In einer aktuellen Studie der Radiant Energy Group wird euphorisch für eine Wiederinbetriebnahme aller stillgelegten Kernkraftwerke (KKW) in Deutschland plädiert. Nach eigenem Bekunden ist „Radiant Energy Group ein Beratungsunternehmen im Energiebereich, das eigene Forschung und evidenzbasierte Analysen erstellt, um Entscheidungsprozesse zu unterstützen und das Verständnis für Kernenergie zu vertiefen.” Bei aller Sympathie für das Anliegen sind doch einige kritische Anmerkungen nötig.
Das Dogma des menschengemachten Klimawandels
Durch den gesamten Bericht zieht sich das Dogma der „CO2-freien Energieversorgung”. Nur noch in Deutschland gehört die Weltenrettung durch Vermeidung von CO2 zum Regierungsaberglauben. Die Kernenergie hatte und hat es nie nötig gehabt, auf diesen Zug aufzuspringen. Kernenergie war immer die umweltfreundlichste Art, elektrische Energie zu erzeugen, und für lange Zeit auch die wirtschaftlichste:
- Geringster Flächenverbrauch durch die herausragend hohe Energiedichte.
- Produktion nahe am Verbraucher. Keine Verkabelung der Landschaft nötig.
- Keine „ewigen Lasten” durch Kohlebergwerke. (Anmerkung: Schon heute wird die überwiegende Menge von Natururan durch „in situ leaching” gefördert.)
- Keine riesigen Halden aus Asche, die eine potenzielle Gefahr für die Umwelt durch die darin enthaltenen Schadstoffe darstellt.
- Lediglich eine geringe Menge von (radioaktiven) Spaltprodukten. Viele dieser seltenen Elemente können noch wirtschaftlich genutzt werden (z.B. Nuklearmedizin). Jedenfalls sind die anfallenden Volumina so gering, dass sie problemlos und kostengünstig (z.B. Deep Isolation) von der Biosphäre (ewig, wenn gewünscht) isoliert werden können.
- Keine Belästigung durch Schall oder Abgasfahnen.
- Keine großflächige Zerstörung von Wäldern, Meeren und Feldern.
- Keine riesigen Mengen an Sondermüll, für die nicht einmal ausreichende Rückstellungen aufgebaut werden.
Kohle ist nicht der Feind
Stillgelegte KKW wieder in Betrieb nehmen zu wollen, um den idiotischen „Kohleausstieg bis 2038“ zu retten, ist schlichtweg absurd. Kohle war und ist der einzige relevante heimische Energieträger. Wie wichtig Versorgungssicherheit in diesen unsicheren Zeiten ist, ist inzwischen auch breiten Bevölkerungsschichten klar geworden. Die „Zeitenwende“ hat nicht nur bei der Rüstung statt gefunden, sondern auch bei der Energieversorgung. Mag die kriegerische Bedrohung von außen existieren, die Selbstzerstörung dieses Landes von innen durch die „Energiewende“ ist frei gewählt. Weder ein Putin, noch ein Trump hat dies gefordert – ganz im Gegenteil, eindringlich kritisiert. Wir alle müssen endlich zur Kenntnis nehmen, dass die „Klimakatastrophe“ genauso ein absurdes Konstrukt wie die „Klassenfrage“ der Sozialisten ist. Die „Linke“ brauchte einfach einen neuen Angstmacher. Wer glaubt, die verhuschten strickenden Vertreter auf den grünen Parteitagen seien die Verantwortlichen, irrt gewaltig. Je größer der Hass auf diese Gesellschaft ist, je intensiver ist der Kampf gegen „Atomkraft“ und Kohle. Für die Altlinken in unseren Parteien ist die „Große Transformation“ lediglich ein Neusprech-Wort für die Einführung des Sozialismus. So viel Planwirtschaft wie heute war noch nie.
Kohle ist der einzige wesentliche Rohstoff in Deutschland. Kohle hat Deutschland nicht nur industrialisiert, sondern auch nach zwei Kriegen wieder aus dem Elend geholt. Aus dieser Erfahrung heraus, hat z.B. die deutsche Sozialdemokratie – einst eine Mehrheitspartei (Willy wählen!) – immer von Kohle und Kernenergie gesprochen. Der heute wieder international gelobte „Kugelhaufenreaktor” ist überhaupt aus dem Gedanken der „Kohleveredelung” entstanden (kalte Fernwärme, synthetische Kraftstoffe etc.). Wie stark muss man dieses Land verachten, wenn man nicht nur die eigene Kohle nicht mehr fördert, sondern die Förderung für folgende Generationen unmöglich machen will, indem man die Gruben bewusst absaufen lässt.
Kraftwerke nicht gegeneinander ausspielen
Die Studie übernimmt kritiklos den Kohleausstieg bis 2038 bzw. 2030. Auch bildungsresistente Kreise müssten inzwischen zur Kenntnis nehmen, dass es nachts dunkel ist und der Wind nicht immer weht. Das Gefasel von irgendwelchen Speichern in der Zukunft ist das bekannte Heilsversprechen der Sozialisten. Deshalb brauchen wir (fossile) Backup-Kraftwerke heute und morgen. Auch hier wieder der bekannte Irrsinn: Erst vorhandene Kohlekraftwerke zerstören und anschließend Kraftwerke für teures LNG neu bauen wollen.
Wann ist endlich Schluss mit der Manipulation der „Lebensdauer” von Kraftwerken? Technisch ist die Lebensdauer unendlich. Man kann immer verschlissene Bauteile auswechseln. Es wird nur irgendwann unwirtschaftlich: Meint, es ist billiger, eine neue Anlage zu bauen, als die alte noch einmal zu reparieren. Jeder Autohalter kennt diesen Zusammenhang. Insofern unterscheiden sich Kohle- nicht von Kernkraftwerken. Auch bei Kohlekraftwerken finden regelmäßig Revisionen statt, bei denen z.B. verschlissene Beläge der Mühlen erneuert werden oder irgendwann die kompletten Mühlen ausgetauscht werden. Alle Rohrwände werden regelmäßig auf Verschleiß geprüft und abgenutzte Bereiche ersetzt. Maßstab für alle Revisionen ist – unabhängig vom Typ –, den Betrieb ohne Ausfall bis zur nächsten Revision zu gewährleisten. Ausfälle kosten nämlich richtig Geld.
Die Aussage „die 40-jährige Auslegungslebensdauer eines Kohlekraftwerks stellt sich vielmehr als ein echtes technisches Ablaufdatum dar, was bei Kernkraftwerksgenehmigungen nicht der Fall ist” ist Unsinn und nur als Propaganda gegen fossile Energien zu bewerten. Ursache für unsere existierenden Probleme ist nur die „Energiewende” und nicht die „Fossilen”. Wenn etwas stillgelegt werden muss, dann Windmühlen und Sonnenkollektoren, weil sie nicht immer verfügbar sind, wenn man sie braucht und unvergleichlich teurer als Versorgungssystem. Noch einmal in aller Deutlichkeit: Die Wiederinbetriebnahme stillgelegter Kernkraftwerke in Deutschland als Ersatz für vorhandene Kohlekraftwerke ist schlicht nur als Wahnsinn zu bezeichnen.
KKW gleich KKW?
Es ist völlig unredlich, die teuersten Neubauten der Welt mit der Wiederinbetriebnahme alter Kraftwerke zu vergleichen. Die Neubaukosten sind im doppelten Sinne rein politischer Natur: Die „Atomkraftgegner” haben mit Forderungen einer Pseudosicherheit (Doppelte Betonhülle, Core-Catcher usw.) die Baukosten in Europa erfolgreich in absurde Höhen getrieben. Politisch gesteuerte Genehmigungsbehörden haben durch Änderungen während der Bauzeit die Bauzeiten verlängert (Finanzierungskosten). Jeder – auch baugleiche – Reaktortyp war immer wieder ein erster seiner Art (Olkiluoto, Flamanville, Hinkley Point). Das es auch anders geht, beweisen China, Russland und Korea. Durch Serienfertigung beträgt die Bauzeit für einen Reaktor der Generation III+ in China 56 Monate bei einem spezifischen Preis von unter 2.500 US$/kWel. Es ist nicht alles mit „billigen Löhnen” und günstigen staatlichen Krediten erklärbar.
Es ist auch unredlich, einen Reaktor der Generation III+ (passive Sicherheit!) mit Reaktoren der „Generation Biblis” zu vergleichen. O.k., man kann darüber diskutieren, ob deren „Sicherheit” nicht ausreichend ist, aber die Überlebenswahrscheinlichkeit bei einem Unfall mit einem VW-Käfer ist nun mal geringer als mit einem heutigen PKW. Will man den VW-Käfer aber auf den heutigen Standard nachrüsten, dürfte er teurer als ein neuer PKW werden – abgesehen von allen sonstigen modernen Annehmlichkeiten. Wie man das ausgerechnet einer „atomkritischen Bevölkerung” verkaufen will, bleibt ein Rätsel. Es ist zu befürchten, wenn die geschulten „Atomkraftgegner” in den deutschen Medien sich auf diesen Punkt stürzen, dürfte es mit den Blütenträumen einer Wiederinbetriebnahme ein jähes Ende finden.
Der Hinweis auf die Programme in den USA (Palisades, Duane Arnold, Three Mile Island) ist äußerst fragwürdig. Sind doch die Vorgehensweisen grundsätzlich unterschiedlich: In den USA legt man nach der Abschaltung die Reaktoren trocken und lässt sie zum Abklingen der Radioaktivität (Arbeitsschutz) geplant für Jahrzehnte im sicheren Einschluss. In Deutschland haben die grünen Zerstörer sofort mit der Sprengung von Kühltürmen usw. begonnen. Hier war es das erklärte Ziel, durch möglichst schnelle und große Schäden den „Atomausstieg” unumkehrbar zu machen. Auch hier wieder eine Menge Heuchelei.
Der politische Wille
Das Bundesrecht verbietet die gewerbliche Stromerzeugung aus Kernenergie. Wie soll ein neues Gesetz in diesem Parlament verabschiedet werden? Eine Mehrheit pro Kernenergie ist ohne die AfD undenkbar. Sie ist die einzige Partei, die sich für Kernenergie klar und deutlich ausgesprochen hat. Alle anderen Parlamentarier waren aktiv oder wenigstens passiv an der Ächtung der „Atomkraft” beteiligt. Sie müssten erst mal ihren Irrtum öffentlich eingestehen. Und selbst wenn, bleibt da immer noch der Kokolores um die „Brandmauer”.
Wer soll denn in Deutschland die nötigen Genehmigungsverfahren durchführen? Die einschlägigen Behörden sind längst von Fachleuten bereinigt. Wer sich das antun mag, lese sich einmal die Berufe und Lebensläufe der dort Beschäftigten durch. Es gibt nichts Besseres, um auf dem Boden der deutschen Realität hart zu landen.
Es wäre schon viel erreicht, wenn unsere Politiker – die ständig Europa in den Himmel loben – sich nicht in Brüssel immer gegen Kernenergie quer stellen würden. Wir könnten unsere Industrie vielleicht noch am Leben erhalten, wenn wir mit unseren Nachbarn enger zusammenarbeiten würden. Zwar wird jeder Investor und jede Bank lieber im benachbarten Ausland ein Kernkraftwerk bauen als in dem Außenseiter-Deutschland. Wir könnten aber durch Kooperation unser Fachwissen erhalten und vor allen Dingen nicht den Anschluss bei der Weiterentwicklung verlieren. Sollte dann dereinst einmal ein neues KKW in Deutschland gebaut werden, stünden wenigstens deutsche Unternehmen und Fachleute zur Verfügung. Wenn das versäumt wird, werden wir uns einst für den Technologietransfer bei den Entwicklungsländern einreihen müssen. Ganz abgesehen davon, dass uns qualifizierte und auch noch gut bezahlte Arbeitsplätze fehlen werden, nebst Steuereinnahmen und günstigen Strompreisen.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf Klaus-Dieter Humpichs Blog.
Im Achgut-Buchshop erhältlich:
„Atomenergie – jetzt aber richtig – Wie die ‚dümmste Energiepolitik der Welt‘ abgewendet werden kann“ von Klaus-Dieter Humpich und Manfred Haferburg, Achgut Edition 2024, hier bestellbar.

Zum Inhalt des Buches: Es ist keine Frage ob, sondern lediglich wann „die dümmste Energiepolitik der Welt“ (wallstreet-Journal) – in Deutschland euphemistisch „Energiewende“ genannt – beerdigt wird. Und was dann? Überall auf der Welt werden längst wieder die Weichen für die Kernenergie gestellt, CO2-frei wie bisher, aber intelligenter, resilienter, mobiler und preiswerter als je zuvor. Die Atomenergie kann auch hierzulande der Nukleus für einen neuen Wohlstand sein, auch diese Einsicht wird sich unter der Last des Faktischen durchsetzen. Die beiden Energieexperten Manfred Haferburg und Klaus Humpich analysieren den deutschen Irrweg und zeigen Wege aus der Sackgasse. Dieses Buch ist ein Almanach der Vernunft für alle, die in Deutschland erfolgreich wirtschaftlich tätig sind und damit fortfahren wollen.
@Emil Meins,
Fatalismus ist auch keine Strategie Um eine Bevölkerung zu überzeugen braucht es weit mehr als 187 Artikel. Und jeder einzelne dieser Artikel hat seinen Wert. Nicht nur dadurch, dass 4 oder 5 Leute regelrecht umdenken, sondern dadurch, dass die Interessierten ihre Überlegungen und Argumente prüfen, verfeinern und stärken können, bevor sie im Alltag versuchen, ihre Mitmenschen zu überzeugen.
Und – psychologisch extrem wichtig – es hat den Wert, dass diejenigen, die eine Meinung abseits von Spiegel, SZ, ÖRR und Co. haben, wissen, dass sie nicht allein in einem Irrenhaus der Haltungswissenschaftler sitzen, sondern dass es noch viele andere gibt, welche die Tugenden von Aufklärung und Rationalität leben.
Und wenn alles nichts hilft, so ist es eine Dokumentation für die Nachwelt, dass nicht alle mitgemacht haben – und dass jeder es hätte wissen können.
Danke, dieser nüchterne Artikel spricht mir in vielen Punkten aus der Seele.
Gerade die Erhaltung von Know-How in Deutschland gilt für alle Technologie-Bereiche.
Wir sind dabei die Zerstörungswirtschaft der Grünen auch im Bereich der Kohle zu vollenden. Robert Habeck und Annalena Baerbock dürften sehr genau wissen, warum sie sich ins Ausland abgesetzt haben.
Nur eines erscheint mir ergänzenswert: Unsere eigenen Reserven soĺlten wir nur soweit antasten wie zum Technologieerhalt notwendig. Ansonsten sollten wir erstmal die Ressourcen anderer Länder verbrennen.
Im Übrigen gibt es auch bei CO2 und Klimawandel einen realen Kern. Mit den fossilen Ressourcen sollten wir also weiterhin sparsam umgehen. An KKW führt deshalb kein Weg vorbei.
Es war Franz Josef Strauß, der für die Kernkraft auch mit dem Argument der Kohlendioxidfreiheit warb. Ein ärgerliches Argument. Damit wurde die CO2 – Ideologie befördert.
„Lutz Herrmann / 07.07.2026
Kurzum: warum ist der Zug abgefahren? Das wird immer unterstellt, aber nie begründet. Diese argumentative Lücke besteht.“ – Wenn man etwas auf die Beine stellen will, braucht man Leute die bewiesen haben, daß sie es können. So wie die Regierung Taiwans Morris Chang 86 geholt hat, um die Halbleiterindustrie aufzubauen oder Nordkorea russische und ukrainische Spezialisten für das Kernwaffen- und Raketenprogramm. Das Wissen, das man dafür benötigt, steht nicht in Büchern und auch nicht im Internet, das haben sich die Leute erworben. Weder ausgezeichnete Hochschulabschlüsse noch künstliche Intelligenz helfen da weiter.
Gehen Sie doch mal von der EU-Kommission aus. Die zerstören Deutschland sehenden Auges durch Überregulierung und gezielt herbei geführte „Unfälle“ beim Resilienz-Plan (z.B. Nexperia). Sie zerstören damit die Möglichkeit, sich durch die Zahlungen der Nationalstaaten (allen voran Deutschland) zu finanzieren. Nun glaube ich nicht, dass diese Leute so unterbelichtet sind, dass sie es nicht begreifen. Was denken Sie, Herr Humpich, wie die sich weiter finanzieren wollen? In dem Zusammenhang ist das Bekenntnis der EU-Kommission zur Nuklearenergie besonders unverständlich. Ich erinnere mich an Zeiten, vor 35 Jahren, da war das Nuklear-Recht Ländersache. Die Überwachung war Aufgabe von Landesämtern für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Reaktorsicherheit. Denken Sie das mal weiter. Die EU-Kommission wird die rechtliche Zuständigkeit anstreben. Dann fließen die Gewinne über Zertifizierungen, Versteigerung von Rechten, Versteigerung des Lebensraumes der Bürger, vollständig an die EU. Der Verzicht auf den Klimarummel, wenn er dann doch mal erstritten wird, wandelt sich lautlos in die neue Melodie. Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit interessieren dann nicht mehr. Es ist wie in den Bergen Kalabriens, die Rechnung kommt unerbittlich. Wer sich weigert, Strom zu verbrauchen, wird als Separatist eingesperrt und wird mit Halogenstrahlern 24/7 beleuchtet, damit er sich nichts antut. Die Kosten werden den Familien in Rechnung gestellt. Stromschnüffler werden kontinentweit eingesetzt, die falsches Verbrauchen sanktionieren werden. Und die Preise!! Schauen Sie nach Flamanville, schauen Sie auf Hinkley Point C. Das sind Milliardengräber, bevor die erste Kilowattstunde, abzüglich des Eigenverbrauchs, jemals erzeugt wird. Es wird dann Richtlinien der EU geben, die unmittelbare Rechtskraft erlangen, durch ihre Veröffentlichung in Brüssel am schwarzen Brett. In Deutsch nicht mehr! Man wird UNS zum richtigen Verhalten zwingen. Ihre Geschichten aus der guten alten Welt, sind rührseelig.
Rolf MAINZ, – ich nenne das den „ MORBUS STALINGRADUS “.
Vielleicht darf ich noch hinzufügen, daß in Deutschland inzwischen viel zuviele unumkehrbare Prozesse ablaufen – nur zum Beispiel die von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft eingeleitete sogenannte Energiewende sollte natürlich keine Wende herbeiführen, sondern ein Neuanfang für neue Systeme der Energiegewinnung bedeuten. Eine neue Ideenwirklichkeit ist aber immer darauf angewiesen, keine finanziellen Unterbrechungen zuzulassen, sonst wäre sie ja nicht finanzierbar. Jeder intuitiv begabte Mensch kann sich „zusammenreimen“, dass „Zeit“ unumkehrbar ist, nämlich gemessen an der eigenen vergehenden Lebenszeit. Natürlich gibt es ein ganzes Universum zusätzlicher phänomenologischer Wirklichkeiten, aber im finanziellen Alltag spielen sie eine untergeordnete Rolle. Es scheint, als gäbe es in Deutschland keine zeitliche Lebenswirklichkeit mehr, man will möglichst schnell aus einem Alt ein Neu machen und dabei keine Verluste erleiden. Ja, wenn sich die Bürger nicht freiwillig übers Ohr hauen lassen, gibt’s nichts Neues. Schwindel und Betrug müssen von den Bürgern auf eigene Kosten mitgetragen werden, sonst kommt nichts Neues auf den Markt und alles veraltet. Wenn man glaubt es gäbe Gewinne bei den einen ohne Verluste bei den anderen, hat man grundlegend das Geldsystem und den Handel nicht verstanden. Aber die Idee ist doch gut, aus Sonnenhitze und Sturmböen garantiefrei Energie zu beziehen, man muss die Bürger dafür nicht extra übers Ohr hauen, wenn man ihnen sagt, das wird nicht billiger, sondern ungeheuer viel teurer, aber es ist Neu, ohne Garantieversprechen und Sicherheit, aber ihr wollt doch immer was Neues und wollt gerne dafür draufzahlen. Unten bleibt der, der glaubt, er käme dabei auch hoch – aber dabei begegnet man sich eigentlich nie. Das klassifiziert doch einen zahlenden und nützlicherweise zahlreichen Idioten, oder?