Vor genau drei Jahren kollidierte der unter britischer Flagge fahrende Offshore-Versorger „Njord Forseti“ im Offshore-Windpark „Borkum Riffgrund 1“ mit einer Siemens SWT-4.0-120-Anlage, ungefähr 45 Kilometer nördlich der Insel. Die Achse berichtete damals. Nun ist es wieder passiert: Am 25. April 2023 kollidierte das Küstenmotorschiff „Petra L“ im Offshore-Windpark „Gode Wind" vor Norderney und Juist mit einer Windkraftanlage und wurde dabei schwer beschädigt. Der Norddeutsche Rundfunk berichtete dies am 26. April 2023.
Demnach hieß es zunächst vom Windparkbetreiber Oerstedt, es habe keinen Zwischenfall gegeben, die Sensoren hätten nichts gemeldet. Nach einer Überprüfung aus der Luft waren nur leichte Schäden an der Anlage gesichtet worden. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei sei es das erste Mal, dass es zu einer Kollision mit einer Windkraftanlage gekommen, was nicht zutrifft, siehe die Njord Forsti-Kollision vor fast genau drei Jahren am 24. April 2020.
Die Polizei berichtete weiter, es werde ermittelt, warum das Schiff so weit vom Kurs abgewichen war, ohne dass die sechsköpfige Besatzung diese bemerkte. Verletzte gab es nicht. Der Kapitän hat sich bisher nicht zu der Havarie geäußert, die Meldepflicht des Unfalls hatte er versäumt und lässt sich von einem Anwalt vertreten.
Das unter der Flagge Antiguas registrierte Frachtschiff, beladen mit 1.500 Tonnen Getreide, kam aus dem polnischen Stettin und hatte als Zielhafen Antwerpen. Windparks stehen nicht weit vom Verkehrstrennungsgebiet in der südliche Nordsee, einem stark befahrenen Schifffahrtsweg.
Es muss befürchtet werden, dass solche Havarien wieder geschehen können. Würde ein ein Tanker in den Windpark rauschen, hätte das enorme Folgen für den angrenzenden Nationalpark Wattenmeer und Weltnaturerbe gehabt.
Zur Erinnerung: Nach „Prognosen“ und „Risikolanalysen“ des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) in Hamburg am Beispiel eines anderen Windparks in der „Ausschließliche Wirtschaftszone“ (AWZ) dürften sich solche Kollisionsereignisse nur alle „435 Jahre“ ereignen, weiter: „Eine auf das Jahr 2017 abgestellte Prognose kommt zu einem Wert von 375 Jahren […] Die ermittelte und die prognostizierte Kollisionswiederholrate liegt über dem von der Arbeitsgruppe Richtwerte ermittelten Mindestwert von 150 Jahren, ab dem von einem hinnehmbaren Risiko ausgegangen werden kann[…].“ (Quelle: Genehmigungsbescheid auf den Antrag der Northern Energy OWP West GmbH -vormals LCO Nature GmbH- , Leerer Landstraße 72, 26603 Aurich vom 15. April 2014, S. 35).
So schnell können 375 Jahre vergehen.
Manfred Knake ist Herausgeber des Wattenrat
Beitragsbild: Pixabay
Statistisch gesehen passiert nun die nächsten 750 Jahre nichts mehr. Sollte doch in naher Zukunft wieder ein Schiff einen dieser Propeller umnieten, passiert danach schon über 1.000 Jahre nichts mehr!
Wenn das keine positive Nachricht ist, weiß ich auch nichts mehr.
Das sind ja tolle Rechner bei den Bundesämtern am Werk. Risikofolgenabschätzung. Ich seh schon die Berge hochwichtiger Papers, dargeboten von bebrillten Wichtigtuern, endlose Powerpoint Präsentationen.
Ergebnis( wie gewünscht): Risiko vernachlässigbar.
Da kann man sich doch eigentlich beruhigt zurücklehnen, wenn die Kollegen aus der Risikofolgenabschätzung der Abteilung Klima zum Schluß kommen, dass übermorgen doch nun wirklich die Welt den Hitztetod stirbt.
Es ist alles ausgerechnet!
Prognose & Prophezeiung: Die Politik orientiert sich zunehmend an Prophezeiungen. Werden hauptamtliche Propheten eingestellt? Welche Besoldungsklasse haben verbeamtete Propheten?
Ich errinere mich, damals zum Zeitpunkt des Unfalls hat meine Lampe geflackert. Sollte ein Tanker reinfahren, wird auf Öl umgestellt. Problem behoben.
Also: Die Tanker müssen weg, sollen woanders fahren, falls nicht vermeidbar.