BER-Witze sollte man eigentlich nicht mehr machen. Über das für den neuen deutschen Umgang mit Infrastrukturprojekten leider beispielgebende Berliner Vorhaben, einen Flughafen zu bauen, ist alles gesagt. Irgendwie ist dieses stetige Scheitern von so dramatischer Lächerlichkeit, dass allein die Erwähnung des Kürzels schon reicht, um ein allgemeines Abwinken zu ernten. Die regelmäßigen Terminverschiebungen, die zur Begründung vorgetragenen immergleichen Begründungs-Sprechblasen sind nur noch peinlich und laden allenfalls zum Fremdschämen ein. Satirisch lässt sich am BER nichts mehr überhöhen, neben der Wirklichkeit wirkt jeder Witz nur noch schal und auch der Flughafenchef Engelbert Lütke-Daldrup hat nicht einmal die Ausstrahlung, die eine Witzfigur oder ein Watschenmann brauchen. Niemals hätte ich also jetzt noch zu dem Thema ein Wort geschrieben, wenn nicht ebendieser Flughafenchef heute versucht hätte in der Disziplin als Klima- und Weltretter zu glänzen.
Als Witz hatte man das ja schon lange erzählt, aber Genosse Lütke-Daldrup macht jetzt ernst: „Flughafen BER soll bis 2050 klimaneutral werden“ schlagzeilte die Berliner Lokalpresse jetzt. Wie bitte?
„Wir werden dazu eine konkrete Strategie entwerfen“, kündigte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Freitag nach Angaben der Berliner Morgenpost an. „Unser Ziel ist, dass der BER im Jahr 2050 klimaneutral operiert.“ Mehr Elektrofahrzeuge, Solarenergie und Biogas könnten nach Unternehmensangaben dazu beitragen.
Bis auf die Bau- bzw. Umbautätigkeiten, die dem Vernehmen nach irgendwo am BER immer stattfinden sollen, ist der BER doch so gut wie klimaneutral. Solange die Inbetriebnahme weiterhin vermieden werden kann, wird Berlin an dieser Stelle das 2050-Ziel locker schaffen, auch ganz ohne Biogas und Solarenergie. In der Meldung heißt es weiter:
„Das Zieljahr 2050 hatten sich die deutschen Verkehrsflughäfen am Freitag gemeinsam gesetzt. Damit solle ein Beitrag geleistet werden, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, teilte die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen in Düsseldorf mit.“
Da könnte Berlin endlich mal den Vorreiter geben und bereits jetzt, drei Jahrzehnte vorfristig, Vollzug melden. Engelbert Lütke-Daldrup würde tatsächlich mal eine Terminzusage nicht nur einhalten, sondern überbieten und dabei auch etwas Gutes tun. Willkommen am BER, dem einzigen Flughafen ohne CO2-Ausstoß und nur auf dem Landweg zu erreichen. Klimarettung kann so einfach sein.
Der Beitrag erschien auch hier auf sichtplatz.de
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Köstlich, einfach köstlich, werter Herr Grimm! Lange nicht mehr so gelacht. Melde gehorsamst: mein Wochenende ist gerettet. Als ein letzter Stolperstein auf dem Weg zum total klimaneutralen Flughafen (TKF) könnte sich allerdings der mehrmals täglich gegen die Modergefahr für die Röhre anfahrenden S- oder U(?)-Bahn zum Flughafen erweisen. Dies ist bei der Berechnung unbedingt mit zu berücksichtigen. Krumme Dinger soll's diesbezüglich nun wirklich nicht geben, oder? - Wer weiß, vielleicht hat auch der Stuttgarter Zukunfts-Bahnhof 21 gute Chancen, sich schließlich zum deutschlandweit - was sage ich - weltweit ersten Bahnhofs-Leuchtturm der Klima-Neutralität zu mausern? Zu einem TKB eben. Male ich jetzt vielleicht gar den Klimateufel an die Wand? - Apropos "klimaneutral operieren"...vielleicht sollte man sich, bevor's mit der flächendeckenden Klimaneutralisation so richtig losgeht, doch noch mal gründlich durchchecken lassen. Ich meine, falls es mit dem "klimaneutralen Operieren" nicht so recht klappen sollte...
Wir sind so was von genial , weiter so Genossen . Ein Schenkelklopfer , danke sehr Herr Grimm.
Wo ist die Zensur, wenn man sie braucht? Ich schäme mich. Lasst das nicht das Ausland lesen...
Das ist echt nicht mehr lustig. wenn die Realität die Satire überholt...
@ Jörg Themlitz, also ein "kleingeistiger Krümelkacker", das sind Sie schon, da die dort seltenen Bewegungen der Transport LKWs und deren Abgasmenge können Sie durchaus vergleichen mit dem von Hrn. Lütke-Daldrup ausgestoßener Atmungsluft ( CO2 ) zusätzlich einem Pfurz ( NOx ) denn Er bei seinem seltenen Begehungen der leeren Passagiere Abwicklungshallen, um den aktuellen "Fortschritt" zu begutachten, hinterläßt. Dabei jaulen die Warnanlagen auf, da die neuesten super empfindlichen Sensoren solche Luftverunreinigung ( um so schriller falls o.g. Raucher ist ;-) ) in null-koma-nix feststellen.
Die wichtigsten Umbauten zur Klimaneutralität kann man ja am besten noch vor der Eröffnung vornehmen. Kein Problem, wenn sich diese dann noch ein klitzekleines bisschen mehr verzögert.
Lieber Herr Grimm , da wird wieder mal ein Schlagwort (klimaneutral) von den Klimahysterikern in den Ring geworfen und jeder „intelligenter Depp“ muss dann ja natürlich dazu auch seinen Beitrag liefern. Ich habe noch keine Definition von „klimaneutral“ gelesen und ich kann mir ehrlich gesagt auch keine Vorstellung machen, was das bedeuten soll. Aber das soll nichts heißen. Jeder Mensch stößt CO2 aus, bedeutet es dann, dass der Berliner Flughafen ohne Menschen betrieben wird? Werden „klimaneutrale Menschen“ gezüchtet und dann am Berliner Flughafen eingesetzt? Ich habe mal von einem Kabarettisten gehört, man soll alles hinterfragen. Aber hier stoße ich an meine geistigen Grenzen. Ach ja, vor kurzem hat sich hier eine Foristin „beschwert“, dass es keine Witze zu Frau Merkel gibt. Hier ist einer: Der Einzige, der noch geschlossen hinter Frau Merkel steht, ist der Flughafen Berlin. Mein Aufruf deshalb: Eröffnet endlich BER!!!!