David Folkerts-Landau, einflussreicher Chefvolkswirt der Deutschen Bank, formulierte in einem Interview dieser Tage eine bemerkenswerte Vision darüber, wie anders Deutschland in einigen Jahren aussehen könnte und sollte. „Innerhalb der nächsten zehn Jahre könnten zusätzliche Einwanderer – darunter auch viele Arbeitsmigranten – leicht zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland stellen“, meinte er, „das ist eine Riesenchance für das Land, die die Position Deutschlands in der Weltwirtschaft und innerhalb Europas in den kommenden Jahrzehnten stärken kann. Ich kann mir sogar vorstellen, dass sich wieder eine kulturelle und wirtschaftliche Blüte ähnlich der in den Jahrzehnten vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs entwickelt.“
Dass acht Millionen zusätzliche Migranten – in Österreich wären das dann etwa noch 800.000 zusätzlich zu denen, die schon da sind – aus der arabischen Welt, aus Afghanistan, aus Pakistan und aus Afrika Deutschland (oder Österreich) zu einer „wirtschaftlichen und kulturellen Blüte“ verhelfen werden, ist freilich eine Hoffnung, die zu teilen einen erheblichen Konsum an bewusstseinsverändernden Drogen erfordert. Hier geht es weiter.
Bei solchen Analysten wundert es mich eigentlich nicht mehr, dass die Deutsche Bank derzeit auf direktem Weg in den Abgrund fährt.
Der Volkswirt weiter: „Arbeit gibt es genug! In den USA arbeiten unzählige Einwanderer als Gärtner oder Erntehelfer, warum nicht auch hier so anfangen?“ Weil das us-amerikanische Sozialnetz für diese (illegal eingewanderten, mexikanischen?) "Gärtner oder Erntehelfer" nicht vergleichbar ist mit dem deutschen. In Deutschland wird es dem Gärtner mit seinem Job nicht gelingen, seine Frau und drei, vier, fünf, sechs Kinder über Sozialhilfeniveau zu versorgen. Das wird gerne übersehen: es geht nicht nur darum, der großen Anzahl an - schon allein wegen der fehlenden Sprachkompetenzen in Deutsch und Englisch - niedrigqualifzierten Einwanderern irgendwelche Jobs zu finden. Diese Jobs müssen auch über Sozialhilfeniveau entlohnt werden. Und dieses Sozialhilfeniveau ist bei bestimmten Einwanderergruppen wegen ihres traditionell-religiösen Kinderreichtums und ihrer traditionell-religiöser Erwerbsuntätigkeit der Hausfrauen, ganz schön hoch. Kein aus ökonomischer Sicht "rationaler" Mensch wäre so "irrational", sich einen knochenknackenden Job wie die Erntehelferei anzutun, wenn seine Familie mit dem Nichtstun bessergestellt wäre. "Opportunitätskosten" nennen das die Ökonomen. Das ist dem Volkswirt natürlich klar. Und so schreibt er an anderer Stelle mit beängstigender Lässigkeit, dass wegen der Masseneinwanderung "wohl einige der Regeln am Arbeitsmarkt und der sozialen Sicherung überprüft werden" [1] müssten. Angeblich nur vorübergehend. Das ist also Option #1: den Sozialstaat kappen. Option#2 wäre es, den Familiennachzug abzuschaffen. Um die Sozialhilfeansprüche niedrig zu halten, verhindern wir bei dieser Option den Familiennachzug für jene junge, entwurzelte Männer, die von der Selfie-Mutti mit der Aussicht auf Ruhm und Reichtum, BMW und Blondine nach Deutschland gelockt wurden; die sich bei kriminellen Schleppern verschuldet haben oder deren Familien fünfstellige Beträge aufgebracht haben, um die Schlepperei zu bezahlen. Dann missbrauchen wir diese nunmehr alleinstehenden Männer für einfachste Arbeiten, die wir nur minimal über ihrem Sozialhilfeanspruch entlohnen. Wie der Volkswirt vorschlägt, könnten wir die neuen menschlichen Ressourcen zum Beispiel dazu verwenden, unsere privaten Gärten schick zu halten - eine Dienstleistung für Dekadente, die so überflüssig ist, dass sie extrem billig sein muss, um in Deutschland überhaupt erstmal nachgefragt zu werden. Option #1 schadet den Deutschen, Option #2 den hereingelockten Migranten. Ein hässliches Dilemma. Aber das ist es halt, was man bekommt, wenn man unfassbare politische Fehlentscheidungen nicht nur versehentlich trifft, sondern auch zum Zwecke des Machterhalts durchzieht. Man muss es immer wieder sagen: "Refugees welcome" ist ein durch mehrfachen Gesetzgebruch ermöglichtes, humanitäres Hilfsprogramm für internationale Schlepperbanden, bei dem ausnahmslos alle Beteiligten außer den Schleppern selbst Schaden nehmen. [1] http://www.zeit.de/2015/42/fluechtlinge-zuwanderung-deutschland-integration-vorteile
Die zweite Jahreshälfte 2015 wird in die Geschichte eingehen: Turbokapitalistische Ideologen und Sozialstaatsfeinde, grüne Wohlstandsdekadenz und analyseunfähige Linke in einem Bett. Widerwärtiges Spiel.