und so malten sie groß und trotzig auf die Wände der Höhle von Lascaux, wie sie ihre Welt sahen.

Ich sehe den Wahnsinn des Tages, und ich zwinge mich, nicht immerzu auf diesen zu starren. Dieser Wahnsinn definiert nicht mich, diese Lügen definieren nicht einmal, wer wir sind. Dieser Wahnsinn legt aufs Neue offen, wie leicht wir als Gruppe und allzu oft als Einzelne zu verführen sind, doch wussten wir das nicht längst?

Am Irrsinn nicht irre werden. Von Lügnern regiert zu sein und doch nicht die Knie vor der Lüge beugen. Wenn Freunde kalt wie Zombies werden, dennoch selbst ein Mensch mit Herz, Gewissen und zugleich Verstand bleiben. Mensch sein, und in seinem eigenen Menschsein sich genug sein – in Zeiten der universellen Lügen ist das eine eigene Herausforderung.

Das soll meine Verantwortung sein, in der Zeit der Lügen, regiert von Lügnern, attackiert von Propagandisten, angegiftet von den Gerngehorsamen: Ich will mir dessen bewusst werden, was mich mit all den anderen Menschen eint, beginnend mit den Malern in der Höhle von Lascaux.

Das sei mein Rezept, am Wahnsinn nicht wahnsinnig zu werden. Ich will wie die Maler von Lascaux festhalten, dass ich hier bin und wie ich die Welt wahrnehme. – Dies habe ich hiermit getan (inklusive dieses Textes insgesamt 1.115 mal).

 

Dushan Wegner (geb. 1974 in Tschechien, Mag. Philosophie 2008 in Köln) pendelt als Publizist zwischen Berlin, Bayern und den Kanaren. In seinem Buch „Relevante Strukturen“ erklärt Wegner, wie er ethische Vorhersagen trifft und warum Glück immer Ordnung braucht. Dieser Beitrag erschien zuerst auf dushanwegner.com.

Foto: Pixabay

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Stanley Milgram / 22.06.2021

Danke für diesen schönen Text. Er hat mich zum Nachdenken angeregt. Es fing damit an, dass ich mir vorstellte, wie ein 35.000 Jahre altes im Eis gefundenes Baby aufgetaut wird und sich in nichts von uns unterscheidet, in die Schule geht und später zum Handy greift. Dann fragte ich mich, was wohl ein Eichhörnchen so denkt, wenn es sich abends in sein Nest kuschelt und was, wenn es morgens wieder erwacht. Abschließend, wie ich doch mein eigenes Leben täglich am PC vergeude, statt etwas zu machen, was Freude macht. Nach dem Motto des Dalai Lama: “Ich glaube, dass der Sinn des Lebens ist, glücklich zu sein.” Und das war ich nur wenige Augenblicke in meinem Leben. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Augenblicke komplett aufgebraucht sind und es besser wäre…

Bernd Rosenberger / 22.06.2021

Geistig geordnet und weiterhin zugänglich für den Meinungsaustausch mit den oft rüden Kritikern unserer sich bewahrheiteten Ansichten, ist meiner Überzeugung der Weg um Gräben zuzuschütten und im Dialog zu bleiben. Aber manchmal hilft nur der Rückzug in die medienfreie Höhle von Lacraux oder in die Barnberghöhle um wieder richtiges Glück zu verspüren. Sie und ich finden zu unserer Realitätsschärfung den Weg in die Oase der Ruhe hinein und auch wieder heraus. Mit Ihrem Beitrag stärken Sie all diejenigen, die kurz davor stehen, vor dem Wahnsinn zu kapitulieren, herzlichen Dank.

Dr Stefan Lehnhoff / 22.06.2021

Normativ betrachtet wollte und will ich gar kein Mensch sein. Ich ertrage der Irrsinn besser als andere, die sich nicht schon als Kind vorgenommen haben: Wenn die Außerirdischen landen schrei ich als erstes: Ich sehe nur so aus, ich gehöre nicht dazu. Ich wusste schon jammert, das mein Keben 1000 mal besser sein könnte, wenn meine Mimenschen sich klug h d antändig verhalten würden. Ur konnte ich auch nicht wissen, dass der Daktor auf 5000 steigen würde. Der Stasi- Chef Site ja: Uch liebe dich alle Menschen. Ich nicht, und das wird wohl auch nichts mehr Aber es lebe die Ausnahme, Vielleicht sollte ich ja mal eine eigene soziale Plattform gründen: Covidiot. Klimaleugner, Steakesser, Genderverweigerer, Sportwagenfahrer und alter weißer Mann, der nichts glaubt, aber auch als Nichtmathenatiket weiß, wie man mit Differentialgleichungen umzugehen hat, sucht ebenso anständige und vernünftige Gleichgesinnte: Wieviele sich wohl melden würden?

Boris Kotchoubey / 22.06.2021

“Eine Welt, in der regelmäßig das Gegenteil des Gesagten der Fall ist” Sehr geehrter Herr Wegner, Sie haben offensichtlich die postmoderne Philosophie in der Interpretation der Fakultäten für Journalistik nicht verinnerlicht. Das Gegenteil des Gesagten kann es gar nicht geben, weil das Gesagte Alles ist. Es gibt einfach nichts als das Wort, genauer das Medienwort, keine andere, “objektive” Welt, im Vergleich mit der das Medienbild der Welt richtig oder falsch sein könnte. Wenn nur ALLE Medien unisono uns sagen, dass der Schnee schwarz ist, dass Krieg Frieden ist oder dass Menschen nur an Covid und an keiner anderen Krankheit sterben können, dann ist es so. Daher gibt es keine Lüge, denn eine Lüge könnte nur als Nicht-übereinstimmung zwischen dem Gesagten und etwas Anderem entstehen, aber dieses Andere existiert nicht. Allerdings hat dies noch im 19.Jh. Lewes Carroll verstanden, und zwar im Kapitel über Humpty-Dumpty in “Alice hinter den Spiegeln”. Alice sagt, “Die Frage ist, ob man mit den Wörtern alles machen kann, was man will”, und Humpty-Dumpty antwortet dagegen, “Die Frage ist, wem die Macht gehört.”

Helmut Jäger / 22.06.2021

Ich kämpfe noch mit der täglichen Herausforderung, nicht am Ekel zu ersticken.

M. Vogel / 22.06.2021

Sehr geehrter Herr Wegner, ich möchte Ihnen gern folgendes sagen. Als 1989 die Mauer fiel, habe ich mir ein Versprechen gegeben. Nie wieder, sagte ich mir, werde ich schweigen aus Angst vor politischer Verfolgung, denn ich habe mich zu oft dafür geschämt.  Heute erinnere ich mich mehr denn je an dieses Versprechen. Damals hatte ich das Gefühl, dass wir viele waren die zusammenstanden , heute gibt es nur sehr Wenige, mit denen ich meine Sorgen teilen kann, was natürlich auch das Ergebnis eines jahrelangen manipulativen Haltungsjournalismus der staatlichen Medien ist.  Autoren, wie Sie, die den unglückseligen Zeitgeist deutlich beim Namen nennen, machen Mut, weiterhin an den gesunden Menschenverstand und an der eigenen Wahrnehmung der Realität zu glauben. Wie sagte doch die AfD erst kürzlich? “Bleiben wir normal.”

Richard Loewe / 22.06.2021

danke Herr Wegner, für diesen und alle anderen Artikel eines Gleichgesinnten. Innere Emigration ist eine, echte Emigration die andere Möglichkeit.

lutzgerke / 22.06.2021

Die Bilder sollen vor 40.800 Jahren an die Höhlenwände gemalt worden sein. Man wischt da so drüber weg und vergißt nicht nur, daß es die ältesten Bilder der Welt sind, sondern auch sie ins Verhältnis zu setzen, wie man vergessen hat, die “Fälle” ins Verhältnis zu setzen, oder die an oder mit Corona Verstorbenen. Tatsächlich läßt sich eine genaue Zeitangabe wohl nicht machen, denn größere Zeiträume als 50.000 Jahre können wegen des Zerfalls der radioaktiven Isotope gar nicht ermittelt werden. Da darf man getrost die Frage stellen, wie ein Knochen in Afrika auf ein Alter von 80.000 oder gar 200.000 Jahre datiert werden kann? Was über 50.000 Jahre geht, sind nur Vermutungen. / Wer Bilder lesen kann, ist klar im Vorteil. Man frage sich doch mal, woher die “Maler” Literweise bunte Farben hatten? Haben sie die mal eben erfunden und sofort konnten die Maler die Natur “perspektivisch” darstellen? Und worin haben sie die Farben transportiert? / Das war die Dorfjugend. Das erkennt man an den Händen. Und daran, daß die in der Höhle Feuer gemacht haben. Die Erwachsenen werden sich gehütet haben zum Ersten, weil in den Höhlen oft Bären sind, zum Zweiten, weil das Feuer den Sauerstoff frißt und Erstickung droht. Was auch heißt, daß Menschen sich nie in Höhlen eingerichtet haben. Braunbärsen sind nämlich böse gefährlich. In der Höhle sind auch Knochen jemandes gefunden, der von einem Bären getötet worden ist. / Die Jugendlichen müssen schon vorher gemalt haben. Ds waren echte Könner, zumal sich die Schwierigkeit bei solchen Unebenheiten sich erhöht. Die Unebenheiten sind sogar als Landschaft in die Bilder integriert worden. Und die Farben, das können nur Kleiderfarben gewesen sein. / In der Höhle sind noch viele Geheimnisse mehr verborgen, die auch dem Halbaffen den Garaus machen. Die der gesamten Geschichte den Garaus machen.  

Renate Weiß / 22.06.2021

Lieber Dushan Wegner, ich schätze Ihre klugen Texte sehr und evtl. wissen Sie das auch. Gleichwohl fürchte ich, der “Drops ist gelutscht” und wer bislang noch nicht gemerkt hat, wie sehr wir belogen werden, dem ist kaum noch helfen. Es berührt mich dennoch sehr, dass bzw. wie Sie sich am jetzigen Zustand abarbeiten. Bevor ich Sie herzlich grüße, will ich noch an einem Punkt widersprechen: Sie schreiben vom “Frühling des Jahres 35.514 vor Christus.” Nach meinem Glauben entstanden die Höhlenmalereien von Lascaux zu anderer Zeit - aber sei’s drum. Ich schätze Sie sehr und hoffe, Sie kommen gut durch die kommende, ungemütliche Zeit. Schalom!

Hans Kloss / 22.06.2021

Das erste Teil von einem Gespräch mit Daniel Schmachtenberger “war on sensemaking” ist sehr hilfreich bei dem Versuch, zu verstehen, was mit uns passiert. Das Gespräch war vor der pandemie bei YT veröffentlicht. Daniel ist geschickt genug um alle heikle Themen eher abstract zu besprechen, deshalb wohl ist das noch nicht gelöscht. Es lohnt sich das zu zusehen.

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