Gastautor / 29.07.2014 / 20:12 / 17 / Seite ausdrucken

Wieviel Islam verträgt das Land?

Paul Nellen

“Der Islam” (den es doch angeblich gar nicht gibt) und “die Muslime” (von denen sich bisher praktisch niemand geäußert hat) sollen durch einen Kommentar des Vize-BILD-Chefs Nikolaus Fest “beleidigt” worden sein, der in 106 knapp gesetzten Worten den “Islam als Integrationshindernis” anprangert, dazu noch “Zwangsheiraten, ‘Friedensrichter’, ‘Ehrenmorde’” sowie die “weit überproportionale Kriminalität von Jugendlichen mit muslimischem Hintergrund” – Feststellungen, denen hauptsächlich von nichtmuslimischen PressekommentatorInnen und einigen deutschen PolitikerInnen aus allen politischen Lagern heftig widersprochen wird. Vorneweg: die Grünen Volker Beck und Özcan Mutlu.

Beide Bundestagsabgeordneten fallen in den bekannten reflexhaften Islamverteidigungsmodus, der jede Kritik am Islam umgehend als “Pauschalisierung” abtut und – mit Reizvokabeln wie “Rassismus”, “Hass” oder “Hetze” beworfen – zum Abschuss freigibt. Dabei aber scheuen sie ihrerseits jeden konkreten empirischen Wirklichkeitsbezug, jede Erwähnung von unliebsamen Fakten. Längst bekannte und beklagte Tatsachen rund um die islamische Einwanderung bleiben außen vor. Die Kritik an Fest ist selber so pauschal, substanzlos und beleidigend, wie dies Fests BILD-Kommentar vorgeworfen wird. Dabei gilt: Wer als erster das Wort “Rassist” sagt, der gibt die weitere Gangart für die Debatte vor. Recht hat er sowieso immer. Die ersten Anzeigen gegen Fest wegen “Volksverhetzung” sind denn auch schon geschrieben.

Liest man sich seinen Kommentar durch, ohne nach den ersten Sätzen schon zu ventilieren, gibt es nirgends auch nur den Hauch einer haltlosen “Beleidigung”, der von Ressentiments bestimmt oder gar justiziabel wäre. Dafür aber jede Menge begründbare und tatsachenbasierte Kritik am Islam und an negativ-kollateralen Erscheiungsbildern der muslimischen Einwanderung (“Zwangsheiraten, Friedensrichter, Ehrenmorde)”. So, wie es schon immer scharfe Kritik an Weltanschauungen, Ideologien, Religionen und an allerlei gesellschaftlichen Prozessen, auch Fehlentwicklungen gab. Jene, die sich in früheren Zeiten – als Papst,  Kirche oder mit ihnen verbündete weltliche Mächte etwa – von ihren Kritikern “beleidigt” fühlten, hatten damals allen Grund dazu: “Die Herren machen es selber, dass der gemeine Mann ihnen feind wird!” (Thomas Müntzer). Heute ist solche Kritik Teil der grundgesetzlich geschützten Meinungsfreiheit – die katholische Kirche kann ein Lied davon singen. Schmähkritik gegen Gruppen oder einzelne Menschen, erst recht, wenn solche Kritik völlig aus der Luft gegriffen ist, braucht dagegen niemand hinzunehmen. So haltlos hat Fest sich aber nicht geäußert.

Natürlich verallgemeinert und verkürzt er, was einem Kommentator mit wenig Platz erlaubt sein muss. Er tut es im Übrigen nicht anders, als jeder von uns alle möglichen Sachverhalte tagtäglich verallgemeinert, wahrnehmbare Phänomene begrifflich klassifiziert, subsummiert, Hauptsächliches betont, Nebensächliches igoriert, um nicht im Gestrüpp der Differenzierungen hängenzubleiben und dann zu keiner Aussage, zu keinem praktischen Schritt mehr zu gelangen. Dabei reflektiert Fest, wenn auch zugespitzt bis zur Schmerzgrenze, bekannte Fakten und Erkenntnisse der Sozialwissenschaft und Kriminologie, über die seine Kritiker typischerweise bei ihren Gegenattacken kein Wort verlieren.

Nehmen wir seinen Vorwurf von der “weit überproportionale Kriminalität von Jugendlichen mit muslimischem Hintergrund” und seine Frage, ob Religion, also der Islam, dabei eine Rolle spielt.

Muslimische Jugendliche messen ihrer Religion in vielen Untersuchungen eine herausragende Bedeutung bei. Ebenso besteht ein statistischer Zusammenhang zwischen ausgeprägt islamischer Orientierung, sozialer Deklassierung und mangelnder Integration – wozu auch die von Fest beklagte “weit überproportionale Kriminalitätsrate muslimischer Jugendlicher” zählt:

“Während bei einheimischen [deutschen] Jugendlichen eine hohe Religiosität mit günstigen sozioökonomischen Rahmenbedingungen einhergeht, verhält sich dies bei den [muslimischen] Migranten umgekehrt… Deutlich ist… bei den muslimischen Jugendlichen, dass das Bildungsniveau dann am niedrigsten im Vergleich aller Migrantengruppen ausfällt, wenn ihre Religiosität stark ausgeprägt ist ” (Peter Wetzels/Katrin Brettfeld; Auge um Auge, Zahn um Zahn? Migration, Religion und Gewalt junger Menschen. Hamburger Studien zur Kriminologie u. Kriminalpolitik, Bd. 34. Münster 2003, S. 124, zit. nach Stefan Luft, Abschied von Multikulti, Wege aus der Integrationskrise, Gräfelfing 2006 (Resch), S. 223).

Im März 2009 gelangte eine Untersuchung mit dem Titel “Nordrhein-Westfalen: Integration und Lebensqualität” unter Federführung des Grünen-Mitglieds Prof. Hubert Kleinert und unter Mitwirkung u.a. des Theater- und SPD-Mannes Jürgen Flimm und der Feministin Alice Schwarzer zu folgenden Ergebnissen zum Thema “Demokratiefeindlichkeit und Radikalismus-Potentiale von Migranten” (S. 9 ff):

• “Enge religiöse Bindungen und eine starke Ausrichtung an religiösen Regeln verbinden sich bei einem erheblichen Teil der muslimischen Bevölkerung mit einer Tendenz zur aggressiven Abgrenzung von Muslimen, die solche Wertvorstellungen nicht teilen. Sie verbinden sich zugleich mit einer Neigung zur pauschalen Aufwertung der islamischen Kultur und zur Abwertung westlicher und christlich geprägter Kulturen. (...) Eine Anpassung des Islam an die Gegebenheiten moderner Gesellschaften lehnen sie ab. (...)

• Eine starke Distanz zur Demokratie ist bei etwa 8-12% der muslimischen Gesamtbevölkerung auszumachen. Bei etwa der Hälfte davon steht diese Einstellung in Verbindung mit fundamentalistischen religiösen Orientierungen. Etwa 12% der muslimischen Bevölkerung zeigen islamisch-autoritäre Wertvorstellungen, die sich durch eine Kombination radikaler Kritik an westlichen Gesellschaften mit der Befürwortung islamischer Rechtssysteme wie der Scharia auszeichnen (Befürwortung der Todesstrafe bzw. der äußerst grausamen Körperstrafen).

• Etwa 6% der muslimischen Gesamtbevölkerung müssen als Befürworter massiver Formen politisch-religiös motivierter Gewalt angesehen werden. Eine weitaus größere Gruppe zeigt einzelne Anzeichen von Gewaltakzeptanz, die sie als potenziell anfällig erscheinen lassen können (...)

• Insgesamt deuten die empirischen Befunde auf eine beachtenswerte Kluft zwischen den Wertorientierungen eines erheblichen Teils der muslimischen Zuwanderer und der großen Mehrheit der Mehrheitsgesellschaft hin. Diese Kluft sollte nicht überdramatisiert, aber auch nicht ignoriert werden.”

Im öffentlichen Diskurs – v.a. dort, wo die Parteien und die etablierten Medien ihn führen – wird die erwähnte Kluft dennoch bis heute weitgehend tabuisiert. Schon die Frage, ob bestimmte Erscheinungsformen fehlgerichteter Integration bei muslimischen Einwanderern etwas mit dem Islam zu tun haben könnten, wird als “Hetze” und “Rassismus” denunziert und mit Redeverbot in den tonangebenden Kreisen belegt. Der aktuelle Fall Nicolaus Fest ist da nur die Spitze des Einbergs. Güner Balci, Bassam Tibi, Necla Kelek, Heinz Buschkowsky und natürlich Thilo Sarrazin haben lange vor ihm Ähnliches erlebt.

Dabei verschweigen selbst Muslime und manchmal auch muslimische Funktionäre den inneren Zusammenhang zwischen (gescheiterter) Integration und Religion nicht. Sie geben sogar offen wenngleich unfreiwillig zu, was nicht mal ihre Freunde unter den Politikern zu denken wagen: “Integration” gibt’s allenfalls dann, wenn alles, was der Islam fordert, gewährt wird – im Umkehrschluss hieße das: Säkulare Einschränkungen religiöser Begehrlichkeiten werden durch die Muslime mit Desintegration “bestraft:  “Wir sind zur Integration bereit, solange man nicht erwartet, dass wir Zugeständnisse bezüglich unserer Religion machen.” Erhat Toka, Muslimisch-Demokratische Union Osnabrück, lt. NOZ, 28. September 2010, S. 3

In einer säkularen Demokratie, so die Botschaft, darf die Gesellschaft von den Muslimen demnach nur eine eingeschränkte Integration erwarten, wenn überhaupt. Rechtstreues und grundwerterespektierendes Verhalten gilt dann nicht mehr als selbstverständliche Bringschuld der Einwanderer. Auf den Zusammenhang zwischen muslimischer Einwanderung und Kriminalitätsentwicklung hinzuweisen gilt als dabei das größte Sakrileg überhaupt – meist wird er schlicht abgestritten; belegfrei, versteht sich. Dabei haben auch hier schon Muslime selbst die “weit überproportionale Kriminalität” ihrer Glaubensgeschwister eingeräumt – nicht allein in Deutschland:

• In einer Pressemitteilung vom 07.02.2010 zum beklagten “Mangel an muslimischen Seelsorgern in den Berliner Haftanstalten” schreibt die “ISLAMISCHE RELIGIONSGEMEINSCHAFT K.d.ö.R” unter der Überschrift “Ungerechtigkeit im Berliner Justizvollzug – Islamische Religionsgemeinschaft fordert Seelsorger für muslimische Häftlinge”:  “Rund 90 Prozent der Häftlinge, die zur Zeit in Berliner Haftanstalten einsitzen, sind Muslime. Sie haben bislang nicht die Möglichkeit, sich mit einem Seelsorger ihrer Konfession zu besprechen…”. http://web.archive.org/web/20100215165634/http://www.islamischereligionsgemeinschaft.org/index.php/IRG/IRG-Pressemitteilung-2010-02-07

• In den Niederlanden hat die Marokkanisch-Niederländische Gemeinschaft im Okt. 2009 in einem dramatischen Appell die eigene Jugend aufgefordert, ihr gewalttätig-kriminelles Verhalten sofort abzulegen: “Juist Nederlanders van Marokkaanse komaf moeten alles in het werk stellen om deze criminaliteit te stoppen…”  (Gerade Niederländer marokkanischer Herkunftmüssen alles dafür tun, um diese Kriminalität zu stoppen). Der Aufruf erschien in der Presse unter der titelsetzenden Aufforderung an die eigenen ethnischen Jugendlichen:  “Stop criminaliteit Marokkaans-Nederlandse jeugd!”, De Volkskrant, 12.10.2009; nur noch über Google). Dieser Satz, käme er aus dem Munde von Geert Wilders, wäre selbstredend ein weiterer Beleg für seinen Fremdenhass und seinen Rassismus. Unterschrieben haben ihn aber die islamischen Verbände “Unie van Marokkaanse Moskeeorganisaties in Nederland” (UMMON), “Vereniging Imams Nederland” (VIN), dem “Samenwerkings[= Kooperations-]verband van Marokkaanse Nederlanders” (SMN) sowie ca. 40 Imame und Gefängnis-Imame. Quod licet Jovi… was Zeus erlaubt ist, darf sich noch lange nicht jeder andere erlauben. Schon gar nicht ein Mann der BILD.

Natürlich gibt es auch kriminalitätsfördernde äußere Faktoren, die ungünstige sozioökonomische Bedingungen widerspiegeln, denen Einwanderer oft und meist häufiger unterliegen als die Autochthonen. Aber nicht alle Einwanderergruppen reagieren auf diese negativen Verhältnisse gleich dysfunktional wie die muslimische Bevölkerung. Und Einwanderer “unterliegen” ihnen auch nicht einfach, sie schaffen sie zu einem guten Teil selber mit.

Die Frage, die sich hier aufdrängt lautet: Wer hat eigentlich die Hauptverantwortung für die Integration, für ihre Probleme, womöglich ihr Scheitern? Volker Beck, sein Kollege Öczan Mutlu und viele Grüne mit ihnen würden sagen: In erster Linie der Staat und die Gesellschaft, aber sicher auch “irgendwo” die Migranten selber – in dieser Reihenfolge. Das von BILD-Vize Fest konstatierte “Integrationshindernis Islam” muss ihnen aus dieser Sicht als irrelevant weil beherrschbar erscheinen – wenn es denn überhaupt existiert! Nicolaus Fest behauptet mit seinem skandalisierten Einwurf, dass genau das der Fall sei und deshalb “bei Asyl und Zuwanderung ausdrücklich (zu) berücksichtigen ist”. Oder anders: Er will die islamische Einwanderung beschränken. Wenn das nicht Rassismus pur ist!

Doch selbst hierbei kann Fest, der “Hetzer”, sich noch Rückendeckung bei Muslimen holen! Im Sommer 2005 wurde der mit einem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete deutsch-syrische Muslim und Göttinger Politologieprofessor Bassam Tibi vom FOCUS interviewt. “Ist die Religion des Islam eine Integrationsbremse?” lautete die pikante Frage des Münchner Magazins. Tibi antwortet, wofür er als Muslim bis heute bei Grünen und bei seinen orthodoxen GlaubensgenossInnen als persona non grata gilt:

“Man muss offen sagen, die Religion des Islam erlaubt die Integration nicht. Ein Muslim darf sich einem Nichtmuslimen nicht fügen. Wenn er in der Diaspora lebt, dann ist das eine Notsituation, und er kann sich absondern. Das besagt die normale Religion und nicht die fundamentalistische Variante.”
http://www.focus.de/politik/ausland/ausland-4500-web-seiten-zum-gotteskrieg_aid_212212.html

Tibi ist ein herausragender Kenner seiner Religion, der weiß, wovon er spricht. Er schreibt:

“Ich selbst bin Muslim. Mich kann man nicht ... verdächtigen, ich wolle Muslime ausgrenzen. Umso eindeutiger stelle ich fest: Die Islamisierung der Welt ist ein fester Bestandteil islamischer Weltanschauung.” (Bassam Tibi, in: „Selig sind die Belogenen“, DIE ZEIT Politik 23/2002)

Schon vor fast 20 Jahren hatte Tibi Sätze verfasst, für die ein deutscher Redakteur und Nichtmuslim, der Ähnliches nur sehr viel kürzer und provokanter formuliert, heute in Deutschland geteert und gefedert wird. Ebenfalls im FOCUS schrieb Tibi die Warnung:

“Ohne Integration der Muslime ist der soziale Frieden in Europa gefährdet… In Zukunft wird der soziale Frieden bei der Austragung von Konflikten davon abhängen, ob der Islam in den Westen integriert… wird. (...) Integration gelingt allerdings nicht nur durch Abstandnahme von der Multikulti-Ideologie, sondern auch durch eine Begrenzung der Zuwanderung unter Berücksichtigung der Aufnahmekapazität europäischer Gesellschaften.”  http://www.focus.de/politik/deutschland/deutschland-wider-den-getto-islam_aid_163944.html

“Der Islam ist ein Integrationshindernis”, provoziert der “Pauschalisierer” Fest. Freilich: Um einigermaßen gerade durchs Leben zu kommen, benutzt jeder Mensch im Alltag Vereinfachungen, Pauschalurteile –  mal sind sie angebracht, mal nicht. Vorzuwerfen ist niemals die Pauschalisierung oder Verallgemeinerung per se, sondern allenfalls die falsche. Wissenschaftler gehen anders vor. Aber der BILD-Vize hat ja als Bürger und als Kommentator keine Doktorarbeit geschrieben! Fest wird lustvoll geprügelt nach dem Mao-Motto: Bestrafe einen, erziehe viele.

Doch falscher Verallgemeinerungen macht Nikolaus Fest sich gerade nicht schuldig – seine Aussagen sind entweder mehrfach empirisch abgesichert, zumindest sind sie Teil einer legitimen subjektiven Positionierung, selbst dort, wo ihre Validität, zumindest in der Theorie, selbstverständlich bestritten werden könnte. Bisher ist das nur kaum überzeugend gelungen. Schon gar nicht von Beck und Mutlu.

Vorwerfen könnte man Fest allenfalls, dass er nicht fein genug zwischen “Muslimen” hier und “dem Islam” dort differenziert. So wie wir ja auch immer deutlich zwischen “den Amis” und “dem US-amerikanischen Kapitalismus/Imperialismus” zu differenzieren pflegen.

Der Vize-BILD-Chef hätte sich auch bei sehr viel detailreicherer Argumentation in jedem Fall einen Tritt ins Kreuz eingefangen – dann aber kann er auch gleich bei seiner Ineinssetzung von “Muslimen” und “Islam” bleiben!

Zumal die Apologeten des Islam ihrerseits selten zögern, immer der segensreichen Wirkung “des Islam” – ganz pauschal! – und nicht den Tugenden der Muslime zuzuschreiben, was sie gerne als die positiven Seiten der islamischen Religion gewürdigt wissen wollen; Beispiel Familiensinn, Toleranz, Bejahung von Sexualität (außer Homosexualität, was Fest dummerweise nicht entgangen ist, ebensowenig wie Ehrenmorde und Friedensrichter), Ablehnung des Kasino-Finanzkapitalismus, Zinsverbot, etc.

Fest stört die sommerliche Ruhe, weil er sagt, was ihn alles am Islam irritiert – seit wann ist das eigentlich verboten? Was KatholikInnen mit grünen und sonstigen Papst- und KirchenkritikerInnen fallweise auszuhalten haben, haben jene auch inzwischen zu ertragen gelernt, ohne dass sie den Vorwurf “kirchenbezogener Menschenfeindlichkeit” erheben. Wenn ich zusammenzählen würde, was ich in den 60ern und 70ern als Student an Kapitalismus- und Kapitalistenkritik erfahren und damals selber üppig reproduziert habe, kann ich froh sein, dass mich vom BDA bis zur Mittelstandsvereinigung der CDU nicht alle einschlägigen Wirtschaftslobbygruppen bis zum Ende meiner Tage mit Beleidigungsklagen überziehen!

“Zwangsheiraten, Friedensrichter, Ehrenmorde” erregen Fests Unwillen. Ist das nicht nachvollziehbar? Wenn es, wie die Kritiker der Islamkritiker sagen, “nichts mit Islam zu tun habe”, dann um so schlimmer: denn dann hat es offenbar etwas mit den entsprechenden Einwanderern zu tun und ihrer Kultur, die wir, so schreibt Fest zwar nicht explizit, aber er meint es so, hier “auch nicht brauchen”. Multikulti geht anders. Aber schon der Muslim, Sozialdemokrat und Rotterdamer Bürgermeister Ahmed Aboutaleb sagte einst trocken und ohne, dass die Deiche rund um Holland gebrochen wären: “Wer die Werte einer offenen Gesellschaft wie der niederländischen nicht teilt, täte gut daran, daraus die Konsequenzen zu ziehen und fortzugehen.”

Egal, welche Variante man nimmt – sich mit den Folgen solcher Feststellungen auseinanderzusetzen ist schmerzhaft, aber unumgänglich. Für die Einwanderungsgesellschaft Deutschland können die antisemitischen Progrome der letzten Tage, aber auch der Umgang mit jenen, die darin mehr als nur eine temporäre Resonanz auf die TV-Bilder aus dem Gazastreifen sehen, ein Anstoß sein, sich im Sinne von Nicolaus Fest zum ersten Mal ernsthaft und an Tatsachen orientiert zu fragen, wieviel Islam diesem Land tatsächlich noch zuträglich ist.

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Nicole Höchst / 30.07.2014

Ich beglückwünsche ausdrücklich Herrn Bellen zu seiner mit Belegen untermauerten Stellungnahme zum Kommentar zu Herrn Fest. Besonders gut gefällt mir die Inanspruchnahme von Fakten, deren Umkehrschluss auch Gültigkeit hat und sich so jenseits der Taqiya bewegt. Bravo. Ich muss als Leser die Meinung von Herrn Bellen bzw. Fest nicht teilen.Es gehört allerdings mehr als das übliche Maß an Realitätsverleugnung dazu, diese dicken Brocken einfach so zu schlucken. Herr Nellen füttert die Debatte mit Fakten. Ist er jetzt auch ein rassistischer Islamophober? Islamophober Rassist? Ich höre quasi das “nicht hilfreich” schon. Ich persönlich hoffe, dass durch solche fundierten Äußerungen unsere scheinbar verstorbene Debattenkultur weiter in Gang kommt.Politisch inkorrekt, nicht gegendert und ohne Tabuzonen.

Stefan Schlitt / 30.07.2014

Es ist tatsächlich unfassbar, dass hier in unserem Land die Wahrheit nicht mehr als Wahrheit ausgesprochen werden darf. Deutschland ist noch (!) in der Lage die Entwicklung zu stoppen. Wie lange noch? Wenn in regelmäßigen Abständen die, welche Kritik an der falschen Einwanderung und der Entwicklung in der Gesellschaft äußern, an den Pranger gestellt werden? Was tun wir also jetzt dagegen? Bitte mehr und weitere Artikel zu diesen und ähnlichen Themen.

Bernd Zeller / 30.07.2014

Ja ja ja ja und so weiter. Der Artikel könnte noch länger sein und würde doch das falsche Thema haben. Solange man nicht die Herrschaftsmethode von Beck/Mutlu/usf. thematisiert, spielt man ihnen in die Hände.

Peter Korne / 30.07.2014

Ich verstehe überhaupt nicht, worüber ihr euch aufregt. Integration, wieso eigentlich? Während die Deutschen als Ein-Kind- oder Gar-kein-Kind-Familien immer weniger Kinder haben, sind den Moslems kinderreiche Familien sehr wichtig. Zusammen mit einem weiter ansteigenden Zugzug moslemischer Familien aus dem arabisch/türkischen Raum (den Grünen und der SPD sei gedankt) sind die “nativen” Deutschen dann in 100-200 Jahren ohnehin nur noch in der Minderheit. Ein wahrscheinlich türkisch-stämmiger Kanzler wird dann weitere 100 Jahre später ein paar wichtige Gesetze zum Schutz der “reinen” deutschen Minderheit verkünden. Aber auch er wird den Schwund nicht aufhalten können. In vielleicht 1000 Jahren wird dann dem letzten “nativen” Deutschen ein Denkmal gesetzt werden und die moslemischen Kinder werden schaudernd in den Geschichtsbüchern lesen, welche schlimmen Integrationsprobleme es von 2014-2114 gegeben hat und wie böse über sie geschrieben worden ist. Aber Dank ALLAH hat sich ja dann alles doch noch zum Guten gewendet.

Frank Jankalert / 29.07.2014

Tibi hatte immer Recht. Denn man kann keine beliebige Menge von Muslimen in Europa integrieren, während die muslimische Welt immer extremistischer wird. Was auch Fest ansprach, nämlich den Zuzug von Muslimen zu begrenzen, wird in Frankreich schon länger diskutiert. Vertreten wird die Forderung von jüdischen Intellektuellen ( Finkielkraut, Goldnagel) im Licht der Angriffe auf jüdische Bürger (Toulon, Brüssel). Nun forderte Herr Fest dies in einer deutschen Zeitung und der Empörungssturm der Islam-Apologheten und Gesellschaftsumerzieher brach los. Das geschah auch in der ZEIT durch eine türkische Journalistin, die für ihren etwas selbstmitleidigen Artikel eine Überschrift in Türkisch wählte, aber behauptete, mit der Integration laufe alles bestens. Tja, wie oft haben wir das schon gehört? Groteskerweise veröffentlichte die ZEIT heute selbst einen Artikel, der die Forderung von Fest und Goldnagel vollständig untermauert. Islamistische Asylanten bedrohen Christen in deutschen Asylbewerberheimen. Es machte einen sprachlos, so etwas zu lesen. Herrn Nellens Aufarbeitung ist sehr analytisch, spricht aber noch längst nicht alle Punkte an. Und ja, auch ich denke, die Frage, die sich aufdrängt ist, warum sollen Deutsche verantwortlich sein für die Entwicklung von oft nicht integrierbaren Fremden, die auf eigenen Wunsch in diesem Land aufhalten. Es wäre doch mal an der Zeit, den Deutschen zu erlauben, sich damit nicht ewig zu belasten.

Thomas Schlosser / 29.07.2014

Mich würde mal interessieren, ob die üblichen Verdächtigen, die in ihrer Multikulti-Besoffenheit jetzt Anzeigen wegen “Volksverhetzung” auf den Weg bringen, ob diese traurigen Gestalten auch die antisemitischen Ausfälle (“Hamas Hamas Juden ins Gas”) zur Anzeige gebracht haben, die jüngst von moslemischen Migranten in deutschen Städten skandiert wurden…? Da ich nicht naiv bin, kenne ich die Antwort: Natürlich haben sie das nicht nur nicht angezeigt, sie haben sogar dazu geschwiegen….kein Wort der Kritik, kein Aufruf zur Mäßigung…. Doch jetzt sind sie wegen einem Zeitungskommentar schwerstens beleidigt und die Empörungsmaschine läuft auf Hochtouren….. Was muss eigentlich noch passieren, bis man diesen Heuchlern endlich einmal die Grenzen aufzeigt…?

Jochen Seelig / 29.07.2014

Es ist doch klar, was passieren wird: N. Fest wird seinen Job verlieren. Alles geht dann weiter wie bisher. Warum noch darüber reden? Ist nur verschwendete Zeit.

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